Ausgabe 
7.7.1930
 
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Montag, den 7. Juli

Nummer 52

Jahrgang 1950

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Der reiche Sommer.

Don Theodor Kramer.

Sie lagen zu zweit über Mittag im Sand vor der staubigen Jutefabrik;

lose sah um die Hüften ihr Leinengewand und die Sonne beschien ihr Genick.

Längst schon hatte der Staub, der aus Faser und Sack stieg, die Lungen zur Gänze durchsetzt und sie fühlten sich oft schon vom süßen Geschmack ihres eigenen Blutes benetzt.

Und sie tunkten ihr Brot in den Milchtopf, den Stich in den Rippen verhielten sie gern;

denn sie wuhten: sie hatten den Sommer vor sich und der rasielnde Herbst war noch fern.

Dein und blau war die Zeit und die Lust roch nach Seim, nicht allein ihre Haut schien geschält;

sie erzählten sich Dinge von einst, von daheim, die sie bisher noch keinem erzählt.

Und es dünkte zu Mittag ihr eigenes Wort

Tag für Tag sie erstaunlich und weich;

noch war keine der roten Begonien verdorrt, und bemalt war das Leben und reich.

Deich war alles: der Sand und das Gras und das Wehn und die strahlende Glut im Genick;

und sie hörten verschüttet die Spindeln sich drehn in der staubigen Jutefabrik.

Auf der Prärie.

Erzählung von Knut Hamsun.

Copyright 1930 by I. L. 2t., Wien.

Einen ganzen Sommer arbeitete ich auf einer Sektion von Dal- nimples unendlicher Farm in dem Tal des roten Flusses in Amerika. Außer mir waren dort zwei andere Dorweger, ein Schwede, zehn, zwölf Irländer und einige Amerikaner.

Grüngelb und unermeßlich wie ein Meer lag die Prärie da. Kein Haus war zu sehen außer unseren eigenen Ställen und Schlafschuppen mitten auf der Prärie. Kein Daum, kein Dusch wuchs dort, nur Weizen und Gras, soweit das Auge reichte.

Kein Bogel flog, kein anderes Leben sah man als das Wogen des Weizens im Winde und der einzige Laut, den wir hörten, war das ewige Zirpen der Millionen Heuschrecken, der einzige Gesang der Prärie.

Die Sonne war oft glühend heiß. Wir gingen in Hut, Hemd, Drinkleid und Schuhen, das war alles, und weniger konnte es nicht sein, denn sonst wären wir verbrannt. Diß man sich zum Beispiel während der Arbeit ein Loch in das Hemd, so brannte die Sonne durch und hinterließ eine Blase auf der Haut.

Während der Weizenernte arbeiteten wir bis zu sechzehn Stunden am Arbeitstage. Zehn Mähmaschinen fuhren auf dein gleichen Acker tagaug, tagein hintereinander. Wenn das eine Viereck abgemäht war, fuhren wir auf ein anderes Diereck und mähten auch das nieder, ünd so weiter, immer weiter, während zehn Mann hinter uns her tarnen und die Garben in die Hocken setzten. iTitb hoch zu Dvß, den «volver in der Tasche, ein Auge an jedem Finger, saß der Auf­seher da und beobachtete uns.

Wir hielten nie Feiertag. Der Sonntag war wie der Montag. Aber bei Regenwetter konnten wir nichts tun, und dann lagen wir 'm Schuppen. Wir spieltenKasino" und plauderten miteinander Md schliefen.

Unter uns befand sich ein Irländer, über den ich am Anfang sehr «staunt war; Gott mag wissen, was er im Grunde gewesen ist. Bei Aegenwetter lag er immer da und las Romane, die er sich mitgebracht Mtte. Er war ein großer, schöner Dursche von etwa fechsunddreihig "Men und sprach eine sehr gewählte Sprache. Er sprach auch deutsch.

Dieser Mann kam in einem seidenen Hemd auf die Farm und ; myr auch ganze Zeit hindurch fort, in seinem seidenen Hemd zu tbeiten. Wenn das eine abgetragen war, zog er ein neues an. Er 'ein tüchtiger Arbeiter, er hatte keinenGriff" für die Arbeit, war ein sonderbarer Mann.

Evans hieß er.

w x n Meschen suchten wir alle einen Platz so weit wie möglich | Dampfmaschine entfernt zu ergattern; Staub, Spreu und kJ10 stoben nämlich wie Schneeflocken aus allen Oeffnungen und I Een Schaufeln der Maschine. Ein paar Tage befand ich mich

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mitten im Feuer, dann bat ich den Aufseher, mir einen anderen Platz anzuweisen, was er auch tat Er gab mir einen ausgezeichneten Platz draußen auf dem Felde, wo ich bei dem Beladen der Wagen tätig sein sollte.

Aus den Tagen, in denen ich beim Weizenaufladen angestellt war, entsinne ich mich einer Episode:

Der Schwede kam, um das Fuder abzuholen. Gr hatte große Stiefel an, in deren Schäften die Hosen steckten. Wir gehen ans Ausladen. Er arbeitete mit Riesenkräften und ich hatte meine liebe Rot, ihn im Zaum zu halten. Gr trieb immer mehr zur Eile an, und da dies schließlich anfing, mich ein wenig zu ärgern, begann auch ich, aus Leibeskräften drauflos zu arbeiten.

Jede Hocke bestand aus acht Garben, und in der Regel nahmen wir nur eine Weizengarbe auf die Gabel und reichten sie auf das Fuder hinaus, jetzt nahm ich vier. Ich überschwemmte den Schweden mit Garben, überschüttete ihn förmlich damit. Da stellte es sich her­aus, daß in einer der schweren Ladungen, die ich dem Schweden hinaufsandte, eine Schlange gewesen war. Sie glitt in feine Stiefel­schäfte. Ich ahnte nichts davon, bis ich einen entsetzlichen Schrei höre und sehe, wie der Schwede von der Fuder herabstürzt, während ihm die dunkelgefleckte Schlange aus dem einen Stiefelschaft heraus» hängt. Sie biß jedoch nicht und bei dem Fall auf die Erde fuhr sie aus dem Stiefel und verschwand blitzschnell über den Acker. Wir ver­folgten sie beide mit unseren Heugabeln, konnten sie aber nicht entdecken. Die beiden Maultiere, die vor das Fuder gespannt waren, zitterten am ganzen Leibe.

Ich höre noch den Schrei des Schweden und sehe ihn in der klaren Luft, während er sich von dem Fuder herabstürzt.

Dann einigten wir uns dahin, daß er in Zukunft mit etwas mehr Vernunft arbeiten solle und daß ich ihm nur eine Garbe auf einmal hinaufreichen wollte...

And dann hatten wir gepflügt und gesät, Heu gemäht und ein» gefahren, Weizen gemäht und gedroschen, und nun waren wir fertig und sollten Abrechnung haben. Frohen Herzens und Geld in der Tasche wanderten wir zwanzig Mann stark nach der nächsten Präriestadt, um einen Zug zu finden, der uns nach dem Osten hinab­führen sollte. Der Aufseher begleitete uns, er wollte ein Abschieds» glas mit uns trinken.

Wer nie einem solchen Abschied zwischen einer Schicht Prärie- arbeiter beigewohnt hat, kann sich kaum einen Begriff davon machen, wie mannhaft dabei getrunken wird. Jeder spendiert gleich eine Runde, das macht zwanzig Glas auf den Mann. Glaubt man aber, daß es hiermit zu Ende ist, so irrt man sehr, denn unter uns sind, weih Gott, Gent lernen, die ihrerseits gleich fünf Runden auf einmal stiften wollen. And Gott gnade dem Wirt, der den Versuch machen wollte, Einspruch gegen eine solche Anvernunft zu erheben. Er würde sofort von seinem eigenen Schenktisch vertrieben werden. Eine solche Bande von Sommerarbeitern schlägt alles nieder, was ihr in den Weg kommt. Sie reißt schon beim fünften Glas die Herrschaft über die Stadt an sich und von dem Augenblick an regiert sie ohne den geringsten Einspruch. Die Ortspolizei ist machtlos, sie macht gemein­same Sache mit der Bande, sie trinkt mit ihr. And es wird mindestens zwei Tage getrunken, zwei Dächte gespielt und geprügelt und gejnchheit.

Wir pflegten zueinander zu sagen: Was willst du jetzt trinken? Hier ist nichts, was gut genug für dich wäre! And dann gingen wir selber hinter den Schenktisch, um das Köstliche herauszufinden. Wir holten sonderbare Flaschen hoch oben von den Borden herunter, Flaschen mit prachtvollen Etiketten, die hauptsächlich zum Staat dort standen, deren Inhalt wir guten Freunde einander einschenkten und austranken und mit lächerlich hohem Preis bezahlten.

Evans war wohl am erpichtesten darauf, Runden zu bestellen; Sein letztes seidenes Hemd sah jetzt traurig aus, die leuchtenden Farben hatten Sonne und Degen vernichtet und die Aermel waren arg mitgenommen. Evans selber aber stand groß und stolz da und bestellte mit großer Aeberlegenheit eine Runde nach der anderen. Ihm gehörte die Kneipe, ihm gehörte die Welt.

In seiner überströmenden Liebenswürdigkeit nahm Evans mich beiseite und suchte mich zu überreden, für den Winter mit ihm in die Wälder der Wisconsins zu kommen und Holz zu hauen. Sobald er sich mit einigen neuen Hemden, ein paar Hosen und einigen neuen Romanen ausgerüstet habe, zöge er seinerseits wieder in die Wälder, sagte er, und bliebe bis zum Frühling dort. And wenn es Frühling würde, zöge er wieder irgendwo in die Prärie hinaus. Das sei ein Leben. Zwölf Jahre habe er sein Leben zwischen Prärie und Wald geteilt, und er habe sich so daran gewöhnt, daß dies jetzt etwas ganz Selbstverständliches sei.

Ms ich ihn aber fragte, was ihn eigentlich zu Anfang auf diese Dahn getrieben habe, antwortete er nicht wie Betrunkene es in

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Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger

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