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Droschken aber sind meist stattlich und zweispännig, mit schöngeschmückten feurigen Rossen — jedes Tier, vor allem die Lastkarrenpferde, trägt hier himmelblaue Perlenketten um Hals oder auch Stirn — zum „Schutz", was mit den vielen rosenroten Wolltroddeln, Schellen und blanken Metallzieraten der Lastpferde, Maultiere und Esel einen recht lustigen Anblick gibt.
Ueberhaupt wirkt Smyrna, trotz der grauenhaften Trümmerstrecken, die mitten in der Stadt noch von der Einäscherung des gesamten Griechenviertels (1922) herrühren und nicht beseitigt wurden, und trotz des unleugbar stark zurückgegangenen Gesamtverkehrs, ebenso ergötzlich wie unheimlich, durch das wilde buntfarbige Straßenleben, wo sich alle Nationen des Ostens — jetzt aber kaum noch die griechischen — mischen und in schier unglaublich verlumptem Aufzuge sich besonders noch um das bißchen Erwerb streiten, das der Fremdenverkehr mit sich bringt. Da man keinen Schritt dort tun kann, ohne in den primitiven Verhältnissen und bei Unkenntnis der türkischen Landessprache aus Hilfe, Kundschafter und Dragomane, Träger und Kutscher angewiesen zu sein, so bildet jeder Fremde in der Tat eine mannigfaltige Erwerbsquelle. Im Grunde aber geht es, trotz beängstigendem lärmendem Drängen und Feilschen, ganz gemütlich zu, wenn man den Auswüchsen der Erwerbsphantasie mit Hilfe von kundigen eingesessenen Europäern energisch zu steuern weiß; die „Vertrauensmänner" aller möglichen Zungen und Berufe sind, einmal angeworben, von größtem Eifer und hartnäckiger Verteidigung ihres Schutzbefohlenen gegen andere Reißer, bei Einkäufen oder sonstiger (Ueber-) Forderung. Kurz, das persönliche Element macht sich auch dem Fremden im Guten wie im Bösen sofort bemerkbar, und verbreitet, trotz der völlig unberechenbaren schwierigen Und unübersehbaren Gesamtreiseverhältnisse irgendeine menschliche Wärme — vielleicht aber die Wärme eines Vulkans, der im nächsten Moment verheerend losbrechen kann. Die Gegensätze von feiner Höflichkeit und Anstand und grenzenloser Verkommenheit, Wildheit und Grausamkeit liegen im türkischen Volkscharakter erstaunlich nahe beieinander, wie schon die einfache Beobachtung zeigt, ganz abgesehen von den begründeten Schauererzählungen aus der' Zeit der Verbrennung und Niederrnetzelung der früheren griechischen: Einwohner in Smyrna, die von allen Kundigen bestätigt werden. Ganz Kreta ^iind auch das sonstige griechische Gebiet kennt daher die Scharen von „Flüchtlingen aus Smyrna", die nur das nackte Leben retteten und meist traurig hinwegvegetieren. Auch die griechischen Ortsbezeichnungen um Smyrna herum sind sorgsältig ausgemerzt und durch türkische ersetzt.
So ist man denn recht sroh, wenn man in dem einzigen deutsch ge- siihrten größeren Hotel, Smyrna-Palace, hoch am Kai inmitten eines Tnimmermeldes emporragend, ein Stückchen sicheren Boden mit europäischer Zivilisation unter den Füßen hat, mit Warmwasser und sogar abendlicher Jazzmusik, wo sich auch die Smymioter, türkische, jüdische und sonstige sehr elegante „Gesellschaft" gern in den europäischen „Luxus" hineinrettet bei festlichen oder anderen Veranstaltungen; die zerlumpten Gassenkinder drücken sich draußen die Nasen platt an den Scheiben, um etwas von dieser Licht- und Klangherrlichkeit zu erwischen. Jedes bißchen rationelle Sauberkeit und Bequemlichkeit wird hier zur erfreulichen Insel im Meer des Unberechenbaren und Unzivilisierten.
Wunderschön steigt Smyrna im Drittelkreise an den bergumkränzten, zum Teil auch schon hügeligen Ufern auf. Das alte türkische Kastell auf dem Pagos-Berge, die Zypressen der türkischen, jüdischen und auch noch der griechischen Friedhöfe, die spitzen zierlichen Minaretts und die breiten, behäbigen oder kunstvoll geschmückten Moscheen, — der halb ländlich wirkende Konak mit schönem Schmuckplatz, aber gemächlicher Verwahrlosung der palastähnlichen Kunsträume geben ein fesselndes Bild. Am interessantesten sind das einheimische Basarviertel und die schmutzigen holprigen Straßen der äußeren Vorstädte nach dem Hauptbahnhof zu — einer besseren Scheune — wo die verschiedensten Hantierungen und unzähligen Bäckereien, Eßstätten und volkstümlichen Kaffeehäuser das Ltraßenbild beleben. Dazu an bestimmten Ecken aufgereihte Galerien von Schuhputzern mit geradezu königlicher Pracht ihrer metallbeschlagenen blitzenden Kasten. Aller Reinleichkeitssinn scheint sich in dies einzige Jn- titut konzentriert zu* haben. Doch kann man neben schauerlichen Gast- tütten und Coses auch höchst appetitliche Bäckereien und Konditoreien ehen, mit seltsamen Honig- und Marzipangebäcken und viel Milch- und Msespeisen. Die Leidenschaft des Ostens — neben der Schuhputzerei und der vorzüglichen Zigarette — find Süßigkeiten von erstaunlicher Fülle. An Bevölkerung ist vom Neger bis zum Levantiner so ziemlich alles Ost- Eüdliche im Straßenbild vertreten. Der Fez ist aber für den Neu-Türken selbst verboten (wie auch der Bau neuer Minaretts!), was den Anblick Mm Teil ins Europäische dreht, neben vielen Volkstrachten — wenigstens ■für dis städtischen männlichen Türken. Von Frauen sieht man aber eigentlich auf der Straße fast nichts anderes als die monotonen schwarzen oder lehmfarbenen, seltener farbigen Gewänder, strenge und nonnenhafte Trachten; glattes Unterkleid mit gleichfarbiger pelerinenartiger Kopfum- dülluvg, die auch außerhalb der. Stadt bet jeder Begegnung ganz vors Gesicht gezogen wird. Man glaubt sich bisweilen in einer Klosterstadt zu befinden! Dazwischen aber aanz kecke und hübsche „moderne" Türken- niabcl.
Smyrna hat aber auch seine „gute Stube", so etwa den Kai der Europäer, der sich bis zur sogenannten „Punta" (nebst einem zweiten «ahnhos) am grünblauen Wasser erstreckt, wo auch die Konsulate un!< weis liegen; ober einige kahle, enbloje neue Straßen, bie sich vom Hasen „ b fast zum ärmsten Eingeborenenviertel erstrecken, wo an der Peripherie "Us der an sich unscheinbaren „Karawanenbrücke" bie großen bunte(= pingen Kamele, wie roanbelnbe Gebirge, dazu noch beloben mit Bergen °n unförmlichen Lasten, in die Stadt ziehen. Weiterhin, an steilem, noch « Tempelspuren bedecktem Abhang sich heraufziehend, sind im Süden * f^abt geräumige Terrassenlagen als öffentlicher Park mit üppigen • (L- cn ganzen geschaffen. Der Blick von dort, über Stadt, Golf und i B.?..lr9slQnb, besonders aber ein Sonnenuntergang von dort aus gesehen, 1 Li, $cn Unvergeßlichkeiten des Lebens. Das Wahrzeichen Smyrnas, 1 rn ',be'6en Brüder", malerische Doppelberge der nahen Gebirgshalbinsel 1 8«n bann tiesschwarz mit bläulichem Hauch — wirklich am besten mit
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Heidelbeerfarbe zu vergleichen; die Sattheit der Himmelsfärben, saftroter wie goldgelber, die messerscharfe Klarheit der großzügigen Berglinien, das Schimmern der weißen Häusermassen und die dunkel ragenden Zypressen machen dieses Bild zu etwas Einzigartigem.
Ueberroältigenb wie das zornige Antlitz der Natur ist hier auch ihr schönes und friedliches, — von majestätischer Ruhe und üppiger Fülle. So bietet denn auch schon im Vorfrühling die Umgebung von Smyrna und die weiten, grünen Tolslächen bisweilen durch sehr ansehnliche Gebirgspässe geschieden, ein herrliches Bild mit den fruchtbaren Olivenhainen, riesigen alten Zypressen und türkischen Brunnen, den blüten- durchwucherten Weinfeldern und vor allem den Scharen von herrlichen glutroten und luftigblauen großen Anemonen neben viel Mohn. Sämtliche Schattierungen von Tiefpurpur bis Blaßrosa, von Violett und Stahlblau bis Zartbläulich sind auf Halden und am Rande der Bergwege vertreten, ein Anblick von überwältigender Fröhlichkeit; dazu die mannigfache Obstblüte und das zarte Grau der Oliven. Die Feigenbäume treten um diese Jahreszeit noch nicht so stark hervor, trotz der berühmten „Smyrna- Feigen", die meist aus anderen Orten stammen.
Alt-Smyrna, einst auf stattlicher Höhe im 11. Jahrhundert v. Ehr. gegründet und weiter zurück im Bergland gelegen, zeigt nur noch spärliche Reste von Befestigungen und zyklopischen Mauern zwischen einem Gewirr von Felsblöcken, sowie das sagenhafte Grab des Tantalus — heute eine wüste, großartige Felstrüinmerstütte. Auch ein gut erhaltenes Felsenbildnis am Gebirgspaß von Karabele in der weiteren Umgebung Smyrnas, das einst für das Bild von Ramses II. gehalten wurde (so von Herodot), aber jetzt als Bild eines Hettiterkönigs von zirka 1500 v. Ehr. erkannt ist, bezeugt die einstige Bedeutung dieses vielfach von der Geschichte getränkten Bodens — erstreckte sich doch auch das Reich des Lyderkönigs Krösus und später des Cyrus auf dieser Halbinsel Asiens. Smyrna wird auch als eine der möglichen Geburtsstätten Homers ausgezählt, und man wird verstehen, daß hier die epische, langatmige Breite heldenhafter Gesänge gedeihen konnte. Von hier gelangt man zu den Ruinen von Sardes, der Krösusstadt, der einst so prunkvollen, herrlich gelegenen Königsburg, überfrönt von Schneebergen, nach den Stätten von Pergamon und Troja im Norden, von Ephesus und Milet im Süden; neben anderen einst regsamen Zentren von Kultur- und Geschichts- ereignissen.
Heute herrscht der Türke — der übrigens seiner Sympathie für Deutschland oft herzlichsten Ausdruck gibt; dickbehoste Türkinnen und kopftuchumwickelte Türken arbeiten fleißig in den Lehmdürfern und auf den Feldern. Hier sehen die Frauen wie Männer und die Männer von fern oft wie Frauen aus. Die Kamelkarren rasen, Esel und flinke Pferde durchschreiten ruhig unzählige brückenlose Flüsse und Bäche und bewältigen die oft grundlosen Lehmwege, auch da, wo Auto und selbst leichte Wagen hilflos versagen. Aber von Angora, der neuen Hauptstadt im Innern des Landes, kommen modernere Ideen und Impulse und rütteln an dem asiatischen Gesicht dieser Landschaft und dieser Menschen. Doch es blieb noch, wie Smyrna selbst, unbeweglich, umspielt vom geheimnisvollen Licht des Ostens.
Dunkle Blätter.
Aus dem Taschenbuch eines deutschen Ingenieurs.
Von Max C y t h.
(Fortsetzung.!
Man bat den Sultan um Schutz für die Familien. Abbas, der davon gehört hatte, schickte königliche Geschenke nach Stambul; der Kalif schwieg. Als er durch die Frauen aufs neue gedrängt wurde, fragte er: ,Wo sind eure Beweise?' Wir hatten keine. Da meinte der Kalis: Mas betrübt ihr diesen Abbas, wenn er für euern Glauben eifert? Kann er etwas tun, was Gott nicht will? Laßt ihn in Frieden!' Und auch Zohra Pascha, die meiner Mutter von Zeit zu Zeit Nachricht gegeben hatte, obgleich sich die Frauen nicht liebten, schwieg seit einem Jahre wie ein Grab. Bei Gott, Baschmahandi, es waren schwüle Tage, wie ihr sie in Europa schon lange nicht mehr kennt.
So wurde es Juli, und unser Schaaban kam heran. Nur Said in Alexandrien war sorglos wie immer und im Begrisf, nach Marseille abzüreisen, um in Frankreich eine Fregatte zu bestellen. Das Geld für das Schiff hatte er in der Tasche, und von Marseille nach Monako war es nur ein Sprung. Er freute sich schon auf das zweite Schiff, denn er war entschlossen, es spielend zu erobern. — Aber, Ranies, wahrhaftig, du schläfst! Erzähle weiter, damit du wach bleibst!"
„Ich schlafe so wenig, als ich vor zehn Jahren in der Nacht des Verhängnisses geschlafen habe", sagte Romes ernst. „Willst du, daß ich vor den Ohren des Bafchmahandis, des Fremdlings, erzähle?"
„Er ist kein Fremdling für uns", sprach Halim mit ungewohnter Wärme, „und er weih, was alle Welt weiß. Erzähle!"
„Ich war unter mancherlei Not und Gefahr im Dienst Abbas Paschas ein großer Junge geworden", hob Romes Bey ohne weitere Umstände an, „und verwaltete noch meine Pfeifen, als der Pascha schon drei Jabre lang Mzekönig gewesen war. Da wurde ich plötzlich abgesetzt und kam zu den Pferden in den Marstall. Ich dankte dem Allgütigen, denn ich liebte die Pferde weit mehr als die Pfeifen und konnte reiten, ohne cs gelernt zu haben, wie ein Beduine. Meine Kameraden hatten nicht nötig, mich zu bedauern.
Der Grund aber meiner Absetzung war dieser: Der Pascha hatte zwei neue Mamelucken aus Stambul erhalten, zwei Brüder, Tscherkessen, die noch die Sprache der Berge kannten und frisch waren wie' zwei junge Adler. Sie hießen wie die heiligen Märtyrer: Hussein und Hassan. Wie diese waren sie Zwillinge und prachtvolle Leute; dabei gewandt und anstellig, obgleich sie noch kein Wort Arabisch verstanden. Das alles mar, was Abbas liebte. Wenn er genug hatte an seinen Papageien und Assen, wollte er schöne Frauen um sich haben und schöne Männer. Gott wird den Sünder verdammen!"


