Ausgabe 
9.5.1930
 
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nnftmc von Trinkwasfer. Endlich sind In der Skidsee die Auslegerboote niet'r Stämme trefflich gebaut, auch Segel, sogar drehbare Masten, waren in Lebrauch. Wie viele Naturvölker, so haben auch die Osterinsulaner alte Ueberlieferungen gewissenhaft aufbewahrt. Diese alten Berichte stimmen säst ausnahmslos darin überein, daß die ersten Bestedler der Insel von Westen kamen. Schon dem großen Meefahrer Cook also lange vor der scheußlichen Wegschleppung voll Eingeborenen durch chilenische Skla­venhändler um 1860 war es aufgefallen, daß sein Begleiter von Tahiti sich mühelos mit den Eingeborenen unterhalten konnte und es ist doch gewiß kein Zufall, daß es auf Tahiti steinerne Ahnenfiguren gibt, die »war wesentlich kleiner als die Kolosse der Osterinsel sind, aber doch mit ihnen verglichen werden können. Daraus soll nun nicht der etwas vor­eilige Schluß gezogen werden, die Ureinwohner der Insel seien von Tahiti selbst gekommen, es ist nur ein wertvoller Wink auf die Richtung, ous der die ersten Siedler kamen. Aber es gibt noch weitere Hinweise. Die holzgeschnitzten Figuren der Osterinsulaner sind äußerst hager, haben dünne Arme und einen ausgesprochen semitischen Typus. Davon kann man sich leicht überzeugen, wenn man im Berliner Museum für Völker­kunde den Schrank mit den Kunstwerken der Osterinsulaner betrachtet. Diese Typs zeigen in extremer Weise auch einige aus Tuff gemeißelte Köpfe von der Insel.

Nun finden sich auf Neu-Guinea holzgeschnitzte Ahnenfiguren mit eng anliegenden Armen und semitischen Gesichtszügen. Bei den letzten Expe­ditionen, die ins unerforschte Gebiet der Rieseninsel vorstießen, entdeckte man Stämme von rein semitischen Zügen. Es muh also damit gerechnet ©erben, daß von diesem weiten Jnselgebiet kühne Seefahrer diese gibt es dort noch heute über Melanesien bis zu den einsamsten Gestaden der Osterinsel vordrangen. Auch andere Arbeiten, wie der holzgeschnitzte Kopf, den Knoche in seinem grundlegenden Buch Über die Osterinsel abbildet, erinnern den Verfasser an Kunstbetätigungen aus Neu-Guinea und anliegenden Inseln.

Schädel von Osterinsulanern werden zur Zeit von Prof. Aichel in Kiel untersucht; nach freundlicher Mitteilung dieses Forschers zeigen diese zwar keine Beziehungen zu Melanesien, aber doch zu westlich der Oster­insel gelegenen Gebieten. In der Tat sind bis jetzt keine auch nur einiger­maßen sichere Anzeichen von Beziehungen der Insel nach Osten zur süd- amerikanischen Küste bekannt.

In noch höherem Maße als die hölzernen Kunstwerke können die getürmten Steindenkmäler zur Lösung des geheimnisvollen Schleiers, der dje Insel noch immer umweht, herangezogen werden. Die Statuen sind alle aus ein und demselben vulkanischen Gestein (mit Ausnahme der höchst ausfälligen Kopfbedeckungen), ja man kennt solche Bildnisse, die erst zur Hälfte aus dem Fels herausgehauen sind. Die fertigen Statuen stehen, von einigen wenigen abgesehen, nah beieinander. Sie sind also in gleicher Weise der Verwitterung ausgesetzt. Diese kann darum besonders gut beob­achtet werden, weil die wuchtigen Figuren, die auf frühere wie heutige Forscher mit ihren monumentalen Maßen einen geradezu faszinierenden Eindruck machen, auch auf der Rückseite Skulpturen zeigen. Ist die An­nahme richtig, daß es sich hier um eine Verherrlichung von Herrschern handelt und rechnet man für jeden Regenten 30 Jahre, so kommt man auf etwa 9000 Jahre. Nimmt man nur 15 Jahre an, so erhält man einen Zeitraum von 4500 Jahren. Dabei ist die Zahl von 300 Statuen nur ein Minimalwert, denn wieoiele gestürzte Statuen noch in der Erde ruhen ober in die verschiedenen Museen der Erde gekommen sind, ist unbekannt. Selbst wenn man mit dem eben genannten kürzesten Zeitraum rechnet, muh die Einwirkung von Wind und Wetter, die Erosion, die ältesten Figuren stärker als die jüngeren angegriffen haben. Der Verfasser schlägt darum vor, alle Statuen genau auf Erosionserscheinungen untersuchen zu lassen und entsprechende chronologische Tabellen anzufertigen.

Fragen wir uns nun, wie ist die Schrift wohl auf der winzigen Insel entstanden? Es handelt sich um äußerst zierliche Buchstaben, durchaus ver­gleichbar den Hieroglyphen der alten Aegypter, die in Holztafeln, Schiffs- planken ufw. eingeritzt wurden. Einzig dastehend ist ein Hohlzylinder, der sich km Naturhistorischen Museum zu Santiago de Chile befindet und der über und über mit feinen Schriftzeichen bedeckt ist. Keiner von den heuti­gen Einwohnern der Insel kann die geheimnisvollen Schrifttafeln lesen, es läßt sich aber durch die Untersuchungen des Ehepaars Routledge, die eineinhalb Jahre auf der Insel weilten (kurz vor dem Weltkrieg), wahrscheinlich machen, daß ein sehr alter Einwohner noch gewisse Vor­stellungen vom Inhalt der Tafeln hatte. In diesem Zusammenhang ist es auch wesentlich, daß die Einwohner Frau Routledge noch die Namen der Bildhauer nebst ihren heute noch lebenden Verwandten angeben konnten. Jeder, der diese Schriftproben z. B. im Berliner Museum für Völkerkunde betrachtet, wird überzeugt fein, daß die ausfällig regelmäßigen Schrisi- zeichen eine sehr lange Entwicklung hinter sich haben. Nirgends in den ungeheueren Weiten von Australien und Polynesien hat man dergleichen gesunden. Es ist nun bei aller Anerkennung der vielseitigen Begabung dec Eingeborenen sehr unwahrscheinlich, daß diese Fertigkeiten auf einem Eiland von 170 Quadratkilometer entstanden. Auch hier soll probiert wer­den, auf geologischem Wege weiter zu kommen. Die Insel ist rein vul­kanisches Gebilde, überaus reich an Vulkankratern, die heute nicht mehr tätig sind. Es wäre nun durch Grabungen festzustellen, ob und welche von den Statuen von jungen vulkanischen Auswürflingen umhüllt werden. Andeutungen, daß manche Kolosse in vulkanischem Material stehen, finden sich gelegentlich in der Literatur, sie sind aber zu allgemein gehalten, um eine geologische Anschauung zu geben.

Die steil in die Tiefe stürzende Insel wird sehr stark vom Wogen- «nprall angegriffen. Die Verkleinerung der Insel schreitet abgesehen von der Weichheit der meisten vulkanischen Tuffe auch darum besonders ichnell vorwärts, weil die weiten und zahlreichen Höhlen des Küstengebiets ?.°,n .jeder größeren Flut bedroht werden und oft zusammenbrechen. End- ^.ll1bn l'ch auf der Insel in 15 bis 20 Meter Höhe noch Brandungs- A,°vhlen, die auf starke Bodenbewegungen hindeuten. Dem widerspricht io?» gegenwärtig eine gewisse seismische Ruhe herrscht. Im Jahre wurden bei dem Felsen San Felix y San Ambrosio ein untermeeri- i>er Vulkanausbruch beobachtet, das Meer schien zu kochen und durch die

Eruption wurden zahlreiche Meerestiere und sogar Vögel getötet. In dem geologisch gesprochen nicht weit entfernten Gebiet der Robinson- Insel wurden wiederholt unterseeische Ausbrüche und Bodenerscheinungen beobachtet. Aus den angegebenen Gründen geht hervor, daß die Insel früher ganz andere Ausmaße als heutigen Tages gehabt haben muß, mindestens ein mehrfaches der heutigen Größe.

Die mehrfach aufgestellte Behauptung, daß in der Gegend der Oster­insel ein Kontinent versunken sei, ist durchaus unbegründet, lassen sich doch nicht einmal untermeerische Gebirge dort nachweisen. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß das Problem der Osterinsel auf geologischem Wege seiner Lösung näher gebracht werden kann.

Pique-Dame.

Novelle von Alexander S. Puschkin.

(Fortsetzung.)

Eine Bitte, mein Kind", sagte Lisaweta Iwanowna, durch diese Be­merkung aufgebracht.Bringen Sie mir keine Briefe mehr! Und dem, der Sie geschickt hat, sagen Sie, er solle sich schämen ..."

Aber Hermann lieh nicht nach. Lisaweta Iwanowna erhielt von ihm jeden Tag einen Brief, auf diese oder jene Art. Sie waren nicht mehr aus dem Deutschen Übersetzt. Hermann schrieb sie von Leidenschaft erglüht und sprach darin mit seiner eigenen Zunge; in ihnen fand beides feinen Ausdruck: sowohl die Unabänderlichkeit seines Entschlusses, als auch die Wirrnis seiner ungezügelten Einbildungskraft. Lisaweta Iwanowna dachte nicht mehr daran, sie zurückzuschicken; ihre Seele trank sie, sie begann pe zu beantworten, und ihre Briefe wurden von mal zu mal länger und inniger. Endlich warf sie ihm eines Tages folgenden Brief zum Fenster heraus: Heute ist Ball beim Gesandten ***. Die Gräfin wird dort fein. Wir bleiben bis zwei Uhr. Ihnen ist eine Gelegenheit gegeben, mich allein zu sehen. Sowie die Gräfin bas Palais verlassen hat, gehen ihre Leute gewöhnlich auseinander. Im Hausflur bleibt nur der Portier. Doch auch er geht meist in feine Kammer. Kommen Sie um halb zwölf Uhr! Gehen Sie geradeaus die Treppe hinauf! Wenn Sie, jemandem im Flur be­gegnen, so fragen Sie, ob die Gräfin zu Hause sei. Man wird Ihnen nein" sagen dann ist nichts zu machen und Sie müssen umkehren. Wahrscheinlich aber werden Sie niemanbem begegnen. Die Mädchen sind alle zusammen in einem Zimmer. Aus dem Vorzimmer treten Sie nach links und gehen geradeaus in das Schlafzimmer der Gräfin. Dort sehen Sie hinter Wandschirmen zwei kleine Türen: die rechts führt ins Kabinett, wohin die Gräfin niemals kommt, links die Tür führt in ben Korribor, bort sehen Sie eine schmale Wendeltreppe: diese führt in mein Zimmer."

Hermann bebte wie ein Tiger, indem er auf die ihm bezeichnete Stunde wartete. Um zehn Uhr abends stand er schon vor dem Haus der Gräfin. Das Wetter war schrecklich; der Wind sauste, nasser Schnee fiel in Flocken; die Laternen leuchteten düster; die Straßen waren leer. Ab und zu fuhr eine Droschke, darinnen ein verspäteter Gast saß, von einem mageren Gaul gezogen, vorbei. Hermann hatte nur einen Ueberzieher an, er spürte weder Wind noch Schnee. Endlich fuhr der Wagen der Gräfin vor. Hermann sah zu, wie die Lakaien auf den Händen eine bucklige Greisin, ganz in einen Zobel gehüllt, in ben Wagen trugen und wie gleich nach ihr im leichten Mantel, frische Blumen im Haar, das Gesellschaftsfräulein hineinhuschte. Die Wagentür fiel zu. Der Wagen be­gann schwer über ben bünnen Schnee zu rollen. Der Portier schloß das Tor. Die Fenster erloschen. Hermann begann um bas leere Haus herum­zugehen. Er trat zu einer Laterne, sah nach der Uhr; es zwar zwanzig Minuten nach elf. Er blieb bei der Laterne stehen, folgte mit dem Auge dem Uhrzeiger und wartete, bis die Minuten vorbei waren. Punkt halb zwölf trat Hermann auf die Rampe des gräflichen Hauses und ging in ben grell erleuchteten Hausflur hinein. Der Portier war nicht zu sehen. Hermann ging bie Treppe hinauf, öffnete bie Tür ins Vorzimmer und fah hier einen Diener, unter der Lampe schlafend, in einem altmodischen, be­schmutzten Lehnsessel. Leichten und sicheren Schrittes ging Hermann an ihm vorbei. Der Saal und das Speisezimmer waren dunkel. Eine Lampe aus dem Vorzimmer beleuchtete sie schwach. Hermann ging ins Schlaf­zimmer. Vor dem Heiligenschrein, der mit alten Bildern behängt war, brannte eine goldene Lampe. Verschossene Fauteuils, an denen die Ver­goldung schon abfiel, und Sofas mit großen Kissen standen traurig der Reihe nach an den mit chinesischen Tapeten behängten Wänden entlang.

Hier hingen auch zwei Porträts, von Lebrun gemalt Eines stellte einen vierzigjährigen Mann bar, rot und dick, in grüner Uniform, mit dem Stern; das andere eine junge Schönheit mit kühn geschwungener Nase, die Schläfenhaare heraufgekämmt, eine Rose in ben gepuderten Locken. Alle Winkel und Ecken waren angefüllt mit Hirtenfzenen «us Porzellan, Stehuhren, Werken des berühmten Leroy, kleinen Körben, Rouletten, Fächern und anderen Nippes eines Frauensalons, Erfindungen bes verflossenen Jahrhunberts fo gut wie bet Montgolfiersche Ballon und der Mesmersche Magnetismus. Hermann trat hinter ben Schirm. Da staub ein kleines eisernes Bett. Rechts befanb sich bie Tür ins Kabinett; links bie in ben Korridor. Hermann öffnete diese, sah bie schmale Wendel­treppe, bie von hier ins Zimmer ber Lisaweta Iwanowna führte. Aber er kehrte um unb ging ins buntle Kabinett.

Die Zeit dehnte sich enblos. Alles war still. Im Speisezimmer schlug es zwölf Uhr, in allen Zimmern schlugen bie Uhren eine nach der anderen unb alles warb wieder in Schweigen getaucht. Hermann stand da, an einen kalten Ofen gelehnt. Er war ruhig, das Herz schlug gleichmäßig wie bei einem Menschen, ber zu etwas Gefährlichem, aber durchaus Not­wendigem entschlossen ist. Die Uhr schlug zwei Uhr, von weitem horte er das Änrollen des Wagens. Eine unfreiwillige Unruhe überkam ihn. Der Wagen fuhr vor und hielt an. Er hörte, wie ber Wagentritt herunter- qelaffen würbe. Im Hause würbe es unruhig. Leute gingen, Stimmen würben laut, das Haus erhellte sich. Ins Schlafzimmer traten drei alte Stubenmädchen, die Gräfin folgte ihnen, halb tot, unb ließ sich in einen großen Fauteuil fallen. Hermann fah durch eine Ritze. Lisaweta Iwa­nowna ging an ihm vorbei. Hermann hörte ihre Schritte bie Wendel-