Ausgabe 
1.11.1929
 
Einzelbild herunterladen

r Viblio- ranl mit t. Bilder Wittgen- der Ecke a g n e r sammen- >urg für Gedicht lapfobien Liebes

Zimmer ihm so- Augen- m stillen icht wie«

gedrückt, er Birn- fer. Fest gerlicher unbeeten mit dem die man ren Kopf hüringer für die . für die Winter, w neben ün Bach tholischer nd klirn- ügel mit >er Diele serkuchen brodelte, r seinem ging mit eben hat ngen an , Mühl- ize, seine |u seiner

Manu- rsonaten renadas.

Finger-

;r wurde :att!)äus= ie Leute rgessenes en spielt ht's, wie

dem der es ersten gebracht, en tollen rd Lehr« mit der war sehr der seine ", Eine uns doch

Pariser alsTat den er zerbrach, stock aus Sturm­beteiligt ikn eine

retkappe, freund", s Hotel- s Könch verfettet gs über« f Erden, vig." ... fführung men von

Selbst-

n, bunt- n diesen n Türen

fr >

Geheimnisse des Stoffes.

Von Professor Dr. Paul Kirchberger.

(Nachdruck verboten.)

Wer sich ein klein wenig mit der Atomtheorie beschäftigt hat, die ja jetzt mehr als jede andere Lehre der Naturwissenschaft die Geister in Spannung hält, auf den wird immer wieder die merkwürdige Tatsache Eindruck machen, daß die beiden grundlegenden Naturwissenschaften Physik und Chemie eine Art Wettlauf auszusühren scheinen, welche von ihnen es am weitesten in der Anwendung der Atomtheorie bringt und die größten Erfolge aus ihr herausholen kann. Als die Naturwissenschaft die Atomtheorie aus den Händen der Philosophen übernahm, da waren es zuerst nur die Physiker, die sich um sie kümmerten. Die Chemiker haben erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts gelernt, sich atomistische Denkweise ju eigen zu machen; dann aber hatten sie lange Zeit die Physiker in der Anwendung der Atomtheorie bei weitem überflügelt, und ihre erstaun­lichste Leistung in dem Zusammenhang, den wir hier im Auge haben, war die, daß es ihnen gelang, ganz bestimmte Vorstellungsweisen über die Art und Weise zu gewinnen, wie sich die Atome zu dem nächst höheren Verband, nämlich den Molekeln, aneinanderbinden. Schon seit Jahr­zehnten können wir in außerordentlich zahlreichen Fällen getreue Bilder dieser mitunter höchst verwickelten Molekeln entwerfen, und ungemein wichtige Industrien, wie z. B. die Farbstoffindustrie, sind allein hierauf gegründet.

Immerhin fehlte noch sehr viel daran, daß wir uns in allen Fällen, in denen uns die chemische Natur eines Stoffes leidlich bekannt ist, auch von feiner Atomverkettung in den Molekeln ein genaues Bild machen können. Namentlich war es eine große Schwierigkeit, daß wir über die Größe der Molekeln nur dann etwas sicheres sagen können, wenn sich der Stoff lösen oder in Gasform überführen läßt. Für die Zwecke der Chemiker ist das auch meist ausreichend. Die Physiker aber fragen gerade nach den physikalischen Eigenschaften fester Stosse, z. B. nach ihrer Härte, Festigkeit, Elastizität usw., und zur Erforschung dieser Eigenschaften konnte die Atomtheorie bis vor kurzem nur sehr wenig beitragen. Das war auch deshalb eine empfindliche Lücke, weil die meisten Werkstoffe feste Stoffe sind, und die Erforschung ihrer Eigenschaften demnach auch vom technischen Standpunkt aus besonders wichtig ist. Denn es ist immer eine vollkommenere Erkenntnis, wenn man nicht nur die Eigenschaften der Stoffe, sondern auch deren Bedingungen und Gründe kennt, und diese können nur in der Atomtheorie gesucht werden.

Nun hat sich zwar seit 25 Jahren auch die Physik, wie allgemein be­kannt, der Atomtheorie angenommen, und ihre Erfolge im Ausbau dieser Lehre stehen hinter denen der Chemiker keinesfalls zurück. Aber die zu­nächst in Angriff genommenen Fragen waren die nach dem Wesen, dem Lau und dem Zerfall der Atome, die als selbständige Einzelwesen be­frachtet wurden. Die Frage nach ihrer Verkettung wurde von den Phy­sikern meist den Chemikern überlassen, und diese waren natürlich froh, wenn sie die chemischen Eigenschaften der Stoffe erklären konnten, wäh­rend die nicht minder wichtigen physikalischen Eigenschaften naturgemäß zurücktraten.

In diesem Punkte vollzieht sich nun in der letzten Zeit eine außer­ordentlich wichtige Entwicklung. In steigendem Maße sucht die Physik mit Hilfe der Atomtheorie auch die physikalischen Eigenschaften der Stoffe zu erklären, und vielleicht wird in ganz kurzer Frist die Zeit endgültig der Vergangenheit angehören, wo man die Härte des Diamanten, die Elasti­zität des Stahls oder des Kautschuks, die Weichheit des Bleies usw. ein- sachder Natur" der Stoffe zuschrieb, ohne sich viel um ihre Gründe zu kümmern.

Es sind verschiedene Quellflüsse, aus denen die neue Erkenntnis fließt. Der wichtigste von ihnen ist unstreitig das sog. Laue-Diagramm. Läßt man nämlich Röntgenstrahlen durch irgendeinen Stoff gehen, der kristal­lische Eigenschaften hat, so entsteht aus der Lichlbildplatte eine Art Netz­werk von hellen und dunklen Flecken, und dadurch sind Rückschlüsse auf die Lagerung der Atome im durchstrahlten Stoff möglich. Natürlich hat man diese Erscheinungen zunächst an verhältnismäßig einfach gebauten Stof­fen, wie etwa dem Kochsalz, untersucht. Aber diese Forschungen beginnen nun Früchte zu tragen, und wir können uns jetzt schon an recht verwickelt gebaute Stoffe wogen und auch bei ihnen Aussagen Über die Lagerung von Atomen machen, deren Entfernung voneinander wenig mehr als den zehnmillionsten Teil eines Millimeters beträgt.

Die hieraus gezogenen Schlüsse werden durch die Untersuchung der sog. Einkristalle ergänzt; das sind Stoffe, insbesondere Metalle, die zwar ihrem Wesen aber nicht ihrer äußeren Form nach Kristalle sind, und die infolge der ungewohnten Regelmäßigkeit, mit der sich ihre kleinsten Teile aneinanderlagern, ganz fremdartige Eigenschaften, insbesondere Festig­keitseigenschaften zeigen.

Ein weiteres Hilfsmittel der Forschung ist die genaue Messung der Energie, die nötig ist, um den Aufbau des Stoffes zu zerstören, seine kleinsten Teilchen auseinander zu reihen, vor allem durch Sublimation, das ist unmittelbare Verwandlung vom festen in den gasförmigen Zu­stand. Dazu kommen nun natürlich noch die bisherigen rein chemifchen Forschungsweisen.

Die Ergebnisse dieser ganz verschiedenen Möglichkeiten, die Natur des Stoffes zu ergründen, können wohl als überraschend reich bezeichnet wer­den. Vom Quarz haben wir wohl alle gelernt, daß seine Moleküle aus einem Atom Silizium und zwei Atomen Sauerstoff bestehen, was ja durch die Formel SiO2 ausgedrückt wird. Die neuere Forschung zeigt ihn uns als Wunderbau von Silizium- und Sauerstoffatomen, natürlich die Sauer­stoffatome in der doppelten Anzahl. Organische Stoffe wie Zellulose, Seide oder Kauffchuk bilden sehr häufig lange Atomketten, die sehr viel größere Einheiten als die Molekeln der Chemie ausmachen, und auf viele Eigen- chaften fällt nun ein ganz anderes Licht. Die Faserbildung, die viel leich- ere Spaltbarkeit in einer Richtung verglichen mit der auf ihr senkrecht tehenden, sind ohne weiteres verständlich. Auch die elastischen Eigenschaf­ten etwa des Kautschuks können wir erklären, denn mitunter lassen sich die Atomkelten Zusammenlegen, was sich in einer Zusammendrückbarkeit

des ganzen Stoffes zeigt. Auch die von der Chemie her bekannten dop­pelten Bindungen zwischen zwei Atomen hängen mit elastischen Eigen­schaften zusammen.

So dringen wir immer tiefer in die Geheimnisse des Stoffes ein, aber das Wesen der alles beherrschenden Kraft, nämlich der chemischen Verwandtschaft, die die Atome aneinander kettet, ist zum großen Teil noch immer rätselhaft.

Frau im Herbst.

Von Gertrud A u l i ch.

Jetzt aber ist dein Antlitz braun und weich Wie Sommerfrucht in reifen Erntetagen, Und was du jahrelang in dir getragen An stillem Wirken, stillerem Entsagen, Das macht dir deinen Herbst so froh, so reich.

Und was aus deinen Augen sich gebar, Ist Abend, überstrahlt von Sonnengluten, Ist Mondenglanz, gewiegt auf Meeresfluten, Sind Tat und Opfer, die sich tief verbluten Auf deiner Siebe ewigem Altar.

Und deine Hände, hartgeschleift im Schweiß, Sind wie der Sensen arbeitsschwere Klingen, Die deines Tagwerks fruchtbares Gelingen Aus froher Saat zur frohen Ernte bringen Und dann im Winkel ausruhn, wund und heiß.

Doch, überseh ich deines Herbstes Schluß: Der starken Söhne volle Kraftgcstalten, Die deines Sommers mütterlichem Walten Entsprossen, und dir überreich vergalten, Dann weiß ich, daß ich dich beneiden muß.

Sidonie Beeskow.

Novelle von E. A. G r e e v e n.

Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 62.

(Fortsetzung.)

Der Andelshoser sagt, nichts sei jo traumwirr und scheinbar sinnlos in den Ueberlieferungen abergläubischen Volkes, das nicht zurückginge auf eine verschüttete Wahrheit und verlorene Erkenntnis. So glaubt er an Zwerge und Siebenmeilenstiefel und die grauen Mädchen, die im Mond­schein bloßen Fußes von Wallhausen über den See schreiten! Das ist ein eigentümlicher Glaube für einen christlichen Pfarrer, und ich weiß, daß viele Anstoß an ihm nehmen; zu Unrecht, denn über Glauben und Nicht­glauben hinaus hat er oas Herz eines gütigen Menschen. Ich glaube, er sucht das Sonderbare und das Wunder, wie der Heilige die Anfechtung, weil er zu tiefst Gott darin findet. Cs ist ein kleiner Umweg wie alle unsere Wege.

Er ist gleich Onkel Josua so sehr versponnen in dunkle Rätsel, daß er das Seltsame nicht sieht, wenn es vor seinen Augen sich begibt. Dinge, die mich tiefer erregen und schwerer bedrücken als das Märlin vom Zauer im Siegmundshau! Heute abend habe ich etwas gesehen, was mein Herz aufhorchen lieh und mir die Ruhe nahm. Vielleicht hat es nichts zu be­deuten, und es traf mich nur deshalb, weil ich ein Mann bin und Hanna mit des Mannes Augen ansehe, aber gleichviel es war seltsam und wie das plötzliche Erleuchten einer verborgenen Tiefe!

Ich kam aus der Stadt und stieg langsam die Treppen hinauf, um in mein Zimmer zu gehen. Ich hörte Hannas Lachen und die Stimme Fräu­lein Beeskows, eine halblaute und doch wie aus Wölbungen tönendes sehr biegsame Frauenstimme. Etwas Niegehörtes schwang in Hannas Lachen nicht die leise Lockung und ihr jäher Wechsel, die mir nichts Fremdes sind, auch nicht die kleine Furcht, die sich hineinstiehlt, wenn sie mit Florian redet, sondern ein harter, böser Klang! Aber wiederum nicht das Böse selbst, sondern die Lust am Bösen, die Freude an der Macht des Bösen! Heute zum erstenmal erschrak ich vor Hanna; ich hatte nie daran gedacht, daß Böses in ihr sein könne.

Wenn man die Treppe hinaufHestiegen ist, kann man den Hellen Korridor in seiner ganzen Länge übersehen. Die Tapete ist schon alt und nicht mehr ganz sauber. Mutter Berg hat hier und da einen ge- .rahmten Stich Riedingers Hirsche und Bären und römische Ruinen von Piranesie über die schadhaften Stellen gehängt. Aber das ist nebensächlich und nur ein Beweis dafür, wie praktisch Mutter Berg in jeder Hinsicht denkt und wie klug bas Schicksal war, als es sie ausersah, eine Pension zu führen.

Hanna stand im Rahmen ihrer Zimmertür und lehnte sich lässig, den Hut in der Hand, an bas weißlackierte Holz; den rechten Arm hinter den Kopf gelegt und die Augen halb geschlossen. Es ist eine von Hannas Lieb­lingsstellungen, die ich schon oft' ach, wie oft schon gezeichnet und in meinen Mappen geborgen habe! Mutter Berg liebt es nicht, daß ein junges Mädchen so lässig dasteht, und sie mag ihre guten, mütterlichen Gründe haben. Denn das kann ich beschwören: niemals ist das Spiel von Hannas Gliedern weicher und gelöster, niemals ihre Linie süßer und be­törender als in diesen Augenblicken!

Und ich frage mich: was ist in sie gefahren, daß sie vor einer fremden Frau ihr Spiel treibt und sie schlägt mit ihrem bösen Lachen! Sieht Hanna nicht, daß diese Frau leidet?

Denn da stand Sidonie Beeskow, drei Schritte von Hanna entfernt, demütig vor ihrem Lachen und die schönen, männlichen Hände halb zu ihr