Glaubst du nicht, daß er für mich seinen letzten Felicio hergegeben hätte?"

Das verstehst du nicht", antwortete Hagenah.

Das Leben in der Stadt wird indessen gespannter, der Bürgermeister bleibt hart, er gibt tatsächlich den Rüden nicht her. Endlich hat er etwas, um Malle Perkens aufs Blut zu quälen, endlich hat er ein Pfand in der Hand, um dem früheren Bürovorsteher zu zeigen, daß man mit gehobener Vernunft eines Tages doch weiterrommt als mit dem Grundstückshandel. Unerbittlich ist er. Er. liest die Anzeigen, die Malle Perkens aufgibt, er schafft sich hämisch Bücher über alle Hunderassen an und als er über di« Felicias keins findet, nimmt er sich vor, selbst eins zu schreiben. Er reist sogar ein-, zweimal in die große Stadt, um von den Züchtern Näheres zu erfahren. Er hat die Stirn hochgezogen, wie er heimkehrt, ein wenig kopfschüttelnd, aber doch wieder gläubig, als der Hund ihm mit ungeheu­rem Sprung entgegenkommt, ein echtes Rassetier. Er ist indes nicht mehr ganz so sicher wie vorher, er hört irgendwo aus der Ferne ein Gelächter näherläuten, da sind Zweifel, di« nicht ganz schwinden. Schließlich hat man ja ein Heidengeld für das Tier bezahlt und der Bürgermeister ist Bürgermeister und ein kluger, vorsichtiger Mann, der alle Dinge zu wägen weiß.

Andern Tags der Freund aus der großen Stadt ist just bei ihm gewesen kommt der junge Hagenah zu ihm, läßt sich melden und fragt gerade heraus, wieviel der Felicio kosten solle. Noch vor einer Woche hätte ihm der Bürgermeister die Tür gezeigt, heute schießt es ihm wieder durch den Kopf, wieviel Bargeld er für das Tier auf den Tisch gelegt hat. Er ist weich, fast ein wenig befangen, als Hagenah drängender wird und wissen will, wieviel der Hund zum äußersten kostet. Wieso, hat der Baron denn Geld? Hat sich die Welt verdreht?

Schließlich kneift der Bürgermeister aber ohne zu fragen, die Augen zu, es sieht nach einem Lächeln aus. Er nickt mit dem Kopf, das soll heißen ich weiß wohl, wenn du den Hund hast, willst du den alten Mall« Perkens in Versuchung bringen. Aber am Ende fragt er nur, was der andere dann bezahlen könnte.

Die Kette", sagt Hagenah dürr und zieht ein Schächtelchen heraus, das hat er schon bei sich.

Das ist ja eine Gabe, kaum abzuschätzen wie hoch! Dem Bürgermeister wird heiß und kalt, er bringt es kaum über sich, dem Jungen zu sagen, daß man die Kette doch nicht mit dem Felicio vergleichen darf wo hat der Herr von Hagenah seinen Verstand? Aber schließlich, wer weiß, wie hoch ein echter Felicio einzusetzen ist? Es sind beides imaginäre Werte und im Gefühl jenes fernen Mißtrauens, das ihn mitunter überkommt: auf einmal hat der Bürgermeister zugeschlagen. Also di« Kette gegen den Hund! Er hebt das Kästchen, fährt mit den dicken Brillengläsern darüber hin und her, wahrhaftig, eine fabelhafte Arbeit, Tartarenarbeit, die Kerle haben es verstanden! Fabelhast!

Und der hochhüftige Felicio wandert, nicht ohne Sträuben, mit dem jungen hochhüftigen Hagenah über die Hauptstraße, was sage ich drei­mal über die Hauptstraße hin und her, bis er mit seinem neuen Herrn in der Rosenzüchterei verschwindet.

Am Abend weiß die ganze Stadt, Hagenah hat den Felicio gekauft; es ist eine Umwertung aller Werte, es ist eine Verwirrung aller Emp­findungen von Freundschaft und Feindschaft, Hochmut und Demut, es ist ein Ereignis wie eine Bürgermeisterwahl.

Malle Perkens ist außer Rand und Band. Er schreibt dem Bürger­meister einen fürchterlichen Brief, er muß schon am nächsten bitten, ihn als nicht empfangen anzusehen. Er forscht hin und her, wie teuer ber hergelaufene Kerl, der Hagenah, der heimliche Millionär, wohl den Hund bezahlt hat, aber Hagenah wie der Bürgermeister hüllen sich in Schwei- 0en. Er versucht Verhandlungen anzuknüpfen; der Frühling ist da, seine schone Feliciohündin wird von vielen straßenlängs begehrt, aber Hagenah scheint den Hochmut vom Bürgermeister geerbt zu haben. Mall« Perkens tut sein Aeußerstes. Eine soll den jungen Herrn Hagenah ansprechen, wenn sie ihm begegnet, sie soll freundlich tun und um den Hund bitten. Es dauert sehr lange, bis sie ihn getroffen hat und bis sie wiederkommt. Sie ist ungeheuer vergnügt, obgleich sie behauptet, sehr traurig zu sein, weil der neue Herr sich nie und nimmer darauf einlassen wird, ihrem Vater den Hund abzutreten. Ach, die Rasse wird aussterben, man hat vergeblich Geld hergegeben und hat das Glück vor der Tür versäumt

Zum andern Mal ist die Nacht ohne Schlaf und des Grübelns kein Ende. Gott sei Dank scheint sich der Bengel, der Betrüger, der wohl der Steuern wegen so lange wie ein Hungerleider tat und nachher Felicios kaust, drei Tage darauf eines andern zu besinnen. Er kommt am Sonntaq- vormittag im schwarzen Rock zu Malle Perkens, und der ist außer sich vor Vergnügen ,eden Preis will er bezahlen. Welcher Triumph, wenn der Bürgermeister erfahrt, daß noch im letzten Augenblick alles nach Wunsch gegangen ist. Oh, die Stadt soll wohl wissen, wer in Rornsö als letzter lacht.

Aber der junge Hagenah hat ganz ander« Wünsche, er will Eine heiraten und bringt es sehr verlegen und stotternd heraus. Wie kann man nur verlegen sein wenn man den Felicio hat! Malle Perkens sagt nach allerhand Hm und Her, daß er «inverstanden sei, den Herrn Baron in aufzunehmen; er ist auch einverstanden, daß man mit der Achtelt °'n Jahr wartet; sehr eilig geht alles zu. Bald verzieht das !unge Paar, grade noch rechtzeitig! Denn an einem der Tag« läßt es den Bürgermeister nicht, er fährt in die große Stadt und will den Äanullenschmuck taxieren lassen. Aber es ist wenig Gold daran schon die Tartaren haben Messing untergelegt. '

Der Bürgermeister begeht die Unvorsichtigkeit, im ersten Zorn ein bringenbes jr(egramm zu schicken, ein Telegramm, das mit Ueberholuna Äff ° ®5 gelingt sogar, das Teledramm an die rechte

Adresse zu schicken, das junge Paar ist ja noch auf Reisen. Aber er erhält nur Ne burr« Antwort: Der Schmuck wäre just so echt wie der Felicio . . . dritte schlaflose Nacht, die die Hundegeschichte in Rornsö

emaiuge tut der gestrenge Herr zu, bis in der Frühe das Mädchen die Schuhe vor die Tur stellt. Aber er schweigt doch am Ende er weiß, es ist das beste, den Mund zu halten. Wo soll die Wurde bleiben'

wenn die Geschichte mit dem Schmuck und Felicio bekannt wird ^Uh hat inan auch seinen Spaß davon; man braucht nur zu sehen, wi« Mai, Perkens stolz mit Hund und Hündin die Straße auf und ab gebt T Nase in der Luft, das hat er sich von den Tieren angewöhnt ~ Beine aufwerfend wie ein Tanzpferd, auch das hat er von der urölh Edelrasse gelernt. Er weiß nicht, daß ber Bürgermeister hinterm fanfS vor Schadenfreude über kommende lang« Gesichter bölkt, bölkt bis iv Kanarienvogel zu singen beginnt. '

Rätselhafte Altertümer der Güdsee.

Don Annie France-Harr ar.

Wenn man den Lebenskreis ber heute noch unberührten Einw- borenen, oder die Neste dessen, was sich bei solchen, die mit Europäer» in Beziehung befinden, erhalten hat, betrachtet, so kommt man immtJ toieber zu dem Schluß, gewissermaßen seit Anfang aller Dinge Batte slch das Leben ber Südseeinsulaner so und nicht anders abgespielt a, abspielen müssen. Unmittelbar aus Urwald und Korallenriss cheinen die Oebensgewohnheiten ber Menschen hervorgeganqen ein. And alles bildet eine beneidenswert unauflösliche Einheit. 6

ilnb doch muß einmal die Bergangenheit ber Inselvölker anders sogar um vieles anders gewesen fein.

Und das ist das große Nätsel.

Denn auch Ozeanien hat seine Altertümer. Und sie find so be< schaffen, daß man annehmen muh, Völker mit anderen KulturbMch niffen hätten sie hervorgebracht. Nicht die Menschen von heute, den«, ein holzgefchnihtes Gemeinschaftshaus mit geflochtenen Mattenwänd« als der Inbegriff aller Baukunst vorkommt. Hier handelt es sich viel- mehr um Neste aus Stein, um Pilaster steinerer Tempel, um gemauerte Wälle, um Ornamente auf Felsblöcken, um gemeifelte Gesichter und Figuren der merkwürdigsten Art, die in gar keinem, aber auch wirklich gar keinem Zusammenhang mit der Bau- und plastischen Kunst der übrigen Welt stehen.

Man hat diese Zeugen eines unbekannten Einst auf sehr vielen Unfein gefunden, so, daß man nicht denken kann, fie feien unabhängig voneinander entstanden. Sie ähneln einander auch nicht in dem Mähe Daß man fie als von ber Hand eines Leinen Stammes herrührend sich benten könnte. Dagegen ist ber Raum, auf dem diese Neste sich zerstreut befinden, ungeheuer groß. Denn sie reichen von Hawaii, das nur fünf Tage Schiffahrt von Francisco entfernt ist, bis zu den Marianen, die ein Schiff mit der Küste Bokohamas verbindet; und von den Marquesas bis zu den Karolinen und nach Neuseeland (ob­gleich sie dort scheinbar zu den jüngsten gehören). Man kann also ohne Uebertreibung sagen, daß ganz Ozeanien Altertümer dieser Art besitzt, denn auch auf Tahiti. Pitcairu, den Tongainseln, dem Christmaseilmd und vielen anderen hat man Spuren davon entdeckt. Änd zweifellos sind fie auf anderen nur nie aufgefunden worden, in den Arwäldmi vergraben, von Vulkanen verschüttet, mit erdbebenverfunkenen Küster wieder in den Stillen Ozean untergetaucht.

. Zumeist handelt es sich um Mauern gewaltiger Art. Sie sind immer ohne Mörtel aufgerichtet, regelrecht aus riesigen, mehr oder weniger behauenen Korallenkalkblöcken. Sie find sehr lang und muier wie eine Art Llferfchutzbauten an. Man findet aber auch Terrassen und Plattformen, ganze Straßen, glatt und festgefügt, so wie sie unter den großen Guanolagern des Christmas-Eilands bei deren Abbau aufgedeckt wurden. Wer ging hier, wer brauchte solche ge­pflasterte Wege? Die Insulaner von heute kennen kein Fahrzeug, außer denen des Europäers. Fuhr man damals aber vielleicht mit Wagen, trug man eine Art Sänften? Nie hat ein Volk Straßen gebaut, wenn ber Verkehr es nicht erforderte. Aber wie soll man auf ber weitab geschiebenen Christin asinsel, die als nackter Felsgrund unterm Aeqüator Legt, die keine Quellen und nur wenig Pflanzen­wuchs besitzt, an einen Verkehr denken? Rätsel über Nätsel!

Oder da ist die Insel Napa aus ber Tuvuaigruppe. Ein Gewirr von wildzackigen Vulkanbergen, nicht größer als 42 Quadratkilometer und gegenwärtig von noch nicht 200 Einwohnern besiedelt. iXnb gerade dort hat ein englischer Forscher uralte weitgedehnte Festungswerke fest' gestellt, die sich über die Hügel bis ans Meer hinunterziehen. gegen welchen Feind war es nötig, solche Ungetüme von Verteil' gungswerken aufzustellen, noch dazu auf einem Boden, der ohnedies durch feine wilden, fast 700 Meter hohen Dulkangebirge Schlupfwinke genug bietet? Der schon aus Raumgründen gar nicht die Möglichkeit besitzt, ein großes Volk zu umfassen und anderseits doch wieder nicht nahe genug bei den andern Inseln ber Tubuaigruppe liegt, um ge­wissermaßen als Schlüssel für den ganzen Archipel zu dienen? Wahr­haftig, man kommt zu den phantastischsten Vermutungen, wenn man versucht, die Beweggründe, die solchen Bauten zugrunde liegen könnten, durch Nachdenken und Vergleichen zu erfahren.

©tein türme, aufgerichtet aus Zyklopenblöcken in pyramidenartiger dorrn, sind gar nicht so selten. Noch häufiger finden sich elvL künstlich aufgeschüttete Hügel, auf denen eine Art Obelisk steht den man kaum mit etwas anderem vergleichen kann, als mit den fugen haftenMenhirs" aus ber französischen Normandie. Dort sind st Gebilde zweifellos Grabmäler aus steinzeitlichen Tagen. Das a° sollen sie auf Levuka, der einstigen Hauptinsel der Fidjignippeoe deuten, oder auf Tonga tabu und den Cooksinseln? Gar auf das so meerverschollen in der blauen Einsamkeit des Ozeans lieg' Man muß die Weltvergessenheit solcher Vulkan- und KoralleneN-w" der Südsee erlebt haben, das Gefühl, hier sind getoiffermaßett und Raum zuende, hier beginnt eine unbekannte Welt Welt, um zu begreifen, wie unerhört das Vorhandensein Annen in Wahrheit ist und daß sie tatsächlich zu den unvekM lichsten und ungelöstesten Dingen der ganzen Völkerkunde gestv

uni zu geb erst sie. wai abe ist, und und schn als bod nicht besti Flui halb inne amu bekai »erst Avise

E dem, grab nicht war, hoher getoej nur - durch sonst ersehe lSHnv einen Hande baren La. t könnte

Tit eckiger massiv Zureck; aus la Halle Mörte wahrer Harz,

Sch für bi heuere der ur errichte die sich Pfahlb stätten teilen f

Abc heute ! gar ke heutige »Fliege und an Figure Eidechsc Farbig, nichts i sie. aud steinern Säulen, ebenso ' Theorie die str! dem Hj hätten

Abe Sie ist nnfechtb Peinlich .Sich N'ffe be toütben, niemand Mzusp ^Pali Affe str b>e Aat nichts e: verscholl umer t o- $ut e.acherlic Mein b