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Halb zwölf. Tee und Toast in einem seltsamen Restaurant, das an andere seltsame Restaurants erinnert, durch die man passierte. Solche in Hafenstädten, an deren Wänden Rettungsgürtel gestrandeter Schisse hingen. An das Matrosengasthaus in Brest, das als Zimmerschmuck gigantische Hummerscheren trägt. An die Bouillabaisse-Kneipe in Mar- eille, nahe dem alten Hasen, in der an verschmutzten Holztischen das änderbarste Publikum der Welt vereinigt sitzt. Hier schweben, wie Riesen- chmetterlinge, winzige Flugzeugmodelle, Fokker, Formans, silberne, blaue, wolkenweihe von der Balkendecke. Die Fenster gehen aufs Flugfeld. Auf der grünen Rasenfläche stehen, geduldig, sanft, noch ohne Flügelzittern die gleichen sonderbaren fühlerlosen Falter, in Blau, in Silber, in Weiß.
Elf Uhr sünfundvierzig. Der große Falter, der blaue Bogel, bleu royal, Mittelmeerblau, ist der Farman, der in den Süden führt. Er ist kleiner, als man dachte, schmäler als man dachte, anders, anders als man dachte. Steht gehorsam, still, geduldig, zauberisches Fabelwesen, und wartet, daß man sich ihm anvertraut. Jetzt, mein Gott, ja, ist alles Wirklichkeit, herrliche, unverwischbare, nichts Traum mehr, und man vermag den blauen Leib, der durch die Lüfte fährt und sanft genug ist, sich Fahrplan und Ankunftszeit unterzuordnen, zu betasten, zu streicheln, als wäre er ein Boot, ein Pferd, ein Mensch.
Röhrend, rauschend, knatternd steigt Propellerlärm in die Luft. Körper und Hirn sind in Alarm geworfen. Das Herz hämmert wildeste, wildeste Freude. Wie bewußt alles Leben ist! Wie herrlich das Leben ist! Alles Müde, Resignierte, dieses Gift, das immer höher steigt und böser wird und das man in diesem Stadtdasein, beengten und verfluchten, endgültig glaubte, — nichts ist davon mehr da, kein Tropfen, — die ganze Kraft, das Gespanntsein der besten Jahre ist zurückgekehrt, verzehnfacht noch durch das Bewußtsein der unendlichen Kostbarkeit.
Alles geht rasch, rasch wie im Traum. Untergebracht in dem Fauteuil beim Fenster, in Decken eingewickelt, sonderbarer und rührender Komfort, wenn man ausfährt, eine neue Welt zu entdecken, Ledergestalten, Kommandorufe, der Motor, der anspringt, der Stahlleib, der zittert (Bewegung, die bis in die Adern, bis ins Gehirn weitergeht), der los- sährt, plötzlich und donnernd, stößt, schwankt, als begänne er ein gigantisches Flügelschlagen und der sich mit einem Male vom Erdboden löst, ganz sanft, ganz ruhig, ganz beherrscht, sich in die Höhe schraubt, fort von der räderzerpflügten, kotigen Rasenfläche, fort von den tanzenden Hangars in einen opalenen, fremden und wunderbar vertrauten, neuen, neuen Himmel hinein.
Das Gesicht an die Fensterscheibe angepreßt. Schauen, schauen: das also ist die Erde; Wald Gesträuch, ineinandergeschoben, zusammengekauert, Farbenflecken, Felder, seltsame ordentliche Quadrate, durch die die Pflug- snrche fährt, wie von einem Riesenkamm gezogen. Sanft, verdeckt sind die Farben, Braun, Biolett, Bistre und stumpfes Grün. Die Stadt, rauchend, dunstüberschleiert, gigantisch, unheimlich, herrlich, verschwindet immer mehr. Wie verloren in der Unermeßlichkeit winzige Häusergruppen, Arbeiterkolonien, Hangars, Fabrikschlote. Wieder Felder, Felder. Farben- durcheinander, als hatte man eine Musterkarte aufgefächert. Mitten hinein Buchenwälder in brennendem, triumphierenden Feuergelb. Gehöfte. Ein Friedhof, winzig, geordnet, wie eine Mineraliensammlung, lieber den Tragflächen Wolkenbänke in Silber, Braun und Gelb. Dann wieder reinstes, unwahrscheinlich klares Himmelblau. Für Augenblicke ist es, als stünde der Motor still, — kein Schwanken, kein Zittern, keine Sprünge. Sanftes, unfaßbares Ueber-die-Erde-hinweg, Jn-die-Wolken-gleiten.
Gegen Mittag zu steigt die Maschine höher und höher. Häuser, Kirchen sind nur winzigstes Spielzeug mehr. Unter dem rasenden Propeller rauchen Wolkenfetzen. Der Höhenmesser weist auf zwölfhundert. Durch die Wolken hindurch das Fabel-Spiel der Farben. Erdbraun. Aufzuckendes Silber der Flüsse. Brennende Buchen. Ein Steinbruch, Karmin, wie geronnenes Blut. Wolkenstaffeln, die höher steigen, sich ineinander verheißen, solche, die gleiten, die ruhen und solche, in die man triumphierend hineinsährt.
Bor Lyon steigen blaue Hügelzüge auf. Das meergrüne, kalte Glitzerband des Rhone windet sich durch die Landschaft. Spielzeugbrücken, Spielzeughäuser, Spielzeugstadt. Schon angesichts der Dächer, der Häuser, der Türme löst sich opalweißer, zäher Nebel los. Uebersällt das Flugzeug. Wie in Watte gehüllt saust die Maschine dahin. Schwankt, springt los, sinkt, steigt aufs neue. In diesem Augenblicke, in dem Schlingern suhlen Kopf und Herz eine seltsame Leere. Zurückneigen und tiefe Atemzüge, die die scharfe, eisige Luft durch Kehle und Lungen treiben. Wir sinken, sinken. Der Rebel zerreißt. Eine Stadt ist da, Rasenflächen, Hangars. Die Dimensionen ändern sich. Haus wird wieder Haus, Feld wieder Feld. Plötzlich schwankt das Flugzeug, die Erde schießt in die höhe, senkrecht fast, als wollte Haus und Feld und Schuppen auf uns Niederschlagen, — dann das Schütteln und Werfen der Räder, eine scharfe Kurve, — (Erbe, Land, Lyon.
Zehn Minuten Erde. Mittagsläuten. Auf- und Abgehen vor dem blauen Bogel in sanfter und doch glühender Herbstsonne. Das böse Gefühl von vorhin ist verschwunden und Vertrauen, Freude und Gespanntheit sind wieder da. Alles was sich weiter vollzieht, sind Riten, die nicht wehr fremd sind. Gepäckseinwaggonierung, Motoranwerfen, Rädergeschüttel, Aufstieg.
Jetzt bin ich der einzige Passagier. Versuche auf- und abzugehen, die Pilotenrllcken zu betrachten, nach den geheimnisvollen Hebeln, Tastern, Uhren zu sehen. Herrliches, herrlichstes Gefühl. Vertrauen, Sicherheit und dabei Ueberschwang, der Tränen in die Augen treibt. Der einzige Passagier, der zwischen Lyon und Marseille einer wundervollen Destination zuschwebt, fünfzehnhundert Meter hoch, ist glücklich genug, wild genug, »errücft genug, um aus vollen Lungen zu pfeifen, zu fingen, Rigger- lieber, old mans river, — das aufrollende Band der Ströme, der Berge, der Felder im Blick. Verliebt, verliebt in das Leben, wie vielleicht Niemals zuvor.
Die Landschaft: Aspekt, Farbe, Atmosphäre haben sich verändert, vergzüge steigen auf. Felsen leuchten zwischen dem Olivgrün der Wälder. । '«•toter satter, immer tiefer wird das Braun, das Rot, das Violett. Gegen drei Uhr springen Ockerfelsen empor. Welliges, nacktes Gehügel, wie eine
Mondkraterlandschaft. Schluchten, Ströme. Zackiges, zerrissenes Gestein. Spärlich eingestreute Ortschaften mit flachen Dächern, dem satten Sonnen- gelb der Mauern. Dann wieder Einsamkeit. Das Silbergrün der Oliven, Pinien. Schneeige Bergketten in der Ferne. Langsam wächst wildeste, melancholischeste Landschaft empor, über die eine rote, finster glühende Sonne hinläuft.
Der Süden. In den Farben, in den Formen, in der Lust. Gegen vier Uhr springt aus der Tiefe ein zweiter Feuerball. Eine ferne, ferne leuchtende Fläche tut sich auf, in der das Sonnengolb verrinnt. Das Meer, — bie Mediterramiee! Unbegreiflich weit bas schaumige Zickzackbanb der Branbung.-Inseln, Klippen. Rach einer jähen Schwenkung Lanb, Baum- gruppen unb in rafenbem Wachstum Schuppen, Häuser, Hangardächer, — das Aerodrom von Marignane.
Wieder Land, wieder Erde. Der Salzatem des Meeres fährt darüber hinweg. Eine Stunde Autofahrt bis Marseille. Lichtketten, Lärm, Huzen- dröhnen. Das wilde Durcheinander des Bahnhofes. Dann Eisenbahngerüttel, klirrende Abteile, Gänge, voll mit weißmänteligen Spahis, Siegern aus Frejus, Alpenjägern aus Peira Cava.
Hinter den Fenstern Nacht. Mittelmeernacht mit Piniensilhouetten. Aus dem Licht der Stationslampen geistern Palmen und Rosenhecken hervor. Für Augenblicke tritt der Mond aus den Wolken, und die feurige Silbermasse des Meeres leuchtet auf.
Um Mitternacht wieder Licht, Gelärm, Getöse: Nizza. Eine halbe Stunde später die kühle Bergluft von Cimiez. Und dann Sdjlaf, Traum, mit Palmen vor dem Fenster, Meer in der Ferne, Traum, in dem sich die Erde aufrollt wie ein rasendes Band, tausendfältig, schwindet, auf- taucht, näher kommt, in glühendem Rot, sattem Gelb, in Silber und Blau, geliebte, getiebtefte Erde.
Oer GchlunS.
Roman von Alfred Bock.
(Sortierung.)
Enttäuscht zogen die Buben ab. Die Gasse hinunter linkerseits wohnte die Eulerskett. Die hatte ihren einzigen Sohn in Frankreich verloren, bestellte selbst ihr Gütchen und hielt sich tapfer und hochgemut. Die Stadt- jungen kehrten bei ihr ein und trugen ihre Bitte um - Butter vor. Die Eulerskett bewirtete sie mit Quellkartoffeln und Milch. Dann legte sie ein Pfund Butter bereit, holte auch ein Dutzend Eier herbei und nahm nicht mehr, als von der Behörde vorgefchrieben war. —
Zur selben Stunde, da jung und alt sich regte, die Ernte dem Ende entgegenzuführen, sah der Neumüller in seinem Lehnstuhl nahe der Bettstatt und grübelte vor sich hin. Sein Körper zeigte die Merkmale der Erschlassung. Sein Gesicht war blaß und welk. Zuweilen warf er beklemmt die Blicke empor, um sie gleich wieder zu Boden zu senken. Der Doktor hielt für gewiß, daß der Granatsplitter fick) verkapselte. Danach würden die Beschwerden verschwinden. Der Neumüller glaubte es nicht. Husten und Atemnot ließen nicht nach. Dazu die grausigen Bilder aus dem Feld, die ihn unablässig verfolgten. Das Leben in menschlicher Behausung war ihm draußen unwahrscheinlich geworden. In Unterständen und Schützengräben schlichen die Tage öd und einförmig hin. Unaufhaltsam strömte das Wasser von den Wänden, sammelte sich zu schwarzen Lachen. Die Menschen drunten bis oben herauf mit Lehmkrusten bedeckt, hungrig, von brennendem Durst gepeinigt. Und nun ihre Reden.
„Die da oben sollen keinen Krieg führen, wenn sie uns nicht satt zu fressen geben können."
„Sie verdienen's nicht, daß man fein Leben für sie läßt."
„Hinten mästen sie sich und hängen sich Orden an. Mit uns Dummen können fie’s ja machen!"
„Wenn die im Reichstag mal richtig im Dreck bei uns wären, täten sie anders sprechen. Wie's hier aussieht, davon haben sie keinen blassen Dunst."
„Wer glaubt denn an das Getratsch von Haß und Neid? Die da drüben haben die Nase gerad so voll wie wir."
„Ich hab keine Angst vorm Tod, ich möcht aber wenigstens mit einem vollen Magen sterben."
„Man ist so verdreckt und verlumpt. Wenn man mal wieder in einem anständigen Bett liegt, ist's einem schamerig, drin zu schlafen."
„Ich trau den öffentlichen Spenden nicht. In meiner Familie ist soviel Elend. Wenn ich Geld übrig hab, kann ich's da anbringen."
„Lumpen und Betrüger haben ihr Schäfchen im Trocknen!"
„Was hat der Krieg für einen Zweck? Wenn ich meine Ruh hab und mein Brot, bin ich zufrieden."
„Das Geschieße ist doch der reine Wahnsinn! Mit dem Geld, das sie in der Luft verplempern, täten sie besser den Armen helfen."
„Wie's ausgeht, ist ganz Wurst. Die Hauptsache ist, daß Schluß gemacht wird!"
Selten, daß derlei bitteren Worten widersprochen wurde. Einer war da, der stellte sich dagegen, der Feldgeistliche:
„Wir hatten die Kraft und den Geist, bas Ungeheure zu leisten. Kein Opfer, mein ich, ist groß genug, bie Heimat zu schützen. Ihr murrt. Ich aber sage euch: wir werben siegen. Der Sieg kommt von Gott!"
Einmal hatte der lange Müller aus Langsdorf einen Brief von daheim bekommen und erging sich in Schmähungen auf feinen Vater. Der Feldgeistliche hörte es und sprach: „Wer seinen Vater verlästert, beschimpft fid) selbst!" Ein andermal roar’s, baß ber geistliche Herr dem Neumüller bas Bilb ber Pfarrerin zeigte. Die dunkle Zeit, sagte er, erfülle seine Frau mit tiefem Ernst, ihr Gottvertrauen aber sei unerschütterlich. Er wünschte zu wissen, ob ber Kamerab Schüttler gute Nachrichten aus ber Heimat habe und wie sich seine Familie ohne ihn behelfe. Der Neumüller zögerte mit der Antwort. Er war keiner von denen, bie bas Herz auf ber Zunge tragen. Doch trieb’s ihn, in der Bedrängung des Kriegs und in der Ungewißheit, den nächsten Tag zu


