Ausgabe 
8.8.1930
 
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Tenms durch die Jahrhunderte.

Von Dr. Bernd Bab.

In diesen Tagen finden in Hamburg die deutschen Tennismeister­schaften statt. Deutsche, Engländer, Franzosen, Japaner, Australier und Vertreter vieler anderer Nationen werden um die höchsten Würden des deutschen Tennissportes miteinander kämpfen, Tausende von Zuschauern acht Tage lang die Meisterschastsplätze umsäumen, und in den Zeitungen werden seitenlange Aussätze über die Spiele berichten. Als 1892 auf den­selben Plätzen zum erstenmal. eine deutsche Tennismeisterschaft aus- gekämpft wurde, da war das eine Angelegenheit reicher Leute, kaum daß in Sportzeitungen davon Notiz genommen wurde. Jetzt befindet sich der weiße Sport auf dem Wege zum Volkssport, einem Wege, den schon die Vorfahren unseres Sportes beschritten haben, der aber immer wieder vonhöchster Stelle" abgeschnitten wurde. Denn das Tennisspiel ist viel älter als unser modernes Tennis, das in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in England entstand.

Von Fußball und ähnlichen Spielen abgesehen, beruht noch heute die Mehrzahl unserer Ballspiele auf dem einfachen Prinzip, durch geschicktes Treiben des Balles den Gegner mattzusetzen. Das sehen wir z. B. beim Tamburinspiel, beim baskischen Pelots und vor allem beim Faustball. Fußball ist das erste dieser Spiele, die eigentliche Urform des Tennis, denn es ist leicht zu spielen und erfordert keine kunstvollen Geräte. So sinken wir schon die alten Römer eifrig mit ihrem Ballonspiel beschäftigt, und im mittelalterlichen Italien war Giueeo di Palone (aber noch ohne Leine zwischen den Parteien gespielt) der Sport der vornehmen Welt, besonders die Medici glänzten darin das Volk durfte nur zusehen. Noch Goethe berichtet in derItalienischen Reise" aus Verona:Als ich heute wieder von der Arena wegging, kam ich einige tausend Schritte davon zu einem modernen öffentlichen Schauspiel. Vier edle Veroneser schlugen Ball gegen vier Vicentiner. Sie treiben dies sonst unter sich das ganze Jahr, etwa zwei Stunden vor Nacht; diesmal wegen der fremden Gegner lief das Volk unglaublich zu. Es können immer vier- bis fünf­tausend Zuschauer gewesen sein." Das war also, wie man heute sagen würde, ein Repräsentativkampf zweier Städtemannschaften. Auch im heu­tigen Italien ist dieses Spiel noch sehr beliebt, aber jetzt braucht das Volk sich nicht mehr mit dem Zusehen zu begnügen es ist zum Volksspiel geworden. In Deutschland fand es ebenfalls viel Anklang und der Ballon- xlatz in Darmstadt z. B. weist noch darauf zurück.

Aber nicht nur in Europa, sondern auch in einem Lande, in dem man es kaum erwartet hätte, begegnen wir diesem Spiel. Als die Spanier unter Cortez nach Mexiko kamen, waren sie verwundert, dort ein Spiel zu finden, ganz ähnlich dem, das sie in ihrer Heimat zu sehen gewohnt waren. T l a ch t l i nannten es die Mexikaner und spielten es in großen, prunkvollen Bauten unter feierlichen religiösen Zeremonien. So eng war dort das Ballspiel mit dem Kultus verflochten, daß die Sage sogar den Nationalgott Vitzliputzli hat aus einem Ball entstehen lassen. Das hinderte aber nicht, daß die Spieler aus ihrer Betätigung ein Geschäft machten. Sie spielten um Riesensummen, die Könige oft um ganze Städte. Ein Zeichen dafür, wie verbreitet gerade zur Zeit Montezumas das Tlachtli mar, ist die Tatsache, daß viele unterworfene Provinzen ihren jährlichen Tribut in Bällen abzuzahlen hatten.

In Europa hatte sich schon Ende des 13. Jahrhunderts ein neuer Sport entwickelt, der eine Abart und Umbildung des alten Ballspiels in der Richtung zum modernen Tennis und dessen eigentliche Urform war das Jeu de Paume. Nur zwei kleine, aber wesentliche Neuerungen waren nötig, um diese Umwandlung zu schaffen: Statt des großen nahm man kleine Bälle und spannte zwischen die beiden Parteien ein Seil. Schließlich kam auch noch der Schläger dazu. Das Spiel hieß, wenn es im Freien gespielt wurde, Longue Paume, wurde es in einem der in ganz Europa sehr zahlreichen Ballspielhäuser gespielt, Courte Paume. Die Regeln waren ziemlich kompliziert und erinnern insofern etwas an das heutige Pelota, als auch die Wände der Halle mit ins Spiel einbezo­gen wurden. DasSpiel der Könige" war besonders in Frankreich ver­breitet. Die französischen Könige spielten nicht nur selbst hervorragend Heinrich II. war der beste Spieler seiner Generation, und Heinrich IV. war so leidenschaftlich bei der Sache, daß er selbst am Tage nach der Bartho­lomäusnacht, also geradezu unter Lebensgefahr, fein Ballhaus besuchte fie griffen auch gesetzgeberisch in den Spielbetrieb ein. Paume zu spielen, war ein aristokratisches Vorrecht, aber auch das Volk hatte Freude an dem Spiel, und so entstanden in Paris zahlreiche Ballspielhäuser für die "äderen Schichten. Um die gesellschaftliche Schichtung aufrechtzuerhalten, wurden dann von Zeit zu Zeit Edikte erlassen, durch die derartigen Unternehmungendie Konzession entzogen wurde". Auch die Herstellung der Bälle und andere Kleinigkeiten wurden von den Königen überwacht.

In Deutschland gab es auch zahlreicheBallenhäuser", besonders in dm großen Handelsstädten, wo die Patriziersöhne und die Söhne des Adels sich betätigten. Augsburg, Stuttgart, Regensburg, Straßburg, Tübingen waren die wichtigsten. In Wien am Ballhausplatz steht heute "och ein ehemaliges Ballenhaus und dient als Kanzlei. Da sich über« Haupt der Paumesport in Deutschland nicht so lange hielt wie in Frank­reich und England, mußte man mit den großen und kostspieligen Bauten etwas anderes anfangen, und so wurden aus ihnen Theater, Museen, Gasthäuser und selbst'Kirchen.

Bon Frankreich aus gelangte das Paume nach England und hier erhielt es den Namen, den es bis heute behalten hat: Tennis, den man » n "gemein zurückführt auf das französischeTenez" = haltet den IiA 'x Entwicklung hier war der in Frankreich außerordentlich ähn- ri*\mS $*nnis war auch hier ausgesprochenkönigliches Spiel". Hein- ßw 65 eifrig auf dem Spielhof in Windsor. Der venezianische

nrita wJl Elustiniani berichtet von ihm:Er liebt das Tennis außer-

«miich, unb es ist das reizendste Bild von der Welt, ihn spielen zu Llrf ®enn seine zarte Haut durch ein Hemd von feinstem Gewebe her- $nin>U 1" taub es in England ebenso wie in Frankreich beim Kerb 1° viel Anklang, daß durch Verbote dagegen angegangen

Wn mußte, unb unter Cromwell wurde es vorübergehend sogar gänz­

lich verboten. So bekannt war Tennis in England, daß wir ihm 8d Shakespeare öfters begegnen rönnen, z. B. inHeinrich V.", wo der fran­zösische Dauphin dem englischen König Tennisbälle schickt mit dem Rat lieber Tennis zu spielen als Provinzen zu erobern, was diesen (in Schle­gels nicht sachverständiger Uedersetzung zu der Erwiderung veranlaßt:

Wir freun uns, daß der Dauphin mit uns scherzt. Habt Dank für Eure Müh' und sein Gefchenkl Wenn wir zu diesen Bällen die Raketten Erst ausgesucht, so wollen wir in Frankreich Mit Gottes Gnad' in einer Spielpartie

Des Vaters Kron' ihm in die Schanze schlagen; Sagt ihm, er ließ sich ein mit solchem Streiter, Daß alle Hose Frankreichs ängstigen wird Der Bälle Sprung."

Bis zum französischen Revolutionsschwur im Ballspielhaus war in England wie in Frankreich dieses Tennis ziemlich gleichmäßig entwickelt. Aber im 19. Jahrhundert verschwand es in Frankreich, trotz des Inter­esses, das noch Napoleon III. dafür bezeugte, fast ganz, während es in England verwilderte. Jeder spielte nach eigenen Regeln und zahlreiche Spiele bildete sich heraus, die nur noch eine sehr ungefähre Aehnlichkeit mit dem alten Tennis hatten.

Die Entwicklung des modernen Tennis begann, als 1874 der Major Wingfield für fein GesellschaftsspielSphairistike" ein Patent beantragte. Das war noch nicht unser weißer Sport der Platz war kein Rechteck, sondern hatte die Form einer Sanduhr und die Netzhöhe konnte beim Auf­schlag nach freier Vereinbarung verändert werden aber die Grundlage, auf der er sich weiter entwickelte. Eine Kommission schuf weitere Regeln, der All-England Croquet-Club nahm sich des Spiels mit Eifer an, und schon 1877 fand das erste Meisterschaftsturnier in Wimbledon statt.

Von England aus und durch Engländer verbreitete sich nun der neue Sport mit erstaunlicher Geschwindigkeit durch die gange. Welt. In Deutsch­land wirkten Robert von Fichard und Freiherr von Sieben als Vor­kämpfer. Schon 1885 gab der deutsche Sprachverein ein von Fichard bearbeitetes Merkblatt heraus mit deutschen Uebersetzungen der englischen Ausdrücke, die fast alle noch heute Anwendung finden. Freiherr von Sieben wirkte in Hamburg. Dort entstand unter feiner Führung 1885 der Sislaufoerein vor dem Dammtor, der 1892 die ersten deutschen Tennis­meisterschaften veranstaltete. Seit diesem Jahre ist es Privileg Hamburgs, daß dort die deutschen Meisterschaften stattfinden. Man hat zwar schüch­terne Versuche gemacht, den Hamburgern dies Privileg zu nehmen unb etwa nach Berlin zu legen, aber noch waren sie nicht von Ersolg gekrönt, und ob sie es je sein werden, ist sehr fraglich. Wenn aber--dann hat

mit dem Jahre, in dem Hamburg die Meisterschaftsaustragung verlier^ bestimmt ein neues Kapitel deutscher Tennisgefchichte begonnen.

Mathilde Möhring.

Roman von Theodor Fontane.

(Fortsetzung.)

Die Mohrings hatten bis Mitternacht gewartet unb ben Tee schon zweimal wieber ausgegossen. Als aber ber Mieter noch immer nicht da war, sagte die Alte:Thilbe, was sollen wir so viel Petroleum verbren­nen, nu kommt er doch nicht mehr. Und wenn er kommt, wird er wohl auch nich wollen, daß wir ihn so in seinem Zustand sehen. Er wird wohl in Töpfers Hotel fitzen, im Keller unten, da sitzen sie immer."

Und danach waren sie zu Bett gegangen und lagen auch still unb sprachen nicht. Aber von Schlafen war keine Rede. Thilbe beschäftigte sich mit seiner Haltung während des ganzen Abends und dieser nächtlichen Kneiperei, die ganz jenseit ihrer Berechnungen lag, und die Alte war noch immer bei dem Stück. Es schlug schon eins, als sie sich ausrichtete und leise sagte:

Thilbe, schläfst du schon?"

Nein, Slutter."

Das is gut, Kind, mir is so angst. Ob es von dem Tee is? Aber ich habe solch Herzschlagen und sehe immer den alten Mann..

Ach, laß doch den alten Mann, Slutter, der schläft nu schon zwei lange Stunden, und du mußt auch schlafen."

Und bas einzige is, daß der Rotkopf..

Ja, ja, ber hat nu seinen Denkzettel."

Unb was wohl aus dem armen Wurm, dem Fräulein, geworden is wie hieß sie doch?"

Amalia."

Richtig, Amalia... Ja, die is nu so gut wie eine Waise. Denn wenn sie den Alten auch wieder herausgeholt haben, lange kann ers doch nich mehr machen."

Sein, das kann er nicht, Mutter. Ader jetzt werde ich dir ein ©las Wasser holen, und bann legst bu dich auf die andere Seite."

Na, ich werde mal bis hundert zählen."

*

Es war darauf gerechnet worden, daß Hugo spät aufstehen würde, aber bas Gegenteil geschah: er klingelte früher als gewöhnlich unb mußte wohl zehn Minuten auf sein Frühstück warten. Thilbe wollte diese Verspätung entschulbigen. Er meinte aber, es hätte nichts zu sagen, er müsse sich entschuldigen. Um vier nach Haus kommen und um sieben Frühstück, das sei beinah unnatürlich. Ob es denn hübsch gewesen fei, bas heißt, ob sie sich amüsiert hätten, unb wie ihnen Rybinski gefallen habe? Er wolle aus- gehen unb gleich in den Zeitungen nachsehen, ob er gelobt fei. Daß sie nicht geklatscht hatten, sei sehr gut gewesen. Es falle auf und schade bloß und heiße dann in den Zeitungen, es sei alles Claque gewesen. Uebrigens hätte Rybinski ihm gesagt, er werde wieder Billette schicken, wenn er in einer neuen Rolle aufträte. Das sei in ber nächsten Woche: Dunois, Bastarb von Frankreich.

Sie kennen die Rolle, Fräulein Thilbe?"

Ja. Den Dunois kenne ich", sagte sie mit Betonung des Samens