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der Regierung der Republik San Marino besteht aus zwei gleichberechtigten Regenten, die jedes halbe Jahr neu gewählt werden. Es ist also begründete Aussicht vorhanden, daß in absehbarer Zeit jeder Einwohner einmal Regent wird, falls er es nicht schon gewesen ist. Ueber die unter diesen Umständen etwas schwierige Frage der Pension ist man leider nicht informiert... Die Haupteinnahme dieser Republik ist der — Briefmarkenverkauf. Bei allen möglichen und unmöglichen Anlässen werden neue Briefmarken herausgegeben, die in großen Mengen gedruckt und an die passionierten Sammler zu erheblichen Preisen verkauft werden; für die Bevölkerung werden ein paar Bogen Marken reserviert, das genügt schon, denn viel geschrieben wird dort sowieso nicht, die Kunst des Schreibens hat wenige Anhänger... Dafür gibt es aber eine richtige Marinefifche Gesandtschaft in Rom; im übrigen Ausland werden die Interessen San Marinos von Italien mit vertreten.
Das ist in kurzen Zügen das Bild unseres „Feindes" San Marino. Es scheint ein recht lustiges Land zu sein, und auch die Geschichte mit dem vergessenen Friedensschluß entbehrt nicht der Komik. Vielleicht gibt man diesem Witz der Weltgeschichte nun eine Pointe, indem man eine Friedenskonferenz einberuft, die dem Kriegszustand zwischen Bayern und San Marino ein Ende macht.
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Minoische Kultur auf Kreta.
Von Dr. Lenore Kühn.
Wer auf Kreta landet, sieht sich in einer griechischen Umgebung; es könnte so scheinen, als ob es nur ein Stück mehr modernes Griechenland ist, obwohl Kreta formell eine heiß erkämpfte Autonomie besitzt und unter internationaler Garantie, nur in griechischer Verwaltungsregie steht. Aber schon dieser Kampf um Selbständigkeit ist ein Charakterzug — es sind unbändige und ungebrochen« Kräfte in dieser uralten Kulturinsel, deren Kulturgeschichte, eine wirkliche Kulturgeschichte, sich bis ins vierte Jahrtausend v. Ehr. verliert. Und wer näher hinsieht, findet, auch abgesehen von den Spuren, die eine jahrhundertelange Türkenherrschaft hinterließ, eine völlig andere Grundsubstanz dieser von jeher merkwürdigsten aller Inseln im europäischen Bereich.
Nicht etwa nur, daß es das südlichste Stück Europas ist, südlicher sogar gelegen als das afrikanische Tunis. Nicht etwa auch, daß es im wesentlichen eine Gebirgsinsel ist, wo gerade das wilde Gebirge um Sphakiä, im Südwesten, die mannhaftesten Verteidiger kretischen Freiheitsdranges barg, wo der von Göttersagen umwobene Ida seinen gewaltigen Rücken schneeglänzend in den südlich blauen Himmel streckt und wo es kretische Alpenlandschaft gibt, mit Käsereien und unzähligen Schafherden, mit Krüppelzypressen, wie wir sonst Latschen finden, mit rauhen Felspfaden, die nur das findige und zähe Maultier in den stundenweiten Entfernungen zwischen den menschlichen Siedlungen, auf oft kaum i sichtbarem Wege überwindet. Dies alles prägte zwar den Charakter des 1 Volkes genügsam und behende, zäh und sogar auch schweigsam (der Grieche, auch der moderne, ist eher schwatzhaft und weich). Aber hinter dem allen noch steht unsichtbar jene unerhört stolze, reiche und geistbelebte Vergangenheit, die, weit geschieden von allem griechischen Kulturwesen, nicht nur diese Insel belebte, sondern in noch erst langsam sich entschleierndem Ausmaß die Nachbarstädte und Nachbarländer befruchtete: die minoische Kultur.
Man hat sie auch die mykenische Kultur genannt, als man ihren Herd noch nicht deutlich überschaute, — nach jener glänzendsten und eindruck- vollsten Blüte im Peloponnes auf dem griechischen Festlande, wo die Schätze von Mykene und Tiryns die Blicke auf sich lenkten, obwohl diese ganze Kultur auch auf der ägäischen Inselwelt deutliche Spuren hinter- I ließ. Aber Mykene ist nur der robustere und gewissermaßen barbarischere, wenn auch prunkvollere Erbe einer unglaublich verfeinerten, sinnlich wie I geistig gleich feinfühligen Kulturbewegung, die von Kreta ausging. Die I mykenische Kultur beginnt etwa vor 1600. Aber da beginnt die minoische | Kultur beinahe schon sich ihrem Ende zuzuneigen. Und so unsicher fast alle I Zeitangaben sind, die sich auf diese uralte, rätselvolle Hochblüte eines I Kulturvolkes beziehen, das gut 2500 Jahre vor Plato eine tiefsinnige I Religionssymbolik sein eigen nannte und nahezu 2000 Jahre sogar vor I Homer schon eine voll ausgebildete Götterwelt besaß — dieses Ver- I hältnis von Mutter- zu Tochterkultur betreffs Mykene wird dadurch nicht I angetastet. Das eigentliche Griechentum, das sich erst langsam zusammen- I kristallisierte, erscheint mit seinen „früheren" Daten, wie die bereits I „sagenhaften" sieben Weisen Griechenlands, fast nur wie eine beiläufig« I letzte Randarabeske am riesigen Mantel einer ursprünglich völlig anders- I artigen geistigen und künstlerischen Kultur. Als bäuerliche Barbaren I betrachtete die sokratische Zeit bereits die Kreter — jene abgeblühten Reste einer geistigen Welt, von der nur sehr vergröberte und entstellte Sagen übrig geblieben waren. Wir haben die Kreter bis vor nicht allzu I langer Zeit nur durch das griechische Medium dieser Fabeln — vom | Minotaurus als Stiermensch-Untier, von Pasiphae mit dem für sie von | Dädalus gefertigten Stier, von Jupiters galantem Abenteuer mit Europa | — seltsamerweise auch als Stier — erbiicken können. Welcher tiefere | Religiöse und geschichtliche Sinn sich hinter der bunten Fabel borg, ent= I hallte sich erst langsam, durch Archäologie, „Prähistorie", die zur Historie Mn fast wurde, und Religionsforschung. Seitdem, ab 1900, durch den | Engländer Evans der gewaltige Komplex von Knossos, der einstigen I Hauptstadt, in langjähriger liebevoller Ausgrabung zutage trat, ist das | Signal gegeben worden zu einer erhöhten Forschertätigkeit, die auf dieser 1 griechischen" Insel nicht etwa eine arme, primitive Vorläuferkultur, I ländern eine gewaltige Hochkultur völlig andern Geprägs zutage förderte. I . Was die Dauer dieser „minoischen" Kultur anlangt, so ist sie nach 1 wn Anfang noch mehr als nach ihrem Endtermin umstritten. Evans 1 gbst hat sie, in erster Ueberschätzung, nahezu am Ende des vierten Jahr- I M.euds beginnen lassen und die sich stilistisch wie archäologisch erweisenden I , 5'oden — frühminoisch, mittel- und spätminoisch, mit Unterabteilungen — I i".sprechend anders verteilt. Von deutschen und auch sonstigen Forschern I ®ir“ als Resultat mühseliger Datierungen — meist an der Hand der
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gleichzeitigen bekannteren ägyptischen Daten, wenn sich nämlich datierbare importierte oder auch exportierte Gegenstände in den Schichten Kretas oder außerhalb nachweisen liehen — den Zeitraum von rund 3000 bis rund 1200 v. Ehr. als Dauer dieser Kultur angenommen. Einzelne sehen noch bis 1100 v. Ehr., andere nur bis 1250 noch die Ausläufer dieser Kultur. Sie erhielt jedenfalls bald nach 1400 bereits ihren Todesstoß durch die Ueberrennung Kretas durch plündernde „Seevölker" — dies das Datum der Niederbrennung des Palastes von Knossos, Aber die Ungeklärtheiten der ägyptischen Chronologie selber bringen es mit sich, daß sogar um einen Zeitraum von 1460 Jahren — ein sog. Sothis- (SiriussZyklus — diese chronologische Festsetzung für ihren Anfang verschoben wird, wenigstens von bestimmten Forschern. Die Unsicherheit ist groß, obwohl die Resultate der sog. „Berliner Schule" in der Frage der ägyptischen Chronologie sich mit den faktischen Funden auf Kreta am besten vertragen und durch Namen wie Karo, Fimmen und Ed. Meyer gesichert sind. Man wandelt in kretischen Dingen immerhin auf schwankendem Boden,'was absolute Zeitangaben betrifft.
Selbst bei der „späteren" Ansetzung, wird das Frühminoische, — schon mit erstaunlichen Steingefäßen und Goldarbeiten —, rund von 3000 bis 2000 gesetzt, Mitielminoa mit den wunderschönen Kamaresvasen, mit liliputfeinen und grazilen Siegelsteinen und feinen Fresken von 2000 bis gegen 1600, und Bpätminoa mit einer letzten verblüffenden Hochblüte von Reliefplastik, Fresken, Elfenbeinarbeiten, pompösem Vasenstil und luxuriös raffinierten Fayencefigürchen („Mais cs sont des Parisiennes!" hat ein Franzose angesichts der eleganten, taillendünnen Falbelkostüme und kapriziösen Kopfbedeckungen ausgerufen) von etwa 1600 bis 1250, — wobei, wie gesagt, schon ab 1400 stärkster Verfall einsetzt.
Nach dem sagenhasten König Minos ist diese ganze Kultur benannt worden — vielleicht mit mehr Recht, als es zunächst den Anschein hatte. Denn es scheint fast, daß der Name Minos zugleich ein Titel war, wie Pharao, und daß, nach antiken Schriftstellern, mehr als ein Minos, noch bis gegen 1400, anzunehmen war. Der Minopalast in Knossos, den Evans für das Labyrinth hält, bildet denn auch mit feinen reichen Funden, die das Museum in Heraklion zu etwas Einzigartigem in der Welt machen, den Brennpunkt dieser minoischen Kunst und Kultur.
Der Palast selbst, liebevoll, wenn auch nicht immer glücklich in einigen Teilen rekonstruiert, mit mehreren Stockwerken — bis zu drei Stock, — großen Treppenanlagen, Lichtschächten, Vorratskammern, Bädern, Wasserleitung, Pfeilerpropyläen und -Hallen, stellt allein bereits ein erstaunliches Zeugnis dieser Kultur dar. Sie ist nur aus ihrem kultischen Untergründe heraus zu verstehen, ebenso wie die eindrucksvolle Gestalt des weisen Minos, der als „gerechter Richter der Unterwelt" noch im Gedenken weiterlebte. Tatsächlich ist dieser Kult aber vor allem der weiblichen Naturgottheit geweiht gewesen (nach allen älteren Ueberreften), welche unter den verschiedensten Namen im Mittelmeerbecken immer wieder als älteste Kultgottheit auftaucht. Die Griechen haben sie für Kreta uns als „Rhea", die Mutter des „sterblichen" kretischen Zeus, überliefert. Ihr Doppelbeil, die Labrys, beherrscht als Abzeichen den Palast von Knossos ebenso wie die Freskendarstellung kultischer Szenen, die Schmuckmotive von Vasen und Gerät und die Grabstätten. Das „Labyrinth" taucht als Name auch sonst für kompliziertere mit Gängen versehene Palastanlagen und Grabstätten noch auf; vier „Labyrinthe", davon eins eine Grabanlage bei Clusium in Italien und ein bekannteres in Aegypten, werden noch von späteren Schriftstellern genannt, und Bergwerke wie Höhlenklöster als „Lawrn" (in Rußland noch heute die übliche Bezeichnung) lassen in ihrem Namen noch diese „Gangbauten"- und „Grabbauten"; Labyrinthe wiederklingen.
Die minoische Kunst, von der die Facencesiguren der „Schlangenpriesterinnen" der Muttergöttin besonders die Aufmerksamkeit weiterer Kreise erregt haben, ist in ihrer Eigenart unvergeßlich für den, der sie einmal sah. Die außerordentliche Lebhaftigkeit der Bewegung, die hohen schlanken „adligen" Gestalten mit Wespentaille, das stark Expressionistische der ausladenden Formen und Bewegungen zugleich mit einer Subtilität und Grazie — so in den zahllosen Tierszenen der Siegelsteine — und einer Feinnervigkeit der Sinn«, die an japanische oder späte impressionistische Wahrnehmung erinnert — das gibt den Gesamteindruck von ganz einzigartigen Gebilden. Papierdünne Tassen neben großzügiger Steinskulptur, verblüffender Realismus neben unerschöpflicher freier Phantasie; edle Steinschalen und -decher (aus dem 3. Jahrtausend!), barocke Schnabelkannen, ganze Zirkusszenen und aufregend« Stierwettspiele, die kultische Bedeutung hatten und nur Tiergaukelspiele, nicht Stierkampf im modernen Sinn« waren — obwohl di« Linien von dort wie auch von der Falbeltracht der Frauen deutlich nach Spanien gehen, aber ebensogut in anderer Hinsicht, nach Griechenland, nach Palästina und Babylon, ja nach dem Italien der Etrusker, wie etwa das Doppelbeil, heute faschistisches Liktorenbeil; im Kunsteinfluß auch noch nach dein Aegypten der späteren Zeit und nach Kleinasien.
Kreta ist ein Schlüsselland der Kulturen, eine Spinne im Netz kultureller Beziehungen der früheren Jahrtausende, so wie es geographisch „in der Mitte" zwischen dem eigentlichen Europa, Vorderasien und dem nördlichen Afrika liegt. Und alles, was mit Stierkult — mit dem kosmischen Gedanken eines Fruchtbarkeitssymbols und dem astronomischen des „Stierzeitalters" — zu tun hat, als dem männlichen ergänzenden Prinzip der Naturmutter, das hat in Kreta wenn nicht seinen Ursprung, so doch seine reichste Ausprägung erfahren und durch lange Zeiten bewahrt. Denn dieses Land war bei aller Entwicklung konservativ. Vom Neolithikum bis zur Schwelle des Christentums ist das weibliche Prinzip, das Kreta noch zu Platos Zeit zu dem „lieben Mutterland", nicht Vaterland, für feine Bewohner machte, ununterbrochen dort nachweislich noch verehrt worden, obwohl Zeuskult und gewandeltes Stiersymbol neben die Naturmutter mit Schlange und Taube getreten waren und der Glanz der minoischen Kultur selber schon über 1000 Iahte erloschen war. Di« Kunde von jener frühen Gipfelkultur einer rätselvollen, hochbegabten Rasse aber beginnt erst jetzt wieder wirklich lebendig zu werden.


