Ausgabe 
30.7.1927
 
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Merkes in Porjus wird die Bahn elektrisch > der Kohle fällt di« Belästigung durch

Bis hierher fährt der Lappland-Expreß auf der e In Boden geht es auf die nördliche Querbchn, ixe sog, nnm nnrhttrheu Teil des Bottnisckjen Meerb

Von Heinrich Steinhaufen.

(Fortsetzung.)

Sie gab sich aus, allerlei verborgen Kunst mit Kmutmrd Pflaster wider Schaden an Menschen und Vieh $u vermögen; derohawm sie auch in dergleichen Sachen von den Bauren ist gefragt worden, weil sie aber auch sonsten geheime Dinge sollte verstehen, als Dieb fest machen, Schaz an^iaen Nestelknüpfen u. d. M. (was ich Gott befehle, ob s ohne Sund mag ausgericht werden) also wagten auch die, so sie forchtm, s^ wcht zu beledigen und behielten, wie die Leute reden, die Pfeif im Sack. -über

ckinestschen Motive der Anfänge Meißens. Dtiches Zwiebelnmsttr -da- E ift fern Musterschutz gewachsen machen letzt zahllose Porzellan- Eibriken nach; es sicht wie Meißen aus und ist es doch nicht. Vi e gute Momellanfabriken haben ihrer aller ehrwürdige Muttermanusariee em- oedolt vielleicht sogar überholt. Das ist Schicksal. Aber Meißen hat schon

"röfcre Krisen durchgemacht als die gegEvärtige. Auch wenn die staat­liche Manufaktur nur durch Zuschüs^Sachsens gehalten werden kann: es wird weiter gearbeitet, schon um die alte Tradition nicht einschlafen zu lallen. Vertreter der jungen Künstlergeneration wie Hans M e i d und R a r l a ch arbeiten für die staatliche Manufaktur in Meißen. Künstler wie Riemerschmidt, Prof. Börner, Niemayer entwerfen X Geschirrformen. Und fehlt es an plastischen Aufträgen, man weiß sich m helfen: In Meißen ist eine Gefallenen-Gedächtniskirche im Werden, deren Inneres ein porzellanener Ehreichain werden wird: em« Ruhmes- halle für gefallene Krieger und unsterbliches Porzellan.

IM LÄppkmd-Expretz.

Von Fritz L ö roe.

Narvik, Juli 1927.

Irr der Halle des Stockholnrer Jentralbahnhoses steht der Lappland- . «rpreß zur Abfahrt bereit. Von schimmernder Lichtflut übergossen dicht Noch einmal die Malärkönigin auf. Dann braust der Zug in die nordische

Mitternacht hält er an dem bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt Storvik. In dem hellerleuchteten Restaurant des von der Staatsbahn- direktion errichteten Eisenbahnhotels steht der nach schwedischer Art ge­deckte Abendbrottisch zum Empfange der hungrigen Passagiere bereit. Spricht man von schwedischen Reiseeindrücken, so darf man auch das Smörgasbord, das bekannte kalte Büfett, nicht vergessen Dieses freundlich anmutende Stilleben verfehlt nie seine Wirkung. Ausblutenweih gedeckten, laugen Tafeln locken Heringe, Sardinen, Aal, Eier, Schmken, Kalbsbraten, Lachs kalte Zunge, diverse Salate und vieles andere. Goldig glanzende Butter, Brot von hellstem Weiß bis zum dunkelsten Schwarz haust sich *n Bergen. Unendliche Sorten von Käse, wer kennt ihr« Namen, vervoll- ständiaen das freundliche Bild. Man hat das Gefühl, an einer fürstlichen Tafel zu Gaste geladen zu fein. Nach dem kalten Vortisch das Souper, Suppe, Fisch, Braten, Gemüse, Kompott, Nachtisch; das genügt! Alle warmen Speisen stehen auf lodernden Spiritusfeuern zum Zugreifen be­reit, und man bedient sich selbst. Vorzüglicher Kaffee beschließt das opulente Souper. Das Glockenzeichen zur Abfahrt ruft unerbittlich aus diesem Reiche des Lukullus. Man entrichtet den sich in bescheidenen Grenzen sich bewe­genden Obolus und besteigt in Ruhe den Zug.

Wie weich und mollig liegt es sich in den breiten Betten der vor­züglichen schwedischen Schlafwagen. Bei der Lampe , traulichem Schein noch ein« interessante Lsktüre, bis die vatterttden Rader uns in festen Schlaf wiegen. Der Morgen in dem in Hellem Birkenholz gA«lttnen Speisewagen ist auch ein Erlebnis. Seine Ausstattung, Tassen, Schusseln, Teller usw. aus feinstem Porzellan. In funkelnden, neusilbernen Kannen wird der ganz ausgezeichnete Mokka serviert. .

Selbstverständlich fehlt auch nicht das obligate Smorgasbmdnnt einem warmen Gericht. Die freundliche und überaus höfliche BMenung ist

angeregter Stimmung geht es hinüber zum Ausfichtswagen. In diesem luxuriösen Salon auf Radern fehlt auch nichs, um die vierzig Stimden lange Fahrt von Stockholm nach Narvik so cmKnehm wie nur irgend möglich zu gestalten. Breite Ledersofas, bequeme Klubsessel, weiche Teppiche, Bilder, Spiegel u.a. schaffen einen behaglichen Raum. Ventila­toren sorgen für frische Lust. H-che Gestelle am Eingänge dienen zur be­quemen Unterbringung des Handgepäcks. Dazu die Liebenswürdigkeit und Zuvorkommenheit der mitreisenden Schweden; ste betrachten uns als Gaste ihres Landes und tun alles, was ste uns nur irgendwie von den Augen absehen können. So gestaltet sich die Reise zu Stunden der Erholung und $CS weichen Lederfauteuil am breiten Fenster, lasse das herr­

sche Panorama in buntem Wechsel wie einen fesselnden Film an nur vor- überzichem Dichter Wald, blühende Heide, rote Bauernhauschen an schnn- mcmbm Seen. Lang« Strecken menschenleerer Einöden, Sumpfe und Moore wechseln mit tiefgrünen Wiesen und Feldern von goldig wogendMi Getreide. Auf schäumenden Flüssen treiben Taufens, und Abiwtausende von Baumstämmen dem Meere entgegen. Von den Hangen leuchten pur- purne Blumen. Auf einer 263 Meter langen, in schwindelnder Hohe han­genden Brücke überschreiten mir den Angennan-Elf, Schwedens schönsten Flußlauf. Immer abwechselungsreicher, immer eigenartiger wird die

'Soben, die jüngst« Stadt des Rordlandes ist erreicht. Von einem Hügel schaut die Kirche, umgeben von zahlreichen roten Holzhauschen, den soge­nannten Kirchenstuben. Dle dienen dazu den von weither nut Wagen oder Schlitten herbeigekommenen Kirchenbesuchern in den, dunklen Wmter- nächten an hohen.Festtagen ein bchagNche^H«m S^biettr^ ^mbahn.

8KW s? sssff ans ssss

Lappland bis zur norwegischen Grenze und weiter nach Narvik fuhrt. Seit der Eröffnung des Riesenkraftwerkes in Porius wird die Bahn elektrisch betrieben. Infolge gänzlichen Fehlens U.

Rauch fort. Auch eine nicht zu unterschätzende Annehmlichkeit dieser Fahrt.

Hinter der Station Murjek, dem Ausgangspunkte derberühmten-Tou­ristenroute Jokkmokk-Kvikkjokk passiert der Zug den nördlichen Polar- zirkel. Unwillkürlich denkt man an Feierlichkeiten, ähnlich der Tmse v«i Ueberschreiten des Aequators, unter Mitwirkung von Lappen, Eisbären, Remitieren usw. Aber nichts von alledem geschieht. Ohne jede Feierlichkeit rollen wir über ihn hinweg. Nur zwei große Tafeln kennzeichnen diese vom geographischen Standpunkte so wichtige Stätte. __...

Gällivare, die berühmte Erzstadt, ist erreicht. Hier befindet man sich an der Eingangspforte der lappländischen ErzsÄder. Im Sichen hebt der Dundret sein kuppelähnliches Haupt.

Bon Galliväre nach Kiruna führt die Bahn.zunächst dmch SümW und Wildnis. Ba>ld aber tauchen in der Ferne glitzernde Schneeketten auf. Birken erhellen die ^sbast. Die Luft wird rein und stark.

Von der Statir. ors führt einer der Hauptwege auf den Kabne- kaise, Schwedens h ... Berg. Es ist die Sehnfuchtch aller Lappland- befucher, ihn zu besteigen; nicht nur seiner Höhe (2123 Meter) wegen. Das Panorama wilder Einsamkeit, der Anblick der wolkenumhulltm Spitze -dieses romantischen Felsmasstves und seiner leuchtenden Schneefelder locken jeden Bergsteiger mit magischer Gewalt.

Aus blauen Fernen steigen die Erzberge Kirunas empor. Wo heute Kiruna sicht, war noch vor wenigen Jahren Einöde und Wildnis. 9m Jahre 1890 wanderte eines Tages der Staatsgeologe Hj-akmar Lunü- b oh m von Gällivare nach dem Erzberg von Kiruna. In der Gegend stand nur eine einsame Lapphütte. Diese und ein neuerbautes kleines Blockhaus waren das einzige, was an die Anwesenheit von Menschen erinnerte. Im Jahre 1896 kehrte Lundbohm zurück und bezog das Blockhaus. Hier ent­warf der energische Mann die großen Pläne, in der Wildnis nicht nur eine moderne Bergwevksindustrie, sondern auch ein Gemeinwesen zu schaffen.

In diesem Blockhaus haben di« Geologen ihr« Messungen gemacht mtd die Reichtümer des Berges studiert. Hier haben Ingenieure di« technischen Möglichkeiten kalkuliert und Geldleute die Richtigkeit der Kalkulation er­probt. Architekten entwarfen die Pläne für eine neue Stadt mitten in Ser Einöde des Poiarwaldes. Hier wird einst ein Denkmal davon eerzahlen, wie Hjalmar Lundbohm das Beste, Nützlichst« und Schönste schuf, was Schwedens Norden überhaupt besitzt. Denn er allein, der Geologe und Ingenieur, der Waffenschaftler und Künstler, war es, der alles in feiner H^m ftärk^en^st"der Eindruck während der Ausfahrt mit der Bergbahn und von der Höbe des Plateaus. Die Erzader hat eine Länge von etwa fünf Kilometer. Der Bergrücken, wo an einzelnen Stellen das Erz ganz frei zutage liegt, ist dreieinhalb Kilometer lang. Die Tiefe bis zu der das Erz reicht, ist unbekannt. Durch Bohrungen hat man feftgefteUt, daß es an einzelnen Stellen bis zu 376 Meter Tiefe reichst. Der Besuch des Erz- wertes ist von größtem Interesse. Bon der Spitze des Erzberges hat man eine wundervolle Aussicht über das Dal. «.. .

Eines der interessantesten Bauwerke des Nordens ist die Kirche von Kiruna. Sie ist nach nordischen Motiven erbaut und ähnelt in, ihrer Sonn, mit ihrem Reichtum an Farben einem neigen N« al-das

hervorragendste Werk moderner schwedischer Holzarchitektur. Das Mtar- bild stellt eine sonnemibergossene Landschaft dar. Prinz Eugen von Schwe­den hat es gemalt und der Kirche geschenkt. __

fitie wieder im Lappland-Expreß. Vom touristischen Standpunkt aus betrachtet, beginnt jetzt der schönste Teil der Fahrt. Bei der Station Rauta öffnet sich -die Aussicht auf herrliche Hochgebirgstaler. Dann konunt man zur Station Torn-eträsk am poesieumrauschten Aipsee, fernSjo|ten von Lapplands Seen. Wilde Felsen, die iah zum. Strand« abstillen, um- kränzen ihn. Der elekttijche Zug rollt weiter. Wir Station

Abisko und halten in Abiskojokk. Hier liegt die von Taufenden von Tou­risten besuchte Station des schwedischen Tourist^vereins mtt herrl,cl^r Aussicht über den See Tarneträsk und die ihn umschlingeichen Schneebe^e. An der Station reges Leben und Treiben. Unter den TourHen tauchen Lavven in ihren pittoresken Trachten auf. Kaum ent Ort in Europa kann schöne? liegen als Abisko. Nirgends offenbart sich die Lappländische Hoch- gebirgsnatur so wunderbar wie hier. Es ist daher nicht äuverwundern, daß von Jahr zu Jahr ein immer mehr anwachsender Touristenstrom sich über

Hch ter^Msko durchfährt der Zug einen langen Tunnel. Darm be^iinen die gegen die Winterstürme errichteten Schneegalerien. Na^un der früher von^dm Lippen als Heiligtum verehrte Berg Vassaivamnfahren, 'st die schwedisch-norwegische GrenzstationRiksgransen erreicht. Das Klmm ist hier äußerst streng. Sm Winter toben heftige SAieesttirme. Die Neichs- arenze bildet gleichzeitig auch die Wasserscheide zwischen der Ostsee und dem tiI9tunSrDfmtt' sich die Bahnlinie 520 Meter tief und führt durch 21 Dunnels und zahlreiche Schneegalerien. Di« Fahrt bietet raunt) eroa« Aussichten auf die Gebirge und den in der Tiefe schimmernden Fiord. Immer mehr senkt sich die Strecke dem Rombaks-Fjord entgegen, der sich durch die smaragdgrüne Farbe seines Wassers ausMchnet. . h

Endlich hält der Zug in Narvik, der norMidjften Cifenbahnstation der Welt. Auf einer Halbinsel breitet sich die Stadt aus die vor der Cr- östnung der Lapplandbahn nur ein undedeutender - Fischer «platz war. Im

ft eigen die Straßen mit ihren pittoresken, zum Teil direkt in di« Felsen gebauten Holzhäuschen terassensörmig Rott, grüne und blaue Lnhttr prntärtien hinter farbigen Borhangen. Vom Fjord bunten die rjunoene von ÄÄttischen Laternen der Laderampen. Der Donner der herabsturzen- den Erzschollen klingt durch dtt Rächt. Das iftbas Lied der Arbeit, Ne Musik die in Narvik Tag und Nacht nicht endet. .

Wie schwarze Schlangen winden sich die Erzzuge am Felsenhang ent­lang. Scharf hchen sich die Konturen der schneebedeckten Berge vom Mm- i mernden Fjord. "

Vom gefundnen Reinhold undverlorn

1 Grettein.