Ausgabe 
20.6.1930
 
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Mrgang 1930 Freitag, den 20. Juni Nummer <7

Ein feste Burg.

Von Martin Luther.

Ein feste Burg ist unser Gott, eine gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen.

Der alt bös« Feind, mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist; auf Erd ist nicht seins Gleichen.

Mit unserer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.

Fragst du, wer der ist: er heißt Jesu Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten.

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.

Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist geeicht, ein Wörtlein kann ihn fällen.

Das Wort, sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib; laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben.

Was bedeutet das Augsburgifche Bekenntnis?

Zur 400-Iahrfeier der Confessio Augustana.

Von Pfarrer Heinrich Bechtolsheimer.

Am nächsten Sonntag, dem 22. Juni, begeht die evangelische Kirche vierhundertjährige Gedenkfeier der Slugsburgischen Konfession. In 1 WSburg selbst werden Festlichkeiten von großem Ausmaße stattfinden, d>e evangelischen Kirchen Deutschlands und des Auslandes werden dort vertreten sein, und die alte Stadt am Lech, die Augusta Vindelicorum, ®irb mehrere Tag« lang von einem großen Gewoge feiernder Menschen ZE sein. Der 25. Juni 1530, an dem die Evangelischen dem Kaiser ihr Mubensbekenntnis überreichten, ist in der Tat ein sehr wichtiger Tag 'n ber Geschichte des Protestantismus. Die Bedeutung dieses Tages soll S allgemeinverständlich dargelegt werden. Zu diesem Zwecke ist es "°ug, den Verlauf der deutschen reformatorischen Bewegung in der Zeit "°n 1S17 bis 1530 in kurzen Zügen zu schildern. -

n ~lc deutsche Reformation ist in ihren Anfängen ganz das Werk Martin 7.Hers. Aus lebendiger, religiöser Ueberzeugung heraus machte er out gegen das seitherige Kirchenwesen und drängte auf eine Erneue- b $-.ff. kirchlichen Lehre und des christlichen Lebens. Als er am 31. Okto- Je*ne 9"g«n den Ablaß gerichteten 95 Thesen an die Tür der ein- N" 3U Wittenberg anschlug, ahnte er selbst nicht, daß er damit ermoXeU- ®pod>e >n der Weltgeschichte eröffnen werde. Sein Vorgehen in ün ~r Seele des deutschen Volkes einen beispiellosen Widerhall, nan, Fhn Tagen waren die Thesen in ganz Deutschland verbreitet, etwas u Außerordentliches, wenn man die damaligen Verkehrsverhältniste

und den Umstand in das Auge faßt, daß es damals noch keine Zeitungen gab. Luthers Gesinnungsgenosse, der Pfarrer Friedrich Myconius, sagt von diesen Sätzen, durch die ihr Verfasser ursprünglich nur zu einer Disputation herausfordern wollte:In vier Wochen haben sie schier die ganze Christenheit durchlaufen, als wären die Engel Gottes selbst Boten­läufer." Reizvoll schildert Leopold von Ranke in seinerDeutschen Geschichte im Zeitalter der Reformation" das Umsichgreifen der neuen Bewegung:Es war keine Anstalt zu treffen, kein Plan zu verabreden, einer Mission bedurfte es nicht; wie über das geackerte Gefilde bei der ersten Gunst der Frühlingssonne die Saat allenthalben emporschießt, so drangen die neuen Ueberzeugungen durch alles, was man erlebt und gehört hatte, unbemerkt in dem gesamten Gebiete, wo man deutsch redete, fast ganz von selbst ober auf den leichtesten Anlaß zu Tage." Reformato­risch« Bewegungen gab es auch in Hessen. Träger der Bewegung war in Alsfeld der früher« Augustinermönch Tilemann S ch n a bet, der 1512 in Wittenberg studiert hatte. Luther sagte im Jahre 1529 von der Stadt Alsfeld:Gott hat diese Stadt erleuchtet, daß sie die erste des Hessen­landes ist, die das wahr« Evangelium angenommen." In Butzbach pre­digte Kaspar Göbel, vor einem Stadttore auf einem Baume stehend, weil man ihm die Kirche verboten hatte. In Gießen fand Luthers Lehre etwas später Eingang. Das älteste Gießener Gotteshaus lag auf dem Seltersberge. Ich habe früher einmal (Heimat im Bild", 1926, Nr. 42) die Ansicht geäußert, daß diese Kirche zwischen der Germania-Drogeri« und dem Hotel Hopfeld, also in der heutigen Friedrichstraße, gelegen habe, aber eine Mitteilung des Herrn Bauunternehmers Heinrich Weimer belehrt mich eines anderen. Herr Weimer hat bei Ausschachtungen, die er da vornahm, wo der Wetzlarer Weg von der Frankfurter Straße abzweigk, viele Gebeine gefunden, so daß die Annahme besteht, daß hiev ein Friedhof gelegen habe. Dieser Friedhof kann aber nur der der altert Kirche zu Selters gewesen sein, so daß wir die Kirche etwa an der gleichen Stelle zu suchen haben. An dieser, einige Jahrzehnte später nieder- gelegten Kirche scheint in den Jahren 1523 bis 1532 ein der neuen Lehre zuneigender Pfarrer tätig gewesen zu sein, während an der alten Stadt­kirche, die die Pankratiuskirche hieß, noch die alte Lehre gepredigt wurde. Am Karfreitage 1526 kam es an der Selterskirche zu einem Aufkauf, ein Steinmetz hatte dem Ratsschöffen Melchior Kandegießer (Sannen» gießer) vorgeworfen, daß er gegen dieEvangelischen Brüder" fei. Unter denEvangelischen Brüdern" haben wir Einwohner zu verstehen, die auf der Seite Luthers standen. Im nämlichen Jahre wurde dann die Refor­mation durch den Landgrafen Philipp im ganzen Hessenlande «ingeführt.

Papst ßeo X. hatte in dem Streite, der über di« Thesen entbrannte, ursprünglich nur ein Mönchsgezänk gesehen; als die Bewegung aber einen immer größeren Umfang annahm, sah die Kirche sich zum Ein­schreiten genötigt. Zum erstenmal sollte Luther seine Grundsätze bei einem Konvente der deutschen Augustinermönche verteidigen, der im April 1518 in Heidelberg ftattfanb. Wie wenig man Luther damals noch als Ketzer ansah, geht daraus hervor, daß ihn auf der Hinreise Bischof Lorenz von Würzburg sehr herzlich aufnahm. Die Disputation Luthers mit feinen Gegnern vollzog sich auf dem Heidelberger Konvente in ruhiger Form.

Unterdessen war der Wittenberger Mönch, Doktor und Professor der Theologie vom Papste der Ketzerei angeklagt und aufgefordert worden, sich binnen sechzig Tagen in Rom zur Verantwortung einzufinden. Es war von Anfang an für ihn von großer Bedeutung, daß fein Landesherr Kurfürst Friedrich, genannt der Weise, für ihn «intrat. Friedrich erreichte auch, daß Luther erlaubt wurde, sich auf deutschem Boden zu verantworten. Das sollte im Jahr« 1518 auf dem Reichstage zu Augs­burg geschehen. Die Freunde des Reformators fürchteten für ihn Gefahr von einer Reise nach der schwäbischen Stadt. Der vom Papst zur Bei­legung der in Deutschland entstandenen Streitigkeiten entsandte Kardinal Cajetän, versuchte Luther mit kurzen Worten zum Widerruf zu bestim­men, dieser aber, der dem hochgestellten Manne all« Ehrerbietung bewies, war zu einer. Zurücknahme seiner Lehre nicht zu bewegen. Auf den Rat seiner Freunde verließ Luther heimlich die Stadt. In viel freundlicherer Art verhandelte ein Jahr später mit ihm der deutsche Kardinal Karl von Miltitz in Altenburg. Eine im gleichen Jahre in Leipzig anberaumte Disputation sollte den Streit aus der Welt schaffen, doch Luther und fein gelehrter Gegner Eck gerieten scharf aneinander, und als jener geäußert hatte, daß auch die Konzilien irren könnten, eilte Eck nach Rom und brachte seinem Gegner di« Bannbulle mit.

Unterdessen war der Kaiser Sari V. auf die deutsche Bewegung auf­merksam geworden und lieh sich angelegen fein, die Wirrnisse zu beseiti­gen. Er tat das aus wirklicher religiöser Ueberzeugung, aber auch, um di« Einheit seines Reiches zu erhalten. So wurde Luther im Beginn des Jahres 1521 zum Reichstage nach Worms geladen. Nie erscheint dieser Mann größer als in diesem Jahre. Wirkliches Heldentum offenbarte sich in seinen Worten:Wenn ich gerufen werde, werde ich, so viel an mir ist, kommen, ob ich mich auch krank müßte hinführen lassen; denn man