Ausgabe 
26.6.1928
 
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang 1928

Dienstag, den 26. Juni

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Häusliches Gespräch

Von Iustinus Kerner.

Mir leeren die Mäuse, Spitzmäuse und Ratten, Verschlossne Gehäuse Und offene Platten.

Männl die Apotheke Hilft sicherlich hier. Gift schaffe aus ihr, Auf daß ich es lege Dem wüsten Getier!"

Weib! lasse das Morden! Vergöim unsre Speisen Die bürgerlich heißen, Den schwäbischen Spatzen, Den Mäusen und Ratzen. Wenn voll die geworden, In stillem Behagen Die Mäuler sich wischeil Und weiter dann jagen. Die nirgends doch klagen, Wie sehr sie gelitten An unseren Tischen!

Durch Mangel an Fischen Und Schnepfendreckschnitten!

teilet des Harfenisten warf:Hier, vier Groschen für den Groß-. Herzog von Mecklenburg. And Hier vier Taler für den Grafen Hahn. Studiosus der Rechte in Rostock."

Jähe Stille.

Ms Friedrich Franz I. in schallendes, bald auf dem Kamp runde um ein vielfaches Echo findendes Gelächter ausbrach, da er dieser Einschätzung mit triftigen. Gründen nicht widersprechen konnte. Denn der Student Graf Hahn braucht seinem Vater, welcher neun­undneunzig Rittergüter in Mecklenburg besaß, aber das hundertste nicht kaufte, weil er dann nach einem alten Gesetz dem Lande ein Reiterregiment auf eigene Kosten stellen muhte, nur zu schreiben: Geld!" und er hatte, was er brauchte, mehr als er brauchte. Der Grotzherzog hingegen mußte, um zu Geld zu kommen, seine Ritter und S-tände mit endlos begründeten, zahlenstarrenden Reskripten anbetteln,ihn doch nicht im Stich lassen zu wollen".

Was ist leichter?

Eines Abends hatte Friedrich Franz l. wieder einmal sein ganzes Geld bei der Spielbank in Doberan verloren. Da der Verlust seine Leidenschaft nicht abgekühll, sondern zur Siedehitze emporgetrieben hatte, blieb ihm nichts anderes übrig als: pumpen. Aber bei wem? Der Grotzherzog schätzte mit sachkundigen Micken die Spieler rundum ab und stellte fest, daß der reichste unter ihnen ein Rostocker Töpferineister fein müsse, der auf der andern Seite des Spieltisches stand: rotbraun und bäuchig wie eine irdene Kaffee­kanne. Das Glück, welches ihn beim Spiel gemieden hatte, war ihm bei seinen Pumpplänen hold. Der Töpfer trat aus der Reihe öex Spieler zurück und wollte sich ins Freie begeben. Friedrich Franz querte seinen Weg, nahm ihn zu einem traulichen Gespräch in ebnet Fensternische und bat ihn ohne viel Ülinstände um hundert Taler» die er ihm am andern Morgen, da seine Verlegenheit selbst­verständlich nur zufälliger, nur augenblicklicher Natur sei, zwei­hundert Tater durch seinen Kammerdiener zurückschicken werde.

Der Rostocker Töpfermeister aber lehnte die Bitte des Grotz- herzogs ah.

Er habe!, bedeutete er dein üleberrafchten zur Erklärung seines Tuns, alles mitgebrachte Geld ein ansehnliches Vermögen! bis auf den Betrag verloren, welchen er für die Heimreise nach Rostock brauchei und den er nun, gleichviel wo, aber jedenfalls an einer Stelle, wo er völlig gesichert sei vor Betreten des Spiestsaals eingenäht habe. Sonst hätte er die hundert Taler gern horgeliehen. Zumal man nicht leicht von heut auf morgen soviel Zinsen verdiene, wie der Grotzherzog ihm angeboten habe.

Was fangen wir beide nur an?" fragte Friedrich Franz ver­zweifelt.

Was wir anfangcn?" fragte der Töpfer, und legte nachdrücklich die, Rechte auf die Schulter feines Landesfürsten.Sehr einfach: ich vc.ise nach Rostock zurück und mache neue Töpfe; Sie fahren nach Schwerin zurück und machen neue Steuern."

Das hört sich gleich gewichtig an, lachte der Grotzherzog, in* denn er die Rechte auf die Schulter seines dickbäuchigen Rat- Mbers legte. ./Aber die Töpfe zu machen scheint mir um vieles leichter zu sein."

Sie meinen," entrüstete sich der Töpfer, indem er auch dis Linke noch zur Linierstützung seiner Worte auf die Schulter des. Landesfürsten legte,mit dem Töpfemachen ist es so: Klumpatsch auf die Drehscheibe losgetreten brrr schsch! beide Daumen drauf zehnmal rum und: fertig ist der Topf!"

Du meinst, seufzte der Grotzherzog. während nun auch seine Linke dem Beispiel des .Untergebenen folgte,mit dem Steuer­machen ist es so: Vorlage ausarbeiten lassen beim Landtag ein­bringen Abstimmung ohne Debatte angenommen mit Stimmen» einheit erheben und voll ist der Staatssäckel! Dein Tonklumpatsch gibt jedenfalls jedem Fingerdruck ohne Widerstand nach. Auf die Schädel seiner Ritter und Ständeherren aber kann man mit Siubben- schlägeln hauen von Rachgeüen keine Spur!"

Wollen wir tauschen?" schlug der Töpfer vor. indessen er durch Schütteln den Bitteren zur Selbstbesinnung zu bringen suchte.Ich lasse es darauf ankommen, welches leichter ist: Töpfe oder Steuern machen."

Ich glaube," gab der Grotzherzog zur Antwort, zog ferne Hände von der Schulter des Tauschbereiten herunter und hielt sie ihm zum Abschied hin,es ist doch am besten, jeder von uns beiden bleibt bei seinem bisherigen Handwerk. Denn es kommt ja nicht nur aufs Leichter oder Schwerer an."

Sondern auch auf das, was das Handwerk abwirft, stellte der Töpfer fest und schüttelte abschiednehmend die beiden dargebotenen Hände seines Landesfürsten.

Land meiner Väter.

Drei Mecklenburger Anekdoten.

Von Hans Franck.

Der da!

Friedrich Franz I. von Mecklenburg war eine jener genialen Naturen, die unter einer Fülle mittelmäßige" Begabungen und trostloser Trvllel auf deutschen Fürstenthronen zuni Segen ihrer Untertanen viele Jahrzehnte lang gesessen haben. Da aber Ritter und Stände die Verwirklichung der »leisten seiner reformatorischen Pläne während ihrer allherbstlichen Session zu Sternberg und Malchin verhinderten, seine Räte bei der Durchführung des dem Hohen Landtag Abgerungenen ihm dienstbeflissen alle Arbeit ab­nahmen, Serenissimo mithin nichts anderes an täglichem Tun übrig blieb, als seinen Doppelnamen in halbseitiger Foliogröße einige Dutzend Mal auf siegellackbeschwerte Bogen zu hauen: so mutzte er toohl oder übel die unverbrauchte Kraft in der Liebe und im Spiel ausrasen. Dem letzteren lag er vor allein in Doberan, dem ältesten ber deutschen Seebäder, ob. Demzufolge besaß der Großherzog, welcher gerneinhin schon fein Geld hatte, da er im Spiel ebenso unglücklich war, wie in der Liebe glücklich in Doberan fast ständig noch weniger als nichts.

An einem Sonimerabend spielte während der Volksbelustigung auf dem Doberaner Kamp, der Friedrich Franz ohne sein Tun als Herablassung durch einen Gefolgeschwanz anzuzeigen ein Mecklen­burger unter Mecklenburgern, beiwohnte, ein Hamburger Harfenist Mer» Liedchen. Nachdem der Vielgewanöerte ein halbes Dutzend abgeschnellt hatte, Hub er seinen Lohn einzuheiinfen an, mit

Teller herumzugehen. Richt nur, weil er ihm die schuldige )rc erweisen wollte, sondern vor allem, weil er die Späteren wd) Vorweisung der fürstlichen Belohnung zu reichlichen Gaben anzulocken gedachte, begab er sich zunächst zu dem Großherzog. Der We in seine linke Tasche nichts; langte in seine rechte Tasche nichts; vergrub beide Hände zugleich in seine Hosentaschen iä/uch da nichts. Ein Hosbeamtec, der hätte aushelfen können, war M zur Stelle. So blieb der suchende Blick Friedrich Franzens an ferner Rahe stehenden Grafen Hahn, der von Rostock, . .uazumal studierte, herübergekommen war. Damit er endlich

^ssser Verlegenheit herauskam denn der nicht begreifende erW nis ÜM *Bm wankte und wich nicht mit feinem leeren Teller, mZ-ht Grotzherzog die aus der Hosentasche herausgerissene Lixsun i ^igte auf den Grafen Hahn und rief laut, das alle

^chenden es hörten:Der da zahlt für mich!"

tarn v 9eru'feiK vielt seine Miene eine der wenigen Fähig- ftiu.-.tos ~c. fön feinen Vätern geerbt hatte in Zucht, zog seine rse und zahlte. Aber um seinen Unwillen über den als i Luft zu machen, an welchem ihm weniger das Tun lisch insonderheit das ..Der da!" geärgert hatte, rief er

i SW //L Friedrich Franz, so laut, daß jedermann auf dem p 88 Sören mußte, während er das Geld auf den Blech-

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