Ausgabe 
9.6.1928
 
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Das Wollgras blüht...

Gedanken über Landschaft und Kunst.

.. . . inn Sfr Vettelvoat einher, vor dem andern die Frau, die'es sich nicht nehmen liest So stießen sie von verschiedenen Seiten bald die es sich MM neymri v i Mondlicht hantierte und rote aus

« 2nÄ*ften. umringt war, Nun fiel ihm erst sein Versäumnis ein und zugleich der Mangel des Ltannchens.Aber e? a aubte einen guten Handel gemacht zu haben, reichte auch lächelnd EHRHr»«'" **- - *teSÄr

MSMAWW^ als die lachenden Damen ihnen bis zum Tore das ^Geleit gat en. .

äl's"si?zum SnltTbeTtiintobmig gediehen^daß sie"nM als'Behexte inhaftiert und untersucht wurden. Indessen fühlten sie auch obrigkeitliches Blut in ihren Adern, und obgleich sie das Ding selbst schon gereute, s blieben sie doch fest bei der Stange, ihr gegebenes Aart zu losen, und stellten den Alten vor, wie die Ehre der Stadt es schlechterdings erfo^ dere, die Seldroyler gut zu empfangen. Sie gewannen einen Anhang unter der Bürgerschaft, vorzüglich durch ihre Beschreibung de^ reichen Stadtgerätes, womit die Seldroyler so herausfordernd geprahlt hatten, sowie durch das Herausstreichen ihrer Frauen und deren zierlicher Klei­dung. Die Männer fanden, das dürfe man sich nicht bieten lassen, man müsse den eigenen Reichtum dagegen auftischen, der m den eiferjM? Schränken funkele, und die Frauen juckte es, die strengen Kleidermandaie zu umgehen und unter dem Deckmantel der Politik sich.einmal tüchtig zu schmücken und zu putzen. Denn das Zeug dazu hatten sie alle .n den

lreaen. iMlft M«N ihnen die strengen Verordnungen langst unerträglich" gewesen und durch ihre Macht gestürzt morden. Der Emp- fana der neuen Freunde und alten Widersacher ward also durchgese^, zum großen Verdruß der Bejahrteren. Auch beschlossen diese sogleich, den ärgerlichen Tag durch eine vorzunehmende Hinrichtung zu veiern und damit eine zu lebhafte Fröhlichkeit heilsam und würdig zu damp; en. Wäbrend die jüngeren Herren mit den Zurichtungen zum Feste betätigt waren trafen jene in aller Stille ihre Anstalten und nahmen einen ganz jungen, unmündigen armen Sünder beim Kragen, ^^abei Netze zappelte. Es war ein bildschöner Knabe von elf Jahren, dessei eitern in' triegeritoen Zeitläuften verschollen waren und der von der Stadt erzogen wurde. Das heißt, er war einem niederträchtigen und bösen Bettelvogt in die Kost gegeben, welcher das schlanke, wohlgebüdete und kraftvolle Kind fast wie ein Haustier hielt und dabet an seiner Frau eine wackere Helferin fand. Der Knabe wurde Dietegen genannt, und dieser Taufname war sein ganzes Hab und Gut, sem Morgen- und Abendsegen und sein Reisegeld in die Zukunft. Er war erbärmlich ge­kleidet hatte nie ein Sonntagsgewand besefsen und wurde on den Feier­tagen wo alles besser gekleidet ging, in seinem Jammerhabitchen rote eine Vogelscheuche ausgesehen haben, wenn er nicht so schon gewesen wäre. E? nmßte Neuem und fegen und lltuter solche Mägdearbeiten verrtch en und wenn die Bettelvögtin nichts schnödes für ihn zu tun hatte, so lieh sie ihn den Nachbarsweibern aus gegen Mietsgeld, um ihnen alle reien zu tun, die sie begehrten. Sie hielten ihn trotz feiner Anstelligkeit für einen dummen Kerl weil er sich stillschweigend stUem unterzog und nie Widerstand leistete; und dennoch vermochten sie m-h. ansl'hm in die feurigen Augen zu blicken, wenn er in unbewußter Kühnheit blitzend

Vor" mehreren Tagen nun war Dietegen gegen Abend zum Küfer ge­schickt worden, um Essig zu holen, da es seine Pflegeeltern nach einem Salat gelüstete. Der Essig wurde seit alter Zeit in einem kleinen Känn­chen gehalten, welches, schwarz angelaufen, wie es war, für schlechte^ Blech angesehen wurde und schon von der Mutter der Bettelvogtin einst für einige Pfennige nebst anderem Gerümpel gekauft worden das aber in her Tat von gutem Silber war. Der Küfer, der den Essig machte, wohnte in einer einsamen Gegend hinter der Stadtmauer. Wie nun der Knabe mit seinem Kännchen so daherkam, schlich em alter Kramer mit seinem Sack vorbei, welcher schnell einen Blick auf das zierlich gearbeitete, obwohl schmutzige Gefäß warf, und es dem Burschen mit schmeichleri­schen Worten zur näheren Betrachtung abforderte. Dietegen gab es hm, der Händler schürfte heimlich mit seinem großen Daumnagel daran und bot dem Erstaunten sogleich eine hübsch aussehende Armbrust dafür zum Tausch an, welche er aus dem Sack zog, nebst einigen Bolzen in einer Tasche von zerfressenem Otterfell. Begierig griff der Junge nach dei Waffe und spannte sie sogleich mit geschickter und kräftiger Hand, wah­rend der Krämer sachte seines Weges ging, ohne daß jener sich weiter um ihn kümmerte. Im Gegenteil fing er alsobald an, nach der Ture eines kleinen Turmes zu schießen, der dort an die Mauer gebaut mar, und ohne von jemand gestört zu werden, setzte er, die ganze Welt ver­gessend, das Spiel fort, bis es dunkelte, und schoß immerfort tm Scheine des aufgegangenen Mondes.

Unterdessen hatte der Bettelvogt auch noch einen Gang um die Stadt gemacht und den Handelsmann gefangen, welcher eben aus dem Tore schlüpfen wollte. Als der Sack des Menschen untersucht wurde, erkannte der Vogt verwundert fein Essigkrüglein, das er soeben dem Pflegling selbst in die Hand gegeben. Der Krämer, in der Angst um seinen Hals, gestand sogleich, daß es von Silber fei, und gab vor, ein junger Mensch habe es ihm mit Gewalt für eine herrliche Armbrust aufgedrangt, die gleichwohl nicht foulet wert fein möge. Jetzt lief der Bettelvogt und holte einen Goldschmied; der prüfte das Kännchen und bestätigte, daß es ein altes feines Ding von Silber fei und von trefflicher Arbeit. Da gerieten der Bettelvogt und fein Weib, das mittlerweile auch herbeigelaufen, in die größte Aufregung und Wut, erstens, weil sie, ohne es zu wissen, ein so kostbares Essighäfelchen besaßen, und zweitens, weil sie fast darum gekommen wären. Die Welt schien ihnen voll des ungeheuersten Unrechtes zu garen, das Kind erschien ihnen als der Erbfeind, der ihre ewige Selig­keit, den Lohn unendlicher Duldungen und Verdienste, beinahe entfuhrt hätte. Sie stellten sich plötzlich, als ob sie von je gewußt hätten, daß die Kanne van Silber se^ und als ob sie immer in ihrem Hause dafür ge­golten. Mit den tollsten Verwünschungen klagten sie den Knaben des schweren Diebstahls an, und während der Arglose noch immer mit seinen Pfeilen beschäftigt war und mit jedem Schüsse das Ziel besser traf, zogen schon zwei Haufen von Häschern aus, den Entflohenen zu fuchen; an der

Von Rudolf Behrens.

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einmal mein Bergfreund das Allegro moderato aus u b c r t

frfion U-Moll-Snmphome und gab meinem Sehnen uno mmgen u » SS «ÄÄÄ

^Dftmall ist es kein Musikwerk, bas. die. Landschaft zuni Schwingen M Knd°rn.mr

immer auf ber Dominante unb verhaucht als Septime. Es ist ber' b leidige,ide Klang ohne Auflösung. Abersoift das y

Ausgeglichenheit, keine Harmonie; es will den Riß °er Urschopsui Zwiespalt des Werdens und Vergehens. Nur einmal[ loft H। b ...,0ö nant-Septakkord in Dur auf. Das ist im Ium wenn das Wollgras blüht u die schwarzbraune Fläche in ein seidenes Gewand hüllt. Dann kann

Aufwallen Bildern seiner Verherrlichung ist diese Zeit'mr sckMich vertreten Dte Maler, die das Moor entdeFten, liebten mehr den Moll- charakter. Es hat eine Zeit gegeben, in der das Moor den Pinstl un° die Leinwand beherrschte. Das war in jenen Tagen, als ein oerge Dorf am Rande des Teufelsmoores feinen Namen in aller Munde V) . als man Worpswede zum Mittelpunkte jungen Kunststrebens erhob und die wegweisenden Galerien Deutschlands eine Paulo ' , I einen Hans am Ende und einen Vogeler nebst zahlloser GesolgsG'll auf den Thron der Berühmtheit fetzten, als die Worpsweder E 1 jeder komfortablen Mietskaserne zum guten Ton gehörten unb bt-jn taten wie Tempelbauten Verehrung sanden. Nun ist das Moor schon die Kunstgeschichte gerückt und darf sich ftolz den andern Land ch schwistern unserer Heimat ebenbürtig an die Seite stellen. Volley ihm das nie gelingen.Wir reisen ms Gebirge,mir fahren See",wir wandern in die Heide", sind bekannte sommerlich ® warte.Ich reife in das Moor", hört man aber nie, »nb es ist

, denn es muß noch ein Heiligtum geben, das nicht dem Mensche 14^ $ . ausgesetzt ist, das nicht vom Reisestrom überflutet wird, das noch t so rauh und borstig ist, daß es neunundneunzig von hundert m . meile hält. Ich begreife, daß man dem Moore wenn dw Ah - streicht, der Torfbauer fern einziger Bewohner ist, die brütende ® ; Hitze miasmenschwer den trügerischen Boden deckt, der Knupp^ von Herbstregen überflutet wird, ober bas Leichentuch des Mmt^ den schwimmenden Inseln liegt, leine freundliche ^^ "bg > jjann Doch einmal lockt es auch den anspruchsvollsten Naturschwar