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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
Jahrgang 1930 Montag, den 1V. November Nummer 87
Novembertage.
Von Herma Stubeny.
Es (legt ein Zauber auch in jenen Tagen, Da Winde ängstlich um das Haus uns jagen, Der Ofen knistert und das Feuer brennt, Und eine Stelle, die kein Draußen kennt, Spinnt uns mit ihres fahlen Lichtes Schein Wie einer Raupe Seidenfaden ein.
Vom grauen Himmel aber lautlos fallen Wie Schleier, die um blaffe Wangen wallen, Herbstnebel nieder, die das Tal verhängen, Die kahlen Bäume an die Mauern drängen. Als juchten sie, nun starre kahle Besen, Des Menschen Nähe, um, was einst gewesen, Da sie noch grünten und die Vögel fangen, Als Mitleidsgabe wieder zu empfangen. Daß sich in diesem Nehmen und Genießen Des Daseins Ringe ineinanderfchließen.
Mathilde.
Von Hans Leip.
Sie hieß Mathilde. Jeden Morgen ging sie aus dem Haus, fröstelnd in der kalten Dämmerung. Unscheinbar trippelte ihr Schritt tief am Grunde der Vorstandsschluchten. Aber riesengroß bis an die Dachsimse schlichen die zerschnittenen Gestalten ihres Nachttraumes. Sie stellten sich auf ihre Fuße und tupften mit grauen Fingern auf ihre Augenlider. Bis sie zerrannen in den dumpfhastigen Strömen, die alle Tage früh in die Turbinen der Großstadt schießen. Auch Mathilde mußte irgendwo ihren Druck gegen unsichtbare Schaufeln tun. Davon war sie blaß und müde. In ihrem Inneren war immer etwas, was wartete Sechs Tage lang stand es vor einer verschlossenen Tür, an der war in schönen Buchstaben „Sonntag" geschrieben. Alles, was für sie ein Glück bedeutete, von den handgreiflichen Wünschen wie Ausschlafen und in Ruhe Kaffeetrinken bis zu den unnennbaren und ganz hauchartigen Sehnsüchten lag hinter dieser Tür. Wenn sie dann am siebenten Tag aufsprang, so schien wohl der Herrlichkeiten eine Fülle zu sein, aber keine ließ sich recht fassen, sie glitten durch die Hände wie Schlangen, und ehe man sich dreimal umgesehen, lauerte schon das Eulengesicht des Montagmorgens durch die Freude. Sie weinte manchmal vor Enttäuschung, doch kurz vorm Einschlafen zündete sich immer noch eine tröstende Kerze in ihr an. „Vielleicht nächsten Sonntag!" sprach es in ihr, und nach einer Pause — zögernder „ober wenn Frieden ist oder wenn" — Und beim Nachdenken über das dritte „wenn" schlief sie immer ein.
Letzten Sonntag war sie an der Elbe. Es war ihr, als müßte sie einmal da das Besondere und Große erleben, das unfaßbar Selige, von dem sie weder Namen noch äußere Beschreibung wußte. Auf dem Oevelgönner Mühlenweg, der so behaglich zwischen Strandgärten und Seemanns- Häusern läuft, war sie zuerst an einem Regenabend im Sommer gegangen. Die Laternen — alle hundert Schritt stand eine — legten lange gelbe Lauser auf die nassen Klintsteine. Klaviertöne tanzten aus einem offenen Fenster, und vor einer Gartentür hatte sie ein paar halbwelke Veilchen gefunden. Ja, das war alles gewesen, aber ihr war es viel.
Nun roar nur noch der Efeu grün an braunen, niedrigen Mauern. Zertretener Schnee deckte den Weg und machte die Schritte klanglos. Hinter schwärzlichen Zäunen schliefen die weißen Gärten mit den Lauben, in die Stühle und Gartengerät gestopft waren, und mit den hochgezogenen, vermummten Booten. Dann kam der verschneite Strand, grau- gelb trat der gefrorene Sand zutage, und ein Gewirr von Eisblöcken war wie eine gewaltige Brandung erstarrt. Darüber war der Winternachmittag in braunem Gold gemalt, der von treibenden Schollen gefleckte Strom, das andere Ufer mit der Baumreihe, mit den Oeltanks, mit dem Spielzeugdorf und den dünnen Hügelzügen. Mathilde sah weit weg in die braundunstige Lichtheit des Himmels, ihre matten Gedanken stoffen über und breiteten sich ohne Sdjranfen über die Ferne. Es war ihr undeutlich, als flöge sie wie ein großer, brauner Schleier immer geradeaus, würde größer und größer und durchsichtiger, bis sie zerginge in der hellen, kühlen Luft. Dann wieder war es ihr, als erhöbe sich die Stille wie ein Glas um sie herum, aber jemand scharrte daran. Das war das Eis, das vom atmenden Wasser knirrschte, ihr Ohr dachte jedoch sofort an Federkasten uud an das Schnarren, das die Schreibmaschine nach jeder Zeile tut. ®me mißmutige Empfindung setzte ihr Füße in Bewegung. Nein, nicht daran wollte sie denken, heute war Sonntag!
Und da war ja die Pforte! Wie gemütlich war das Haus, dahinter batte sich zehn Schritt Gartenviereck wie eine feierliche Schürze vorge- bunden. Da möchte sie schon wohnen. Sie stellte ihren dritten Stock Hinterhaus dagegen und die dunkle Stube, in der sie mit ihrer Schwester
schlief. Sie hatte es wohl besser noch als andere. Aber dieses war schön. Dies als eigenes, so etwas Helles, freundliches, hier spielen als Kind und hier Zeit haben, und nicht nur Sonntags. Im Geiste trug sie das Kleid, das ihr letzthin auf dem Neuenwall Jo gefallen hatte, sie stand an einem blitzblanken Herde, saß an einem feinen, weihen Tisch, saß am Fenster hinter Blumen, zog kleine plappernde Kinder an, und einen Mann hatte sie auch. Schemenhaft flutete eine Welt durch ihre Sinne. Bruchstücke von illustrierten Blättern, Romanen, Palmen, ein bis ins Unendliche abge* schattetes Heer von Erinnerungen verschmolzen mit der geheimen, natürlichen Glut ihrer achtzehn Mädchenjahre; bis eine verschobene Gardine und ein spähender Gesichtsfleck störend in die Harmonie trat.
Sie schrak zusammen und ging weiter. Ihr Blick strich befremdet über die große Weite des Stromes, sie fror plötzlich tief in sich hinein. Ihr fiel ein, sie (ei früher selbstbewußter, frecher gewesen. Sie wurde wohl schon alt? Eine alte Jungfer, furchtsam und zitterig. Menschen, auf deren Vorhandensein sie bis dahin nicht bewußt geachtet, kamen ihr nun bedeutungsvoll und voll erhabener Großmächtigkeit entgegen. Sie hatte das Gefühl, jemand am Arm packen zu müssen und zu sagen: Nehmen Sie mich mit, nehmen Sie mich um Gottes willen mit!
Ader sie ging an allen vorbei, ohne den Blick zu heben. Nur ihre Hände preßten sich einander in dem bescheidenen Pelz der Mantelärmel. Winzige Schneeflocken fielen zerstreut und unschlüssig, einige setzten sich auf den grauen Kanin, ein feiner, kleiner Filigranstem war dabei. Sie empfand eine rasche Dankbarkeit und hütete ihn zärtlich, und als er nicht wegging, wurde sie wie über ein gutes Zeichen nachdenklich fröhlich. Plötzlich fühlte sie, wie jemand hinter ihr sie anfah. Ihr Herz begann unerklärlich zu stoßen, ihre Pupillen glitten zaghaft in die Augenwinkel. Da war der Schritt an ihrer Seite, ein Marineoffizier; ihre Schuhe froren an den Boden, wie eine Flamme fuhr es über ihre gesenkten Lider, ein zitternder Taumel durchschauerte sie. Nach einer Zeit wuchs jedoch eine dünne, kalte Spottstimme in ihr und hob langsam das Kinn. Der blaue Rock war schon ein ziemliches Stück entfernt, entfernte sich immer mehr und schien seine Beziehungen durchaus nur vor sich zu haben. Mathilde hielt einen Atemzug auf halbem Wege an, sah sich dann ängstlich um, und da Leute kamen, setzte sie sich unauffällig wieder in Bewegung. Der Seemann trat in ein Haus, ohne sich umzusehen. Als die Türe klingend zuschlug, zuckte sie zusammen. Sie ging so schnell, als es ihr bei der Scheu vor den Leuten gelingen wollte. Sie versuchte, ihrem Gesicht einen gleichgültigen Ausdruck zu geben und sah nicht rechts noch links.
Bei der schmalen Holztreppe, wo die Promenade endet, bog sie in den kleinen Gang, nach dem Wasser zu. Sie ließ sich willenlos von der Schräge des Steigs treiben, und der Schwung jagte sie bis in das auf« knirschende Strandeis. Sie versank bis über die Knöchel zwischen den zackigen Blöcken, blieb dann aber unbeweglich stehen und ließ die Kälte starr durch ihre Strümpfe schneiden. Es war ihr, als versänke sie tiefer und tiefer. Seltsam scharf jah sie den Strom und die mannigfachen Formen des Treibeises, sah den kleinen schwarzen Dampfer, der sich dazwischen mühte, und sie mühte sich mit Ihm von Scholle zu Scholle, so langsam vorwärts, wieder zurück, auf der Stelle nun, allein auf der weiten Fläche, verzweifelt und müde, gestern und morgen, drei Jahre wohl schon und Tag für Tag bis in die Ewigkeit. Sie schloß die Augen: nun war es ihr, als triebe sie tiefer unter den Schollen, nein, es waren lauter Briefe. Sie sah durch die Umschläge hindurch. Einige fingen an: Liebes Fräulein! andere: Mein süßes Herz, dann kam ein langer Gedankenstrich. Nun waren es lauter Gesichter, schöne und häßliche, und dann war es ihr Vater, griesgrämig sah er aus, und da ihre Mutter, die hatte gemeint, und eine Nachbarsfrau sagte — ja, sie hörte es ganz deutlich: „Schade, war doch ein klein nette Beern!" „Ach, Quatsch!" antwortete ihre Schwester. Das kränkte sie ein wenig; die war doch immerhin bloß Schneiderin, und sie ging aufs Kontor. Wieder hörte sie die Federn und das Tippgeräusch und das Rascheln von Papier; und ihr Chef stand vor ihrem teeren Stuhl und kratzte sich hörbar auf der Wange. Aus einmal sprang ihr ein Schreck durch die Seele: Sie wollte Montag eine halbe Stunde früher da fein! Nun hätte sie wohl die Zelt verschlafen. Sie riß die Augen auf und sah sich zwischen den Eisblöcken.
Erstaunen, Unwillen und Trauer quollen in ihr hoch. „Ach, Quatsch!" warf sie laut heraus und stapfte auf den festen Strand. Eine Weile blickte sie sich ratlos um. Der Himmel stand grau und hart wie eine Eisenwand, Menschen verloren sich am Ufer längs, alle trugen schwarze Kleider. Ein Backenlicht blinzelte in Pausen auf, plierte ihr so recht falsch und tückisch zu. Der kleine schwarze Dampfer war ein gutes Stück nach der Stabt zu weitergekommen. Der war bald zu Haus. Nun fingen ihr die Füße an zu schmerzen, und wie sie nach unten sah, und ihren grauen Pelz streifte, fiel ihr der kleine Stern ein. Er war aber verschwunden, sie hatte ihn wohl zerdrückt. Da lief sie schnell zu, dem Dampfer nach, nach Hause.
Sie tag noch lange wach — mit großen Augen. Sie wünschte nichts, sie beklagte nichts. Aber in der allerfernsten Seelenecke sprach es,immer noch: Nächsten Sonntag vielleicht — oder wenn alles zu Ende ist ober --wenn---


