Ausgabe 
5.5.1930
 
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ite, wie die alten Generale, noch immer

vorstehenden Abschnitt entnehmen.

Verrat mit den Feinden einlaßt.

Zwischendurch kam Trautmannsdorf an den Hof mit seinem Bericht r i aus Böhmen; er enthüllte die Lage, warnte aber noch vor der Macht i I des Heerführers, den auch am Hofe immer noch einige zu halten suchten. ! I Auf der anderen Seite wirkte durchschlagend eine neue Denkschrift des gemäßigten, aber klugen Lichtenstein. Sie sprach den Friedländer in schlüssigen Sätzen des Ungehorsams schuldig, auch der Nichtachtung J v JJ. u ____- OamSa« unh hrtv SRoftnmn firr rtpr hnrrt

Hamsah Miah, der Vater der Fünfhundert der gleich jedem Fremdling ÄS Än d-r WH-nM-

teuer, der Kämpfe, Niederlagen und Siege, die eine groß« Gestalt, der Führer auf allen Pfaden, der Retter und Helfer aus jeder Not, der Essendi der Westläufer Old Shatterhand, der Mann Karl May.

* Wer in die verworrenen Vorgänge der Religionskriege tiefer ein« dringen will, findet in Brandis neuestem WerkGegenreformation und Religionskriege" (345 Seiten, in Leinenband 16 Mark, Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig) eine ausgezeichnet klare Darstellung, der wir den

IT pcy ote Klagen gegen »uun'i« | ms,mebr

Herbst wußte man von feinen an offenen I nanmen die Dinge eine andere Wendung.

einzelnen willkürlich über die kaiserlichen | Wallenstein ist am Abend des 24. Februar in Eger eingetroffen, um­

geben von den Getreuen Trzka, Jlow und Kinsky, seiner Leibkompanie und schwachen Truppen. Unterwegs war noch das Regiment des katho­lischen Iren Butler zu ihm gestoßen. In Eger befehligte kalvinistische Schotte Gordon. Er öffnete Wallenstein die Stadt. Um Wallenstein sein / ... ... n -iir: nmRtnn an uhpr-

Thronfolgers, die alten Feinde Wallensteins und die Spanier am Werke. Sie sparten nicht die schwersten Waffen. Ein Votum des kaiserlichen Kriegsrates kritisierte Wallensteins strategisches Verhalten. Slawata über­traf es an Schärfe in demVotum eines kaiserlichen Rates. Darm ist das Bild des Friedländers so gezeichnet, wie seine Feinde ihn sahen, als Atheist und Sternengläubiger, Anhänger der kalten Staatsraison und Verräter. Um Weihnachten lief eine Denkschrift um m der Form

Die Jcy-Form oer meinen leiuei -i- "" | e;ner Ermahnuna des Schutzengels Oesterreichs, die scharf ms Ge-

geheuren Wirkung. Cs wird dadurch etwas erreicht, "as das Geheimm I » der einen Heerführer bestellt hat, von

der wahren lebendigen Wirksamkeit jeder-Dichtung ausmacht. bie1' wußte daß er nicht Gottes, sondern nur den eigenen Ruhm

mittelbare Identifikation des Lesers mit selnem Helden. DieserIchj I den predigten der Ketzer im Lager duldet, statt Gottes Rat den Wei­ber den Schut verfolgt, die Ghum vernichtet, die Mädchen und Frauen Gestirne folgt, aus nackter Rache Kaiser, Kurfürsten und

der Fessarah rettet und die Netzersklaven aus den Händen Abd Asl g »» richtet; der den Kampf haßt, 100 000 Mann stille

befreit, dieserIch", über den wir »ns so oft ärgern und kranken, wen 8an einen törichten Frieden glaubt, und sich dabei in offenen er aus reiner Gefühlsduselei einen Femb en meichen laßt, der ihm | W^agi, ^.nhen <n[äflt dann todsicher wieder in den Rucken fallt, dieserIch , der Winnelau und Jntschuh Tschuna heimlich losschneidet und es ihnen aus Stolz nicht sagt, bis er auf Leben und Tod mit ihnen gekämpft hat, er gleu^t ber Idealvorstellung, die jeder Mann im Grund seines Herzens als Wunsch, Traum oder Einbildung von sich selber trägt. Und hier liegt die unerhörte

Gesundheit der Karl-May-GeschichtenJur junge Leute, m der Erschaf- (

funq dieses heroischen männlichen Ideals. I ' > U h Sckiädiauna des Landes und der Religion. Er riet dem

Religion heißt bei Karl May in Wirklichkeit Nichtei andere->aStolz feinerob Euer Majestät, wenn sie kein

auf seine Gesinnung, innere Sauberkeit, Mut Sst einem Bekenntnis »er- | b'e 3 fid)erc5 Mittel haben, ihn abzusetzen, ihn ohne Offenstem der nach über Coopers Chingachgock und Unkas hinaus, das letzte unste 1 -9. . ,, szwtlickier Regimenter für den Kaiser. Ein neues

UZ Denkmal gesetzt hat. Und die Freundschaft zwischenWinnetou und nach unnach fa^lich r Reg.menwr fur^ °e 1 gegen

Old Shatterhand ist die größte und hinreißendste Ballade von einer aller Welt den Verrat des Herzogs kund.

Männerfreundschaft, die uns die deutsche Literatur geschenkt hat. I Wallenstein sah deutlich das Vertrauen seiner Offiziere wanken und

Ich sage wohl nicht zu viel, wenn ich behaupte - die Deutschen nach Pilsen. Die Zahl der Erschienenen

auf* befriedigen Seite stehen" Menn ch/Olb^Shntterhands brennendes I Der mit sünszig Jahren allzu früh T«ali°ile fS'ienvollen

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I Erhebung gegen den Kaiser. Ihm blieb nichts anberes mehr übrig Am

Die Ermordung Wanenstems. I 22. gebruar zog er von Pilsen nach Eger, dem Feinde entgegen. Sern-

Von Geheimrat Professor Dr. Karl Brandt*. | Hard von Weimar brach seinerseits von Regensburg auf, umi initger

45OH yjeijeuuuu 4-^1 i * i > Verbindung ober, mit berechtigtem Mißtrauen, zur

Im Januar 1634 häuften sich die Klagen gegen Wallenstem in I °ereH.dU |vu d

unerhörtem Maße. Seit dem 5 ---------------------

Verrat grenzenden und im einzet----- -------- ,

Instruktionen hinausgehenden Verhandlungen mit den Gegnern. Bayern, jetzt auch Spanien, sahen in ihm den eigentlich Schuldigen für die Miß­erfolge der letzten Jahre. Wallenstein entging das so wenig wie früher.

Die alten Mittel waren verbraucht. Es bedurfte neuer Kräfte. Der W1>tuu. ------- ------ -------- . ..

alte Meister der Verhandlung suchte sie diesmal in Fühlungnahme nut Quartier in dem stattlichen Pechelbelschen Hause am Ring zu uber- den Gegnern des Kaisers, denen er sich innerlich, öum wemgsten politisch, ! cr aur die Burg. Noch in der Nacht auf den 24. gelangte

immer mehr angenähert hatte. Das Mittel der Macht sah er nach wie I J Wallenstein die erste Ausfertigung des kaiserlichen Absetzungspatentes vor in der Ergebenheit seiner Armee; eben dieser wollte er sich besonders I SXanuar. Die Gefahr für ihn und die ©einigen stand also un- verstchern. .. I mittelbar vor der Tür. So verpflichtete Jlow am nächsten Morgen im

Im Januar .1634 empfing er ZU Pilsen den Grafen Wilhelm Kinsky I * be5 Herzogs unter denselben falschen Vorspiegelungen, die die er und den Herzog Franz Albert von Lauenburg. Es handelte sich> jefet um ' 9 zuvor Butler gemacht hatte, die Offiziere noch einmal unter bestimmte Abmachungen mit Schweden, Frankreich, Sachsen und Brau- 'GibLtour L. unverbrüchlichen Treue. Allein schon am Abend vorher benburg gegen den Kaiser. Frankreich sandte den langst in den deutschen Iw unb Gordon zusammen mit dem Oberwachtmeister Leslie Dingen verwandten Herrn von Feuquieres mit Weitgehenden Ange- I bcm Gefühl peinlicher Unsicherheit untereinander davon geredet, daß boten, die Wallenstem ungefähr so gestellt hatten wie Gustav Adolf I alsbalb einen Ausweg zwischen dem Herzog und dem Kaiser finden

im Vertrag von Bärwalde. Er sollte zu spat kommen. , müsiien und daß 1r vielleicht nur in der Tötung der Verräter gesucht

Inzwischen verschrieb sich Wallenstem seine höheren Offiziere durch ^S'tönne. Butler, Gordon und Leslie haben sich erst nach und nach 58Ä@ÄJSÄÄf®-L'L.i-.-7 "" .......

W* d>- -UM '«61« b-i ihm au,».» -all'--. °«n ÄÄ * E

Der Hof sah in dem Pilsener Revers mit Recht eine Verschwörung der ging mit Vorbereitungen unheimllchster I^do^ und^Butler° ubeUegien Offiziere und traf seine Lahnahmen. Noch vor Erlaß des Patentes Ziehungen zu den Feinden fester- Leslie, Gordonjnd'Butler uv er 8 vom 24. Januar über die Absetzung Wallensteins unter Vorbehcllt der ntnmer neue nicht ge''ugend schere Mogl'chke-tenderErmo^ Bestrasung versicherte sich die kaiserliche Regierung der Generale Gallas, Herzogs und seinerAdhaerenten Aber chmi am Mittag wo Aldringen und Piccolomini. Sie wurden unbedingt kaisertreu befunden; j die drei Getreuen Wallensteins und den Rittmeister Niema , aber man erschrickt fast, wie leicht sie sich von ihrem Führer trennten. I Herzog auch als Kanzler gedient hatte, auf Re Burg zum...

Piccolomini erhielt den bei seinem engen Verhältnis zu Wallenstein über- I Der im Srunbe feige %fiVsma6reaeIn^ie6 Buller

aus fatalen Auftrag zur Mitteilung des Patentes an die Offiziere und I ihnen gelegte Schlinge. Nach umfassenden ^^Asmahregeln ß zugleich zu ihrer Trennung von dem Oberbefehlshaber, den er mitsamt I gegen Schluß des Gelages seiner Oberstwachtmeister Geralbm den Mitverschworenentot oder lebendig" in seine Hand bringen sollte. I Hausen Spießgesellen m das Gemach dringen. Geraldm rief. '

Der furchtbaren Entscheidung des Kaisers waren lange unb schwere I gut kaiserlich?" Butler, Gordon und Leslie ^rdea

Erwägungen vorausgegangen. -An dem Sinne des Auftrags bestehen ] Ferdmandus! Sie wehrlosen Gaste, überrascht und uberrann, keine Zweifel.Der Kaiser fällte ein Schuldurteil wegen Meuterei und I von der Uebermacht fast auf der Stelle umgebracht. . iie

Hochverrats." Er verlangte die Gefangennahme der Verräter oder ihre I Die Mörder waren Herren der Stadt. Am wenigsten beftanö w Hinrichtung' im Felde; im zweiten Falle erfolgte die Verurteilung »hne Notwendigkeit, den ungeschützten Herzog selbst zu überfallen unb » -eit Anhörung der Angeklagten. Und eben diese Möglichkeit erforderte eine I Aber der Blutrausch der vollbrachten Morde und eine grobe 1 s besondere Begründung. Der Ansturm auf den Kaiser, dessen persönliche I der Besinnung riß die gedungenen Soldaten fort. Mit Geraldm w

Entscheidung unumgänglich war, begann zeitig. Man sieht die Partei des j Kapitän Deveroux unter Schimpfreden m das Schlafgemacy ___ ____ I »eins ein und durchstach den Gnade stammelnden Herzog erbarmun»-

mit feiner Partisane. Das war noch vor Mitternacht des 25. Fevr -

Der Mord war gemein und wäre zu vermeiden gewesen, unv wirkt das Ereignis noch heute wie die Vollstreckung eines lang bereiteten Urteils der Geschichte. Wie herausfordernd hatte der y Mann nicht fast zeitlebens das Schicksal heraufbeschworen! Mocy