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bißchen tollen und auf
schon kriegen. Ich habe
wir
Runtschen. Sie kann dann auch einholen, was wir brauchen." (Fortsetzung folgt.) _____
Schristleitung: t. V. Dr. Fr. W. Lange, Gießen. — Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch, und Steindmckerei, R. Lange in
alte ein
an, und wenn auch! Die Haube is für eine fache, und deine Haube is noch ganz gut; plätten, und du siehst aus wie ne Gräfin." „Ach Kind, rede doch nicht solch Zeug." „Na, ich sage dir, Mutter, das wollen
ist, muß
ein Ge-
Rybinski war kaum fort, so ging Hugo zu den beiden Frauen hinüber, um ihnen die zwei Billette zu bringen. Parkett sei ausverkauft, das sei der Grund, daß sie sich trennen müßten, aber er werde öfters hinaufsehen.
Mutter Möhring wußte gar nichts zu erwidern, Thilde aber sand sich leicht zurecht und sagte mit vielem Anstand und in ihrer ganzen Haltung wie verändert: es sei sehr liebenswürdig, an sie zu denken, und sie empfänden es als eine große Ehre.
Ja, sagte nun die Alte, das habe sie auch sagen wollen.
Und nachdem noch ein paar Fragen gestellt und hin und her komplimentiert worden war, ging Hugo wieder in sein Zimmer hinüber, während die Alte eine Hutsche an ben Ofen schob und sich hinsetzt«. Thilde setzte sich aufs Sofa und schab die kleine Petroleumlampe so, daß sie daran vorbei zur Alten hinübersehen konnte.
„Was ich nur anziehe, Thilde? Das Schwarzseidene geht doch nicht mehr und war ja eigentlich auf Trauer gemacht. Und wenn ich das rote Tuch drüber binde, dazu bin ich eigentlich zu alt."
„Ach, Mutter, das laß nur gut sein, ich werde dich schon zurechtmachen.
„Und weißt du, Mutter, was ich dir schon vor ein paar Tagen sagen wollte, wir wollen doch die alte Runtschen wieder ins Haus nehmen, das heißt, immer bloß eine Stunde, daß sie drüben reinmachen kann. Ich bin ja nicht dagegen, und mir kommt es nicht dmuf an. Aber neulich, da hatte er was vergessen und kam gerade dazu, wie ich da bei all dem Planschen und Gießen war und der Blecheimer mitten in der Stube, da war es mir doch genierlich. Und ich denke wirklich, wir nehmen die
legenheit."
„Ach, Hugo, das ist ja lächerlich..."
„Und dann muß ich sie doch hinbringen, und wenn es aus
Putzmachen gelernt und Blumenmachen auch und Klöppeln auch, und das müßte doch nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn ich uns nicht raus- stafsieren sollte, wundern soll er sich, wie du aussiehst, und wenn er uns nach dem Theater in ein Lokal führen sollte..."
„Ach, Thilde, wie kannst du nur an so was denken."
„Na, wenn nicht, denn nicht. Ich hänge nicht dran, es macht nur so einen Eindruck und sieht ein bißchen nach ma saus, und daß man doch auch mit zugehört."
„Ja, ja. Das is schon recht..."
Kosinsky war dreimal gerufen worden, und die Alte, die nicht klatsch« wollte, hatte sich begnügt, dem Darsteller der Rolle zuzunicken, als er |ii gerade nach der anderen Seite hin bedankte. Dann sagte sie zu Thilt- während sie dieser eine kleine, unterwegs gekaufte Papiertüte mit Sropi hinreichte: „Er macht es ganz gut, er Hai soviel Anstand, nich? Es ms doch sehr schwer sein."
„I Gott bewahre", sagte Thilde, die sich ablehnend gegen alles c«, hielt, weil sie merkte, daß Hugo es fortgesetzt vermied, nach dem zweit« Rang hinaufzusehen. Nur einmal geschah es, und nun grüßte er auch aber ganz steif und förmlich. So legte sich's aber schließlich doch z« guten zurecht, und als der große Traum kam und eben die weiße tjaw locke in die Wagschale des Gerichts fiel, sagte sie sich: Es ist ein gute Zeichen, daß er nicht raussieht, weil er kein Leichtfuß ist und es erm nimmt. Er sagt sich: alles das hat eine Tragweite... Ja, von Tragweid hat er schon ein paarmal zu mir gesprochen... Und so ganz abgeschlch, hat er noch nicht... Er nimmt es nicht als Spaß.
Sie kam in ihren Betrachtungen nicht weiter, weil die Alte sagt« „Sieh doch mal nach, Thilde, wer der alte Diener is, er zittert ja |i furchtbar."
„Ach, laß ihn doch", sagte Thilde und reichte der Mutter die Tüte ml den Drops zurück.
„Endlich, Hugo! Du wirst schon gedacht haben, ich hätte geschwindelt, und'das mit dem Kosinsky sei nur ein Ulk gewesen. Aber ich sage dir, es war großer Ernst. Eigentlich heißt es bitterer Ernst, aber dies Wort möchte ich begreiflicherweise vermeiden. Man ist übrigens der Meinung, ich müsse gefallen, und einer sagte mir heute früh, ich sei der .geborene* Kosinsky. Leider war es Spiegelberg, der das sagte, aber wie das immer so geht, gerade dieser ist eine treue Seele. Na, morgen muß sich alles entscheiden. Ich bringe dir hier Billette, ein Parkett für dich und zwei zweiten Rang für deine Damen drüben, wenn sie auf diesen Namen hören, was mir allerdings zweifelhaft ist. Ich hätte dir drei Parkette bringen können, aber ich dachte mir, beide so dicht bei dir könnte dich vielleicht genieren, namentlich die Alte. Sie ist doch noch sehr Mutter aus dem Bolk. Und bann, offen geftanben, liegt mir und bem Direktor auch mehr am zweiten Rang. Im Parkett sitzt immer Kritik, unb wenn sich ba zwei solche Damen auf Enthusiasmus ausspielen, wird es lächerlich, im zweiten Rang, ba geht alles, unb auf ben zweiten Rang, wenn man ein bißchen aufpaßt, kann man sich verlassen. Dein Platz unten ist Eckplatz, es ist also alles vorgesehen... Aber ich finbe, Hugo, bu bist etwas nüchtern..."
„Nein, Hans, ich bin nur etwas benommen. Ich buchte nicht, baß bu mir Wind vorgemacht hättest, ich dachte nur, es wäre etwas dazwischen gekommen, weil es sich so hinzog."
„So, ich verstehe. Du dachtest, man hätte schließlich gemerkt, es ginge doch nicht, es sei nichts mit mir."
„Du mußt nicht empfindlich fein. Bist noch gar nicht aufgetreten und fängst schon damit an. Aber das ist auch nur die Hälfte von dem, was ich eben dacht«; das andere ist das mit den zwei Möhrings."
„Aber, Herz, das ist ja leicht zu ändern, du kannst auch zwei Parkette haben."
„Nein, das ist es nicht. Im Gegenteil, das mit dem zweiten Rang haft du dir sehr gut ausgedacht und rücksichtsvoll gegen mich. Es ist nur mit dem Mitnehmen überhaupt solche Sache. Wenn wir auch verschiedene
Kosinsky spielen sollte."
„Wer weiß, was kommt."
Und damit brach der Freund wieder auf, weil er noch hunderterlei zu tun unb zu bebenken habe.
„Bei Philippi sehen wir uns wieber! Und ficht tapfer! Unterlieg ich, so muß ich mich ins Schwert stürzen."
Hugo lachte. „Verlange nur nicht, baß ich es bir halte."
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ich sie wieder nach Haus begleiten."
„Seh ich gar nicht ein. Du machst ihnen mit den Billetten
schenk und läßt sie ihrer Wege gehen."
„Gut, du sollst recht haben; ich will es so machen. Du siehst nun, warum ich so benommen war, was du .nüchtern' nanntest. Von nüchtern ist keine Rede. Eigentlich bin ich aufgeregt, wie wenn ich selbst ben
Die Mutter hatte kleine Bedenken und sagte: „Thilde, bas läuft i ins Gelb. Und man weiß boch nicht, wenn er bann kündigt..." 11
„Dann kündigen wir auch wieder. Die Runtschen is ja ne oernünfth, Frau. Und dann, was heißt kündigen! Glaube mir, der kündigt nicht/*
*
Der andere Tag war ein großer Tag. Der Inhalt einer großen Pa»», schachtel, darin sich Bänder und alte Blumen befanden, war aus k Chaiselongue ausgeschüttet, damit man einen besseren Ueberblick ta. Der Alten war es nicht recht.
„Thilde, das fuffett alles so. Und es ist doch unser Prachtstück. Kitz Kind, wo soll denn alles Herkommen!"
Aber Thilde ließ sich nicht einschüchtern, unb als sie gefunben Hatz, was sie für sich und die Alte brauchte, war sie fleißig bei der Arbeit. wusch sie zwei Paar hellbraune Handschuhe. Es roch bis in Hugos Zj«, tner hinüber nach Benzin. Dann wurde geplättet. Thilde war in ein« apart guten Laune. „Sieh nur, wie er glüht!" Und dann schlug sie Schieber mit einem Feuerhaken zu.
Ihr Mieter hatte sich den ganzen Tag nicht blicken lassen, wodurch« der Begleitungsfrage klug entgangen war.
Plätze haben, bas ist boch wie gesellschaftliche Gleichstellung, unb wenn ich mit der Alten über den alten Moor spreche oder sie mit mir, denn ich werde nicht anfangen, so sind wir intim, und t>as geht boch nicht gut. Und dann, was kann denn solche Frau sagen? Alles bringt sie in Ver-
Mit ein paar Schleifen zwingen wir's schon, es sieht einen ja boch keiner Frau immer bie Haupt-
Die Möhrings hatten Mantel unb Hut brausten abgegeben, Thiltz hatte barauf bestauben. „Mutter", hatte sie gesagt, „bu weißt boch, boj ich's zusammenhalte, aber mitunter is Anstänbigkeit auch bas KliWk.'
„Na, wenn bu meinst, Thilbe, wir wollen es aber auf eine Nw mer geben."
Jetzt hatten sie sich eingemummelt unb fliegen bie Treppe hinunter Unten in ber Borhalle machte sich Thilbe mit allerhanb zu schaffen, weil sie's für möglich hielt, daß ihr Mieter an einer der Barrieren stehe un) auf sie warte. Aber er war nicht da. Das gab eine neue BerstimnniH und einen Augenblick überkam die sonst unerschütterliche Thilde bie Frag« Ob ich mich boch vielleicht irre? Sie war aber von einem unvertilgbam Optimismus ber Hoffnungsseligkeit, weil sie ben Charakter ihres Mieten ganz genau zu kennen glaubte, unb sagte sich: er muß natürlich sein« Freund beglückwünschen, und er kann nicht an zwei Stellen fein.
Erst nach zehn waren sie zu Hause, was nichts schadete, ba sie te Hausschlüssel mithatten. „Siehst du, Thilde, wie gut", sagte die Alte, ab sie ben Schlüssel aus ihrer Tasche hervorholte.
„Ach, Mutter, als ob ich nicht gewollt hätte. Natürlich, ich dH sogar, wir könnten erst um elf kommen."
Auf ber Trepp« trafen sie ben Portier, ber eben bas Gas ausbreyt „Soll ja sehr schön gewesen fein", sagte biefer.
„(Sott, Mieckhoff, wissen Sie benn schon?" j
„Ja, meine Iba war auch ba. Ida is immer da. Sie kennt wy von's Theater."
„Na, bas is recht", sagte Thilbe. „Theater bitbet."
Und damit stiegen Mutter und Tochter weiter hinauf, während » Portier in einem Anflug von Galanterie ihnen noch eine halbe TrW aufwärts leuchtete. ,
Oben sagte Thilde: „Nu, Mutter, wollen wir uns einen Tee aufgtv und warten, bis er kommt. Er wird uns wohl auch sehen wollen ■ hören, ob wir uns amüsiert haben." ,
„Ach, Thilde, es war ja doch so graulich, und ber alte Mann, w wie er aussah, rote er da raus kam und der andere gleich rein! M ® fiel mir ein Stein vom Herzen. Wenn ich mir denke, daß so einer w frei rumläuft..." ..
„Das kann er ja gar nicht mehr. Cs is ja schon so lange her,,uno » , is es ja bloß so was Ausgedachtes. Du denkst immer, es is wirklich
„Ja, Gott, warum soll ich so was nich denken! Es gibt so viele \W 2Xcnfch*cn.. ,
„Ja, ja, erzähle nur nicht bie Geschichte von bem Kürschnermeisür " Treptow; ich weiß ja, daß er seine Frau mit bem Marderpelz erftiBir Aber es gibt auch gute Menschen." i.
„Ja, bie gibt es auch. Und ich glaube, unser jetziger Herr bruWii ’n guter Mensch." , ..
„Ein sehr guter, das heißt, wenn er so is, wie ich ihn mir denre.
„Du sagst ja immer, du bist so sicher."
„Bin ich auch, bloß mitunter wird einem doch etwas bange, nw geht gleich wieder vorüber."


