les veränderk werden Tann; Mozart ist ein besonders gutes Beispiel für eine so subtile Art der Tonartoerwendung, die besonders in den Mittelsätzen seiner Klavierkonzerte (etwa der A-Dur und des großen Es-Dnr) zu Tage tritt und ganz besonders meisterhaft im Duellterzett des ersten Aktes im „Don Giovanni" gehandhabt wird, da sich der Ausdruck des F-Moll von plötzlichem verzweifeltem Schmerz zu feierlicher Erhabenheit des Ewigen wandelt. G-Moll hatte für Mozart immer etwas Besonderes zu bedeuten; eine der schönsten Sinfonien und einige der schönsten Gesänge seiner Opern („Entführung", „Zauberflöte") stehen in dieser Tonart, die mit eigentümlichem Nachdruck aus seinen Werken hervorklingt.
Es gibt eine ganze Menge Menschen, welche die Tonarten heraus- hören können; aber auch dieser Fähigkeit werden fast alle Musikalischen bestimmte Empfindungen assoziieren. Allerdings sind diese Dinge sehr individuell und nur mit großer Vorsicht auszusprechen, aber es lassen sich vielleicht doch einige allgemein gültige Bezeichnungen für den Charakter der Tonarten aufrecht halten. So hat C-Dur etwas sehr Strahlendes, Helles, auch Majestätisch-Pompöses im Klang, wie es in den „Meistersingern", der richtigen C-Dur-Oper, klar hervortritt; dem Aus- druck der Freude, der sicheren und gefestigten Heiterkeit, den besonders das Vorspiel und der Schluß des Ganzen, Sachsens Anrede und der letzte Chor „Ehrt Eure deutschen Meister", trägt, kann sich wohl niemand entziehen. Wie anders wirkt dagegen die gleichsam benachbarte Tonart Des- Dur, deren feierliche und überweltliche Klänge im „Ring", als Träger des Walhall-Motives eine wichtige Rolle spielen. Wiederum ganz anders scheint D-Dur, heiter und lieblich, wie geschaffen zu einer Romantik des Waldes, naturhaft und lebendig, während Cs-Dur schmetternde Kampfes- weisen birgt und nicht ohne Härten ist. Den größten Gegensatz bildet wiederum die Nachbarin, E-Dur, die weichste, anschmiegsamste unter den Tonarten; F-Dur dagegen ist wieder heiter und angenehm, Widerpart zu F-Moll, der herbsten, kantigsten der Moll-Serie. G-Dur klingt im Charakter ein wenig an C-Dur an, A-Dur, die Lohengrin-Tonart, hat ausgesprochen heldenhaften, lichten Klang, während As-Dur wieder sehr weich, schwimmend und As-Moll von großer Düsternis umgeben ist. H-Dur ist, ebenso wie B-Dur, für mein Empfinden nicht sehr charakteristisch, dagegen H-Moll von großer Verve und eben jener vorhin erwähnten teuflischen Lustigkeit, —'Mendelssohn liebte die Tonart für seine Capriccios. Wie gesagt: alles das ist schwer für aller Ohren zugänglich zu machen, wag aber doch als Erklärung dienen, warum Menschen unbewußt vom Geiste der Musik in die Regionen des Künstlerischen geführt werden.
Oie Hinterlassenschaft.
Von Fedor von Zabeltitz.
Vor 66 Jahren scheiterte der kleine holländische Handelsdampfer „Hend- drik Sluytermann" im Südchinesischen Meer. Der größt« Teil der Besatzung konnte gerettet werden, unter den wenigen Passagieren stand nur ein einziger auf der Verlustliste: ein junger Kaufmann, der nach Singapore wollte, Herr Wilhelm Müller aus Berlin. Alle Nachforschungen nach ihm blieben vergeblich, man nahm an, daß er ertrunken sei.
Etwa 52 Jahre später erhielt ein anderer dieses Namens, der Doktor Wilhelm Müller, Zoologe von Beruf, dank irgendwelcher guter Beziehungen einen Posten als erster Assistent am Sarawak-Museum in Kuching auf der Insel Borneo. Darauf hatte er nur gewartet, denn seine Spezialität waren gewisse Klein- und Strahltiere, Würmer, Zoophyten und derlei Viehzeug, das es gerade da unten in der Südsee in den seltsamsten Exemplaren gab. Natürlich ließ die alte Mutter des jungen Gelehrten ihren Einzigen ungern so weit fort, aber ein kleiner Trost fand sich doch dabei. „Willichen", sagte sie, „bei Borneo in der Gegend ist ja damals das Schisf gescheitert, mit dem Vaters ältester Bruder zugrunde ging. Gott, das ist endlos lange her, aber vielleicht erkundigst du dich doch mal nach der Geschichte, es wäre ja nicht unmöglich, daß sich da noch irgend etwas von der Hinterlassenschaft Onkel Wilhelms gefunden hat..."
Natürlich versprach das der Doktor, um es bald wieder zu vergessen — er hatte auch wahrhaftig mehr zu tun, als der zweifelhaften Erbschaft eines vor einem Halden Jahrhundert verschollenen Onkels nachzuforschen, denn die Ordnung eines für die wissenschaftliche Forschung zwar recht bedeutsamen, aber arg vernachlässigten Museums auf diesem weltverlasse- nen Stück Erde nahm ihn stark in Anspruch.
Nun geschah es eines Tages, daß ein malaiischer Fischer ihm einen Korb voll Korallenpolypen anbot, in denen es auch von allerlei winzigen Lebewesen, eig.nartigen Schnecken und Würmern wimmelte, die das Interesse des Doktors Müller lebhaft erregten. Der Fischer hatte seine Beute auf einer Koralleninsel gesammelt, die — wohl nach dem Namen ihres Entdeckers — als „Douglas-Croß" auf den Seekarten eingetragen, doch fönst so gut wie unbekannt war. Selbstverständlich beschloß der eifrige junge Gelehrte sofort, das Inselchen einmal persönlich in Augenschein zu nehmen, obwohl ihn der Fischer ängstlich davor warnte, weil dort „die bösen Geister schrien". Die malaiischen Geister kannte Müller indes schon zur Genüge, sie schreckten ihn nicht. Er rüstete «in seefestes Boot aus, versah sich mit einer kleinen Mannschaft und den nötigen Lebensrnitteln und machte sich auf die Reife.
Nach zwei Tagen ruhiger Fahrt erreichte man den Atoll, ein flaches Gelände, im Innern uneben aufsteigend, mit Buschwerk und Wald bewachsen und anscheinend reich von Vögeln bevölkert. Man sand einen guten Anlegeplatz, ging an Land und suchte zunächst am Rande des ziemlich lichten Urwaldes einen geeigneten Flecken, um dort ein« Rasthüite anzulegen. Und da kam es zu einer ersten Ueberrafchung, die den Gelehrten wie gebannt auf den Kalkstein fesselte. Aus dem Walde schrie ihm nämlich eine kreischende Stimme entgegen: „Komm ran, Kümmeltürke!"
Müller war In der Tat förmlich gelähmt stehengeblieben. Es war doch einfach unmöglich, daß sich zwischen den starkstämmigen Bäumen, des sonst von keiner Menschenseele bewohnten Eilands, ein lebendiger
Berliner versteckt hielt. Denn die Stimme klang durchaus berlinisch und noch verstärkter in dem zweiten gellenden Zuruf: „Oller Düffel!" Aber In dem Augenblick, da Müller dieses Schmeichelwort vernahm, wußte er auch Bescheid. Ein Schwarm von Vögeln huschte in den Baumwipscln auf, zwischen rebhuhnartigen Tauben und metallisch schimmernden Sonnenvögeln, eine ganze Schar von meist grasgrünen, roten und blauen Papageien, die wild durcheinander schrien und schwatzten — jawohl, schwatzten, und zwar in deutschen Lauten. Es mußte also notwendig auf diesem kaum 40 Meter hohen, von Mangrovenwäldern und Korallenkalk umsäumten Inselchen ein Deutscher leben, der den Sittichen die heimische Sprache beigebracht hatte.
Die Malaien waren bei dem wilden Geschrei ausgekratzt, aber Müller holte sie schleunigst zurück. Es galt vor allem eine genaue Durchsuchung der Insel nach dem geheimnisvollen Landsmann. Da fand Müller zwar, eine reiche Ausbeute an Schnecken, Spinnen und Kerbtieren und beim Eintritt der Ebbe auf dem entblößten Riff auch herrliche Korallenbildungen, aber keinen Menschen, nicht einmal eine menschliche ©pur. Und doch mußte hier ein Mensch, ein Deutscher, ein Berliner gelebt haben, und sicher jahrelang, denn wenn die Papageien auch gut entwickelte Sinnes- Werkzeuge, ein ungewöhnliches Gedächtnis und lebhaftes Nachahmungs- talent besitzen, so hatten doch immerhin die „Lehrstunden" geraume Zeit beanspruchen müssen.
Der junge Mann hatte sich für einige Tage in feiner Hütte leidlich wohnlich eingerichtet und konnte die Vögel gut beobachten und behorchen. Es waren Papageien von mittlerer Größe, wie man sie auf den Südsee- infein vielfach findet, etwas schlank, mit kräftigem Schnabel und sehr schönem, meist einfarbigen Gefieder. Sie waren seltsam zahm, sahen reihenweise auf den Bäumen rings um die Hütte und ließen unermüdlich ihre Stimmen erschallen, mißtönend, doch immer mit deutschen Redebrocken von ausgesprochen berlinischer Prägung vermischt. Zuweilen glaubte der aufmerksam Lauschende auch ein nachgeahmtes Taubengurren zu vernehmen, und einmal hörte er ganz deutlich sogar singende Laute. Das war an einem Vormittag, da hatte ein niedlicher buntgefiebeter Sott mit pflaumenblauer Kehle und zinnoberroter Brust es sich auf einer Kokospalme bequem gemacht, schaute zu, wie der junge Herr frühstückte, wippte auf und ab und Hub auf einmal mit biegsamer Stimme zu singen an: „Mutter, der Mann mit’n Kooks ist da!"
Das fang er — recht klar und deutlich, das Wort „Kooks" in einem grellen Schrillaut, doch auch verständlich. Man begreift, daß es dem ersten Assistenten des Sarawak-Museums beinahe ein wenig hinwirblig! wurde. Da saß er nun vor seinem Feuerchen, und ein verzauberter Piepmatz sang ihm einen alten Berliner Schmarren vor. Ja, natürlich — bet Doktor entsann sich, daß er den Schmarren einmal in einer Revue beim Vortrag einer Anzahl von Kabarettliedern gehört hatte, wie sie in bet Berliner Tingeltangeln der siebziger Jahre beliebt gewesen waren..,! Doktor Müller versank in Sinnen und schreckte von neuem auf, suhij förmlich in die Höhe, denn nachdem der liebenswürdige Papagei das Lied vom „Mann mit dem Kooks" ohne Aufforderung wiederholt hatte, retfit er den blauen Hals und rief schallend: „Morjen, Herr Müller!" Dann flatterte er davon zu seinen zeternden Geosscn — der jäh aufgesprungen! Mensch mochte ihn verscheucht haben, aber vom höchsten Gipfel der Pnt men begrüßte er ihn noch einmal mit einem „Morsen, Herr Müller!"
Jetzt jagte Herrn Müller eine plötzliche Erinnerung durch das Hirn. Es war zweifellos, daß der Unbekannte, der die Jnfelpapageien unter' feine Erziehung genommen, den gleichen Namen getragen hatte, wie et — ja, konnte denn das nicht der verschollene, angeblich ertrunkene On!ck Wilhelm gewesen sein? War es so ganz unmöglich, daß der Oheim beim) Schiffsuntergang schwimmend hatte das Inselchen erreichen können? Hin war er freilich ab geschnitten von der Welt geblieben, denn zwischen bit Riffe wagten sich weder Dampfer noch Segler. Er hatte sich indes «o« dem, was Meer, Kokospalmen und Bufchfrüchte ihm boten, ganz gut ernähren können, vielleicht Jahrzehnte hindurch, bis er als alter Manu, in irgendeinem Urwaldwinkel friedfertig gestorben war, oder bis ihn eines Tages auf der Jagd nach Fischen und Schildkröten das Wasser verschlangen hatte. Und um sich die Langeweile zu vertreiben, hatte er die gelehrigen Papageien berlinisch sprechen gelehrt — und ein Vogel hatte dem anderen die Menschentaut« von Spree und Panke abgelernt, so daß W schließlich die ganze Gesellschaft im Dialektklang von Berlin O unb b unterhalten konnte. _yä|
Für den Doktor Müller war die Sachlage geklärt. Aber für alle FW ging er doch noch einmal mit feinen Leuten auf die Suche, wiederum ob® etwas zu finden, was das Geheimnis von Douglas-Croß hätte restlos lös» können. Damit mußte der Neffe sich zufrieden geben, wenn in ihm die Gewißheit lebte, daß der Verschwundene auf diesem einsamen Ai«, vielleicht in hohem Alter, den Tod gesunden — und vielleicht sogar, oh® bis zum letzten Atemzug den gefunden Berliner Humor zu verlieren, b» er nun feinen Vögeln vererbt hatte. I
Zu der reichen Ausbeute, die Doktor Müller nach Kuching mitnahm, gehörte auch der hübsche gesprächige Lori, der das Kookslicd so im fingen konnte. Den hatte er fangen lassen, aber nicht für fein Museum- der Papagei wurde vielmehr in seiner Amtswohnung untergebracht, um zwar in einem schönen großen Bauer, in dem er sein Bebauen fand, u lernte auch noch mehr, er lernte: „Morsen, Mutter Müller!" gleich zwanzigmal hintereinander, und der gute Sohn freute sich, daß u seiner alten Dame in dem freundlichen Tierchen wenigstens ein sprechen!«! Stück von der Hinterlassenschaft des armen Onkel Wilhelm mitbring» konnte...
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Diese immerhin etwas merkwürdige Geschichte wurde mir (in ibr(* Grundzügen) auf einem Lloyddampfer zwischen Penang und Sumatra * einem deutschen Pflanzer erzählt, und zwar mit einem so tiefernst»! Gesicht, daß man Unrecht getan hätte, ihm ohne weiteres den Elan.) zu versagen. Es war aber bei Windstärke Neun. Das muß berückstaM werden.
Derantwörtlich: Dr. Hans'Thyriot. — Druck und Derlag: Brühl'sche Universitäts-Buch-- und Steindruckeret, A. Lange, Oiefl^
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