Ausgabe 
4.8.1930
 
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Habe ich mir's nicht in sechs verfluchten Kerkerjahren ehrlich verdient?" "Darüber gehen die Ansichten zweifellos weit auseinander. Ueberlegen Ne es sich's, Hichens! Sie haben nichts von dem Gelbe, wenn Sie dafür den Kopf in die Schlinge stecken müssen. In zwei Tagen komme ich wieder. Bis dahin müssen Sie sich entschieden haben, was Sie tun werden. Wir haben keine Zeit zu verlieren."

' Garfield verlieh das Sprechzimmer. Hichens wurde in feine Zelle zurückgebracht. In seinem Sck)ädel war ein wüstes Durcheinander. Er konnte, er wollte nicht begreifen, daß er unschuldigerweise um sein Geld gebracht werden sollte. Was konnte er dafür, daß in dem Hause in Hamp- stead an dem einen einzigen Tage, an dem er die Anwälte besucht hatte, ein Raub verübt worden roarl Nein, nein, sie sollten sein Geld nicht haben. Lieber wollte er krepieren. Er würde es ihnen schon zeigen. Er war kein Feigling. Verflucht, das war er by Jove nicht.

Aber würden sie ihm jetzt überhaupt noch glauben? Sicherlich, da war ja das Geld bei Casson & Garfield. Fünftausend Pfund! Trotzdem. Viel­leicht kamen sie, auf die ausgefallene Idee, daß er die hundert Pfund auch noch so im Äorübergehen mitgenommen habe. Es war wirklich zum Verzweifeln. Was sollte er tun? Drei Fälle waren möglich: entweder tr schwieg und wurde gehenkt. Oder er sagte, wie sich die Sache verhalten hatte und man ließ ihn frei. Oder aber, auch das war möglich, er sagte es und wurde trotzdem gehenkt.

Oh, und er war doch unschuldig, unschuldig wie ein Lamm! Hichens warf sich auf die Pritsche. Beinahe hätte er geweint. In seinem Schädel kreisten wie feurige Worte: Geld, Leben, Geld, Leben, immer schneller, bis er aufbrüllte wie ein Tier und mit dem Schädel gegen die Wand rennte, daß die Feuerräder im Dunkel wohltätiger Besinnungslosigkeit zerstoben.

Als er schwach und gebrochen erwachte, ließ er sich dem Richter vor- sühren. Leben, leben, zum Teufel mit dem Selbe! Als er der Reihe nach alles erzählt und zu Protokoll gegeben hatte, zeigte sich auf dem Gesicht des Beamten ein lässiges, und wie es schien, ein wenig mitleidiges Lächeln.

Ganz recht so, Mr. Hichens. Einige Tage müssen Sie sich noch ge­dulden, bis wir die fünftausend Pfund beschlagnahmt haben werden. Um das Uebrige brauchen Sie sich keine Sorge zu machen. Der Täter wurde heute früh verhaftet und hat bereits gestanden. Wie gesagt, zwei, drei Tage noch, dann sind Sie frei, Mr. Hichens."

Als eine Woche später Hichens arm wie eine Kirchenmaus am Themse­user stand und nachdenklich ins Wasser spuckte, fand er, daß es auf dieser verteufelten Erde doch irgendeine sehr verborgene göttliche Gerechtigkeit geben müsse. Er beschloß, sich nach Tunlichkeit danach zu richten.

Mathilde Möhring.

Roman von Theodor Fontane.

(Fortsetzung.)

Du meinst so im allgemeinen, so theoretisch..."

Nein, ganz praktisch. Du mußt mir eine Photographie von deinem Mer schenken. Darauf sehe ich mir ihn bann öfters an, so als Vorbilb."

Aber, Hans, bu willst doch nicht auch Bürgermeister werden und bist stauch noch oorm Referendar! Mein Bater hatte doch die halbe Quälerei hinter sich. Sie nehmen jetzt nicht all und jeden, und Referendar ist das wenigste, und du siehst mir nicht aus, als ob du in meiner Abwesenheit und sozusagen hinter meinem Rücken das Examen gemacht hättest und nun bloß kommst, um dich mir in deiner neuen Würde vorzustellen... Aber verzeih, ich werde uns drüben erst ein bißchen Abendbrot bestellen, was man in einer Chambre garnie so Abendbrot nennt; ein Glück, daß die Menschen den Schweizerkäse erfunden haben. Und soll ich Tee bestellen ober Grog?"

Im allgemeinen bin ich für das Uebergehen aus dem einen in bas onbere, man hat bas Spiel babei so hübsch in ber Hanb, vorausgesetzt, daß die Flasche nicht im Stich läßt. Aber heute laß es gut fein, Hugo, sparen wir uns bas Gelage für eine größere Gelegenheit.

Examen?"

Das ist zu unsicher, erstens an sich, das heißt, ob mir bis dahin kom­men, und bann in feinem Resultat. Nein, wenn ich von Aufsparen unb größerer Gelegenheit spreche, so habe ich was anberes im Sinn und meine das, was auch mit dem ,recte vom Galgen' zusammenhängt: Minen ersten Abend."

Ich kann dir nicht folgen, Hans. Es ist lächerlich zu sagen, aber du bist mir zu mystisch. Erst recte vom Galgen und die Zusage späterer Wtsellösung und nun erster Abend?"

, Im, ich habe doch wohl deine Auffassungsgabe Überschätzt, was übrigens nach Ansicht einiger eine ganz untergeordnete Gabe sein soll, vielleicht im Zusammenhang mit Logik und Mathematik. Alle Logiker verstehen gewöhnlich gar nichts. Aber wundern muß ich mich doch, Hugo! Zu was sind wir denn um den Königsplatz unzählige Male herumgelaufen, links den Mond und rechts Kroll unb bie kleine F., unb haben unter Ver- wrfung aller bisherigen Hamletauffaffungen einer neuen, tieferen nach- Sesorscht? Um was habe ich meine Parallelen gezogen zwischen Amalia Mw Adelheib von Runeck, zwischen ber Milforb unb ber Eboli? Zu was ws alles, wenn bu schließlich nicht einmal verstehen willst, was ich mit Mmcm .ersten Abend' meine... Also rund heraus, ich spreche von meinem ersten »Räuber'-Abend. Kosinskyl Die Geschichte mit dem Repetitorium wurde mir zu langweilig. Ja, wenn man den guten Aus- rn8 "och sicher hätte! Kurzum, ich bin zu Deichmann gegangen, unb wte war die britte Probe mit mir übrigens Krauhneck brillant als

. 3d) bente, baß ich über kurz ober lang auch ins Charakterfach krsprmge. ßiebljaber ist bloß Durchgang."

nitit'a-Urti>9<ln9? Unb bie .Räuber'? Ist es möglich! Dann wirb also in auf dem Zettel stehen: .Kosinsky Herr Rybinski'. Ober

In be1n >v°n' beibehalten?"

yelmE"' man. nruß auch etwas für feine Familis-chun. Mein .von' wirb iitim«. n'. svenigsiens solange ich unberühmt bin, nachher kann ich es l*uner -weder aufnehmen."

Rechnest du darauf?"

Natürlich rechne ich darauf. Jeder rechnet darauf. Garrick war ür-< sprunglich auch Don Adel; meinst du, daß er mit her ganzen Geschichte nngefangen hätte, wenn er sich nicht hätte sagen dürfen: .Ruhm geht über Adel'?

Sag mal unb bas alles ist dein Ernst?"

Mein voller Ernst, unb ich will dir auch noch mehr sagen unb auch -m Ernst. In ganz kurzer Zeit kommst bu zu mir unb sagst mir: ,Ry- bmsEi, bu hast recht gehabt, den ganzen Kram an den Nagel zu Höngen; was meinst bu, zu welcher Rolle paßte ich wohl am besten, Dunois ober Karl Moor?' Ich sage dir, du bist der geborene Karl Moor, unb wenn du beinen Arm an die Eiche bindest, oder vielleicht auch, wenn du den Alten aus dem Turm holst, mußt du einfach großartig sein."

So, meinst bu?"

Du hast ganz bas schwermütige Schwabblige, was bazu gehört, unb hast auch den Brustton der Ueberzeugung, wenn er sagt: .Diese Uhr nahm ich dem Minister'. Das ist natürlich ber Justizminister gewesen, unb auf den wirst du bald ebenso schlecht zu sprechen fein, wie ich. Ich habe bie Schiffe hinter mir verbrannt. Alles im Leben ist bloß Frage ber' Courage."

Ra höre, Hans, da spielt boch auch noch manches andere mit."

Du meinst Liebe. Damit komme mir nicht. Larisari. Manche sind so verrückt, und dir traue ich schon was zu. Wer so viel spazieren läuft unb die gleiche Schwärmerei für Lenau wie für Zola hat was dir beiläufig erst einer nachmachen soll,, ber ist zu jebem Siebesunfinn fähig. Es sieht dann auch das wie Courage aus, ist aber das Gegenteil davon. Bloß Schlapperei, Bequemlichkeit, Hausschlüsselfrage... Hugo, steh dich vor. Aber so viel will ich dir schon heute sagen: wenn du dich normal entwickelst und nicht einen kolossalen faux pas machst, so kommst du morgen da an, wo ich schon heute bin/ Unb wenn du Referendar werden solltest, was leicht möglich wäre, Assessor wirst du nie. Laß doch bie Einpaukerei! Js ja alles umsonst. Ich kenne meine Pappenheimer/

Indem klopfte es. Großmann ging auf die Tür zu, um zu öffnen. Draußen stand Mathilde. Sie müsse noch in bie Stabt, unb weil keiner ba sei außer ihrer Mutter, wolle sie nur fragen, ob Herr Großmann noch irgendetwas zu Abend befehle.

Danke, Fräulein Mathilde. Herr von Rybinski hat alles abgelehnt. Ich gehe nachher noch in den Franziskaner hinüber. Wenn Sie mir vielleicht eine Flasche Sodawasser zurechtstellen wollen ..."

Als er seinen Platz wieder eingenommen hatte, sagte Rybinski:Da­durch wirst du dich auch nicht inszenieren. Sodatvasser, das trinkt doch bloß ein Philister."

Das ist erstlich noch sehr die Frage, denn es hängt viel davon ab, was man vorher getrunken hat, und bann will ich mich auch gar nicht inszenieren. Frau Möhring ist eine Philöse und das Fräulein ihre Tochter. Und da inszenieren! So weit sind wir doch noch nicht runter. Unb man Hai seinen Lenau doch nicht umsonst intus."

Gerade das, gerade das! Lyrik schützt vor Dummheit nicht. ,Aus dem Teich, dem regungslosen, weilt des Mondes holder Glanz' es braucht bloß ein bißchen Mondschein, so verklärt sich alles, und der Teich kann auch ne Stubenbiele fein."

Ich begreife dich nicht, Hans, woher hast du denn Veranlassung..." Des Menschen Bestes sind Ahnungen, und sie hat solch Profil, fast wie eine Gemme, streng und edel und einen kleinen Fehler am Auge unb ist aschblonb. So schreiten keine irbischen Weiber, bie zeugete kein sterb­lich Haus..."

Unsinn, was soll das? Eigentlich ist sie doch einfach eine komische Figur."

Du, sage das nicht, so was rächt sich!"

Ach was, alles Unsinn und nochmals Unsinn. Unb nun laß uns gehen... Wann ist benn eigentlich bein Debüt?"

Nächsten Dienstag. Du kannst mir ben Daumen halten. Ober noch besser, komm hin unb klatsche!"

Die nächsten Tage vergingen ruhig. Am Vormittag hatte Hugo sein Repetitorium. Dann ging er zu Tisch, bann spazieren nach Wilmersdorf. Am Abend war er zu Hause, wenigstens meist, und war alles in allem ein Muster von Solidität. Was Mathilde auffiel, war bas Stubium. Aus allem, was sie sah. und auch aus Andeutungen von ihm selbst hörte, ging hervor, baß er sich auf ein Examen vorbereitete; er steckte auch jeden Morgen, wenn er ausging, ein Buch ober ein Heft zu sich, trotzdem war klar, daß, wenn er wieder zu Hause saß, von Studium keine Rede war. Auf einem am Fenster stehenden Stehpult, das er sich angeschafft hatte, lagen zwar ein paar dicke Bücher umher, aber sie hatten jeden Morgen eine dünne Staubdecke, Beweis genug, daß er sich den Abend über nicht damit beschäftigt hatte. Was er las, waren Romane. Besonders auch Stücke, von denen er manchen Tag mehrere nach Hause brachte. Es waren die kleinen Reelambändchen, von denen immer mehrere auf dem Sofatifd) lagen, eingeknifft und mit Zeichen oder auch mit Bleistiftstrichen versehen. Mathilde konnte genau kontrollieren, was ihm gefallen oder feine Zweifel geweckt hatte. Denn es kamen auch Stellen mit Ausrufungs- unb selbst mit brei Fragezeichen vor. Aber bas waren doch nur wenige. Das Leben ein Traum" hatte bie meisten Zeichen unb Randglossen und schien ihn am meisten interessiert zu haben.

Mutter", sagte Thilde,wenn ba nicht ein Wunder geschieht, der macht es nie.?

Was benn, Thilde?"

Na, das Examen. Aber schließlich, uns kann es recht fein. Je länger es dauert, je länger bleibt er. Unb is ja ein guter und anständiger Mensch. Und wenn er es macht unb durchfällt, so bleibt er auch. Wohin soll er am Ende, sehr viel Anhang scheint er nicht zu haben. Sogar der Herr mit ber polnischen Mütze war noch nicht wieder da."

Das hatte freilich feine Richtigkeit. Rybinski war feit feinem ersten Besuch noch nie wieder dagewesen, aber am Abend des Tages, an dem Thilde Möhring diese Betrachtung gemacht hatte, kam er unb traf auch seinen Freunb Hugo zu Hause.