Ausgabe 
21.8.1928
 
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Bruck und Verlag: Vrühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, ®le®

Verantwortlich: vr. HanS Thyriot.

®e- nach

Er blickte zu ihrem ter", sagte er.Oh, du dich oon ganzem Herzen

Einige Jahre später Hilfe, und mit der Zeit

bleichen Gesicht empor.Aber natürlich, Mut- bist mir eine gute Mutter gewesen. Ich habe und ganzer Seele lieb."

schickte der Verwalter ihn seiner Mutter zur übernahm er alle Arbeiten, die früher seinem Als der Baron Frau Quint einmal in einer

Bedenke, was ich' dir erzählt habe: daß wir ihm soviel Dank schulden, daß du ihn nie abtragen kannst) was du auch tun magst!"

Ich will tun, was ich kann", erwiderte er. Aber sie hielt ihn am Arm fest.

Isaak, mein Sohn der Verheißung," rief sie aus und riß ihn an sich, für diesen Augenblick hier habe ich mich Tag und Nacht abgeplackt! Isaak, du wirst getreu fein, nicht wahr?"

Later abgelegen hatten.

Schonung begegnete, teilte er ihr mit einem Seufzer der Erleichterung mit, daß sie von nun an nur noch ihre Pension erhalten werde.Und daß Sie mir nun ja keine Arbeit mehr tun!"l setzte er mit einem Augenblinzeln hinzu.Wenn Sie es wollen, können Sie meinetwegen bei Ihrem Sohn bleiben, aber wenn ich Sie beim Fasanensüttern er­tappen sollte, schicke ich Sie weg. Sie sind als Witwe eines Unterförsters pensioniert worden und als Rentenempfängerin gebucht. Guten Morgen!'

immer brav fein willst."

Ich versprech' es dir", murmelte er unter seinem Federbett. Und da küßte sie ihn was selten vorkam küßte ihn durchs Laken.

Jetzt zählte er dreizehn Jahre und war fertig mit der Schule. Sie verschaffte ihm eine Stelle auf dem Wirtschaftshof. Seinen ersten Wochenlohn brachte er seiner Mutter, und was auch vor- oder nachher geschehen sein mochte, in Mary Quints Leben war und blieb das der stolzeste Augenblick.

Isaak," sagte sie,du bist noch kein Mann, aber ein Kind bist du auch nicht mehr. Du bist ein Diener des Herrn Baron. Bedenke das!

zu sein, Nachbarin."

Frau Quinte Augen flammten.Isaak geht immer als Letzter oon der Arbeit weg", sagte sie stolz, und ihr Fuß klopfte leise an den Fußboden. " _

Es gibt Rege», Mutter", ertönte die Mädchenstimme vom Fenster her.Wir müssen uns beeilen, wenn wir nach Hause wollen."

Diese Worte veranlaßten Frau Brodel, die ihren besten hellbeban- derten Hut aufhatte, hinauszueilen und den finstern Himmel in Augen- schein zu nhmen.

Ra," sagte sie ganz verzweifelt,Isaak wird womöglich nicht om Mitternacht kommen! Sie sollten ihn besser in Ordnung halten. MM Söhne sollten es mal wagen, nicht zu den Mahlzeiten da zu sein, m dann gute Nacht, Nachbarin!" _

Die Witwe vermochte vor Empörung kein Wort zu antworten, w faß am Tisch und war dem Kuckuck böse, als er prahlend die Ya< Stunde verkündete.Aber die Frau ist eine Närrin", sagte sie mm ö sich selbst.Eine Mutter, und weiß nicht, was im Herzen ihrer MW» vorgeht! Ei, Christinchen, ich hab' dein Geheimnis schon vor 1 »P Monaten erraten an einem einzigen Blick, im Vorübergehen, an , Kirchentür. Diese Mutter wirst du nicht anführen das ist (em ;

Der Unterförster kam mit seinem Hund, Beppo, herein. Er war«, großer, gut gewachsener Mensch, und sein hübsches, knabenhaftes sicht paßte gut zu dem braunen Anzug, den hohen Stiefeln unu

Du hast Frau Brodel gerade verfehlt", sagte seine Mutter. ,,®or zehn Minuten war sie noch hier." ~

So?" erwiderte ihr Sohn und hängte seine leere IagdwlP z Aber es macht dir wohl nichts aus? Sie wollte, du i°u > nach Hause bringen." ..

Ein andermal gern. Nach dem Abendessen womöglich.

(Fortsetzung folgt.) ..___4

Eh' ich dich heiratete, bildete ich mir ein .buchen' täten nur die Ladenmenschen", fuhr die Same gelassen, fort

Mein liebes Kind, laß uns nur nicht wieder auf das fruchtbar« und doch fruchtlose Thema kommen. Ich werde es also mit der Witwe machen, wie es dein Wunsch ist." Er seufzte.Sie hätte doch wenigstens jung und hübsch sein können!"

Frau Quint? Sie hat ein ganz besonderes Gesicht. Es fällt mir jeden Sonntag in der Kirche auf."

Jeden Sonntag, an dem du zur Kirche gehst", berichtigte der Baron »nb kehrte, gestärkt durch die Schlußabfertigung, zu Frau Quint zurück.

Sie sollen das Haus haben," sagte er rasch, und das halbe Gehalt Ihres Mannes samt der üblichen Pension. Und Sie müssen dann, die halbe Arbeit Ihres Mannes verrichten. Darüber müssen Sie sich mit dem Oberförster einigen."

Eine« Augenblick stand die Witwe schweigend da. Dann sagte sie: Ich versteh' mich schlecht drauf, meine Dankbarkeit auszudrücken, aber ich glaube, daß Herr Baron sie fühlt."

Potztausend, meine Frau hat recht, dachte der Baran, die Frau hat wirklich schöne Augen.

Hoffentlich wird Paßet es nicht Übelnehmen!" rief die Witwe aus.

Der Gutsherr biß sich auf die Lippe.Sie muffen sich klarmachen, daß ein gewisses Matz von Arbeit von Ihnen verlangt werden wird, denn das Gehalt muff aus dem Gut gezahlt werden, verstehen Sie wohl?" Ja, das versteh' ich, Herr Baron", sagte die Witwe, von der Schwelle aus,Und wenn Isaak erwachsen ist, muß er alles gutmachen, was ich etwa versäumt habe."

Der Baron begleitete sie hinaus, weil er fürchtete, unfreundlich ge­wesen zu fein.Isaak soll also dazu erzogen werden, in meinen Dienst zu treten?" fragte er lächelnd.

Die Witwe blieb unter der Dielenlampe stehen.Mit Gottes Hilfe" sagte sie leidenschaftlich, indem all ihre Dankbarkeit sich plötzlich -Bahn brach"mit Gottes Hilfe soll er es lernen, Euer Gnaden ein solcher Diener zu sein, wie wenige Herren ihn je gehabt haben!"

Na, na, ich werde nächstens fünfundsechzig Jahre alt", sagte der Baron.

Wer weiß, wie es kommen wird!" entgegnete die Witwe.War ich nicht mit fünfunddreißig Jahren eine alte Jungfer? Und sehen Sie, vor meinem fünfzigsten Jahr bin ich Witwe!"'

Sie kehrte nach dem Torhaufe zurück, um Isaak abzuholen, und gab jedem der stumpfsinnig erstaunten Torhüterskinder zehn Pfennig. An jenem Abend weinte sie lange und lautlos über ihren Jungen gebeugt, und dieser letzten Tränen, die er seine Mutter vergießen sah, erinnerte er sich zeitlebens.

Der von Stürmen verschonte Strom ihres Lebens stoß ruhig dahin. Isaak begriff, daß Fehlen von Stürmen nicht dazu berechtigt, sich treiben zu lassen, und entfaltete seine Segel, wie kleine Seeleute es zu tun pflegen, einer sanften, doch beständigen Brise. Er wuchs in dem Be­wußtsein auf, daß er tun konnte, was ihm gefiel, solange ihm nichts Unrechtes gefiel. Es kam eine umsonst hinausgeschobene Zeit, da er die weit abgelegene Dorfschule besuchen muhte. Seine Mutter konnte nicht von dem Walde weg, wo jetzt (wie Saffet ungern zugab) weniger Holz gestohlen und weniger Schlingen gelegt wurden, als in den anderen Gutsforsten. Sie entließ den Jungen mit einemBehüt' dich Gott" und verlachte feine Angst vor der einsamen Landstraße: aber sie verbrachte Tage und Nächte der Sorge und Fürbitte. Jeden Alorgen bewachte sie seinen blanken Tornister, bis er ihr aus den Augen kam, jeden Abend klomm sie bis zur Chaussee hinab, um ihn zu erwarten. Sie liebte den Schimmer seines Tornisters und polierte ihn noch lange, nachdem die der Übrigen Kinder rostbraun geworden waren.

Isaak machte sich mit seinem hübschen Gesicht und seinen Grübchen nicht nur in der Schule gut, sondern überall wo er hinkam. Obwohl er von Natur eigentlich nicht zu Anstrengungen neigte, war er immer be­reit, jede Pflicht zu erfüllen, die seiner Mutter Freude bereitete. Ein paarmal brachte er es ihr zuliebe bis zum Klassenersten, und an einem Nationalfeiertag deklamierte er sogar auf dem Hof des Herrnhauses vor der ganzen Schule, der Gutsherrschaft und ihren Dienstboten ein patriotisches Gedicht.Der Kleine ist ein netter Junge", sagte die Paronin freundlich.Er hat eine brav« Mutter, aber von Gesicht ist er Ihnen nicht ähnlich, Frau Quint."

An jenem Abend wurde seine gehoben« Stimmung dadurch gedämpft, daß feine Mutter ganz gegen ihre Gewohnheit eine grundlose Gereiztheit zur Schau trug. Zuletzt rief er mit verhaltener Ungeduld aus:Aber Mutter, was hab' ich denn eigentlich verbrochen?"

Da sagte sie:Still, Isaak! Gar nichts. Du kannst nichts dafür. Ich machte mir nur Gedanken. Die Baronin hat recht, du siehst deinem Baier nicht nur im Gesicht ähnlich, sondern auch in deiner Art und Weise."

Bist du darum böse auf mich?" fragte er mürrisch.

Gott behüte!" rief sie übermäßig heftig aus.Isaak untersteh' dich nicht, je wieder so etwas zu sagen."

Der Junge wich eingeschüchtert zurück. _

Eine Stunde später schlich sie die paar stufen zu seiner Boden­kammer hinauf.Du bist ein guter Junge!" sagte sie im Dunkeln. Oh, Isaak, du bist mein ein und mein alles! Versprich mir, daß du

sicher sind.

Ich bin seit dreiundsechzig Jahren in diesen Wäldern ein und aus­gegangen," sagte die Witwe,und kein Mensch und kein Tier hat mir jemals was zuleide getan."

Das mag sein", versetzte die Bauersfrau und klingelte anmaßend mit ihren goldenen Ohrringen.Aber i ch hab' Angst. Mir scheint, Ihr Sohn kommt sehr spät nach Hause, Frau Quint."

Ja, ja, wir können unmöglich auf ihn warten. Wir können nicht auf Isaak warten", rief die hübsche Christine.

Schon gut! Geh weg", schrie die Elster.

Die Augen der Witwe erhoben sich zu Frau Brodels rotem sicht.Dl), und um welche Zeit müßte mein Sohn Ihrer Ansicht zu Hause fein, bitte?" fragte sie kühl.

Doch die andere Frau ärgerte sich, daß sie auf Widerstand ftiej und erwiderte boshaft:Zu der Zeit, wo alle Männer wieder bei ihm Frauen zu Hause sind. Für junges Blut tut es nicht gut, unverheiratet

2.

Die Witwe faß am Herdfeuer und wartete, wie sie es ihr Leben lang jeden Abend getan hatte. Isaak mußte bald von der Arbeit nach Hause kormnen, und dann würde sie vergessen, daß sie gewartet hatte.

Es klopfte an der Tür, und die Witwe blickte verwundert auf.

Geh weg!" schrie die Elster, wie sie es nach Sonnenuntergang zu tun pflegte. '

Die Witwe legte die Hand an den Riegel, aber die Stimmen von draußen beruhigten sie.

Sie ließ zwei Nachbarinnen ein die eine Meile weit entfernt wohnten! die dicke Hofbesitzerin Frau Brodel und ihre hübsche Tochter Christine.

Wir kommen spät," sagte die Hofbesitzerin keuchend,einer von unseren Leuten sollte uns im Dorf treffen. Gute Frau, es wundert mich, daß Sie nicht Angst haben, ermordet zu werden! Eines Tages wird es sicher geschehen? Ich hab' wirklich Angst, und ich dachte, Ihr Sohn Isaak würde vielleicht Halt den Mund, Ehristine! Ich werde sagen, was ich will."

Die hübsche Christine hatte kopfschüttelnd auf die Witwe gedeutet Diese warf ihr einen raschen Blick zu, worauf die hübsche Christine den Kopf abwandte.

Morden tun die Leute nur mit einem Zweck", ertönte die ernste Stimme der Witwe.Isaak muß jeden Augenblick kommen. Er wird Sie gern nach Haufe bringen."

Ach nein, nein!" murmelte die hübsche Christine sehr energisch. Bitte, Frau Quint, sagen Sie Mutter doch, daß die Landstraße ganz

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De Brade riecht ganz ! Und d schleud bis und B Ostsee

Wii Bision fliegen! unseren Welte. Dies Luft, bi Punkte, aber ql Meter . die wei fliegt un die betö Mu um rasenden ewig wc Mr uns etwas vc . Wir D-utschla Md Ossi- Mi Scho °er ml, wt eine brühe üb, Mn ja, n Rügen Mitten, ° legt nt M kapie ue»|l«r ( mitten ch Ach, al Achten, n II h Schiff »ein Aißer ®i M Boge Men öliger