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Unterhaltungsbeilage znm Gießener Anzeiger
Jahrgang 1930 Sreitag, den r. November Nummer 86
Nordmännerlied.
Von I. V. von Scheffel.
Der Abend kommt, und die Herbstlust weht, Reifkälte spinnt um die Tannen, O Kreuz und Buch und Mönchsgebet — Wir muffen alle von dannen.
Die Heimat wird dämmernd und dunkel und alt. Trüb rinnen die heiligen Quellen:
Du götterumschwebter, du grünender Wald, Schon blitzt die Axt, dich zu fällen!
Und wir ziehen stumm, ein geschlagen Heer, Erloschen sind unsere Sterne —
O Island, du eisiger Fels im Meer, Steig auf aus nächtiger Ferne.
Steig auf und empfang unser reisig Geschlecht — Aus geschnäbelten Schissen kommen Die alten Götter, das alte Recht, Die alten Nordmänner geschwommen.
Wo der Feuerberg loht, Glutasche fällt, Sturmwogen die Ufer umschäumen, Auf dir, du trotziges Ende der Welt, Die Winternacht wolln wir verträumen!
Plaudereien im Tabakskollegium.
Zum 200. Todestage Hans Hermann Katies.
Von Hans Heßler.
Die tragisch mißglückte Flucht, als deren Opfer der Leutnant im Berliner Regiment der Gardegendarmen Hans Hermann von Satte am ö. November 1730 auf den Wällen Küstrins wie ein Ehrloser enthauptet wurde, hatte im letzten Grunde zwei Arten von Motiven. Die persönlichen kennt man; die robuste Strenge des Königs Friedrich Wilhelms I., der seinen ältesten Sohn, der durch den Tod zweier Prinzen zum Thronfolger bestimmt war, durchaus nach seiner vierschrötigen Methode erziehen wollte; der Widerstand des Kronprinzen, der von der Mutter her eine gewisse Pracht und bescheidenen Luxus liebte, der Flötenunterricht nahm und die knappe preußische Uniform, das Zeichen der Tyrannei, gerne mit dem seidenen Hausrock vertauschte — das ist alles so bekannt, daß man 65 nicht mehr zu erzählen braucht. Neben diesen persönlichen Auseinandersetzungen, die wieder ein ausgearbeiteies System von Lügen und Heimlichkeiten zur Folge haben mußten, gingen diplomatische Berechnungen und Pläne einher: die europäische Politik schlug ihre Fäden nach dem Berliner Hof. Der Kronprinz, der spätere König Friedrich II. und seine Schwester Wilhelmine, die nachher den Markgrafen von Bayreuth heiratete, standen hier vor allem im Spiel.
Die Lage war diese: am Berliner Hof führten zwei Parteien einen intriganten Krieg gegeneinander, die von England-Hannover und die kaiserliche, die durch den Wiener Gesandten in Berlin vertreten wurde — es gab ja damals noch einen deutschen Kaiser in der Wiener Hofburg. Die Engländer, die ihre Stütze in der Königin Sophie Dorothea fanden — sie war eine geborene Hannoveranerin — wünschten, daß die Prinzessin Wilhelmine den Prinzen von Wales heirate, wogegen sich der Kronprinz mit der Prinzessin Amalie von Hannover verbinden sollte; so käme der jetzige Thronfolger als englischer Statthalter nach Hannover und wäre hierdurch mit einem Schlage von aller Preußisch-Berliner Misere befreit. Kein Zweifel, diese Heirat war für Friedrich die einzige Erlösung aus den Mißhandlungen und Beschimpfungen des,Baiers, der selbst einmal über das „effeminierte Wesen" des Sohnes äußerst aufgebracht, ausrief: wenn ihm fein Baier solches geboten hätte, würde er och erschossen haben... Gelang diese „englische Heiraih" nicht, so blieb "ur die letzte Möglichkeit: ins Ausland „auf Reifen" zu gehen, das hieß, zu fliehen. Daß die Flucht nicht gelang, besorgte die kaiserliche Partei, we sehr geschickt und umsichtig arbeitete," und der Ort ihrer Bemühungen, "le Walstatt ihrer Diplomatie war das berühmte Tabakskollegium vriedrich Wilhelms I.
c. Hier erhebt sich nun ein ganz verräuchertes Kulturgemälde. Schon »nedrich I., der in Königsberg gekrönte erste Preuhenkönig, hielt diese
Institution in Ehren, aber er gestaltete sie zu großen hochoffiziellen Empfängen aus, bei denen die Königin im Hermelin und Schleppkleid assistierte, während er selbst im Seidenrock und im Glanz sämtlicher Orden den Vorsitz führte. Bei seinem Sohn — dem Soldatenkönig — ging alles viel einfacher und spartanischer zu: nicht der Empfang, das Rauchen war die Hauptsache, vor jedem Teilnehmer standen ein Krug Bier und eine gewöhnliche holländische Pfeife, Butterbrot, Käse und kaltes Fleisch. Es ward tüchtig gequalmt und ebenso wacker gezecht und geschmaust; wer nicht rauchen mochte, hatte wenigstens die Tonröhre im Mund zu halten und so zu tun, als ob er an ihr sauge. Bisweilen rührte der König höchsteigenhändig einen Salat an ober er bereitete ein Gericht Fische. Es gibt cin^Gedicht des Kronprinzen Friedrich, in dem er feinen Abscheu vor diesem Treiben schildert, bei dem „immer nur vom Bataillieren" gesprochen würde ... Doch zurück zur Diplomatie.
Die Wiener, die aus begreiflichen Gründen die nahe Verbindung Preußens mit England zu durchschneiden wünschte, schickten den geschmeidigen und höflichen Grafen Seckendorf nach Berlin, mit allen Vollmachten versehen und mit Geld hinreichend ausgeftattet. Dieser geschickte Gesandte hatte es nach einigen Monaten erreicht; er wurde, eine besondere Ehre, ZU dem Kollegium der Krüge und Pfeifen geladen. Auch gewann er den General von Grumbkow zur Mitwirkung an der „englischen Heirath", indem er ihm eine kaiserliche Rente bestimmte, und alsbald machte sich eine Wendung des Soldatenkönigs bemerkbar, er näherte sich den Wienern und schien entschlossen, England-Hannover zu verlassen. Aber alle diese Vorgänge brauchten längere Zeit, und es war nun das Tabakskollegium, in dem diese diplomatischen Fäden gesponnen wurden. Der König wollte in dieser Gesellschaft ganz als Privatmann erscheinen, die Gaste durften sich bei seinem Eintritt nicht erheben — in dieser unoffiziellen Rauchatmosphäre schienen sich die Unterhaltungen über das delikate Gebiet leichter führen zu lassen.
Indessen war es für den Wiener Gesandten noch schwer genug. Immerhin hatte er sich Grumbkows versichert, der ihm an den Tagen, an denen Seckendorf nicht selbst anwesend sein konnte, genauen Bericht über die Vorgänge im Kolleg erstattete. Seckendorf seinerseits berichtete über die hochwichtige Affäre nach Wien weiter, und Egon Cefar (Tonte (Torti hat in seinem Raucherbuch „Die trockene Trunkenheit" (früher im „Gießener Anzeiger" besprochen) jene historischen Dokumente aus dem Wiener Staatsarchiv ausgegraben. Seckendorf meldet am 19. Januar 1727: „Aus allen Relationen ist zu ersehen, daß ich die beständige Resolution Seiner kgl. Majestät von Preußen sich mit Seiner kaiser- und königlichen Majestät in genaue alliance und freundschafft einzulassen, nach denen mir mündlich und schriftlich gegebenen Versicherungen und bisherigen Bezeugungen stets verfolgt habe: Es ist aber dieser König von einem solchen verborgenen, falschen und variablen Gernüthe, daß es unmöglich ist, seine veritablen Absichten nur entfernt zu errafften, folglich bloß auf Mutmaßung bauen muß ... bei der Tabaksgesellschaft wird noch nachdrücklicher gesprochen und da noch jüngst der General-Major von Marwitz und Obrist Tokkum in faveur der Hannoveraner etwas freyer bey ein wenig zu viel eingenommenem Wein sprachen, so deklarierte der König denjenigen von Preußen vor einen (Toujon der gut Hannoverisch märe..."
Diese Aeußerungen hörte der auf allerhöchsten Befehl im Kolleg anwesende Kronprinz, er gab sie feiner hannöverschen Mutter weiter, und die „englische Heirath" endete mit dem gewaltsamen Ausbruch in die Freiheit; mit jener unglücklichen Flucht, Kriegsgericht, Todesurteil und Hinrichtung des Leutnants Katie, der bei allen Fluchtplänen der Vertraute des Kronprinzen gewesen war...
Zehn Jahre später, im Jahre 1740, einige Wochen vor dem Tode des Königs. Wieder ist das Tabakskollegium im Saale des Schlosses versammelt, und man bemerkt es allgemein als ein ungünstiges Zeichen, daß der leidenschaftliche königliche Raucher keine Pfeife berührt. Die Tage von Küstrin, wo Kronprinz Friedrich in strenger Haft und Einkehr verbracht hatte, sind vergesien — oder sind sie es nicht? Der Kronprinz tritt ein, er entschuldigt seine Verspätung damit, daß er eben erst von der Besichtigung einiger Regimenter zurückkehre, er hatte ja in den letzten zehn Jahren gelernt, sich dem väterlichen Willen zu fügen und Dienst zu tun — könnte der Vater nicht mit der Wandlung des Sohnes zufrieden fein? Er ist es, aber an diesem Abend ereignet sich ein krasser Zwischenfall. Sämtliche Gäste stehen vor Friedrich auf — eine empörende Zuchtlosigkeit, ein Verstoß wider die heiligen Gesetze der Tabagie! Ob man schon die ausgehende Sonne anbete, ruft Friedrich Wilhelm seinen Gästen zu, er werde aber zeigen, daß er noch lebe und immer noch der Herr sei! In Grimm und Ungnade wird die Gesellschaft enttaffen, um lange nicht mehr geladen zu werden. — Am 31. Mai starb der Herr der „langen Kerle", und der Kronprinz bestieg den Thron, um Friedrich der Große zu werden.


