Kern Zeiten zu reden oder sich darüber esen Zeiten sind. Ihr werdet sie doch Ich wenigstens tu« es nicht. Betrachtet

Beran '.vortlich: Dr. Hans Thyriot. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Gieindruckeret,«. Lange, Gretze«-

teien Tiere in Betracht zieht und einen niedrigeren Ueberschlag über die Menge von Kuttelslecken macht, di« die Leiber dieser vorausgi setzt ver­ständig geschlachteten Tiere liefern, so stellt sich heraus, daß man von dem Sudoerlust der Kuttelflecke allein eine Garnison von fünfhundert Mann fünf Monate lang, jeder zu einunddreißig Tagen gerechnet, und noch einen Februar dazu, viktualisieren könnte. Welche Vergeudung Vergeudung!"

trotti) stand entsetzt da, und die Knie zitterten unter ihm. Er schien eigenhändig eine Garnison von fünfhundert Mann ausgehungert zu haben.

Wer ißt Kuttelflecke", fuhr Herr Fiter mit Wärm« fortWer ißt Kuttelflecke?"

Trolty machte ein klägliche Verbeugung.

Ihr also, Ihr?" sagte Herr Fiter.So will ich Euch etwas bedeuten. Ihr reißt Eure Kuttelflecke aus dem Munde der Witwen und Waisen, mein Freund."

Ich hoffe nicht, Sir", versetzte Trotty mit matter Stimm«.Lieber wollte ich verhimgern!"

Teilt man die Menge der vorerwähnten Kuttelslecke durch di« ge­schätzte Anzahl von existierenden Witwen und Waisen, Alderman," nahm Herr Fiter wieder auf,so trifft auf jeden Kopf für ungefähr einen Penny Für diesen Mann da bleibt kein Gran übrig folglich ist er ein Räuber."

Trotty war so erschüttert, daß er sich nichts daraus macht«, als er den Alderman seinen letzten Leckerbissen verzehren sah. Es war ihm eine Erlösung, von diesem irgendwie befreit zu werden.

Und was sagt Ihr?" fragte Alderman scherzhaft den rotgestchtigen Gentleman in blauem Rock.Ihr habt Freund Fiter gehört. War sagt Ihr?"

Was läßt sich da auch möglicherweise sagen?", entgegnete der Gentleman.Was läßt sich überhaupt sagen? Wer kann sich in so schlechten Zeiten für einen Menschen wie diesen da (er meinte Trotty) interessieren? Schaut ihn an! Welch ein Gegenstand! 0 die guten alten Zeiten, die herrlichen alten Zeiten, die großartigen alten Zeiten! Dar waren die Zeiten für ein kühnes Bauernvolk und dergleichen mehr. Das waren tatsächlich die Zeiten für alles und jedes. Heutzutage gibt es der­gleichen nicht mehr. Ach!", seufzte der rotgefichtige Gentleman.Die guten alten Zeiten, die guten alten Zeiten!"

Der Gentleman setzte nicht näher auseinander, was für besodre Zeiten er meinte, und ließ sich ebensowenig darauf ein, was er an der gegen­wärtigen auszufetzen hatte, weil er sich wahrscheinlich bewußt war, daß sie nichts sehr Merkwürdiges geleistet hatte dadurch, daß sie ihn ins Leben

9tbWber Trotty hatte ein Vaterherz in seinem Innenr, das trotz dieser göttlichen Verordnung irgendwie sich in seine Brust geschwindelt hatte, und konnte es nicht ertragen, daß diese weisen Gentlemen Meg, öeren Wangen noch vor Freude strahlten, ihr Schicksal weissagen sollten.Gott helfe ihr," dachte der arme Trotty:sie wird es bald genug kennen- lernen.14

Er gab daher dem jungen Schmied ängstlich durch Zeichen zu ver­stehen, daß er sie sortnehmen möchte: aber Richard plauberte in einiger Entfernung so angelegentlich mit ihr, daß ihm dieser Wunsch erst z« gleicher Zeit mit dem Alderman Gute deutlich wurde. Der Alderman hatte fein Sprüchlein noch nicht angebracht; aber er war ein Philosoph und obendrein ein praktischer, o ein sehr praktischer Wfofopb, ""d da er sich's nicht einfallen ließ, auf einen Teil seiner Zuhörerschaft zu oer zichten, so rief er:

Ihr"wißt," sagte der Alderman mit einem, selbstgefälligen Lackeln, das ungewöhnlich um seine Lippen spielte, -u seinen beider

ich bin ein einfacher, praktischer Mann und liebe -o. in einfacher, prak- tischer Weise zu Werke zu gehen. Das ist so meine Art. Es st durchaus nicht schwer, und es steckt kein Geheimnis dahinter mit derartigen Leuten umzuqchen, wenn man sie nur versteht und in ihrer eignen Weise m l ihnen sprechen kann. Hört also, Dienstmann! Bemüht Euch nur mein Freund mir ober jemand andern, wnszumachen, Ihr hattet mm immer vom Besten und im Ueberfluß zu essen: ich weiß das besser. M wißt, ich habe Eure Kuttelflecke gekostet, und Ihr könnt mich nicht w* schummeln. Ihr wißt, was .beschummeln' bedeutet, he? Das ist das r * Wort nicht wahr? Du mein Himmel, fuhr der Mderman gegen ict Freunde fort,es ist das allerleichteste von der Welt, mit derartigen Leuten zu verkehren, wenn man sie nur versteht."

(Fortsetzung folgt.)

Trotty blieb mäuschenstill Meg irotfnefe ihre Augen und ftihr heilerer fort das heißt manchmal unter Lachen und manchmal unter Schluchzen und bann wieder lachend und schluchzend zu gleicher Zeit:

Richard sagt daher, Vater, da er gestern für soundsolange eine feste Beschäftigung erhalten habe und ich ihn schon volle drei Jahre liebe ach, es ist schon länger her, wenn er es nur wüßte! so solle ich mich am Neujahrstag mit ihm zusammengeben lassen: der beste und glücklichste Tag im ganzen Jahr, sagt er, einer, bei dem man fast sicher annehmen kann, daß er Glück mit sich bringt. Das ist eine kurze Frist nicht wahr, Vater?- aber ich habe ja kein Vermögen in Ordnung zu bringen und keine Hochzeitskleider machen zu lassen, wie die vornehmen Damen: nicht wahr, Vater? Und er sagte so viel und sagte es in so nachdrücklicher, ernster, aber doch so sanfter und freundlicher Weise, daß ich ihm ver­sprach, ich wolle mit dir darüber sprechen, Vater. Und da mir ganz unerroarteterroeife heute morgen bas Geld für meine Arbeit ausbezahlt wurde, unb du während der ganzen Woche nur ein armseliges Essen gehabt hast, und ich den Wunsch nicht zurückbrängen konnte, daß etwas getan werden müßte, was dir den heutigen Tag zu einem Feiertag macht, wie er für mich ein glücklicher Tag ist, so kochte ich diesen Fest- fchmaus und brachte ihn dir als Ueberraschung."

Und siehst nun, wie er ihn auf der Treppe kalt werden läßt!", ließ sich eine andre Stimme vernehmen.

Es war die Stimm« desselbigen Richard, der unbemerkt heran­gekommen war und nun vor Baier unb Tochter stand. Er blickte mit einem Gesicht auf sie nieder, so glühend wie bas Eisen, aus dem täglich fein schwerer Schmiedehammer erklang. Richard war ein schöner, wohl­gebauter, kräftiger Bursche mit Augen, die gleich den rotglühenden Funken eines Esseseuers sprühten. Sein schwarzes Haar kräuselte sich üppig um die dunklen Schläfen, und sein Lächeln ein Lächeln, das Älegs Lob über feinen Konversationsstil beträchtlich unterstützte.

Und siehst, wie er ihn auf der Treppe kalt werden läßt!" sagte Mchard.Meg weiß nicht, was er liebt nein, gewiß nicht!"

Voll Behendigkeit und Feuer reichte Trotty sofort Richard die Hand und wollte eben eine hastige Erwiderung geben, als unversehens die Haustür aufging und ein Bedienter beinahe feinen Fuß in die Kuttel» fs/us dem Wege bat Müßt Ihr Euch benn immer auf unsre Stufen setzen, unb könnt Ihr nicht auch einmal bie eines Nachbars dazu nehmen? Ich frage, ob ihr den Weg räumen wollt!"

Genau genommen war die letzte Aufforderung ganz unnötig, weil sie ihr bereits nachgekommen waren.

Was gibt's da?", sagte der Gentleman, für den die Tür geöffnet worden war, und der jetzt mit jenem leichtschweren Tritt aus dem Hause kam, den man so häufig bei Gentlemen antrifft die die zweite, ab­steigende Ist« ihres Lebens sorgenlos genießen, wenn sie, ohne ihrer Würde etwas zu vergeben, mit knarrenden Stiefeln, Uhrketten und reinen Hemden aus ihren Häusern kommen, unb in ihrer Miene ausdrücken, daß sie irgendwo eine wichtig«, viel Geld «inbringende Beschäftigung haben.Was gibt's da? Was gibt's da?"

Muß man Euch denn immer auf den Knien bitten," fuhr der Be­diente mit großem Nachdruck gegen Trotty Deck fort,unsre Türtreppen fein zu lassen? Warum kommt Ihr denn immer wieder? Könnt Ihr nicht einmal wegbleiben?"

Schon gut' Das genügt! Das genügt!" sagte der Gentleman.Heda, Menstmann!" Er bedeutete Trotty Deck durch eine Kopfbewegung, näl-er zu treten.Kommt her da. Was ist dies Euer Mittagesten?"

Ja, Sir", verfetze Trotty, feine Schüssel in einer Ecke stehen lassend.

Laßt es nicht dort, sondern bringt es her!" rief der Gentleman. So: das ist also Euer Esten, tote?"

Ja Sir", antwortete Trotty, mit festem Blick und wästerndem Mund den letzten Brocken ängstlich verfolgend, den er sich als köstlichen Schluß­bissen ausgehoben hatte, und den nun der Gentleman an dem Gabelende um unb um drehte.

Mit ihm waren auch zwei andere Gentlemen herausgekommen. Der eine, ein niedergescblaaenes schmächtiges Männchen von mittlerem Alter und mit einem trostlosen Gestüt, hielt seine Hände unaufhörlich in den schlappohrigen Taschen seiner knappen Pfeffer- und Salzhofen versteckt und schien mit der Bürste ober Seif« keine sonderlich intime Bekannt- fchaft zu unt-x-hntten. Der andre war ein großer, geschmeibioer, gut angezogener Gentleman in einem blauen Rock mit gelben Knöpfen und weißer Krawatte. Di-ser hatte ein sehr rotes Gesicht, als ob ihm ein un­gebührlicher Anteil Blut nach dem Kopf gedrängt worden sei, was viel­leicht auch der Grund war, daß er ziemlich kaltherzig aussah.

Derjenige, welcher Tobns Fleisch an der Gabel hatte, rief nun den ersten Gentleman, den er Filer nannte, heran, und dieser, der sebr kurz­sichtig war, mußte zur Untersuchung von Tobys noch übrigem Mittags­mahl seinen Kops so nahe an den Leckerbisten bringen, daß Toby das Herz bis znm Hals schlug. Aber fierr Filer ihn nicht.

Das ist eine Art von animalischer Kost, Alderman," sagte Filer, in­dem er mit einem Bleistift kleine Löcher hineinstach,die gemeinivlich bei her arbeitenden Klasse dieses Landes unter dem Namen Kuttelflecke be­kannt ist." _ ,

Der Alderman lachte und blinzelte denn Alderman Ente war ein luftiger Knabe un dabei auch ein schlauer, verschmitzter Bursche, der über alles ein wachsames Auge hatte und sich nicht hintergehen ließ. Ja, «r sah lief in die Herzen der Leute! Er kannte sie gut, dieser Ente. Das will ich glauben!

Aber wer ißt Kuttefflecke?", fuhr Herr Filer fort, indem er uncher- f(baute. ..KuttelHecke sind ausnahmslos der unökonomischste unb ver­schwenderischste Konfumartikel, den die Märkte dieses Landes nur hervor­bringen können. Man hat gefunden, daß ein Pfund Kuttelflecke durch Sieden sieben Vierzigstel mehr verliert, als ein Pfund feder andern animalischen Nahrung^ Kuitelslecke sind also verhältnismäßig kostspieliger als bie Treibhaus-Ananas. Wenn man die Anzahl der jährlich gefchlach-

gerufen. _ , . , .

Die guten alten Zeiten, die guten alten Zeiten", wiederholte oer Gentleman.Was waren das für Zeiten! Das waren noch die einzigen Zeiten. Wozu nützt's auch, von andern Zeiten zu reden ober sich Darüber auszulasien, was die Leute In dies - !1"" f~K c,*~ ' *x* nicht etwa Zeiten nennen wollen? Ich wenigstens .... -------- . .. . .

nur einmal Strutts Kostüme und seht, was «in Dienstmann wahrend irgendeiner der guten alten englischen Regierungen zu sein pflegte.

Wenn es ihnen recht gut ging, so hatten sie nicht einmal ein Hemd auf dem Leib oder Strümpfe an den Füßen, und in ganz England wuchs für sie kaum einiges Gemüse", sagte Herr Filer.Ich kann dies durch Tabellen beweisen." _ ,

Aber dennoch pries der rotgesichtige alte Gentleman bte guten alten Zeiten, die herrlichen Zeiten, die großartigen Zeiten.

Möglich daß der Glaube des armen allen Trotty an diese sehr ver­worrenen alten Zeiten nicht ganz zerstört wurde, denn er fühlte sich 'N jenem Augenblick verwirrt genug: so viel wurde ihm aber in seiner Not Har daß, wie sehr auch diese Gentlemen im einzelnen verschiedener Meinung sein mochten, seine Bedenken von heute morgen ganz begründe» waren.Nein, nein, wir können nichts rechtmachen", dachte Trotty in Verzweiflung.Es ist nichts Gutes in uns. Wir werden bereits schiech»