fi(«)en. nlffifrfie Romane? Nun, so schick mir einen!"
"Lebe^Sie wohl, Grandmaman! Ich habe Eile ... Adicu.Lisawea vwänowna Warum haben Sie geglaubt, daß Narumow Ingenieur fei?
gaÄS'Ä3XES °>- w* rti* Aum lenster heraus. Gleich daraus zeigte sich unten auf der Straße beim ^au/an der Ecke ein junger Ossizier. Rote bedeckte ihre Wangen; sie nahm ihre Arbeit wieder auf und beugte den Kopf über die Leinwand. Da i" diesem Augenblick, kam die Gräfin hervor, ganz angezogen.
’ anwannen, ßifanfa! $ßir führen ^pn3i6ren.
Ljsanka stand vom Stickrahinen auf und raffte die Arbeit zusammen. „Was ist das? Bist du taub?" schrie die Gräfin. „Laß an,pannen.
II.
Di- alte Gräfin *** saß in ihrem Ankleidezimmer vor dem Spiegel. Drei Kammerjungfern waren um sie. Die eine hielt einen Tiegel mit Sckininke die zweite ein Schächtelchen mit Nadeln, die dritte ein hohe^ Täubchen infeuerroten Spitzen. Die Gräfin hatte auch nicht mehr d,e ge-
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-Ä ***» «"sjRgÄ 3icr" „®uten Morgen, Mademoiselle Lise. Grandmaman, ich komme zu Ihnen mit einer Bitte."
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Äb d- f««nfl d- mir Ihn b.«n ....
Ä'wMuiii »ir »ab«n bis fünf Uh. g-i»n-h »i- e™'&.rÄ‘.,Mms™ an K WH*t -h» bk Fürstin Daria Petrowna, ja, die war hübsch. A propos, sie muß doch "ÄSkLKSÄS «- - °°- i-b>» =*- fiCftÄeniäulein hob den Kopf und machte dem jungen Mann ein «„icken Ihm siel gleich ein, daß man der alten Gräfin den Tod ihrer Altersa'enossinnen verheimlichte, und er biß sich m die Lippe. Doch die Grättn nahm die für sie neue Nachricht mit großer Seelenruhe auf
Di- iit aei orben" sagte sie. „Das wußte ich gar nicht. Wir sind beide^zusammen zu Hofdamen ernannt worden, und als wir vorgestellt ""'S 'täf?« Ä in» hn-d-M.» Mal- b.m ih» 2lnS; Paul," sagte sie, wie sie damit fertig war, „hilf mir ausstehenl ^'^Dk'cbüfin ging"mit ihrem^Mädchen hinter den Wandschirm, um ihre Toilette zu vollendeten. Tomsk! blieb mit dem Fräulein allein.
.Wen wollen Sie vorstellen?" fragte leise Lisaweta Iwanowna.
"Narumow. Kennen Sie ihn?"
„Nein. Ist er Offizier oder im Staatsdienst/
des phantastischen Orangenhainchens ihr zuliebe ein Kreisrund in die Kweiae geschnitten, das ihr zum himmelhellen Glorienschein wird. Um sie eüi musikalisches Wogen lenzesfroher Jugendgestalten, die sich im rischen Tau biegen und dehnen. Und Zephyr, der laue Fruh ings- wind schwebt um die Bäu>ne. Und Flora, der Geschäftigen, fallt die meiste Arbeit an dem großen Naturereignis zu. Allerdings eine ne,denswerte Mühe, und sie verrichtet sie auch freudig: Blumen muß sie über das Gefilde streuen. Sie schreitet kräftig aus, die energische Saernann- bewegung ihres Armes hält den ganzen leichtgeschürzten Hofstaat zu? sammen. Die Italiener der Renaissance haben aus alten Anschauungen neue Geschöpfe geboren, haben sich willig von dem Reichtum der griechischen Vorstellungswelt anregen lassen.
Aber nicht nur durch das Italien des 18. Jahrhunderts geht das kindliche Sehnsuchtsatmen, das triebhaft entschlossene Tasten nach schöner Gegenständlichkeit. Mittelrheinische Meister zaubern uns Fruhlmg-land vor. Noch erschöpft sich nordisches Kunstbilden um diese Zeit im Religiösen doch gern ergreift es jeden Anlaß, daneben seine Freude an allem, dessen'man irdisch habhaft werden kann, zu zeigen. Geschwind frelllch, in eifriger Abkürzung, sind auf solchen Bildern die Lilien und Rosen, die Maiglöckchen und Narzissen aus dem von Kraft überströmenden Erdreich gesprossen. Doch nicht zu sommerlich üppiger Fülle verbindet sich das saftige Pflanzenwerk. Noch schüchtern und allem, noch wartend steh jede Blüte da. Und aus demselben Geiste sind auch die Figuren die zu schöngeistiger Unterhaltung um die Madonna versammelt sind. Die
I Szenen spielen im Märchenland, wo man mit goldenem Löffel an goldener Kette Wasser schöpfen kann, wo der heilige Georg seinen erlegten Drachen neben sich ins Gras geworfen hat und stolz die Arme in die Hüfte stemmt, während freundliche Jungen mit offenem Munde leinem ivannenden Bericht lauschen. Und nun wird noch gar das Christkind von einer lieblichen Heiligen mit Schneeglöckchenkrone im Zitherspiel unterr chtet; das ist höchste Glückseligkeit, wie man sie nur empfindet, wenn leuchtende Frühlingstage ins Freie locken. Das ist d,e sentimentale Minnestimmung gotischer Wirkteppiche, die französische Hos.schkeit und
I Ritterart über die ganze abendländische Welt wehte.
j Der Geist der Liebeshöfe ist der Geist des Lenzes. Das Jahrhundert I h„r Frührenaissance, das sich nach langer Dumpfheit seiner Vorgänger | tüieber der Schönheit der Gebirgswelt bewußt wird, knüpft unmittelbar I an Wochenendeqedanken der Römer an. Und die eleganten Fruhllngsfeste, SL XX ns Vür tenhof beging, erinnern an den Wonnetaumel der Römsr der sie in den letzten Apriltagen im Kultus der Göttin alles I Gedeihens gesellte. Will man Francesco del C oj j a s Bildern Glauben I schenken sollst auch diese Lust in Ferraras von Flötenspiel, Lautenklang, I Dichterwort und ungenierten Kußszenen erfüllten Parks wieder aufgelebt. I Doch immer hält trotz aller glücklichen Freiheit eine schwärmerische I Befangenheit vor sommerlich glühendem Bacchanal Zurück. So schnell ikt Amors Sieg nicht entschieden. Die Keuschheit zahlt viele Anbeterinnen und nicht selten geschieht es dem lockeren Knaben, daß er uber- I munden und gefesselt im Triumphzuge der Keuschheit aufgefuhrt: wird. I Die Blütenspenderin Flora hat sich nicht nut dem Jahrhundert, da I mre Glanzzeit bedeutete, einfangen lassen. Auf farbenum^ponnenem | Wagen ist sie durch die Zeiten gereist, umjubelt und geliebt, von eitle
Prinzessinnen in prangenden Porträts vorgetauscht, aber in Wahrheit ist sie doch älter geworden. .
I Rack dem Verlassen jenes holdseligen Gartens voll jugenbjwn I Empsindens der die Renaissance heißt, wendet sie sich üppigeren. -
I fiihpn xu Ihr Wesen verliert die ursprüngliche Fn che, sie wird galanter, ihre" Reize bewußter,"gezierter. In'den Bildern Watte aus ist mchk mebr von der Unbefangenheit der ersten Blute zu finben. Die (entimen
I täte Minnestimmung ber Gotik ist verflossen, man siebt den itruhli g nur noch um ber Liebe willen. Ihr Prinzip erweist sich m ber ganzen höfischen Barockkultur herrschend. Die geputzten Meiischen in den
1 von Versailles finb zwischen ihren geraden T°kusheck^ wie Pap blumen, bis man mit spitzen Fingern zerpflückt, ohne Saft, ade g und auftraqend in ihrer Erscheinung. Unb sie wachen kern Hehl au h unverschämt werbenben Gesinnung. Flitter, Buntheit und Lausch, darunter "in alles verzehrender unb mißachtender Lebens rieb, en halten jener Zeit alle zarten Regungen, alle Frühlingssch e.er, in bu> rerfg benbe Kindheit sich hüllt, vor. Die Barockmenschen fmb voll gereift, hr Reise hat sie sogar schon Ueberbruß am Genossenen empfinden ! Sie spiAen um das Leben unb mit der Liebe, sie ruhen nach schwu A lebenschäumendem Tage unter schattigen Baumen voll Armende^ $ gj- <7vr Titnn NubenS hat ben Nacken, die urucienue OlUt ul I mers am Tage Abst an .-halten, er wirkt im heißesten Licht u watet durch das kälteste Wasser, ohne daß ihm eines °der bas an^ etwas anhaben kann Der Abend leuchtet ® Sonn®
Aucsi ihm ist alles Sommer und Fülle, aber er zieht aus oen - strahlen ihr Seelisches, Wohltätiges und Erhaltendes Heraus, Bnnurbsn S ".« unb ,ouM unb «Jß.WÄSS Sengende unb Wilde. Wenn er eine Flora malt so ii es eine « göttin, die Sommerblumen in den Haaren tragt, reich u
^"Anmuftg^Frühlingsbilder besitzt diese Zeit nicht weil |ie f« 9.“' nicht begehrt, unb ein Naturempsinben wt« (» Jembican^ ^5 j,, bet j gesenkt war, ist in ihr überhaupt selten. Es erstarrt. volleno
Geistesschärfe bes 18. Jahrhunderts, das nur noch Darstellung Flora als schmeichlerische Anspielungen kennt. Es ist ein tr en , Herbst geworden. Ein vielfarbig glanzendes Bild, b(u au.g
I von ber kalten Tusche der klassizistischen Malerei.
Der Gang der europäischen Kultur und Kunst laßt sich i n @(1 seit dem Anbrechen der Neuzeit bis zum Untergang der ständisch^ sellschaft vergleichen mit dem Ablauf eines Iahres wahreno 1 u f die verschiedensten Prinzipien des Gedeihens abloscn. ®'ncaUc9llllberci'
I reicht dem nächsten die Hand; es kommt nicht wieder jm an der Herrschaft gewesen sind- Seine Wirkung waltet nur M
I weiter. Eine ausgesprochen fruhlinghaste Kunst hat Romantik I nur einmal im 15. Jahrhundert gegeben. - Das haben Die
Gleich" antwortete das Fräulein leise und ging hinaus.
Ein Diener kam herein und überbrachte der Gräfin die Bucher vom ^"?Mut.dJch wsft"dan°ken"?sagte die Gräfin. „Lisanka, Lisanka, wohin
„Offizier."
"N"ein"'Kavallerist. Warum dachten Sie, daß er Ingenieur sei?
neuen Roman! Nur keinen von den modernen, bitte. 1
ijUnr, Hir einen also, Grandmaman? . . , «.
"Einen in dem der Held weder Vater noch Mutter umbringt und wo niemand ertränkt wird. Ich habe eine schreckliche Angst vor Ertrunkenen.
Zolche Romane gibt es jetzt nicht. Wollen Sie vielleicht e.nen rus-
S-Hst du?" . „
„Es lst"noch Zeit. Setz dich her! Mach den ersten Band auf und lies mir" etwas vor daraus!" _
Das Fräulein nahm das Buch und las ein paar Zellei.
(Fortsetzung folgt.)
Oer Frühling in der Kunst.
Don Wilhelm B 0 e ck.
Die Physiognomie der Jahreszeiten ist so vieldeutig und wandel- gestaltig, daß es schwer ist, ihr Mienenspiel festzuhalten. Jahreszeiten sind wie Menschen, die sich schlecht photographieren. So hat auch die Kunst es unterlassen, den Duft der Frühlingsscholle und des reisenden Kornes, der Herbstesnebel und der Eisesklarheit in bestimmten, symbolisch wiederkehrenden Prägungen einzusangen. Doch hat sie es sicy nie entgehen lassen, einen Zipfel ober eine Falte des schnell vorubertanzelnden Lenzes loszutrennen, ein Strählchen der alljährlich erwachenden Gluck- $CliUnb ftltchm"°"gerade die Stillen, die Beiseitestehenden, die Gedrückten sind es, die hier am flinksten zur Hand waren. Der leise Sanetro Botticelli hat es sogar gewagt, offen auszusprechery daß er wirklich den Frühling malen wolle. In einem Streusel von Bluten unb Farbigkeit schreitet bei ihm die Göttin des Frühlings dahin. Zart bewegen ihre Füße die linden Kräuter, zaghaft winkend neigt sie das Haupt. Alles an ihr ist noch sittsam scheue Zuruckhaltung österliches Ahnen. Wie eine Heilige tritt sie auf. Es scheint, als habe der Gartner


