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sein Gesicht nieder.
VI.
Verantwortlich: Dr. HanS Thyriot. — Druck'und Verlag: Vrühl'sche UniversitätS-Buch. und Steindruckerei, JL Lange, Diebe"-
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Zwei fixe Ideen können nicht ein und dieselbe Natur beherrschen, ebensowenig wie in der psychischen Welt zwei Körper den selben Ort einnehmen können. Die Drei, die Sieben und das Aß verdrängten bald in Hermanns Einbildungskraft das Bild der toten Greisin. Drei, Sieben und das Aß gingen nicht mehr aus seinem Kopf und waren ständig auf seinen Lippen. Sah er ein junges Mädchen, so sagte er: Wie gut sie gebaut ist! Eine richtige Coeur-Drei. Wenn ihn jemand nach der Uhr ftagte, so antwortete er: In fünf Minuten Sieben. Jeder Mensch mit einem dicken Bauche erinnerte ihn an das Aß. Drei, Sieben und Aß verfolgten ihn bis in den Schlaf und nahmen darin die verschiedensten Gestalten an: die Drei erschien ihm in Gestalt einer wundervollen, üppigen Blume, die Sieben als gotisches Tor, das Aß als riesige Spinne. Alle seine Gedanken liefen in dem einzigen zusammen: das Geheimnis, das ihm so teuer zu stehen kam, auszunützen. Er dachte an den Abschied und eine Reise. Er wollte in verborgenen Spielhöhlen von Paris den Schatz von der Zauberin Fortuna erzwingen. Ein Zufall nahm ihm diese Mühe.
In Moskau hatte sich ein Klub reicher Spieler gegründet unter dem Borsitz des berüchtigten Tschekalinsky, der sein ganzes Leben am Kartentisch verbracht, einige Millionen erworben, Wechsel gewonnen und bares Geld verloren hatte. Seine vieljährige Erfahrung hatte ihm das Vertrauen seiner Kameraden und Spielgenossen, sein offenes Haus, ein berühmter Koch, seine ausgesuchte Höflichkeit und gut« Laune ihm die Achtung des Publikums erworben. Er siedelte nach Petersburg über. Die jungen Leute strömten zu ihm herbei, vergaßen über den Karten die Bälle und zogen die Verführungen des Pharao den Verzückungen des Kurschneidens vor. Narumow führte Hermann bei ihm ein.
Sie durchschritten eine Reihe prachtvoller Säle. Ueberall die aufmerksamste Dienerschaft. Die Säle waren mit Menschen gefüllt. Ein paar Generäle und Geheimräte spielten Whist; junge Leute lagen auf weichen Divans herum und rauchten Pfeifen. Im Salon am langen Tisch, um den sich ungefähr zwanzig Spieler drängten, sah der Gastgeber und hielt die Bank. Er war ein Mann von sechzig Jahren, von höchst ehrwürdigem Aussehen; sein Haupt war mit einer Silbermähne bedeckt; das volle und frische Gesicht spiegelte Gleichmut wider; die Augen leuchteten und waren
nehmen. Dann setzten sich die zahlreichen Gäste in Bewegung und kamen heran, um sich vor der zu verbeugen, die so lange mit ihnen an allen ihren'vergänglichen Freuden teilgenommen hatte. Nach ihnen kam die Dienerschaft. Zuletzt trat an den Sarg eine alte Dame, Altersgenossin der Verstorbenen. Zwei junge Mädchen führten sie an der Hand. Sie hatte nicht mehr die Kräfte, sich zur Erde zu verneigen — aber sie allein vergoß ein paar Tränen, indem sie die kalte Hand ihrer Herrin küßte. Nach lyr entschloß sich Hermann, an den Sarg heranzutreten. Er warf sich ganz auf die Erde und lag so einige Minuten auf dem mit Tannenreisig bestreuten kalten Boden; endlich erhob er sich, bleich wie die Tote selber, ging die Stufen des Katafalkes hinan und verneigte sich ... In diesem Augenblick schien es ihm, als ob die Tote ihn höhnend ansähe, mit einem Auge blinzelnd. Hermann wich schnell zurück, trat dabei fehl und lag mit dem Rücken auf der Erde. Man hob ihn auf. Zur selben Zeit wurde Lisaweta Iwanowna ohnmächtig in die Vorhalle hinausgetragen.
Dieser Zwischenfall beeinträchtigte für einige Minuten die festliche Stimmung der Trauerfeier. Unter den Besuchern erhob sich ein Gemurmel, und ein magerer Kammerherr, ein naher Verwandter der Verstorbenen, flüsterte einem neben ihm stehenden Engländer ins Ohr, dieser junge Offizier sei ein unehelicher Sohn der Verstorbenen, worauf der Engländer kühl erwiderte: „Oh?" . .
Den ganzen Tag über war Hermann wie verstört. Er aß m einem verlassenen Gasthaus und trank ganz gegen seine Gewohnheit sehr viel, in der Hoffnung, damit seine innere Unruhe zu ersticken. Doch der Wein erhitzte seine Einbildungskraft noch mehr. Stach Hause zurückgekehrt, warf er sich, ohne sich auszuziehen, aufs Bett und schlief fest ein.
In der Nacht wacht« er auf. Der Mond erleuchtete sein Zimmer. Er sah auf die Uhr. Es war drei Viertel auf drei Uhr. Der Schlaf war weg. Er setzte sich auf und dachte an das Begräbnis der alten Gräfin.
Um diese Zeit sah jemand von der Straße zu ihm hinein und verschwand sogleich. Hermann schenkte dem keine Aufmerksamkeit. Nach einer Minute hörte er, daß die Tür nebenan im Vorzimmer geöffnet wurde. Hermann dachte, es sei sein Bursche, der, wie immer, betrunken nach nächtlichem Vergnügen nach Hause gekommen. Doch er hörte einen ihm unbekannten Schritt: jemand ging leise, mit Pantoffeln den Boden wischend. Die Tür ging auf: eintrat «ine Frau im weihen Gewände. Hermann hielt sie für seine alte Haushälterin und wunderte sich, was sie ihm um diese Zeit zu bringen hätte. Doch die weiße Frau hielt, über den Boden gleitend, plötzlich vor ihm — und Hermann erkannt« die alte Gräfin.
„Ich bin zu dir gegen meinen Willen gekommen", sagte sie mit harter Stimme; „doch mir wurde befohlen, deine Bitte zu erfüllen. Die Drei, die Sieben und das Aß werden dir gewinnen, doch unter der einen Bedingung, daß du in vierundzwanzig Stunden nur auf eine von den drei Karten setzest und daß du dein ganzes Leben keine Karte darnach mehr anrührst. Ich vergebe dir meinen Tod dann noch mit der Bedingung, daß du mein Gesellschaftsfräulein Lisaweta Iwanowna heiratest..
Mit diesen Worten drehte sie sich leise um, ging zur Tür und verschwand darin, mit den Pantoffeln den Boden wischend. Hermann hörte, wie sie die Tür an die Wand schlug, und sah, daß jemand wiederum zu ihm durchs Fenster blickte.
Hermann konnte sich lange nicht fassen. Er ging ins andere Zimmer. Der Bursche schlief am Boden; Hermann weckte ihn mit Mühe auf. Der Bursche war betrunken wie gewöhnlich; mit ihm sich in ein Gespräch einzulassen war nicht möglich. Die Tür im Hausflur war geschlossen. Hermann ging zurück in jein Zimmer, zündete die Kerze an und schrieb
von einem Lächeln dauernd belebt. Narumow stellte Hermann vor. Tschekalinsky schüttelte ihm freundlich die Hand, bat ihn Platz zu nehmen und fuhr fort, die Bank zu halten.
Das Spiel zog sich diesmal hin. Auf dem Tische lagen mehr als dreißig Karten. Tschekalinsky machte nach jeder Runde eine Paus«, um den Spielern Zeit zu lassen, sich zu sammeln, den Verlust zu notieren, er hörte aufmerksam auf ihre Bitten und Forderungen, bog mit so viel Gefälligkeit wie nur möglich eine Ecke um, die von zerstreuter Hand auf- gebogen war. Endlich war ein Spiel zu Ende. Tschekalinsky mischte die Karten und war bereit, weiter die Bank zu halten.
„Erlauben Sie, daß ich setze", sagte Hermann, indem er seine Hand hinter einem dicken Herrn hervorstreckte, der eben pointierte.
Tschekalinsky lächelte und verbeugte sich schweigend zum Zeichen seines Einverständnisses. Narumow gratulierte Hermann lachend zu, daß er endlich sein langjähriges Fasten-gebrochen habe, und wünschte ihm einen guten Anfang.
„Ich bin fertig", sagte Hermann, indem er mit Kreide eine Zahl auf seine Karte schrieb.
„Wieviel?" fragte mit zusammengezogenen Brauen der Bankhalter, „Verzeihen Sie, ich kann nämlich nicht bis dahin sehen."
„47 000", antwortete Hermann.
Bei dieser Ziffer wendeten sich im Augenblick alle Köpfe, und alle Augen sahen auf Hermann. „Er ist verrückt geworden", dachte Narumow.
„Erlauben Sie mir, Sie darauf aufmerksam zu machen", antwortete Tschekalinsky mit seinem unveränderten Lächeln, „daß Ihr Einsatz hoch ist. Niemand hat hier noch mehr als 275 gesetzt."
„Ich frage", antwortet« Hermann, „ob Sie meine Karte annehmen oder nicht?"
Tschekalinsky verneigte sich zum Zeichen seiner Einwilligung.
„Ich wollte Sie nur wissen lassen, daß, da ich des Vertrauens meiner Freunde hier gewürdigt bin, ich die Bank nur gegen bares Geld halten darf. Ich persönlich bin natürlich davon überzeugt, daß Ihr Wort genügt, aber um der Ordnung willen möchte ich Sie doch bitten, das Geld auf die Karte zu legen."
Hermann zog aus der Tasche eine Banknote und reichte sie Tschekalinsky, der nach einem flüchtigen Blick darauf sie auf Hermanns Karte legte. Er begann die Bank. Rechts lag die Neun, links die Drei.
„Gewonnen!" sagt« Hermann, indem er seine Karte vorwies. Unter den Spielern erhob sich ein Gemurmel. Tschekalinsky zog die Stirn zu- sammen; doch das gewohnte Lächeln kehrte sofort wieder ins Gesicht zurück.
„Wollen Sie gleich den Gewinst?" fragte er Hermann.
„Ich bitte dämm!"
Tschekalinsky nahm aus der Tasche einige Banknoten und zählte sie ihm vor. Hermann nahm sein Geld und verließ den Tisch. Narumow konnte es nicht bemerken. Hermann trank ein Glas Limonade und ging nach Hause.
Am nächsten Tag erschien er abends wiederum bei Tschekalinsky. Der Hausherr hielt wieder die Bank. Hermann ging gleich zum Tisch; die Spieler machten ihm Platz. Tschekalinsky grüßte ihn mit besonderer Freundlichkeit. Hermann wartete auf das nächste Spiel, setzte auf seine Karte 47 000 und den gestrigen Gewinn. Tschekalinsky begann die Bank. Der Bube kam rechts heraus, die Sieben links.
Hermann schlug die Sieben auf.
Alle schrien auf. Tschekalinsky war sichtlich betroffen. Er zählte 94 000 vor und übergab sie Hermann. Dieser nahm sie ganz kaltblütig an sich und verschwand in derselben Minute.
Am folgenden Abend erschien Hermann wieder beim Tisch. Alles wartete schon auf ihn; die Generäle und Geheimräte hatten ihr Whist stehen gelassen, um dem ganz ungewöhnlichen Spiel mit zuzusehen. Die jungen Offiziere waren von den Sofas aufgesprungen, die ganze Dienerschaft war im Salon versammelt. Man machte Hermann Platz. Die übrigen Spieler setzten diesmal nicht, ungeduldig darauf wartend, wie das enden werde. Hermann trat an den Tisch, bereit, allein gegen den bleichen, aber immer lächelnden Tschekalinsky zu spielen. Jeder brach ein Paket Karten auf. Tschekalinsky mischte, Hermann zog eine Karte und legte auf sie einen Haufen Banknoten. Es sah wie ein Duell aus. Tiefes Schweigen herrschte ringsum.
Tschekalinsky begann, seine Hände zitterten. Rechts lag die Dame, links das Aß.
„Das Aß hat gewonnen!" sagte Hermann und deckte seine Karte auf.
„Ihre Dame ist geschlagen", sagte sehr freundlich Tschekalinsky.
Hermann erschrak; in der Tat, statt des Asses lag vor ihm die Pique- Dame. Er traute seinen Augen nicht, ohne zu wissen, wie er sie wegreißen könnte.
In diesem Augenblick schien es ihm, als kniff die Pique-Dame die Augen zusammen und lächelte. Die ausfallende Aehnlichkeit erschreckte ihn ...
„Die Greisin", schrie er. . ’
Tschekalinsky zog die gewonnenen Banknoten an sich. Hermann war wie erstarrt. Als er den Tisch verließ, erhob sich ein Stimmengewirr.
„Er hat nobel gespielt", sagten die Spieler.
Tschekalinsky mischte von neuem die Karten; das Spiel ging weiter.
*
Hermann verlor den Verstand. Er sitzt im Obuchofskischen Krankenhaus, im Zimmer Nr. 17, gibt auf keinerlei Fragen eine Antwort uns spricht immerfort ganz schnell vor sich hin: Drei, Sieben, Ah! Drei, Sieben, Aß ... , < 1
Lisaweta Iwanowna hat sich mit einem sehr liebenswerten Mgcn Mann verheiratet; er hat eine Anstellung und ist auch nicht ganz oM Vermögen: er ist der Sohn eines früheren Verwalters der alten Grap ■ Bei Lisaweta Iwanowna wird ein« arme Verwandte erhalten.
Tomski ist zum Rittmeister befördert und heiratet die Fürstin Paulus
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