Ausgabe 
14.11.1930
 
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Nashornfang.

Von Heck-Proskauer.

Auch in diesem Jahre läßt der Verlag Ullstein in der bekannten Ausstattung drei Weihnachtsbücher zu 5 Mark er­scheinen: Fuhlber-HorstAuto, Schiff und Flugzeug", E. A. HoppeDeutsche Arbeit" und Heck-ProskauerVon der Wildnis in den Zoo". Mit Erlaubnis des Verlages bringen wir diesen Beitrag des bekannten Berliner Zoologen L. Heck.

Die Absicht unserer Expedition, ein lebendes Nashorn mit nach Hause zu bringen, war unsre größte und schwierigste Ausgabe.

Als meine Absicht, ein Nashorn lebend zu fangen, bekannt wurde, berichtete man mir zunächst unzählige Geschichten von Jagdunfällen vermutlich, um mir Freude und Mut zu machen. So wurde wie man mir erzählte, einem Massai mit einem Hieb des Harnes der Leib aufgeschlitzt, ein andres Mal ein Reiter mit feinem Maultier hoch in die Luft geschleudert. Beim Bau der Ugandabahn im Jahre 1905 sind Nashörner sogar gegen die Güterwagen angerannt und haben sie zur Entgleisung gebracht um danach unverletzt wieder im Busch zu verschwinden.

Als ich zum erstenmal Nashörner durch die Steppe laufen sah war ich über ihre federnde und gleichmäßige, gewissermaßen flotte Gangart erstaunt.

In den Gebieten, wo die Nashörner zahlreich sind, bilden sie für die Casar eine größere Gefahr als Raubtiere; denn während diese, besonders Löwen, dagsüber dem Menschen und gar einer marschierenden Karawane ausweichen, wird das Nashorn durch seine Angriffslust ein unangenehmer Gegner. Es stürmt, wenn ihm der Wind aus der Nähe einenfeindlichen" Geruch zuträgt, darauf los, ganz gleich, ob ihm dieser Feind etwa an Kraft überlegen ist oder nicht. Dazu kommt noch, daß das Nashorn in der Wildnis kaum einen Feind in der Tierwelt hat und deshalb ohne weiteres jedes ihm lästig erscheinende Lebewesen annimmt. Dabei nähert es sich derartig schnell, daß der Jäger, der zum erstenmal einem Nashorn gegen« übersteht, sehr Überrascht ist. Mit feinen weichen Sohlen tritt es ziemlich leise auf, und nur das Krachen der Aeste auf seinem Weg und bann fein merkwürdiges Wutschnaufeu verraten bie Richtung.

Es ist sehr schwer, einem solchen annehmenben Nashorn auszuweichen, weil man meistens in dichtem Busch steckt; man gerät in die Dornbüsche ober in bas Sansivierengestrüpp, besten säbelartig harte unb spitze Blätter dem Jäger ernsthafte Verletzungen beibringen können. In einem solchen Falle hilft nur ein gutgezielter Schuß, mitten auf bie Stirn ober unter den Ohransatz, der das wütende Tier sofort erlegt. Im Angriff schwingt das Nashorn den Kopf mit den gewaltigen Hörnern hin und her, um damit Hiebe auszuteilen, und wehe dem Jäger, den ein Schlag mit dieser furchtbaren Waffe trifft!

Am häufigsten begegnet man den Nashörnern in der Buschsteppe, wo sie sich von Zweigen und Blättern der verschiedenen Weichhölzer Nähren, aber auch erstaunlich harte Dornenäste vertilgen. Zur Ablagerung ihrer Losung scheinen sie gern an dieselbe Stelle zurückzukehren, so daß man häufig die großen, sägespänartigen Haufen sieht. Man kann annehmen, daß diese Stellen eine Art Nachrichtenplatz für bie Artgenoffen bitten. Meistens burchstreisen bie Tiere einzeln die Steppe, mitunter sieht man auch mehrere Stücke beieinander, niemals jedoch in großer Zahl zusammen, wie etwa Flußpferde. Wenn sie nicht gerade äsen, dösen oder schlafen, rempeln sie sich häufig untereinander, wobei sie sich spielerisch-freund­schaftlich mit den Hörnern stoßen.

Wir hatten unser Lager am Rande eines Hochplateaus aufgeschlagen, von wo aus wir bei der besonders klaren afrikanischen Luft einen weiten Blick in das malerische Bergland hatten. In der Mittagszeit waren nur Sten Tiere zu sehen; die hier lebenden Nashörner taten sich in der ittagshitze unter irgendeinem Busch nieder und schliefen.

Nur in den Morgen- und Abendstunden waren sie im Busch unterwegs. Als ich zum erstenmal die Nashörner im Hellen Morgenlicht erblickte, war ich sehr überrascht, denn sie sahen knallrot aus sie hatten sich im roten Lehm der dortigen Gegend gesuhlt. Jeden Tag beobachteten wir sechs bis acht Stück und konnten am Standplatz und an der Länge der Hörner fest­stellen, daß es stets dieselben Tiere waren.

Viele Stunden hockten wir, vergeblich wartend, daß die Nashornkuh sich aufrichten sollte. Denn wenn wir sie aufscheuchten, würden wir nur einen wütenden Angriff Hervorrufen, an dem uns nichts lag. Endlich, kurz nach der Mittagsstunde, erhob sich das Tier, um weiterzuziehen. Langsam schob es sich durch den Busch; wie sich später herausstellte, hatte es einen ganz vereiterten Vorderfuß, vermutlich durch eine Infektion des weichen Sohlenpolsters, in dem schon bei geringfügigen Verletzungen schmerzhafte Eiterungen entstehen können.

Das Junge, auf das wir es abgesehen hatten, marschierte hinterher, wir konnten es in dem dichten Busch aber nur undeutlich erkennen. Jeden­falls hatten wir den Eindruck, daß es von paffender Größe war. Nun muhte die Kuh den Todesschuß erhalten. Haarscharf gezielt traf die Kugel unter dem Ohransatz genau ins Gehirn. Das Tier fiel auf der Stelle um, ohne auch nur einmal zu zucken. Das Junge wurde durch den Schuß nicht beunruhigt, hatte auch gar nicht gemerkt, was mit feiner Mutter geschehen war und fraß ruhig weiter an den Büschen.

Jetzt mußten wir in den Busch hinein eine ziemlich unheimliche Ausgabe, denn wenn das Junge größer war, als wir vermutet hatten, konnte fein Angriff sehr unangenehme Folgen haben. Ich ließ das Gebüsch, in dem das Junge steckte, von der einen Seite auf hundert Meter Länge mit Netzen umstellen. Von der anderen Seite drang ich mit mehreren Schwarzen in das dichte Gestrüpp. Dabei knackten einige Zweige. Sofort hatte das Junge uns gehört, griff uns an und rannte einen Maffai, der 'hm in den Weg lief, einfach über den Haufen. Jetzt hatte ich das Tier, has ungefähr die Größe eines kräftigen Landschweins hatte, deutlich S'sehen; voller Freude versperrte ich ihm den Weg. Es machte kehrt und galoppierte auf die Netze zu. Schon war es darin verstrickt, aber nur ®«nige Augenblicke. Es machte sich gleich wieder frei. Da war Dlefen zur to«He, der sich als erster auf das Tier warf und ihm feine muskulösen

Arme um den Hals legte. Das Kleine quietschte gellend auf, und nun kam alles, was Hände hatte, herbeigestürzt, um es sestzuhalten. Ei» breites unb dickes Lederhalsband, das wir zu diesem Zweck mitgebracht hatten, war schon bereit unb im Augenblick um [einen Hals geschnallt. Daran banden wir lange Taue, die in verschiedenen Richtungen an Bäumen befestigt wurden. Auch um die Hinterbeine wurden Stricke gelegt. So stand nun unser kleinerPflegling wider Willen" an der Stelle, wo wir ihn erwischt hatten. Das kleine Tier war voll tapferer Wut und Bosheit. Ab unb zu versuchte jemand, sich mit ihm anzubiedern, aber sobald er freundliche Schnalzlaute ausstohend näher kam, machte das Kleine, den Kopf mit dem kurzen Horn gesenkt, den Versuch, auf ihn loszugehen. Es war ein junger Bulle, etwa sechs Monate alt und achtzig Zentimeter hoch, an der Schulter gemessen. Das Vorderhorn war zwölf Zentimeter lang, das Hinterhorn erst drei Zentimeter unb nur wie eine runbe Beule hoch- stehenb. Die Haut des Jungen schwitzte stark, unb überall an den weichen Hautstellen hatten sich unzählige Zecken angesaugt.

Wenn ich heute vor dem Gehege des Nashorns in unserem Garten stehe und das prächtig gewachsene, gesund und sauber aussehende Tier ansehe, das fünfmal so schwer ist wie damals, als wir es als Säugling im Dornbusch fingen, so habe ich immer wieder das freudige Gefühl des Jägers und Forschers, dem eine schwierige Ausgabe gelungen ist, und ich bin überzeugt, daß das Nashorn, an dem längst keine Zecken mehr saugen, das bei uns nie von Vereiterungen geplagt wird, sich im Berliner Zoo recht wohlfühlt.

Oer Schlund.

Roman von Alfred Bock.

(Fortsetzung.)

Seitdem der Hannwilm aus dem Feld zurückgekehrt war, erhielt sie über sein Befinden nur durch den Meister Möckel Bericht. Den Leidenden zu pflegen, war ihr verwehrt. Wer den Neumüller früher in seiner Kräftigkeit gesehen hatte, sagte der' Schmied, würde ihn jetzt nicht mehr wiedererkennen. Jüngst hatte sie einen fürchterlichen Traum gehabt. Die Neumüllerin war zu ihr gekommen. Sie trug über einem dunklen Kleid ein braunes Umschlagtuch. Ihr Gesicht war quittengelb. Und sie sprach: Mein Mann macht ein Gesupp unb Geächz, er will von dir Abschied nehmen. Ich wollt's ihm net verweigern. Tummel dich!" Da hatte sie so laut geschrien, daß ihr Bub, der Karl, in seiner Kammer wach geworden war. An allen Gliedern zitternd erwartete sie das Morgengraun. Wie mochte es mit dem Hannwilm werden? Es war eine quälende Unruhe in ihr. Einmal ohne den Druck auf der Brust schlafen können, was würde sie darum geben!

Wenn sie zurückschaute: sie hatte nie ein übermütig Leben geführt. Der heitre Sinn lag ihr im Geblüt. Sie konnte sich über einen Sonnen« blick freuen. Zwischen Freude und Freude war freilich ein Unterschied. Was tiefe, herzhafte Freude war, das spürte sie erst, als in ihrem Gar­ten das Blümlein Brennende Liebe blühte. Der Hannwilm war ihr ein unb ihr alles. Man durfte ihn nicht nach jedermanns Schuhen messen. Er war halt besonderlich.Du bist ein Fackler", hatte sie ihn oft geneckt, bei dir weiß man nie, was die Ell' kost'!" Manchmal redete er, daß man meinte, es ärgerte ihn, wenn einem das Essen schmeckte. Das Rap­pelköpfige hielt nur von elf bis Mittag bei ihm an unb wollte nichts heißen, wo so viel Gutheit in ihm steckte. Ihre Liebe beckte seine Wunder- lichkeiten zu. Sie kannte viele Lieder, war immer darauf aus, neue zu lernen. Brachte sie den Hannwilm so weit, daß er mitfang, roars ein Festtag für sie. War er muffig und wetschte mit ihr, sagte sie zu ihm: 's muß von der Mühle kommen, daß du Staub auf dem Herzen hast. Ich wisch ihn dir ab!" Zu allen Schublädchen in ihm hatte sie den Schlüssel, wußte, was darim verborgen war. Vor seinen Eltern verschloß er sich. Aber ihnen entgegenzutreten, als sie ihm die Ruttershäuserin kuppelten, dazu fehlte ihm der Mut. Sie räumte bas Fett. Es war ein­mal so in der Welt, daß man nicht alles haben konnte, was man sich wünschte. Was blieb ihr? Sich in ihr Schicksal zu fügen, fleißig zu sein unb mit guten Menschen Freundschaft zu halten. Daß des Hcinnwilms Cheschaft durch ewigen Streit vergiftet, daß die Ruttershäuserin eine Eiterbissern war, trugen ihr die Leute zu. Ms er unvermutet bleich und bekümmert in ihre Stube trat, war sie zuerst wie versteinert. Er war bis in die Seele krank, brauchte warme Liebe. Depeschenträger, die den Skan­dal vornhinspannten, verlästerten sie. Sie ließ es ruhig über sich ergehen. Daß sie dem Hannwilm aus seiner Not half, daß sie sich vor ihm auf« genesselt hatte, bereute sie nicht. Darüber war sie sich selbst nur Rechen­schaft schuldig. Als die Kindfrau ihr nach schwerer Nacht das Bübchen mit den blauen Aeugelchen reichte, war sie mutterselig. Wie ein Kreppei ging der kleine Schnuckes auf, wurde- kugelrund. Merkwürdig, daß er mehr ihrem Vater als dem Hannwilm glich. Auch in seinem Eigenwillen. Deshalb ließ sie ihn, als er größer warb, abends beten:

Siebes Gottche, brech mein Köpfche, Sonst geb ich emal ein armes Tröpfche!"

Die Tage, an denen er nicht widerbörstig war, strich sie in ihrem Kalender mit einem Kreuzchen an. Waren ihrer hintereinander sieben beisammen, kaufte sie ihm eine Brezel. Ihre Erziehung hielt zwischen Mitte und Strenge die Mitte. Als sie ihn einmal knuffte, kam der Hannwilm dazu unb nahm ihn in Schutz. Das verbat sie sich. Sie gehörte nicht zu den schwachen Müttern, die einem Kind alles hingehen ließen. Nach einer harten Arbeitswoche roars, daß sie an Gesichtsrose erkrankte und in Fieberglut lag. Da wich der Karl nicht von ihrem Bett und tat ihr alles Liebe und Gute an. Durch die Schule rutschte er, es war ein Pläsier. Der Lehrer Uhl sagte:Der kann's wie Wasser und Fett!" Bei der Ent­lassung machte er sich einen Jux und schrieb an die Tafel:

Hier in diesem Saat Bin ich heut zum letztenmal. Danke für den Unterricht, Aber für die Prügel nicht!"