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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
MgangMv greitag, den 6. Juni Nummer^
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Wies pfingstlied.
Volksweise.
Nun haben wir Ehr erwiesen Gott Vater und Sohn zumeist. Desgleichen sei gepriesen Gott Schöpfer Heiliger Geist. Er fährt daher im Windgebraus, Sein Wehn erfüllt das ganze Haus, Er kommt mit feurigen Zungen, Lob fei ihm gesungen.
Die Jüngerschar zwar glaubte, Doch zag war ihr Gemüt.
Sieh da, ob jedem Haupte Ein kleines Flämmlein glüht. Nun ziehen sie an jeden Ort
Grünen aber tag in ihrem Wöchnerin ner höher
Und finden rechte Sprach und Wort, Auf daß die ganze Erde
Ein Hirt und Herde werde.
Laßt sprechen uns: Willkommen
Sollst, Heiliger Geist, du sein. Was unferm Herz mag frommen, Das gieße du hineinl Schenk uns den Trost in schwerer Zeit, Gib Lieb uns und Beständigkeit, Laß uns die Leuchte brennen, Daß Wahrheit wir erkennen!
In dieser Welt Gewirre Sei Weiser deiner Gnad, Gehn wir im Finstern irre, Zeig uns den rechten Pfad! Führ uns zum Vater und dem Sohn, Daß wir dereinst am Himmelsthron Mit Engeln uns vereinen Zuin Ruhme der Dreieinen!
Kyrie eleison.
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Ewige Pfingsten.
Eine Betrachtung von Ernst L i f f a u e r.
heißt in der Apostelgeschichte: „Und es geschah schnell ein Brausen "M Himmel als eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, ”JIC rnßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt, wie von Feuer, er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen, und sie wurden alle voll Eiligen Geistes und singen an, zu predigen mit anderen Zungen, * dem der Geist ihnen gab, auszusprechen."
j ®ro&e Legende war gestaltet in jener ungeheuren Vision. Abbild und einmaligen Geschehnisses: die urchristliche Gemeinde erblickte sich gewaltige geschichtliche Vorgang, das Werden der christlichen k yWeit, ihr unaufhaltsames Wachstum, ihre Ausbreitung unter «Ikern ward zufammengefchaut in dem mächtigen Gesicht.
ton ff» am Schluss« von Goethes Gesprächen mit Eckermann, weislich »i, 5,e™ann an dieses Ende gestellt, stehen jene gewaltigen Sätze über kianm ■ Offenbarung und ihr Fortwirken": „Gott hat sich nach den Wen • *ma9inierten sechs Schöpfungstagen keineswegs zur Ruhe Wumn/sm r.me*^r $ er uoch fortwährend wirksam wie am ersten. Diese hteins a“5 einfachen Elementen zusammenzusetzen und sie jahraus, bpch Strahlen der Sonne rollen zu lassen, hätte ihm sicher wenig Wn Unt t nK"n er "Echt den Plan gehabt hätte, sich auf dieser mate- 60 in "rla9e eine Pflanzschule für eine Welt von Geistern zu gründen, ttn Ijeran’e^o^^hrend in höheren Naturen wirksam, um die geringe« jArihur »Gu6er in den bei weitem zu wenig gekannten Werken von ifittoorben sn»8' ^.ibher fast noch nirgends mit zeugender Kraft fruchtbar ' 't)On pfingstlicher Ausgießung und pfingstlicher Aussendung
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kündet diese Lehre, ohne das Wort „Pfingsten" anzuwenden. Pfingsten steckt in ihr inwendig. Die alte Schauung kehrt wieder in neuer Gestalt.
Man hat diese Lehre Goethes „die Geheimreligion der Gebildeten" genannt. Warum aber soll si« die geheime Religion der Gebildeten bleiben? Warum gehen wir nicht hinaus auf die Straßen und hinein in die Häuser, um diese Religion öffentlich und vernehmlich zu machen? Jen« „höheren Naturen" nennen wir mit anderem Worte die „schöpserifchen" Menschen: Gott ist in ihnen wirksam, der Schöpfer. Nichts anderes aber kann letztlich und im tiefsten der schöpferische Mensch den alltäglichen, den durchschnittlichen Menschen lehren, als dies eine: sich selbst schöpferisch zu machen. Jedem Menschen ist von Ursprung an ein Sinn und Ziel seines Lebens gesetzt: daß er die in ihn gelegten Kräfte entfalte. Und dieses Wachsen und bildende Treiben ist, in einem weitesten Sinne, Schöpfertum. Angelus Silesius hat das Wort in die Menschheit geworfen: „Mensch, werde wesentlich!" Es ist nichts anderes als das Wort: „Mensch, werde schöpferisch!" Beides ist ein und dasselbe. Der Mensch, der wesentlich geworden ist, und fei es in welchem Grade immer, ist bereits schöpferisch. Denn schöpferisch an sich selbst sein heißt nichts anderes, als bildend an das eigene Wesen Vordringen, es herauszuarbeiten, das Wesenhaft« scheiden vom Unwesentlichen; was auch die Aufgabe aller künstlerischen, aller „schaffenden" Gestaltung ist.
Auch jeder einzelne Mensch ist an sich, in wie bescheidenem Maße auch immer, ein Künstler; feine eigene innere Substanz ist der Stoss, an dem er arbeitet, und genau wie der Künstler hat er die Fähigkeit, aus sich herauszutreten und sich selbst anzuschauen. Diese anschauende Kraft heißt man mit einem ethischen Wort das „Ge-Wissen": dies Wissen — ein bereits distanziertes Wissen um sich selbst — ist ein Anschauen des eigenen Ich. Rückert sagt:
„Vor jedem steht ein Bild des, das er werden soll;
So lang er das nicht ist, ist nicht sein Friede voll".
An diesem Vers des Dichters wird es völlig deutlich, daß jenes Wissen ein Schauen ist: denn jene Unruhe, die im Künstler wirkt und ihn zu immer reiferer und sorgfältigerer Durchbildung antreibt, nennt man fein künstlerisches, sein ästhetisches, sein musifches Gewisieu, und ähnlich, gleichsam rückvertauschend, nennt Rückert das Gewissen eine selbsterzieherische, eine ethische Bildnerkraft.
Und fo sagt ja auch die Sprache aus, daß der Mensch „sich bildet". Allerdings, wie alle Wortfrüchte, die aus jenem Wortstamm erwachsen sind, ist auch diese verkümmert. Wenn wir von Bildung und verwandten Worten sprechen, so meinen wir, verstandesmäßig verbildet, die Anhäufung intellektueller Wissensstoffe, wir denken Vollständigkeit, an „Lücken", die „auszufüllen" sind. Das Wort „Bildung" aber meint di« organisch gewachsene der Natur, wie sie das Kristall am reinsten sichtbar macht, und die der Natur verwandte, die überbietende und veredelndende Bildung, die der Künstler hervorbringt.
Das Wesen jeglicher Bildung, der aus sich wirkenden wie der in sich beschlossenen, der künstlerischen wie der naturhaften, beruht auf Zusammenhalt, Zusammenfassung. Jegliche Bildung ist unzerstreut, und so ist der völlige Gegensatz echter Bildung die Zerstreuung. Wie die Natur, wie der Künstler nicht das geringste Werk in der Zerstreuung hervorbringen kann, fo kann sich der Mensch nicht schöpferisch bilden, wenn er „sich zerstreut".
Und so tief die Unterschiede zwischen den schöpferischen Naturen und den anderen reichen, so verschieden sich durch sie die Führung des Lebens gestaltet, dennoch vermag, gerade in dieser Hinsicht und gerade heute, der bildnerische Mensch den andern Vorbild zu fein. Denn noch niemals hat es eine Epoche gegeben, die, mit tausend Mitteln, Reizen, Lockungen, die durch ihre gesamte Struktur den einzelnen Menschen in solchem Maße zersplittert und zerstreut, wie die unsere. Immer seltener werden die Menschen, die im Stande sind, sich zu sammeln, zu den verhältnismäßig Wenigen aber, die es vermögen, gehören die schöpferischen Naturen, denn di« Kraft sich zu sammeln ist ein begründendes Element des Schöpfertums.
Wenn aber der Mensch den Inbegriff des Schöpferischen nicht mehr als eine fremde, ferne Gabe fühlt, die einer geringen Zahl Auserwählter Vorbehalten ist, sondern als eine ihm wie jedem eigentümliche Kraft, deren Entfaltung mehr oder minder nur von seinem eigenen Willen abhängt: so ist er sofort nicht mehr ein vereinzeltes Crden-Jch, sondern spürt sich im Einklang mit der Grundkraft des Weltalls. Denn schöpferisch fein, das heißt ja nichts anderes als: das schöpferische Prinzip, das die Welt durchwaltet, und ohne das sie längst auseinandergefallen wäre, zu verfichtbaren, zu verleiblichen, zu verwirklichen in sich selbst.
Schleiermacher hat das Wort ausgesprochen: „Die Reformation geht noch fort"; und so: Pfingsten geht noch fort. Die pfingstlichen Feuer können stehen über jedem, er fei, wer er fei. Es sind wahrhaftig ewig« Pfingsten.


