atmen die. kühle, frische Regenluft ... Der Führer bekommt seine 25 Lire, schimpft eine Weile vor sich hin, ist dann ober doch zufrieden, weil die Sache gut abgegangen ist.
Unter leichtem, erquickenden Regen gehe ich mit meinem jungen Führer talwärts. Er will alles wissen, jede Einzelheit, — aber ich mag noch nicht davon reden. Ich freue mich an dem munteren Geplauder des Jungen, an der Nähe des menschlichen Wesens nach all dem Grauen und der Starrheit dieser Stunde. Tiefer und tiefer kommen wir wieder hinab und wandern schließlich in völliger südlicher Finsternis, — nächtlicher Finsternis, die so wohltätig und mild sich von jener anderen boshaftgelben des Kraterbodens unterscheidet. Zwischen blühenden, nun schwer duftenden Gärten tasten wir uns langsam abwärts. Ein warmer feuchter Wind trägt Singsang und Mandolinengedudel aus den Gärten herüber. Hinter matt erleuchteten Fenstern stehen halbnackte Menschen am sorgsam gehüteten Herdfeuer. Sie braten Kastanien und fingen ihre Kinder in Schlaf.
Hexs und ihr Sohn.
Von Paul E i p p e r.
Das ist keine biedermännifche Geschichte von zwei Dackelhunden. Fast könnte man sagen, es ist ein bißchen Spiritismus dabei. Insofern, als Dinge zur Sprache kommen, von Hunden gesagt, die man für gewöhnlich bei Tieren nicht annimmt.
Daß Dackel klug sind, bedarf keiner Feststellung. Und wenn mancher Hundebesitzer stolz behauptet „M e i n Dackel versteht jedes Wort", so hat er bei gewissen alltäglichen Begriffen durchaus recht. „Futter", „Brav", „Strafe", „Daheimbleiben", das kann ein Haustier sehr wohl unterscheiden. Weil ihm ja auch die Betonung zu Hilfe kommt, der „liebevolle" Klang oder der „böse".
Aber wie erklärt man sich die folgende Begebenheit?
*
„Hexe" gehört dem Forstmeister eines württembergischen Oberamts. Das Forsthaus liegt mitten im Wald; die Dackelhündin geht seit Jahren als bevorzugte Begleiterin Tag für Tag mit dem Forstmeister ins Revier, häufig auch mit auf die Jagd. Sie ist, bei der Tierliebe der Forstmannsfamilie nicht verwunderlich, der Liebling des Hauses und wird niemals schlecht -behandelt. Aber schließlich lassen ihre waidmänni- fchen Fähigkeiten nach, und als eines Sonntags der Oberamtmann mit feiner Frau zu Besuch kommt, erzählt der Förster, daß er sich nun doch einen Hühnerhund angeschafft habe. Hexe müsse fort, morgen erscheine im Amtsblatt eine Verkaufsanzeige.
Der Dackel lag hinter dem Ofen des Wohnzimmers und rührte sich nicht.
Monate vergingen, ohne daß sich die Familien wiedersahen; Oberamtmann waren auf Reisen. Erst im Herbst traf man sich von neuem im Forsthaus. Hexe lag im Schoß der Frau Forstmeister, melancholisch, und die Amtmännin frug, was eigentlich jetzt über den Dackel beschlossen sei.
Der Förster — wie ich noch einmal betonen möchte — ein gutmütiger Tierfreund, der den Hund nie geschlagen hatte, sagte: „So geht es nicht weiter. Die Hexe wischt heimlich immer wieder aus und geht ins Revier. Auf mein damaliges Inserat hat sich nichts Gefcheites gemeldet. Eine schlechte Heimat soll der Dackel nicht bekommen, dann erschieße ich ihn lieber."
Die Amtmännin war entsetzt. „Das dürfen Sie nicht sagen. Der Hund hört es doch. Nein, nein, Hexe, ehe sie dich erschießen, kommst du lieber zu uns ins Oberamt."
Das war etwa um 5 Uhr nachmittags.
Am Abend verabschiedete man sich; der Besuch fuhr im Auto heim, und als Oberamtmanns zu Hause anlangten, sah auf der Freitreppe — die Hexe.
Weder im Guten noch im Bösen war das Tier ins Forsthaus zurückzubringen. Als am anderen Tage der Forstmeister kam, sie zurückzuholen, verkroch sie sich im Kornspeicher, und auch ihrer früheren Herrin folgte sie nicht mehr. Aber die Frau des Amtmanns begleitete sie auf Schritt und Tritt.
Hat dieses Tier nun das Wort „erschießen" verstanden?
Jedenfalls ging in seinem Kopf ein veritabler Denkprozeß vor sich. Es hat freiwillig seinen Besitzer gewechselt und seine Heimat. Angst vor schlechter Behandlung kommt als Grund keineswegs in Frage; denn im Augenblick, als der Oberamtmann sich zur Uebernahme des Hundes entschlossen hatte, begrüßte Hexe freundschaftlich die Förstersfamtlie, so oft sie zu Besuch kam. Ja, sie ging ihrerseits sogar in-die Försterei, lag aber dann ausschließlich unter dem Stuhl der Amtmännin und ging selbstverständlich mit ihrer neuen Herrin abends wieder fort.
*
Ein Jahr später lud der Forstmeister Oberamtmanns zu einer Bowle in die Jagdhütte ein, hoch oben im Revier. Hexe, die reichlich fett geworden war, durste mit; desgleichen der Hühnerhund, den sie aber hochmütig ignorierte.
Der Abend war zauberhaft schön und die Bowle so ausgiebig, daß die beiden Ehepaare beschlossen, oben im Berg zu übernachten. Die Frauen kletterten über die Leiter nach dem Heuboden, die Männer blieben mit den Hunden im eigentlichen Hüttenraum. Aber es war unter dem Dach jo schwül, daß schließlich die Amtmännin und die Forstersfrau ihre Decken ebenfalls unten in der Hütte ausbreiteten. Eine
ütr.9tn9 „Die Hexe legt sich immer dicht an meinen Kopf und leckt mir die Haare!"
„Ach was," brummte der bowlenselige Amtmann, „jag den Hund doch weg.
...Aber nach einer Weile gings wieder von neuem los. „Ich mach die Hüttentur auf und schmeiß ihn ins Freie, den Quälgeist."
Hexe hörte das und verkroch sich. Rach einer weiteren Stunde weckst die Amtmännin ihre Nachbarin. „Hier stimmt was nicht. Die S)m leckt mir dauernd übers Gesicht und irgendwo piepst es."
„Oh weh," schrie die Försterin, „junge Ratten!" und knipste die elektrische Taschenlampe an.
Es waren keine jungen Ratten, aber Hexe hatte sich am Kopf ihrer Herrin das Wochenbett zurecht gemacht und drei entzückenden Kindern das Leben gegeben.
„Gucken Sie nur," jubelte die Amtmännin, „was das eine für einen großen Mockel hat!" Mockel ist ein schwäbisches Wort für Dickkopf, und so hieß also Heres Erstgeborener von der Stunde seiner Geburt an „der Mockel".
Dadurch, daß Mockel später in den Besitz des Oberamtstierarzter kam, erfuhr ich die ganzen Geschichten .Mockel ist in allem der Sohn seiner Mutter, groß, herrlich dunkelbraun mit schwarzem Rücken, ein kluges Tier mit einem wunderschönen Kopf.
Neulich hat mich der Oberamtstierarzt in Stuttgart abgeholt, in seinem Automobil, und Mockel saß stolz hinten im Fond. Während wir durch die Frühlingsherrlichkeit des schwäbischen Landes fuhren, am Schwarzwald entlang, unterhielt ich mich wechselweise mit Mockel und mit seinem Herrn. „Der versteht jedes Wort", sagte der Tierarzt in landesüblichem Besitzerstolz.
Wie ein Zaubertuch breitete sich Württembergs Lieblichkeit mit jeder Wegbiegung vor uns aus. Sanft gewellte Hügelzüge; lichte Buchen- wälder; Viehweiden; dunkle Tannenforsten; ein Dörfchen da; ein Flecken dort, eingebettet in eine Bodenmulde; kleine Häufer, die sich angstvoll ans Kirchlein lehnen; das ganze Panorama eng zusammengeschoben, greifbar nah, unromantisch — nur schön, unter der blauen Himmelsglocke.
In Weilderstadt machten wir Station, dem Geburtsort Johannes Keplers. Und während wir die gotische Kirche besichtigten, den schönen Marktplatz und das Geburtshaus des großen Astronomen, wurde Mockel als Wächter vors Auto gesetzt. Die schwäbischen Bauernbuben haben nämlich eine unangenehme Gewohnheit. Sie kritzeln mit Kreide uni scharfen Kieselsteinen alle möglichen Namen und Figuren auf den schwarzen Lack der Karosserie.
Wir wanderten also durch die Ortschaft und verloren uns in der Betrachtung jener schmiedeeisernen Wirtshausschilder, aus der Barockzeit, Herrlichkeiten alter Handwerkskunst: Ritter, Löwen, Hirsche, Ochsen, das steigende Roß, — vergoldet und verwittert.
Als wir zurückkamen, standen wohl zwei Dutzend Kinder um unseren Wagen. Vielleicht waren die Ururenkel jenes 1571 geborenen Goli- wirtssohnes Johannes Kepler darunter; trotzdem freuten wir uns nicht, denn unser Auto war von allen Seiten mit Zeichnungen bedeckt uni Mockel, der Wächter, stand pflichtvergessen, aber schweifwedelnd dabei; ein sehr interessierter Kritiker und Kunstfreund.
Er bekam seine Ohrfeige und wurde strafweise an den Führersitz gebunden, wahrend wir zum Mittagessen gingen.
„Es würde mich nicht wundern," sagte in der schattigen Wirtsstube der Tierarzt zu mir, „wenn in ' der nächsten Viertelstunde der Dackel bei uns auftauchte. Man kann nichts gegen feinen Eigensinn. Wenn meine Frau irgendwo zum Kaffee eingeladen ist und vorher Mockel mit größter Genauigkeit erzählt, daß er nicht mitgehen kann, dann hilft kein Einschliehen und kein Bewachen. Spätestens nach zwei Stunden kommt in die Gesellschaft — wo es auch sei — ein dienstbarer Geist und sagt: „Vor der Haustür sitzt ein Dackelhund und triß herein!" ’ |
„Herein" war anscheinend das Stichwort. Denn neben meinem Futz klopfte irgend etwas rhythmisch auf den Boden — das Schwänzchen von Mockel, der treuherzig unter unserem Tisch saß, mit der Leine um den Hals.
„Die Anhänglichkeit an meine Frau und mich werden wir ihm nicht abgewöhnen. Manchmal wird es geradezu eine Last. Dabei ist das Tier sonst so bescheiden. Es bettelt beispielsweise niemals."
Der Arzt nimmt ein Stückchen Fleisch von seinem 'Teller und legi es dem Hund vor die Schnauze auf den Boden. Mockel bleibt gänzlich unbeteiligt, riecht ein bißchen in die Lust und — setzt sich aufrecht auf die Hinterhand, die Vorderpfoten eingezogen.
„So sitzt er eine Viertelstunde, wenn es fein muß. Und erst wenn ich sage, ,du darfst essen", wird er zu Boden gehen. Man kann ihm ruhig ein Stück Zucker, feine Lieblingsspeise, auf die Rase legen, ohne Aufforderung frißt er nicht.
Nachmittags fuhr ich mit dem Oberamtstierarzt auf Praxis über Land. Wir drangen ins Gebiet der Obstgärten vor, die mit einem Ozean von Blüten die Landschaft jungfräulich weiß verklärten, hügekautz hügelab. " ;
Es will nimmer enden. Wo ein bißchen Boden ist zwischen Bach und Wald, in der Ebene und am Hang, gleich steht da ein rühren« windschiefes, kleines Bäumchen, und um den dünnen Stamm ballt B eine Wolke von Blütenblättern. J
In Sternenfels stand ein kopfkrankes Pferd. Beim Bauern oben am Berg, weshalb das Auto unten warten mußte. „Mockel," W der Oberamtstierarzt, „du bleibst hier. Und paßt diesmal ganz urm auf und bellst, damit die Buben den Wagen nicht verkratzen. ®4on Auto fitzen bleiben, verstehst du!" '
Wir zwei Menschen fliegen bergan. Die Bauersleute saßen in Hem^ ärmeln auf der steinernen Freitreppe, und an der Stalltür hiug ° großes Plakat: Achtung, Ansteckungsgefahr für Pferde!
Der Gaul sah erbärmlich aus. Er war abgemagert bis auf ** Knochen, fraß nicht, trank nicht, stierte in eine Ecke und lief von 0 W Zeit wie ein Zirkuspferd, immer nach rechts. , „
Der Bauer achtete ernsten Gesichts auf den Arzt, der eine fpritzung vorbereitete. Und klagte mir dabei fein Leid. Wie er an v Roß hängt, wie gut es gearbeitet hat, wie es treu war, dauer l
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