eine« hohen Galoen aufrichten (affen, und es ward nun überlegt, mit haut von Mund zu Mund, und alle Türmer Miefen Fischhaut, und all- , < < v ... ........ . ......-k .... m . .4.* txiuf rmn nllt» ß’hnririvitiör c>< .
mar.
und rief mit
wieder: Pardon sondern tommen
Man
Trommelschläger trommelten Fiohhaut, alle Ehorfchuier langen Koh. haut, Flohhaut ward die Parole der braunen Husaren, und alle Kanonen wurden losgebrannt; denn Haltewort hatte mit dem Schnupftuch gewebt und das war das bestimmte Zeichen, daß die Halit erraten fei.
ran-wörtlich: Dr. Hans Thyriot. — Bruck und Derla«:tvrühl'1che LlniversitStS-tSuch« und Sleitibtudetei, 9t. Lange, Gießrn-
welchem Tod der Verbrecher gestraft werden |onte. Endlich fällte Ser König das Urteil: „Es soll ihin erst die Uniform und dann die Haut abgezogen werden/' Dies geschah. Als man ihm die Uniform abgezogen hatte, sagte die Prinzessin: „Hüpfenstich! wenn du mir sagst, wer du bist, so will ich meinen Vater um Pardon bitten." Hüpsenstich schüttelte mit dem Kaps. Da ward ihm die Haut abgezogen, und die Prinzessin sagte „Hüpsenstich! sage, wer du bist, so will ich meinen Vater um bitten." — Liber Hüpsenstich schüttelte nicht mit dem Kopf, — er war nicht mehr da, kein Mensch wusste, wo er hinge-
______ verwunderte sich sehr darüber; aber was war zu tun? Man mutzte sich mit der Haut begnügen; die ward an -den Galgen ausgehaugt, und der Platz ward niemals leer von Menschen, welche die wunderliche Haut des Hrisarenobristen von Hüpsenstich ansahen. Sie hatten so Diel' Beine und Borsten und Schnurrbärte und einen so schrecklichen Zopf; kein Mensch konnte herausbrtngen, was er doch wohl immer für ein Tier mochte gewesen sein Willwischen starb schier vor Neugierde, zu erfahren, wer er doch wohl möge gewesen sein, und quälte ihren Vater Tag und Nacht; aber der König hatte versprochen, es nie zu sagen.
'Willwischen sollte sich nun bald vermählen ; der König Haltewort war schon sehr alt und wollte gern einen Nachfolger haben; er bat also seine Tochter, sie möge unter den vielen Prinzen, die um ihre Hand ansuchten, einen wählen. Sie sagte aber: „Ich will keinen nehmen, ehe ich weiß, von wem die Haut ist." Da sagte der König endlich: „Wohlanl mein Kind, wenn das dein Wille ist, so will ich in aller Welt bekanntmachen lassen, daß der, welcher rät, von wem die Haut ist, dein Gemahl werden soll — bist du es zufrieden?" — „Ja, ja", sagte Willwischen, und der König ließ nun überall bekanntmachen: Wer errate, welche Haut m der Residenz am Galgen hänge, der solle seine Tochter zur Frau haben.
Run entstand ein entsetzliches Gefahre und Gereite und Geschifft und Gelaufe nach der Residenz. Da kamen Prinzen und Ritter und Le-derhändler und Riemer und Sattler und Säckler und Gerber und Schuster und Buchbinder und Kürschner und Pelzhändler und Jäger und Seelenverkäufer und Juden und Professoren der Naturgeschichte, und wer nur mit Häuten und Leder zu tun hatte und mit dergleichen Bescheid wußte, kam, um seine großen Kenntnisse an den Tag zu (egen und die schöne Prinzessin Willwischen zu gewinnen.
Als die Leute vom Hundertsten ins Tausendste hm unb her rieten und den König immer fragten, ob sie recht geraten hätten, ward er un- geduldiq und sagte: „Es kömmt hier nicht darauf an, zu erraten, sondern zu roifjcn, was ‘für eine Haut es ist, darum sage feder feine Meinung. Da sagte einer, es ist ein Meerochse; der andere ein Landkraken; der dritte ein Muhdrache; ein Prenzlauer Rhinozeros, ein Kümmeltürke; „mir scheint es eine Gendarmenhaut", sagte ein armer Dorfschuster, wurde aber gleich eingesteckt. Endlich trat ein Professor auf und behauptete, es sei die Haut eines afrikanischen Buschmanns. Der Seeken- Verkäufer aber behauptete, sie sei von einem Amsterdamer Juden. Kurz, keiner konnte es erraten, und alle zogen atz.
So ging dies mehrere Monate lang, und die Neugier Willwischens stieg immer höher. Schier war im ganzen Reiche kein Mensch, der nicht schon Geraten hätte. .
Nun kam eines Morgens, da die Stadt noch zu war, ein gewaltiger Grobian vors Tor und" pochte mit seiner Faust an, dich die Angeln krachten: .„Ausgemacht! aufgemacht!" schrie er, „ihr Schlafmiitzenl , Dre Torschreiber sprangen ans den Betten und fragten durchs Schlüsselloch: wer so anpoche; da antwortete eine Stimme wie ein Büsfelachse: „Macht auf! ich bin der Wellewatz."
Zitternd öffnete der Torwächter und sah einen abscheulichen Kerl bereinschrpiten. Er stieß beinahe oben am Tor an und war so breit und zotticht wie ein Pelznickel. „Ach, dürfte ich um Ihren Charakter bitten, faste der Torschreiber, „daß ich Sie gusschreiben kann?" Aber der Herr Welle wach donnerte so auf ihn ein: „Ich heiße Wellewatz m» bin ein privatisierender Menschenrrefser", daß der Torschreiber vor Schrecken hinter das Schilderhaus fiel. t . ...
Wellewatz trabte mit seinen breiten Fußen durch die Straßen; alles schlief noch,'und da er Hunger hatte und einige Bäckerknechle am Backofen beschäftigt sah, griff er zu und fraß sie wie Krnmtsvogel ohne Brot hinunter. Als er auf den Markt kam, sah er den Galgen mit der Haut und las den Anschlagzettel, daß der die Prinzessin zum Weibe erhalte, wer rate, was es für eine Haut fei. Er schüttelte den Kopf und lachte und rief mit lauter Stimme: „Auf, auf, König Haltewort, dein Schwiegerfohn ist dal Auf, auf, Prinzessin Willwischen, dein Mann
Die Prinzessin lag in Ohnmacht, und Wellewatz stieg die Treppe hinauf; ach! da war kein Herr von Hiipfenstich, der ihr zur Ader gelasfin hätte. Wellewatz stieß ihr einen Bund Zwiebeln unter die Nase, und j(e , kam zu sich. Sie stürzte sich in die Arme des Vaters: „Ist es wahr? Ist es wahr?" weinte sie. — „Es ist wahr", sagte er und erzählte die ganze Geschichte des Herrn von Hüpsenstich. „Mein Kind Willwischen, deine Neugier hat dich so wett gebracht, du mußt nun mit dem Welle- watz fortgehn, denn ich muß Wort halten."
91 un hätte man Willwischens Jammern hören sollen; sie warf sich an die Erde und umklammerte die Füße ihres Vaters und flehte so beweglich, daß es hätte einen Stein bewegen sollen. Aber der König sprach immer: „Mein Kind, du heißt Willwischen, ich heiße Haltewort, und da kömmt es nun so heraus, du mutzt nun fort mit dem Wellewatz." — Aber sie wimmerte immerfort, und Wellewatz ward schon ungeduldig und sprach: „Liebste Frau, ich rate dir, werde ruhig und schreie mir die Ohren nicht voll, sonst werde ich andere Saiten ausspannen."
Der König inachie nun dem Wellewatz allerlei Vorschläge, damit «r von Willwischen ablassen sollte. Er wollte ihn zum Hoftürken, zum Gene- ralisstmus, zum Theaterbirektor, zum Oberjägcrmeister machen. Wellewatz wollte nicht. Der König hängte ihm alle verflossene, gegenwärtige unb zukünftige Orden um den Hals. Wellewatz wollte nicht. Der König machte ihn zum Herzogen Watz von Wellenwurz. Er wollte nicht. Endlich sagte er: „Ich sehe, daß Er gar keine Ehre im Leib hat." Da ant- woriete der Wellewatz: „Rein, aber zwei Böckerknechte" — und erwischte die Prinzessin Willwischen beim Rockzipfel und zerrte sie der Stadt hinaus; weil sie sich aber gar so erbärmlich stellte, so ward der König auch auf sie zornig und schimpfte unb zankte hintendrein. Die ganze Stadt war in Auftauf.
Der König aber sperrte sich mit seinem Rachdenker ein und ließ stark über seinen Unfall Nachdenken.
Wellewatz packte vor dem Tore das Willwischen aus ferne Schulter und ging mit ihr querfeldein immer fort, fort, über Stock und Stein, durch Distel und Dorn, über Berg und Tal, und kam am Abend in einen dicken, dunklen Wald, n® sich die Wölfe „Gute Nacht" sagen. „Du magst wohl Hunger haben." sagte er zu Willwischen. „wackle, ich will dir' gleich etwas Süßes zu schmecken geben. Ich höre meinen Zuckerbäcker schon brummen." Willwischen zitterte und bebte, denn sie kamen zu einem großen Säten, der mit einem großen Bienenkorb unter dem Arm nach seiner Höhle spazierte. Wellewatz holte ihn bald ein und gab ihm eine Ohrfeige, daß er um und um fiel, dann riß er ihm eine Honigwabe aus dem Korb, wo alle Bienen und alles Wachs nach drin staken, und wollte, Willwisch.n sollte sie essen. Aber ihr schauderte.
„Potz Leckermaul:" sagte der Wellewatz, „so hungere!" und fwß den ganzen Honigkorb allein aus. Willwischen aber aß einige wilde Brombeeren, die da herum wuchsen.
Der Wellewatz packte sie wieber auf und sagte: „In einigen Stunden werden wir in meinem Schlosse Knochenrn b ankommen. Das war ein schrecklicher Name. Der Mond schien, der Wind wehte, und in den hohen Fichten klapperte es. „Das ist mein Lustgarten Klapperbach," sagte Wellewatz, „die Totengerippe, die da in den Bäumen rappeln, scheuchen mir die Raben weg; ich habe die Kerls alle selbst aufgezehrt und brauche keine Schwarzröcke dazu." — Willwischen mar vor Angst und Schrecken eine einzige Gänsehaut; sie zitterte so, dch der Wellewatz zu ihr sagte: „Klappere nicht so mit den Beinen, du kchelst mich, und wenn du mich lachen machst, so fress' ich dich vor Liebe ans. — Ach, wie stille hielt sich da Willwischen. End.ich tarnen sie an einen freien Platz im Walde vor ein wunderbares hohes Gebäude. Der Mond schien. Das Haus war nickst ganz ftrtiggebaut. 9(uf der linken Seite fehlte ein Turm, auf der rechten war es fertig. Es war nicht ohne Kunst gebaut. Lauter Totenbeine und Totenköpfe, die standen oben „herum, und weil die Haare noch auf ihnen waren, spielten diese recht schön im Wmo und sausten. Es war gar nicht so übel ausgedacht.
WeAewat; blieb mit WillwisckMi auf dem Rücken eine Zeitlang vor dem Schlöffe in stiller Bewunderung stehn; endlich sagte er: „Wie gefallt dir bas. mein Schatz? Sieh, alle die Knochen haben meine Vorfahren uM ich selbst abgenagt, und mit welchem Geschmack sind sie geordnet! dös nicht modisch? Ist das nicht gotisch? Aber jetzt mein Schatz, M unserm Hoch.zeitsschmaus, da soll es so hergehen, daß der ganze J-trin auf dem linken Flügel mit den Knochen soll fertiggebaut werten. W gefällt dir bas, mein Schatz?" — „O Gott! entsetzlich schon . ieufete ®rtl- wischeu. Run führte er sie hinein; alles Knochen und alles Knochen.
„Da ist dein Kabinett!" — sagte Wellewatz; ach! es war mit w Kinderknochelchen tapeziert! „Hier hast du was zu essen , faßte •!» watz; es waren lebendige Krebse. „Ich habe keinen Appettt .sagte üi - wischen. „Wird schon kommen," sagte Wellewatz und aß die Krebse ruhig hinunter, „wenn sie einen so im Magen mit den Scheren kneipen, f>9 er, „das macht Appetit. Aber gute Nacht, laß dir was Gutes träumen, ich will auf die Jagd gehen und Vorrat anschleppen. Morgen ww W meine Vettern ein, da soll Hochzett werden!" — und damit ging er I und schlug die Türe zu, daß der ganze Knvchenpalast eine halbe ®ni lang klapperte. ,,nll
Willwischen war vor Schreck und Hunger und Jammer ganz i Sinnen, sie konnte es vor Angst nicht mehr in dem Hanse aushm , auch quälte sie der Hunger. Sie schlich zur Türe hinaus und setzte! m den Wald und ritz Gras aus und aß es und sagte einmal nbers > mal: „Ach Gott! warum heiße ich Willwischen? Ach Gott! wan> ich so neugierig? Ach! wäre ich wieder bei meinem Vater! JH ® in meinem Leben qar nichts mehr erfahren. O! wer hilft nur au» i schrecklichen Elend?" (Schluß
Da flogen alte Fensterladen auf, und tausend erschrockne Gesichter guckten heraus, und die Sonne ging auf und schien dem Wellewatz in die Augen; da nieste er, daß die Fenster im Schlosse sprangen und die Scherben der Prinzessin ins Bett fielen. Weil ihm aber niemand: Zur Gesundheit! gesagt hatte, wurde der Wellewatz so böse, daß er das Steinpflaster aufrih und nach den Leuten warf.
Endlich kam der König ans Fenster und wollte soeben wegen dem großen Lärm recht tüchtig zanken; aber als er den entsetzlichen Wellewatz vor Augen fach, wurde er vor Schrecken ganz sanft und sagte: .Mas tteht zu Seinen Diensten, mein Freund?" — Da antwortete der Welle- matz: „König Haltewort, rufe deine Tochter Willwischen herbei, ich will Re Haut erraten!" — „Es ist zwar noch ein wenig früh," sagte Halte- '->ori, „aber meinethalben, Er hat doch einmal die ganze Stadt aus den Federn gejagt." — Schon wollte der König zu Willwischen gehn, da am sie selbst; die Neugierde, was vor ein Lärm in der Stadt sei, ließ sie nicht ruhen. Als sie an bas Fenster trat, patschte der Wellewatz in hie Hände und lachte, bah die große Stadtmnhle vor Schrecken darüber stille stand. „Ei, potztausend, Büffelochsen!" schrie er, „welche schöne Prinzessin für eine Flöhhautl" Bei den Worten Flohhaut lief dem König der Angstschweiß von der Stirne, und in der Stadt lief bas Wort Floh-


