Ausgabe 
17.2.1930
 
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang <930 Montag, den ir.Zebruar Nummer

Westwind.

Von Marianne von Willem«r.

Ach, um dein« feuchten Schwingen, West, wie sehr ich dich beneide, Denn du kannst ihm Kunde bringen Was ich durch die Trennung leide!

Die Bewegung deiner Flügel Weckt im Busen stilles Sehnen, Blumen, Auen, Wald und Hügel Stehn bei deinem Hauch in Tränen.

Doch dein mildes sanftes Wehen Kühlt die wunden Augenlider;

Ach, für Leid müht ich vergehen. Hofft ich nicht, wir sehn uns wieder.

Geh denn hin zu meinem Lieben, Spreche sanft zu seinem Herzen;

Doch vermeid ihn zu betrüben Und verschweig ihm meine Schmerzen.

Sag ihm nur, doch sag's bescheiden. Seine Liebe sei mein Leben, Freudiges Gefühl von beiden Wird mir sein« Nähe geben.

Ein schlichtes Herz.

Erzählung von Gustave F l a u b e r t.

Ein halbes Jahrhundert lang beneideten die Pont-l'Eveguer Bürge­rinnen Frau Aubain um ihre Magd Felicitas.

Für hundert Franken im Jahr besorgte sie Küche und Haus, nähte, wusch, plättete, verstand ein Pferd zu schirren, Geflügel zu mästen, But­ter zu bereiten und blieb ihrer Herrin treu welche keineswegs eine an* genehme.Frau war.

Frau Aubain hatte einen hübschen Jungen ohne Vermögen geheiratet, der zu Anfang des Jahres 1809 starb und ihr zwei sehr kleine Kinder und eine Unmenge Schulden hinterließ. Da verkaufte sie ihren Grundbesitz außer den Pachtgütern Toucques und Gefässes, deren Einkünfte im höchsten Fall auf 5000 Franken stiegen, und verließ ihr Haus in Saint* Melaine, um fortan ein anderes, weniger kostspieliges zu bewohnen, das ihren Vorfahren gehört hatte und hinter den Markthallen stand.

Dieses mit Schiefer gedeckte Haus lag zwischen einem Durchgang und einer Gasse, welche auf den Fluß mündete. Es hatte innen ungleiche Dielenhöhen, worüber man stolperte. Ein schmaler Trcppenflur trennte die Küche von demSaal", in dem sich Frau Aubain, in einem Korbstuhl am Fenster sitzend, den ganzen Tag über aufhielt. Vor der weihge­strichenen Wandtäfelung standen in einer Reihe acht Mahagonistühle. Ein altes Klavier trug, unter einem Barometer, einen pyramidenförmigen Aufbau von Kasten und Schachteln. Zwei bestickte Lehnsessel standen zu Seiten des Kamins, der aus gelbem Marmor und im Stil Ludwigs.XV. gehalten war. Die Uhr in der Mitte stellte einen Vestatempel dar und das ganze Zimmer roch etwas schimmelig, da die Diele niedriger lag als der Garten.

_ Im ersten Stock befand sich zunächst die Stube dergnädigen Frau". Sie war sehr groß und mit einer blaßblumigen Tapete ausgeklebt, barg das Bildnis desgnädigen Herrn" in Stutzertracht, und war mit einem kleinen Zimmer verbunden, in dem zwei Kinderbettchen ohne Matratzen standen. Dahinter kam die Gute Stube, welche immer verschlossen blieb und mit überzogenen Möbeln angefüllt war. Dann führte ein Gang zu einem Studierzimmer; hier tagen Bücher und Papierstöße auf den Ouer- brettern einer Bibliothek, deren drei Seiten einen großen Schreibtisch aus schwarzem Holz umgaben. Die beiden Rückwände verschwanden unter Federzeichnungen, Gouache-Landschaften und Stichen von Audran, Er- innerungen einer besseren Zeit und eines verblaßten Prunkes. Im dritten Stock erhellte eine Dachluke die Kammer der Felicitas, welche den Aus* blick auf die Wiesen hatte.

Sie stand mit Tagesanbruch auf, um die Messe nicht zu versäumen und arbeitete ohne Unterbrechung bis zum 2(benb; dann, wenn das Gssen beendet, das Geschirr abgeräumt und die Haustür gut verschlossen war, verscharrte sie die Glut unter der Asche und schlief mit ihrem Rosen­kranz in der Hand vor dem Herde ein. Niemand zeigte bei der Arbeit

mehr Eifer als sie. Die Sauberkeit und der Glanz ihrer Pfannen brachte alle anderen Mägde zur Verzweiflung. Sie war haushälterisch, lang* sam und sammelte mit der Hand die Krümchen ihres Brotes vom Tisch eines Brotes von zwölf Pfund, das eigens für sie gebacken wurde und zwanzig Tage vorhielt.

In jeglicher Jahreszeit trug sie ein Tuch aus indischem Kattun, das mit einer Nadel im Rücken befestigt wurde, eine Haube, die ihre Haare verbarg, graue Strümpfe, einen roten Unterrock und über ihrer Jacke eine Latzschürze wie die Krankenschwestern.

Ihr Gesicht war mager und ihre Stimme spitz. Mit fünfundzwanzig Jahren hielt man sie für vierzig. Von den Fünfzigern an kennzeichnete sie gar kein Alter mehr und da sie immer schweigsam war, den Rumpf gerade hielt und abgemessene Gebärden machte, erschien sie wie eine Frau aus Holz, die auf eine automatische Weise funktionierte.

Sie hatte so gut wie jede andere ihre Liebesgeschichte gehabt.

Ihr Vater, ein Maurer, war von einem Gerüst gestürzt und dabei umgekommen, Dann starb ihre Mutter, ihre Schwestern zerstreuten sich, sie selber nahm ein Landwirt zu sich und ließ sie, als sie noch ganz klein war, die Kühe hüten. Sie fröstelte unter Lumpen, trank, auf dem Boden liegend, das Wasser der Pfützen, wurde um nichts geschlagen und zuletzt wegen eines Diebstahls von dreißig Hellern, den sie nicht begangen hatte, fortgejagt. Sie verdingte sich in einem anderen Pachthof, wurde dort Viehmagd, und da sie dem Gutsherrn gefiel, waren ihre Genossinnen eifersüchtig auf sie.

Eines Abends im Monat August (sie war damals achtzehn Jahre alt) nahmen sie sie auf die Kirchweih nach Colleville mit. Sie wurde sofort schwindlig, betäubt von dem Lärm der Spielleute, von den Lichtern in den Bäumen, den bunten Trachten, den Spitzen, den Goldkreuzen und der ganzen wild durcheinander wirbelnden Menschenmenge. Sie hielt sich be­scheiden abseits, als etn junger Mann von anständigem Aussehen, welcher, die beiden Ellenbogen auf eine Karrendeichsel gestemmt, feine Pfeife ge­raucht hatte, auf sie zutrat und sie zum Tanz aufforderte. Er bezahlte Most, Kaffee, Kuchen und ein Halstuch für sie und bot ihr an, sie zu­rückzugeleiten.

An einem anderen Abend wollte sie auf dem Wege nach Beaumont an einem großen, langsam fahrenden Heuwagen vorbeigehen. Als sie die Räder streifte, erkannte sie Theodor wieder.

Er sprach sogleich von der Ernte und den angesehenen Bürgern der Gemeinde, denn sein Vater hatte unterdessen Colleville verlassen, um den Pachthof Des Ecots zu übernehmen, so daß sie jetzt Nachbarn waren. Oh!" sagte sie. Er fügte hinzu, daß man ihn verheiraten wolle. Schließ­lich habe er es ja nicht so eilig und würde auf eine Frau nach seinem Geschmack warten. Sie senkte den Kopf. Da fragte er sie, ob denn sie nicht auch ans Heiraten dächte? Sie erwiderte lächelnd, es fei schlecht zu spotten.Aber nein, ich schwöre Ihnen", und er umfaßte mit feiner linken Hand ihren Leib; sie ging nun, von feiner Umarmung gestützt und ihre Schritte verlangsamten sich. Der Wind war weich, die Sterne blinkten, das mächtige Heufuder schwankte vor ihnen, und die vier Pferde wirbelten mit scharrenden Füßen den Staub auf. Dann brgen sie ohne Zuruf nach rechts ein. Er umarmte sie noch einmal. Sie verschwand im Dunkeln.

In der folgenden Woche erlangte Theodor ein Stelldichein nach dem anderen von ihr.

Sehr bald gestand er bann etwas Unangenehmes: feine Eltern hatten ihm im letzten Jahre einen Ersatzmann gekauft, aber den einen ober den anderen Tag konnte man ihn doch nehmen. Der Gedanke, dienen zu müssen, entsetzte ihn. Diese Feigheit nahm Felicitas für ein Zeichen seiner Zärtlichkeit; die ihre verdoppelte sich dadurch. Sie stahl sich in der Nacht hinaus, und wenn sie den Ort des Stelldicheins erreicht hatte, folterte Theodor sie mit seinen Bangen und Aengsten.

Endlich kündigte er ihr an, daß er selbst auf die Präfektur gehen wolle, um Erkundigungen einzuziehen, und baß er sie ihr am nächsten Sonntag zwischen elf Uhr und Mitternacht mitteilen würde.

Als die Stunde gekommen war, lief sie dem Liebsten entgegen.

Anstatt seiner traf sie einen seiner Freunde an.

Er teilte ihr mit, daß sie Theodor nicht Wiedersehen dürfe. Um sich vor der Aushebung zu sichern, habe er eine alte, sehr reiche Frau, Frau Lehoussais aus Toucgues, geheiratet.

Das war ein maßloser Schmerz für sie. Sie warf sich zu Boden, schrie, rief den lieben Gott an und jammerte ganz allein im Felde bis zum Sonnenaufgang. Dann ging sie auf den Guishos zurück, kündigte den Dienst auf und band am Ende des Monats, nachdem sie ihre Löhnung empfangen hatte, ihr weniges Gepäck in ein Taschentuch und begab sich nach Pont-l'EvLque.

Vor dem Gasthause ging sie eine Bürgersfrau in einer Witwenhaube an, und es traf sich, daß diese gerade eine Köchin suchte. Das junge Mäd­chen konnte ja nicht viel, schien aber so guten Willen und so wenige An­sprüche zu haben, daß Frau Aubain schließlich sagte: