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fannf wenn sie mit ihrer Kunst an die religiöse Zartheit und Um Mittelbarkeit des Quattrocento wiederanknüpfen und einen neuen Früh- r na der Empfindung heraufführen wollten. Sie waren aber gar nicht imstande so unbewußt schöpferisch zu werden, wie sie es als notwendig ’.' nnten und beabsichtigten. Sie waren zu sehr Nachkommen einer um neben« geistigen Generation von Denkermenschen, um von den Ergeb- nilien der väterlichen Forschung absehen, ja sie verachten zu können. Wenn sie vor ein großes Bild der Natur oder Kunst traten, so kam es nickt über sie wie ein brausender Wind, sondern in ihrem Herzen, das beariff stieg die Forderung nach Ergriffenheit und Verehrung auf. Vr Geschlecht war ein unmännliches Geschlecht der Hingabe. Frühling ab« ist Zeugung und Kraft. Diese wird eher gefunden in den zwar nock romantisierenden, aber lebensvolleren Werken eines Thoma und Bocklin mehr aber in den zum wahren Dasein ringenden Menschen der Kunstmärtyrer F e u e r b a ch und M a r e e s.
Lob -es Bocksbeutels.
Zu Würzburg im 1730er Jahr Beschloß die städtische Räteschar Den Wein der Lagen „Leisten" und „Stein" In Bocksbeutelflaschen zu gießen Und sie mit dem Stadtsiegel zu schließen.
*
Ich will meinen Gesang von dem braunen Bocksbeutel damit beginnen:
Hunderte lagen im weihrauchduftenden Pfarrerhaus Bauch an Bauch, gehüllt in Spinnen.
Der Pfarrer war weise, liebte den Honig der Kleeäcker und stammte aus Franken.
Sein Sinn war zur Hälfte Gott, zur Hälfte waren es Weingedanken. „Ich überschaue den Zug der Trinker," sprach er, „seit 200 Lebensjahren, Es sind Mönche, lächelnde Kranke, Siebte, Soldaten und wettergebräunte -Scholaren.
Es sind dickbäuchige Bäcker, Studenten, Räte und viele Schultheißen Und der edelste Zecher von allen: Max Dauthendey ist er geheißen." Dabei trat der Pfarrer ans Fenster und sprach ergriffen: „Guten Abend, glitzernder Main, ffluten Abend Heiligenbrücke aus fränkischem Erdenstein.
ffluten Abend schöner Berg mit Festung und geweihter Wallfahrtskapelle, ffluten Abend Dächer von Würzburg, Segen Gottes über dich hüglige Welle!"
Ich sah vor seiner Hand die holdselige Stadt, heiter, turmfröhlich, barock, Und über dem Maine drüben die Zeilen der Weingärten Stock an Stock. „Ich liebe," sagte der Pfarrer, „von allen Lagen am meisten Den glühenden Tropfen vom „Stein" und den schlafverklärenden „Leisten". In beiden ist alles, was Franken bedeutet, geläutert, gefiltert und duftig enthalten:
Die Lindenblüte, der Klee, die schwingenden Hügel, der Iulinacht stern- silberne Himmelsfalten.
Ein schimmernder Tropfen vom Main, die ganze Sonne, der Mond, das Domgeläute von unten.
D a s ist das Geheimnis, warum die Kranken genesen und fröhlich sind die Gesunden.
Der heilige Kilian, der auf der kalkigen Weinbergsmauer steht, Schickt das ganze Jahr für die Trauben zum Herrgott sein Bittgebet. Ich habe es selbst gesehen, daß die Jungfrau herabstieg vom Sockel, wo sie saß,
Und zur Herbstzeit eigenhändig mit den Mägden vom Spital die honighäutigen Beeren las.
Wir wollen das einmal probieren!" Und er holte eine Flasche, darauf stand 1911:
Da sang ein Sommer darinnen und es schwebte heraus eine Els'.
Gesiegelt war sie vom Wappen, sie war ein Echter vom „Stein" Und hotte gewaltiges Feuer, das sprang mir süß ins Gebein.
Dann kam ein 21er: er roch nach blühenden Mandeln und betupfte die Zunge mild
Und zauberte mir in die Seele ganz Franken als grünendes Frühlings- gefild.
*
D möge die Reblaus von diesen herrlichen Lagen fernbleiben, Kein Gewitter mit Hagel blutige Rinnen in ihre Zeilen schlitzen und schreiben, Keine Schmarotzerpilze ihre zarten Blüten und Blätter vergrauen, Sondern möge an ihnen immer ein glühender Sommer und heiterer Herbst kochen und brauen!
ßciber weiß ich über die Jahrgänge, die kamen, 26, 27, 28, 29 nichts zu malen und bildhaft zu deuten;
^ch kam seitdem nicht mehr zu einem Pfarrer und ähnlichen „echten Bocksbeutelleuten.
Aber man sagt von den Ernten, vielfältig, betörend und innerlich fei ihr Geschmack.
-menn ihr sie trinkt, Würzburger Zecher, denkt an den Schreiber dieses Lobes,
Anton Schnack.
Oie vier Zsiiaiter der Nervosität.
Von Heinrich K a h a n e.
Das lateinische nervus, die Sehne bezeichnend, selbst ein Lehnwort aus dem Griechischen, wanderte als Fremdwort ins Deutsche, wo wir es im 16. Jahrhundert in der Bezeichnung „Sehne, Band" finden; daneben tritt im 17. Jahrhundert das Adjektiv nervös auf, dem lateinischen nervösus entlehnt und in der Bedeutung „nervenvoll, nervenreich, sehnig, kräftig" oder allgemein „die Nerven betreffend" belegt, das späterhin unter dem Einfluß des französischen nerveux die Form nervös annimmt. Durch häu-- igen Gebrauch in der medizinischen Fremdsprache entwickelt nun das Wort Nerv seit etwa Mitte des 18. Jahrhunderts einen neuen Inhalt. Neue heilkundliche Kenntnisse und Erfahrungen, vor allem Anton Mesmers epochemachende Entdeckung des tierischen Magnetismus — — Goethe schreibt 1787 in einem Briefe: „Ich werde auf den Magnetismus aasten, die Sache ist weder leer noch ganz Betrug" — ließen die Bedeutung „feinempfindlicher Empfindungsleiter des menschlichen Körpers" (die unser heutiges Nerv noch hat) allmählich durchdringen. „Nervös, das ja allgemein „die Nerven betreffend" bedeutete, mußte nun, bei solcher Entwicklung der Nerven, mit der Zeit mitgehen und selbst sich ver- einern; was früher „fehnig und kräftig" gewesen war, wurde jetzt „emp- findungsreich, fein empfindend, die Nerven angreifend". Die französischen Damen — berichtet eine Modezcitung von 1758 — „deren Delicatesse bekannt ist, und nachgeahmet wird, bedienen sich des Eau de Luce nach Wunsch bey Kopfschmerzen, Ohnmächten und bey allen nervoesen und hypochondrischen Kranckheiten."
Entscheidende Beeinflussung erfuhren die beiden Worte von England her. Ein englischer Arzt, Robert W h y t t s, hate 1763 eine Schrift veröffentlicht, deren Titel in der deutschen Uebersetzung, die schon im nächsten Jahre erschien, lautet: Beobachtungen über die Natur der Krankheiten, die man gemeiniglich nervenhypochondrische und hysterische Zufälle nennt. Der Einfluß war ungemein nachhaltig. Wir finden in einer englischen Wochenschrift der Zeit den Stoßseufzer eines bedauernswerten Lords: „Meine eigene Constitution ist, Gott sei Dank, ganz robust, doch bin ich zu meinem Unglück mit einem nervösen Weibe geschlagen... Einer Person, die hastig treppauf, treppab hetzt, die Türen zuknallt, die Feuerzange auf die linke, das Schüreisen auf die rechte Seite des Kamins legt ... jeder von diesen kleinen Zwischenfällen hat eine unmittelbare und unwiderstehliche Wirkung auf das Nervensystem meiner. Frau." Und kaum 25 Jahre nach dem Erscheinen des englischen Buches ereifert sich der große deutsche Arzt Hu sein nd in einem Artikel „lieber die neuesten Mode- arzneyen und Charlatanerien": „Es waren einst glückliche Zeiten, wo kein Mensch wußte, daß er Nerven habe. Man wurde vojt ihnen aufs beste bedient, ohne ihre Gegenwart zu ahnden, ohne fichs möglich zu denken, daß sie auch untreu werden könnten. Wie sehr haben sich die Sachen geändert! vor 40 Jahren hatte ein Englischer Doktor (Whyit ist sein Name) den unfertigen Einfall, ein Buch von den Nerven und ihren Krankheiten zu schreiben. Ein Apotheker, der sich schon lange über die Zufälle einer gewissen Dame den Kops zerbrochen hatte (denn in England praktizieren auch Apotheker), ließt das Buch. Er kommt wieder zur Dame, und da sie ihn abermals mit einem ganzen Heer von Beschwerden überhäuft, und endlich einen kategorischen Ausspruch von ihm verlangt, so durchschneidet er den ganzen Gordischen Knoten mit den vier Worten: Es sind die Nerven, Madame; — und der Einfall glückte. Man fand den Ausdruck völlig befriedigend, er wurde Mode und Hypochondrie, Vapeurs ufw. mußten ihm Platz machen. Selbst die Aerzte mußten sich nach dem Willen der Mode richten, und fanden bald das Wort fo bequem, daß sie es um alles in der Welt nicht missen möchten. — Jetzt will alle Welt Nerven haben, und zwar piquirt man sich, scharfe, reizbare, delikate Nerven zu haben, denn fo will es der Ton. Ein neruigter Mensch hieß sonst ein fester, kraftvoller Adomssohn, jetzt heißt es ein Wesen, das jeden Eindruck tausendfach fühlt, das von dem Getrampel einer Mücke in Ohnmacht fallt, und von dem Geruch einer Rose Konvulsionen bekommt." — Die Macht des Wortes oder „die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los".
Was in reichem Maße zum Thema medizinischer Abhandlungen und Werke geworden war, sickerte allmählich in die Umgangssprache und fand in der Literatur deutlichen Niederschlag: das beliebte Motiv der kranken Nerven wird in Theaterstücken, Romanen, Zeitschriften immer wieder angeschlagen, immer wieder variiert. Der Affektstil der Zeit, süßlich und weinerlich, rührend und sentimental, moralisierend und intellektualistisch- sensibel, war ein fruchtbarer Boden für die Entstehung und Verbreitung des neuen Begriffes. Und wie im Deutschen Nerv und nervös, im Französischen nerveux vom Englischen in ihrer Bedeutung beeinflußt worden waren fo hatte sich — seltsamer, nicht zufälliger Parallelismus! — der neue literarische Stil ebenfalls von England aus über ganz Europa verbreitet- zu einer empfindsamen Literatur gehören eben empfindliche Nerven- Moritz August von Thümm el 1764 in seinem heroisch-komischen Prosagedicht „Wilhelmine": „Ihr hüpfender Busen war ein zu ungewöhnlicher Anblick für ihn, und fetzte feine Nerven in ein fieberhaftes Erzittern ; Goethe 1774 im „Werther": „Sie ist mir heilig. Alle Begier schweigt in ihrer Gegenwart. Ich weiß nie, wie mir ift, wenn ich bei ihr bin; es ist als wenn die Seele sich mir in allen Nerven umkehrte."
Auch im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ändert sich noch nichts. Die Befreiungskriege mit ihrer körperlichen, die Romantik mit der geistigen Anspannung aller Kräfte, waren keine Atmofphäre, in der die Keime der neuen Wortbedeutung gedeihen konnten. Um 1830 wirds anders. Gutzkow fängt die Stimmung der Zeit ein:
Das allmähliche Herunterkommen der Romantik erschlafft die bisher angespannten Nerven der Nationen. Es waren Deutsche genug, die an H o ff m anns Tode litten, Franzosen genug, welche die üblen Algen von Victor Hugos ruhendem Federkiel spürten. Sic alle wollten Reiz. Und gibt es ein Wort, das die seelische Situation der solche Sehnsucht mich Reiz entspringt, besser auszudrücken vermag als das Wort nervös? Das iunae Deutschland, unzufrieden, negierend, in sich zwiespältig, nahm nervös zur Bezeichnung krankhafter Unruhe oder ohnmächtiger Erichlafsung aus, dessen medizinische Färbung bei der stets erweiterten Gebrauchssphare


