Ausgabe 
3.10.1930
 
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zu seiner fremden MaseM, daß ich es nW lassen werde, es segne niidj jKnu. Bruder", sagte ich leise zu ihm:so ist es, nun

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mar nur meine Zeit, die vor deiner Ewigkeit erschrak. Ich kannte meine Stirn aber ich kannte sie nur im Schimmer des Frohsinns, m den Falten bes Unmuts, in den Schatten der Traurigkeit. Ich kannte Nicht meme entkleidete Stirn, das Schweigende ihrer Wölbung, das Ausgelofchte ihrer kleinen Empfänglichkeiten, die Verklärung ihrer Bestimmung. Ich kannte meine Augen, wenn ich den Spiegel vor sie hob oder emes anderen Menschen Antlitz unter ihrem Leben ausleuchtete oder erlosch. Aber ich muhte nichts von dem Ewigen dieser Augen, von dem abweisenden Schlaf ihrer Lider, der schmerzlichen Schrist unter ihren Wimpern, wo die trocknende Feuchte aller Tränen zu den leisen Schatten gefroren ist wie die gefrorene Erde unter dem Tau eines Baumes. Ich wußte nichts von der Bitterkeit dieses Mundes, dem du seine ewige Form entrissen hast, als er noch zu lächeln meinte unter dem ersten leisen Druck des kühlenden

21 Ich liege ganz still, mit geschlossenen Augen, und empfange die kühle Fremdheit der weißen Umhüllung. Langsam entfernt sich das Dasein d-s Bisherigen, geht fort, weiter und weiter, und laßt mich allem. Die Hände arbeiten nicht mehr an meinem Gesicht, die Füße sind nicht mehr da sind hinter der Tür, in einem anderen Raum.Die gehen wie von einem Begräbnis", denke ich zum ersten Male und lächle über den Ge­danken Aber hier geschieht es zum erstenmal, das Seltsame und mich leise Durchrieselnde: das Lächeln gehorcht mir nicht mehr.. Die Seele versucht es, aber die Sippen gehorchen nicht. Sie sind gefroren, ein« geschlossen, erstarrt. Etwas ist über mir, das es verhindert ein fremdes Dasein, eine wachsende Last, die ruhen will, die nicht will, daß unter ihr gelächelt werde, die die Versteinerung will, den Gehorsam, das

( Ich nehme dich in meine Hand und wende dich leist zur Seite bis der ganze Gram der brüderlichen Form sich mir erschließt. Nun ist es, als wäre ein Leben lang der Schmerz von deiner Stirn herabgetropft auf das wehrlos Schweigende des Gesichts. Nun erst sieht es mich wissend an: der Schläfe umschattetes Tal, der Wange stolze Bitterkeit, der herbe Verzicht gleich einer schweigenden Schwelle unter des Lides geschloßener Tür und jener schmcile Weg von der Ngsenwurzel zum Mund^wie em- gegraben von den Füßen hofsnungsloser Gedanken, die hier ms schweigen gingen, verhüllt und stumm. . ... . ,

Ja, mein Bruder, es ist die Wahrheit, die du schwelgst. Es ist nur ots Hütte ich bei Johannes auf Patmos gesessen, entsiegelt m meinem Luck. Was siehst du? Ich sehe ..." Die dünne Schale zerbrach, und ich erschrak. Wer hinter dem Erschrecken stand schon die Demut der Erkenntnis und die Tapferkeit des Niedersteigenden, der zu denMuttern niederstieg.

Ich habe meinen Tod gesehen, und über die Feigheit der Kreatur hinüber gab ich ihm die Hand. Es ist nicht der Tod der Welt, als ein Gegenpol des Lebendigen, es ist mein eigener Tod, vor mir geformt, in meines Lebens dunklem Schockst, ist mein ewiger Bruder, m Mer Kammer verschlossen bewahrt wie ein häßlicher Kranker, aber nun erhöht von meiner eigenen Hand, ohne Angst vor der Welt, ausgenommen an meinem Tisch, zu meiner Rechten, wie unsere Ehre es befielt. Unböa ift noch eine zweite Wahrheit, die du enthüllst, eine höhere gleichsam, die über alle anderen gebreitet ist: das ist der Friede: der Friede, von dem geschrieben steht, daß er höher sei denn alle Vernunft. Er loscht nicht aus, er setzt nicht ins Unrecht, nicht den Gram, nicht die Bitterkeit, nicht den Verzicht. Er läßt dies alles ruhen in sich als einen verdienten Lohn aber er strahlt die leise Verklärung darüber hm, die nicht mehr mißt' nicht mehr wägt, nicht mehr rechnet, sondern die aus der schlafen­den Tiefe auffteigt, wie der Duft der Verheißung über einem gefurchten Lande, gleich dem tröstenden Sinn des Wortes:Denn ihre Werke folgen t)n'mar ein Sprung in meinem Bild, und er ist nicht mehr im. Es war ein Grab in meiner Brust, und nun ist eine Auferstehung tn ihr

Meine Totenmaske.

Ich b,. ...m.n»,,6»»®* rni* m f.m.m M, S

in Gips, in Marmor und Bronze ein schweigendes und verzaubertes Dasein in dem großen Raume führen. Der Hauch einer fremden Werk­statt mnfängt mich, unähnlich meinem Schreibtisch, weil das innerlich Geschaiite sichtbar dasteht, der göttlichen Schöpfung gleichsam naher Raum verlangend und behauptend, an einen fremden Tempel erinnernd oder -ine frcioefecite (Srabfcnntncr. . t

Und dann beginnt es damit, daß ich ein Stuck ungesalzene Butter in die Hand bekomme und mein Gesicht einreiben soll Es sche nt nnr daß die hellen Augen des Professors mich prüfend zu betrachte beginnen wie ein Objekt, und auch der Gehilfe, der die Gebärden eines chirurgischen Assistenten hat, kühler, sachlicher, gleichgültiger noch als der Professor, sieht sich im Raume um, ob auch alles da sei. __

Und dann ziehe ich einen weißen Mantel an und liege auf dem Ruhesosa. Ton wird auf meine Augenbrauen und den Haaransatz gelegt, Seidenpapier auf meine Wimpern. Eine unangenehme Erinnerung beginnt ganz langsam aufzusteigen, von bedrückender Aehnlichkelt an einen Stabsarzt, der Sporen an den Stieseln tragt, an blitzenden Stahl und einen süßlich betäubenden Duft, der sich würgend über das wehrlos sich bäumende Leben stürzt.

Aber das ist natürlich Unsinn. Es ist alles harmlos, immer noch. Die beiden dünnen Röhren, die man mir in die Nase fuhrt, sind nicht angenehm, aber der Gips ist kühl, wohltuend und gleichsam eme tröstende Isolierung' gegen alles Fremdartige des Raumes, der Hantierungen, der

$ So9 ist es also", denke ich,der Mund ist versiegelt der Blick ist verhüllt. Und wenn deine Lippen schreien, deine Augen flehen wollten, sie würden es nicht können. Abgeschieden bist du vom Leben der Cr- barmung fremder Erweckung hingegeben. Zwar deine Hande sind beweg­lich, öffnen und schließen sich, wie du es willst, aber sie sind gleichsam taub, fremde Wesen, die sich an dir bewegen, wie Aeste sich an schwei­genden Bäumen bewegen." . . . , , . ...

Und langsam, zuerst geleugnet, aber immer wiederkehrend, sich aetoe{)en behauptend, stießt eine eisige Kühle von der Stirn zu den Schla en über » unkr bemSchweigen im Walde" an meiner Wand,

die Wangen, über den Mund. Und in dieser Kuhle wachst die Last über I . . n[5 Gängen die Hufe des Einhorns dumpf auf der Erde

dem verhüllten Antlitz, als häufe man kalte Eisenplatten über meine tomeigenben Stirn, wie die Füße der Lebenden dumpf hineln-

Wehrlosigkeit, die sich zu Bändern biegen und mich umklammern unent- in' unseren Schlaf, nicht als ein Erschrecken, nicht als ein Leid,

rinnbar, wie kalte Erde einen Toten umklammert. Der Atem geht schwer I ronbern a[5 Bürgschaft der Ewigkeit, die da ist, auch wenn wir

und die Hände heben sich, um das Gesicht aus feinem Gefängnis aus- j mehr sind.

zubrechen, aber sie weichen zurück vor der weißen Maske, ohne sie zu I * -------------

* d°m -« üb«, michWi- mach« d-r Man» da« «igeatlich?- gefallen ist, und meine Gedanken gehen ernste und schwere Wege wie I <gjn Gerichtsarzt erläutert seine Arbeitsweise,

in einem Totenzimmer. Das Symbolische des Vorgangs hat mich i r>r Tinrenfurtb Gerichtsarzt in Berlin,

angerührt, und in dem Schweigen über meiner Stirn erfüllt es mich, I Von Med.-Rat vr. F. Dyrensuriy, wericyisarzr m wie unter einem Felsen die dunklen Quellen sich erfüllen mögen, wenn I Lesen wir es nicht fast täglich?: irgendwo wurde die Mord-

über ferner, fremder Welt der Regen nächtlich rauscht. ' I ' kommisston alarmiert, der Gerichtsarzt begab sich an den Tat-

Und bann ist das Gesicht des Professors wieder da, der Raum, die I ort und stellte fest, daß Mord durch Erschießen aus nächster

Straße, das Dasein, und nur eine schwere, ganz ferne Erinnerung geht I Nähe Selbstmord Tod durch Erwürgen, Erschlagen

hinter mir her durch di« Tage, wie an eine Schuld, an einen Krieg, I auf diese und jene Weife vorliegt. Meistens werden di« Fest-

ober an einen Tod. ... , . . I Rettungen sogar gleich durch nähere Details ergänzt.tLie

Und dann, eine Woche später, halte ich die dunkel getonte Maske in I macht der Mann das eigentlich?" das ist die Frage, die

der Hand. Der Professor spricht zu mir, aber ich antworte nicht. Ich I sich wohl jeder von uns schon einmal vorgelegt hat, erftaunt

»resse die Finger an die fremde Kühle dieses fremden Gesichts, damit es I pOn ber Schnelligkeit und Sicherheit dieser Arbeit, von deren

nicht zu Boden stürze und zerbreche.Nein", will ich sagen,nein ... em I Schwierigkeiten wir freilich nichts ahnen. Ja,wie er es

Irrtum ist hier geschehen, nicht wahr, ... ein törichter, etwas grausamer 1 macht", und welche Erfolge die medizinische Wissenschaft bei

Irrtum ...das bin nicht ich, das ist ein anderer, ein Fremder, em Toter, I Stifter Aufklärung von Verbrechen für sich buchen konnte,

den ich nicht kannte ... nicht wahr, Herr Profesior? Ein Fremder ist das I davon erzählt in folgenden Zeilen einer der bedeutendsten

doch, den wir beide nicht kennen? Ein Verschütteter aus bem Kriege viel- I beutschen Gerichtsärzte, dessen Name mit den großen Leistun-

leicht, ein verlorener Sohn der Erde, der nicht heimfand zu feinem Vater- 1 gen ber Kriminalwissenschaft für immer verknüpft ist.

" Man tolägt das fremde Gesicht in ein Papier, und ich trage es nach I Sicherheit der Allgemeinheit auf bas fdjärffte Krähen. Jn'wcr £

Unö8 3u%aufe erst, an meinem Schreibtisch, stellt bas erschütterte I geschossen worben sei, ober baß bie Verletzung durch eigene Hand GMeicbQCtöicht ficb lonofotn toieber bt?t. Sie 3Kusfc Iel)nt cn btr Bücher- I Dpfet erfolgt fei. . ... r., Animtnnfciaben

reihe vo? mir Die stille Lampe brennt, bie Straße schweigt, aus einer Unter biefen Umstanden gehört es natürlich zu den Hauptauf^ave^ fernen Wohnung kommt ber leise Klang einer traurigen Melobie. Unb I des Obduzenten, in «'Nem solchen Falle, wenn es sich E«' fiierburrfl

Lbei^ sind allein der Tote unb ich Es ist nicht das erstemch daß schuß handelt das G«B°ßburchd.eObuktiOn

ick mit einem Toten allein bin. Aber es ist das erstemal, daß ich mit gelingt es sehr oft tn überraschender Weise, die Frage der -va l

meinem eigenen Tode allein bin. Das dunkel Verborgene, das in uns aufzuklaren, ba befonbers durch Untersuchu^n m ^r neueren

schläft, unb wacht, und wartet, mit ber Geduld eines Tieres wartet, hat I sich herausgestellt hat bah gewlssermaßen iede Wasfe ihre Ji v d _ man aus mir herausgenommen und vor mich hingestellt.. Man>t den besstst und gewiss« Merkmals- an den G^Uießmrii ch mit der ver- Sckleier von bem Allerheiligsten gehoben, man hat mein Ewiges aus I sind, zurucklaßt. Es kann bann also durch Schletzverfucys n i meinerZeitlichkeü gelöft Unb ich fühle, bah es mehr ist als ich, baß ich bächtigen Waffe aufgeklärt werben, ob em Geschoß aus einer best.mm.- Nicht Frieben finden werde, bevor ich mich-nicht-apfgerichtet haben werde l Waffe abgeschossen worben ist.