Ausgabe 
10.11.1930
 
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Mächtige rnehmen istürzten, eunigster r Schau- ielt!

ttantische arger» nosphäre on vorn­ist keiner jüngsten t des be- geschaf-

Serühmt- fen Auf- inder zu

Heinrich erührung ie in der , sondern Sprottau notwen- ?r bis zu r Eintritt n beschei- ier ersten ffe seines

>ie Fäden Ejen Sen» r", dessen 3er Seele lebendig ie es mir es etwas

Die Ge­ir, die ich irben, er» panierten

en Schai- t Flieger, nberechen- Jlaus und licht, zum angenerbe. i zurückge- en schwär- Flügel be­rg. In der Dunkelheit ngen und

Pinselflech t so eigen» sich. Sein chen, asch- auf seiner ergehenden

ein Genist, Schritt für unlatte zn knickt. Ser riel in die >n Anmut i die Kni«

der Hauch unauffällig ich hin und rauer und

ache Weib- rielen. 2er rlichen ®e: mit feinem umen und nnenfagen, )ie Sonne

Schuppen

5 auf dein eite urninr i)pappe f efaugt und i und guer |

Da spiele"

d!? Bogel, hm- und herflregend, sich haschend und mit den Schnäbeln be» lange Zert, rn ununterbrochenem Jagen, von Busch zu Busch nicht sehr hoch aufstergend, am liebsten in Menschenhöhe, wobei sie hum derlmal die gleichen Wendungen und Spiralen machen.

Der Vogel liebt einen schmalen Graben, der sich zwischen einer dickten Langsreihe lunger Fichten und einer Graswiese gebildet hat. Hier wo ?^^u^,Eag Halbschatten herrscht, schießt er hinein wie ein Schwimmer fnuf^h raJ^' schnell, nicht verfolgbar und spukhaft:

laufend sticht er auf feine Beute em, die aus Raupen, Larven Käsern und anderem Klemgeiier auf Blatt und Gras besteht. '

*

Der Vogel scheint mich zu lieben oder er scheint von einer unaebemm- ten Dteugterbe besessen zu sein. Sein Wesen und seine Art machen ihn zu einer scheuen und verangsteten Erscheinung, aber eigentümlicherweise ®efta(t wenig Furcht. Einmal hörte ich sein monotones klagendes Tonchen, immer wieder ausgestoßen, im Blättersckein des (ftnr- ten-.Jch fand den Vogel, das Köpfchen scharf nach ttn?s ge8n aukder Spitze einer Zaunlatte stehen, vollkommen leblos, einen erstarrten Feder- horinon,ni a-A geschehen? Aus dem unbeweglichen Schnabel pfiff der Laut, gleich in Tonstärke und Art. Schritt für Schritt schob ick mich »or, regungslos faß der gebrechliche und dekadente Vogel auf der grauen 8?,^uspltze und hatte im Schnabel ein sich ringelndes Tier, eine Raupe ober em Gewürm vom Umfang eines kleinen Kinberfingers Einen Sckriit ^''d ich.noch von dem Vogel entfernt, aber er rührte sich nicht. Ununter­brochen floß aus seinem Schnabel der dünne, klagende mid ick batte bcn Andruck fast gequälte Ton. Es war ein seltsames Gefühl und ein Augenblck tiefster Spannung: werde ich das Vertrauen der Kreatur irfXhVs suhlen, daß ich ihr Freund bin, denn immer noch glaubte $'baXber ®°9eI werner Hilfe bedürfe und daß ihn vielleicht die arotze Raupe die grün und fett feinen Schnabel spaltete, mit Ersten bedrohte Aber da schnellte er drei Zaunspitzen weiter, seine Scheu vor mir war

Minutenlang saß er mit Sem Riesending im Schnabel da leidend I *en[P;fj9egualt von etwas wie ich glaubte, denn ich war bereit, I menschliche Stimmung m fern Verhalten zu legen. Einige Meter entfernt roar das Rest mit seinen Jungen. Warum flog er mit der Beute die sich abzappelte und ihm fast den Schnabel zu sprengen drohte, nicht fün?

Perlenauge hatte er streng und furchtlos auf mich go- Jl^tet. Plötzlich ließ er die große Schwärmerraupe fallen, wartete eine nnhUlfr)A f,ur3e "eich, packte sie kräftig mit den Schnabelklammern unb f[°g etwas naher zum Nest auf ben dürren Ast eines Holunder-

J' der Vogel die Raupe zum zweitenmal auf den Gartenboden mederfallen, holte sie, mederstoßend, und ver chwand ohne Uebergang unter dem kleinen Holzdach des Schuppens. Aufgefallen war erflra^ (beT ersten Niederfallen der Raupe nicht mehr so er- I ftarrt sitzen blieb, sondern beweglicher wurde und auch den Ton änderte I x "'cht mehr langgezogen und gequält, sondern, je näher

er dem Neste kam, kurz, auffordernd und lockend. Dabei ging er öfter in feine eigentümliche Knickstellung hinunter, wieder hinauf, wieder hin­unter und wieder hinauf. ' I

Ich brachte das eigentümliche Verhalten des Vogels mit der Fütterung I der Jungen zusammen: die große Raupe schien ihm noch zu lebendig, zu hart zu aggressiv für die Goldränder seiner Jungen. Er hat sie mit ihr °uf dem Zaune sitzend, erst für die Atzung vorbereitet. Er ermüdete sie und betäubte die Raupe, indem er sie aus der Höhe niederfallen ließ und fie langsam in seinen hornigen Schnabelklammern zerweichte.

An einem schwülen und regenfeuchten Juniabend sah ich zum ersten­mal seine Brut. Zuerst hatte ich den Eindruck, als ob der ganze Garten voll wäre, aber zum Schluß schienen es allerhöchstens fünf junge Vögel N lem- »je waren komisch zum,Lachen; runde, wollige und aufgeplusterte iiobolde, die vom Fliegen noch keine Ahnung hatten und viel zu früh aus dem Neste gekommen waren. Sie rollten auf der Erde herum, duckten sich riemen Ungeheuern gleich, mit großen Augen unter die Kastanienstaudem purselten unter den jungen Fichten herum unb verstrickten sich in bas jpMicht ber Grashalme. Sie hatten noch nicht bie ausgeprägten Farben I oer Rogeleltern; sie waren zerzauste, graue Knäuel, mit gelbgeränberten Schnäbeln unb angstvollen Augen. Ihre Schwänze waren noch nichts, I btupfe waren sie, Kiele, bie ihnen kein Gleichgewicht gaben unb sie K r?l "der bie großen Köpfe vornüberkippen ließen. Ihre Köpfe ver- I oifften sich burch die gesträubten, borstigen Federspriese zu übernormaler ®to6^ Es war kein Abbruch zwischen Kopf unb Körper. Es waren kleine -ronnchen von bitterem und erschrecktem Aussehen. Martyrium war ihnen emgepragt, Angst unb Furcht. Auf ihrer Hilflosigkeit lag ein Albbruck, ein verstörter und grausamer Traum, alles Unheil, das die Natur für fie bereitet zu haben schien.

hnt- bfm Halbdunkel des Abends, ber sich graublau um bie Blätter | W ihre schmächtigen, tlirrenben Hungerschreie, denen besonders I ms Männchen mit Eifer nachkam. Was hatte die Vogelschar aus dem

vertrieben? Sie waren zehn Tage ober noch mehr zu früh ans I unn».-- rochen:., ihre Flügel waren unausgeprägt, schmächtig, ungelenk hnm Ä"?' "Umöglich war es ihnen, sich bamit ein paar Zentimeter über I in^^den zu erheben. Ihr Fortbewegen war ein Flattern unb Lausen

5 fje schnell ermübete. Balb schliefen fie, auf ben Bobenästchen I n," -chchen sisienb, ein unb wurden regungslose, fruchtartige Kugeln mit weggestecktem Kopf.

®ie Nacht stürzte sich auf bie Schläfenbein Ich wußte sie ba unb bort I L9 , unö ich hätte sie mit ben Hänben greifen können. Aber um bas I fie h aUe m"er mitten nicht zu verlieren, ließ ich sie im Freien unb empfahl I DlnfnrM.-J;0!1 ^er Tiere. Ich überließ bie ungelenken Burschen ihrem Und tr <m.\ ®as Naturschicksal aber kennt keine Gnade; es ist grausam ! uv oyneJJcitleib. I ,

Wenn lch mich nun m den folgenden Toden mordens crhnh °-r^er Gedanke: wo sind die kleinen Rotkehlchen? Ich entdeckte'am ersten Tag, das Zaunstuck entlangstreifend und in den kleinen Zierbüicken umhersuchend, nach langem Spähen noch drei. Zwei, bestimmt aber einer jungen SBogel, waren in der Nacht verloren gegangen. Die Alten I len nicht: sie kamen mit Beute, fie suchten nach Beute stopften fie in I h-k ^llroten Vogelschlünde, ließen die Jungen in der glühenden Mittaas- wsede^bchmider"^^^" $°ben |cf)!afen unb wurden erst gegen Abemd

I 3eite Nacht kam: aus den Fünfen waren nach zwei Tagen nur I rirf^firoei geworben. Diese zwei hatten durch den Aufenthalt im Freien llnh 9r°n-Iln Üvasteres Maß von Mißtrauen gegen Geräusche, Schatten I unb Annäherungen angeeignet. Sie waren auch in ihren Bewequnaen I gelockerter unb schneller, aber fliegen konnten fie noch nicht. Jen- I feits bes 3aunes war ein Fort von Holzstößen und ein aufgeleierter und füerter'hnt^^fiA^ 'h^5 b«m ein atter Holunderbaum herauswuchs.

I " »r9er hatten sich die beiden Jungen, em größeres und ein kleineres iu= I m^96-^96?' *!Lben HalZfugen zu verschwinden, wenn etwas Fremdes I "aherte. Der Vater- unb ber Muttervogel trieben sich hier, von mor- gens bis obenbs mit ber Fütterung beschäftigt, herum. Manchmal trom­melten sie emen metallisch-harten Ton in ununterbrochener Folge. Dieser

I war em Signal für Gefahr. Beim ersten Schlag ber Alten stellten '9 Krauskopfe hinter ben Krautbüschen ober zwischen den Saumlatten sitzend, sofort ihr quakendes, kleines Hungergefchrei ein.

I nnfwho?6 twar aber nicht ich; im allgemeinen ließen sie mich ganz mm berantreten, ohne zu warnen. Ich konnte im Anfang die kleinen Balge sogar mit dem Finger betupfen oder streicheln, dabei schauten die und"Unerschrockenheit an. W IaUtI°5' mit rui>i9cm Ernst

m.sT Perlenpunkt ihrer Augen ein wildes unb schreck- a 1 ®llb ber ungeheueren unb grausamen Katze, betn Jaguar bei Hausgarten. Sie war gemästet von kleinen, zerbrechlichen Voqel- bereu Flügel noch nicht bie Kraft und bie Gewandtheit bes Aus- H hatten. Zwei funtelnbe, grüne Steinaugen spähten hinter dem h Ijeroor, unsagbar entzückt von bem zaghaften, hüpfenden Vogel-

I schritt, der ihr nicht entrinnen konnte. Sie streckte ihren grauen Leib bis I er s61!16 einzige Sprungfeber war. lieber ihr flatterten bie alten Vöael 'im' Warnungspfiff metallisch unb eindringlich zu ber J.1}9?" ^rut b'" Nber bie unerbittliche Sprungfeber sauste vor und traf wit der ausgebreiteten Tatze ben kleinen Wollkopf, ber zwei- unb drei- @nLenn-H3er6re^nbe5 drepsen hinausschrie. Der lange Fangzahn der trp&o 9m f 3,U' mit einem Satze war sie auf dem Zaun und hinüber. Der kleine Vogel war weg; ich war nicht erbittert. Ich war nicht traurig 2-nn.m Äugenschlitz der springenden Katze war so viel glühende Wollust >?pbi^9'er, daß Mitleid und Abscheu dieser Jagd in meinem Gefühl wurden. So springen die Herrlichen, die Starken, die Schönen

I und die Brutalen und zerreißen. w

Der Schlund.

Roman von Alfred Bock.

(Fortletzung.)

Kamen Leute zu Besuch aus ber Stabt, erlebten sie ihr blaues Wunber im Bauernhaus. Die Raume im ersten unb zweiten Stock waren aufs befyaQlufyte eingerichtet. Da sah man reich verzierte Schränke aus Eicken- schone Sessel, Rohrstühle, Spiegel und Kornrnoben in ber Zten

Stube hmg gar ein Regulator. Alles "atmete Wohlhabenheit.Der Stebelsernft , 8>ng bie Redehat Glück und Geschick!" Das Nestquackel- chen wurde arg verhätschelt. Kaurn entwöhnt, litt die Christine an Krämp-

| Dott°r lies sich bie Beine ab und konnte

i wcht helfen. Run holte der Bauer die weise Frau aus Treis Die er- tannte die Krankheit und sprach: Das Kind ist behext!" Uni Gottes- Än hn6 der Großknocht, gestand unter Zittern und

to 9rln' daß er das Christlnchen über den Hof getragen hatte. Da war die Wolbersuttel, ein gefürchtetes, ubelberütfjtigtes Weibsbild gekommen und hatte has Lutscherchen mit ihrem bösen Blick beglotzt. Jetzt war bas Natsel gelost. Die weise Frau hieß bie Mutter Siebet zweierlei Strümpfe 011,3161)011, warf drei Haube voll Salz ins Feuer unb legte bem kleinen Wesen einen Spruch, ben sie niebergeschrieben unb in einen Brief­umschlag verschlossen hatte, unter bas Kopfkissen. Von Stund an wurde bas Kmb ruhiger unb war in wenigen Tagen geheilt. Bei guter Nahruna gedieh es prächtig, entwickelte sich zur wilden Hummel. Dicht am Ufer der Lahn besaß ber Bauer eine Wiese. Das war ber Christine Lieb- Imgsplatz Gewanbt und geschmeidig jagte sie ben Schmetterlingen nach. Sie horchte auf bas Summen unb Schwirren ber Insekten, auf den Ge- fang her Serdjen und bas Geläute ber Glocken. Im Schlehengesträuch sah bie Grasmücken unb Golbammern nisten. Flogen die schwarzen Raben, die Spitzbuben, mit häßlichem Gekrächz über ben Fluß klatschte fie jauzend in bie Hände Der Großknecht warnte vor ber Lahn Die war schrecklich tief. Stach man mit bem längsten Wiesbaum hinein' kam man nickt auf ben Grund Auf dem Bergkegel gegenüber lag die Ruine Staufenberg. Sa war's nicht geheuer. Gegen Abend, wenn die Nebel wallten, schritten die alten Ritterfrauen im Burghof auf unb ab Sie waren weiß gekleidet, und ihre Haare flatterten im Wind. Ein leiben» jchaftlicher Spielratz, machte bie Christine unter den Kameradinnen die Anführerin unb zwang ihnen ihren Willen auf. Jebes Jahr am Christ­tag schenkte ihr die Gote zwei blanke Taler. Die hob sie sorgfältig in einem Kästchen auf. Nach und nach fand sich darin eine Menge glänzen­der Silberstücke zusammen. Die zählte bie Christine, roenbete sie hin unb her unb war vor Freude ganz närrisch. Als sie mannbar geworben war würbe sie viel umworben. Sie hatte ben Kritzlershermann in ihr Herz geschlossen. Das war ein frischer, kluger Bursch. Das Bauerieren besagte ihm nicht. Er machte das Gymnasium in Gießen durch und studierte bort Tiorheilkunbe. Sein Fleiß unb fein Streben mürben von ben Professoren anerkannt. Kam er am Sonntag nach Ruttershausen, fragte man ihn