Ausgabe 
14.4.1930
 
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sich da

Du hast

(Fortsetzung folgt.)

, ©icB«1

tfe Blutungen zurück. Am nächsten Abend konnten vier der Kranken schon

wieder ihre Suppe mitlöffeln. Nur Croß und Gardtner waren noch nicht

Verantwortlich: vr. Hans Thyriot. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitä tS^Duch-undSteindruckerei. R. Lange

.Jetzt!"

Sechs Gewehrschüsse halten herüber über das Eis. Das war der Ehrensalut für einen braven, toten Soldaten der Vereinigten Staaten, der nicht heimkehren sollte.

Croß blieb übrigens der einzige, der mit Salut bestattet wurde. Bei den nächsten wurden die kostbaren Kugeln gespart, und die Worte aus der Bibel mit einem kurzen Gebet muhten genügen.

Als die Kameraden vom Begräbnis zurllckkamen, hatten Henry und Salor schon den Schlafsack des Toten untersucht. Sie fanden eine Menge Brot und Butter, die Croß sich gespart hatte, um an diesem Tage

andern mußten in der Hütte bleiben, weil sie krank waren oder weil den meisten die Ueberschuhe fehlten. Schweigsam sahen sie um das Feuer und warteten.

sollte er bestattet werden.

Kislingbury und sechs Mann gaben ihm das Geleit. Der Leichnam wurde auf einen Schlitten gelegt und mit dem Sternenbanner zugedeckt. So fuhren sie ihn in die Schneeeinsamkeit hinaus, dicht unter den Eis- Hügel, der dem Grabe Windschutz geben sollte.

Kislingbury und sechs Mann. Die anbei

und Gleichgültigkeit. .

Lynn und Henry hatten Dienst und erwachten zuerst. Brainard war froh als er diesen wahnsinnigen Lockwood nicht mehr allein zu be­wachen hatte. Es war eine aufpeitschende Nacht gewesen.

Jetzt richtete sich Jewell auch auf, schlaftrunken tastete er nach der Pfeife, rauchte einige Züge und beobachtete den neben ihm tm Schlassack ruhenden Croß. t ... ,

Croß lag ausgestreckt neben ihm, seine Hande waren krallig verbogen ""^Irgendetwas in der Haltung des Kameraden schreckte ihn, beun- ruhigte ihn.

He, Croß?"

Croß antwortete ihm nicht.

Kommt doch einmal her und leuchtet!"

Henry riß einen Span aus der Glut und hielt ihn Croß ins Ge­sicht. Mit gläsernen Augen lag er da und weit offenem Munde.

Seine Stirn war schon kalt wie Eis.

Der fröhliche Croß sollte am nächsten Tage vierzig werden. Und jetzt hatte er sich heimlich davongeschlichen, er, der so überzeugt war, daß er zurückkommen würde in die Heimat.

Dr. Pavy wurde sofort geweckt und untersuchte ihn.

Skorbut und verhungert!" ,, , ., o ..

Ehe die anderen Kameraden und Greely erwachten, lag Croß Leich- nam schon draußen vor der $ütte. Uni) Salor und Israel nahten ihn in einen weiten Sack, in dem er bestattet werden sollte.

Henry kochte unterdes gleichmütig die Frühfuppe. Dann weckte er die andern. ,

Lynn hatte heute die Verteilung der Suppe. Um den ewigen Streit zu vermeiden, damit sich keiner benachteiligt fühlte, wurden die Suppen­schüsseln ausgelost. Die umständliche Prozedur hatte den Nachteil, daß die Brühe unterdes meist kalt wurde. Aber das war nicht so schlimm als das Gefühl, um ein paar Bissen betrogen worden zu fein.

Wo ist Croß?" fragte Kislingbury.

Jetzt vermißten sie den Kameraden.

Israel machte eine Kopfbewegung. Deutete nach draußen.

Da verstanden sie, was geschehen war.

Tot also."

Der erste."

Wer wird der nächste sein?"

Schweigen. ,. t t

Wenn es noch Elifon gewesen wäre, für den der Tod Gnade be­deutete. Nein, dieser fröhliche Croß war bestimmt. Vor Tagen noch war er gesund gewesen.

Das sollte einer verstehen. t m .

Einen Tag lang blieb der Tote noch bei seinen Kameraden. Bramard und Bierderbick hielten ihm die Totenwache. An feinem Geburtstage

Seht war es unerwartet Lockwood, der bie. anbern in Schrecken ver­setzte. Brainard saß allein wach am Feuer unb hatte es in Glut zu halten. Pavy hatte sich zum ersten Male roieber seit Tagen hmgelegt unb war sofort eingeschlafen. Greely hatte bemerkt, wie er sich vorher eme In­jektion gemacht hatte. Es war das kostbare Morphium, das er dem armen Eltson vorenthielt. Wie ein flatternder Schatten hatte Lockwood aufgerichtet und taumelte Brainard entgegen.

Was ist geschehen, Kamerad?"

Brainard verstand ihn nicht.

Der Kranke erschien ihm wie ein Schlafwandler.

JWillst du zu trinken?"

Nein. Oh, nein. Aber weshalb hast du zwei Kopfe, David. . doch auf einmal zwei Köpfe bekommen. Man muß es dem Alten melden. Du hast einen Kopf zuviel und du willst nur doppelte Portionen haben.

Der arme Lockwood war wohl ein wenig verrückt geworden

Ich muß dir den einen abschlagen, David, wenn du dich auch wehrst. Das' ist notwendig, verstehst du?" -....

Lockwood griff nach einem Reisigbesen, der zum Auskehren der Hütte diente, unb schwang ihn über sich, um Brainard zu treffen. Da warf sich der Sergeant ihm entgegen und stieß ihn um, daß er zu Boden taumelte.

Hilflos wimmernd lag Lockwood am Boden und begann 3« meinen.

Laßt mich doch endlich nach Haus! Draußen wartet das Schiff und wir sollen nicht an Bord gehen. Laßt mich's versuchen. Ich kann schwim­men. Seid doch barmherzig. Ihr!" ,

Stundenlang wimmerte er so und hatte Helmatgesichte. Aber keiner kümmerte sich um ihn. Alle schliefen einen tiefen Schlaf der Erschöpfung

feinen Geburtstag mit den Gefährten feiern zu können. Jetzt verzehrten sie es als Totenmahl. Schweigend und dankbar.

Israel erzählte, während sie aßen, was er mit Croß erlebt hatte, da- maks auf der Hügelkuppe.

Er hat immer geträumt, daß er nach Haufe käme , sagte er leise.

Unb Jewell saß in ber Ecke unb meinte fassungslos Ich merbe der nächste fein!" schrie er.Paßt auf. Draußen trieb eisiger Winb Staubschnee gegen einen nteberen Hügel, ber kein Kreuz unb keinen Namen trug. . ,

Unbekannt gestorben in Eislanb. Gott sei seiner jungen Seele gnädig.

*

Enbe Januar mären drei Monate der Dunkelheit vorüber, die schlimm­sten, die Greely und seine Leute bisher zu überstehen hatten. Durch Geizen mit allen Vorräten, bie immer mehr zur Neige gingen, war bie Mann- chaft bis zum Aeußersten geschwächt unb vor Hunger krank geworden. Noch aber bestand Hoffnung, die letzten Wochen bis zum Frühlingsanfang durchzuhalten. Dann konnte man aufbrechen und bei den Eskimos in Grönland Hilfe suchen.

Wenn dann der breite Smith-Sound noch zugesroren war, mußte der Fußmarsch nach Etah gelingen. Die Eskimos würden die völlig Hilf, kosen nicht im Stich lassen.

Dies war die allerletzte Möglichkeit, wenigstens das nackte Leben zu retten. Bis zum Sommer auf ein Schiff zu warten, das sie vielleicht suchte, war ausgeschlossen. . ,,

Immer kleiner wurden die ausgeteilten Rationen. Jede Unze mußte berechnet werden, um den Retiungsplan im letzten Augenblick nicht schei- ^^"Mevie? Macht hat doch ein gutes Wort über Verzweifelte. Wenn nur einer ist, der noch an Rettung glaubt ... Hilflose sind Kinder, die selbständig nicht zu handeln vermögen, die Schutz suchen unter starker Führerschaft. .., , ,

Greely war solch ein Führer, den nichts entmutigen konnte.

Was wollt ihr denn, Leute? Wir haben die härteste Zeit ber Polar- dun'kelheit überstanden. Mit bem Frühling können mir aufbrechen. Bas zwecklose Warten war für uns alle größere Gefahr als ber Winter. Glaubt boch nicht, baß unser Vaterland uns vergessen hat! Nein Es ist selbst ohnmächtig, uns zu helfen. Es wartet auf bie Zeit, baß die Schiffe roieber burch ben Packeisgürtel Vorbringen können. Dann sollt ihr sehn baß ich euch bie Wahrheit sagte. Noch haben mir Nahrungsm-ti-i unb'Munition. Unb wir müssen mit eigener Kraft versuchen, uns zu retten Hier in Camp Clay sinb wir verloren, wenn mir noch langer untätig warten. Wißt ihr aber Besseres, bann redet!"

Nein, keiner wußte einen besseren Rat. Sie wollten gehorchen, wollten mit ihren wunden, schmerzenden Füßen marschieren, wohin Greely be­fahl. Einmal mußte bie entsetzliche Polarnacht ja enben. Dann flieg ta Feuerball ber Sonne roieber über ben Horizontsaum empor unb bas WM kehrte nach Norden zurück. 6. . ..

Wieder hatte sich Rice freiwillig gemeldet, um die Eskimos in tiron- I land zu benachrichtigen unb mit Nahrungsmitteln zurückzukommen.

Der prächtige Rice, ber auch noch an Rettung glaubte!

Die Mannschaft sollte unterbes zum Aufbruch bereit sein, um gleich I falls nach Osten marschieren zu können. .

Mit neuer Hoffnung ging man sofort ans Werk. Fünfundzwanzig Mann waren sie im Fort Songer gewesen, nur einen einzigen batten sie durch Hungertod verloren. Croß. Keinen weiter wollten sie m E>s- land zurücklassen. Lieber das letzte opfern, um die kranken Gefährten nicht zu verlieren. Auch Elison nicht.

Was blieb anders zu tun, um die am meisten Geschwächten am Leben zu erhalten, als einen Teil der eigenen kargen Mahlzeiten avp geben! Elison wußte von diesem Opfer nichts. Er wimberte s ch m h einmal, daß er jetzt reichlicher zu essen bekam. Stumpfsinnig schluckte « jeden Bissen hinter, den man ihm gab.

I Manchmal meinte er, weil er noch immer ungesättigt mar, ober |q)w, in seiner Zeltecke, bis er enblich einschlief.

| Greely Kislingbury, Lockwoob, Brainard, Israel, Schneider, 1®' I schöpfte sich einen halben Löffel roeniger in bie Eßschale.

Nur Henry unb Benber mürben aufsässig, roenn sie einmal abgeben *O!ttJßo3u müßt ihr beim biesen Krüppel durchfüttern ber zu nicht!

I mehr nütze ist! Wie? Er mirb uns noch alle ins Unglück bringen, l märe besser, wenn er endlich verreckte!" 6r

I Elison lag mit glasigen Augen, reglos und beroegte die Lippen, muhte jedes Wort hören, aber er begriff mohl den Sinn nicht mehr.

Gebt ihm doch ein Messer, statt der Gabel, bindet es ihmi an m I Armstümpfe. Dann rotrb er hoffentlich missen, mas er zu tun hat, I er ein guter Kamerad ist."

I Ein guter Kamerad! . i

Wenn Bender so hetzte, schwiegen sie alle. Er hatte ja recht, baß Tod für den Krüppel Erlösung bedeutete. Aber keiner von ihnen wo zum Mörder werden. Sie gaben schweigend von ihren Matronen ar, könnten sie durch dies schwere Opfer von Gott die eigene Jia ^atber" was nützte alle heldische Opferbereitschaft, roenn der Dieb o». die Diebe weiter heimlich das Magazin plünderten!

Einmal fehlten im Provianthaus zwölf Buchsen Milch, am n Tage war die Zeltplane zerschnitten und Schweinefleisch gestohlen ! den, habet war es unmöglich, ben Täter zu entdecken. J(||

Wieder begann bas sich gegenseitige Belauern, das einander uw1 j Bissen Beneiben, bas hetzerisch sich Beschulbigen, Streit bis 3urJjn> Der Freund vertraute bem besten Freunbe nicht mehr uno i > [

seinen heimtückischen Mörder.

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