Kühen in Osterfest.
mutzten. Kam aber erst der südwestliche Wind einher auf feuchten und lauen Fittichen, dann war kein Aufhalten mehr, dann gab es lahlmgs und energischer als je in einem Staatswesen einen „Brucy mit der Ver- gangenheit", und in unglaublich kurzer Zeit waren, brodelnde, rau* schende, schäumende Ström« verwandelt, die nwchtigen Schneema en, die uns belagert hatten, zu Tal« gegangen. Frisch wie Myrtenftrauß« der bräutlich gewordenen Erde sprießte schon in ben fettesten der Wiesen handhoch das junge Gras, und ehe noch drei Wochen ms Land gegangen, konnte man de--' Jahres Erftlinqsfpende, das ersehnte Grunfutter, den konnte u!n$) Hrühlingsbutter stoßen, eine Gabe fürs
Sind die Menschen größer geroorden?
Bon Dr. Franz Schütz, Professor an der Universität Berlin.
Bon jeher hat es als einen Vorzug gegolten, von hohem, kräftigem Gfirm-rmucbs xu kein' seit alters sind die Menschen gewohnt, in eln.m SÄ ÄS'ÄÄSTK .
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Menschen - wendens aröfeer fleworben sind, und die
”ds‘*r «<»■»1« «aU'ttüS ÄS»“" für die Tatsache, daß die Menschen im Lause g_ »id)t 6ie
gemein an ®.r°6em5“n9C"“’n^ie I °hrh!ln^rtwende in jedem der letzten Erscheinung, daß man um b J 9 9 y.^ifientimeter rechnen konnte. Jahrzehnte «inen Zuwachs von je 1in dem Hier spielt nun ganz^sicher «tni wetteretgesicherteren Ernährung, der
=» u»b N. pgtf -ÄÄ beeinflußt, ist lange bekannt un jung-» Tiere bei ungenügender
wieder bstätigt werden. So- bleiben }• & PW» a a. So Ernährung ^^rie^dteNülerund Schülerinnen höherer Schulen durchschnittlich etwas länger als S^i^Mige^olk^chul», was mch^^ trote der beobachteten Wachstums-Hemmung sich mch- verrmgert yarw, Lestr Umstand weist baraif hin, daß auch «°ch °ni»re Faktoren ftr « Entwicklung eines kräftigen Körperbau-> e,ne Rolle spielen. Fest i£.( nun in der Beschäftigung, im Beruf des Menschen zu ervnaen. Kinder der Kriegszeit hatten in recht vielen Sg« "JJ* Öein^S mäßigen Schulunterricht wie vor dem Kriege. Sie hatten nickt lo viele Stunden des Tages in den Banken still zu Wen, v viel mehr Gelegenheit zum Herumtummeln im Freien, Tausende vo 6 anwachsenden Knaben und Mödckstn wurden angehalten, w H und Hof, im ©arten und der Landwirtschaft, Sommers und^ gehörig mit Hand anzulegen und ihre jungen Kräfte zu uv . svjesr ßas Breitenwachstum gefördert, während die Lä^e die auch im Kri^ bei der Geburt noch durchaus normal war, .infolge ungenügenber u rung in den weiteren Lebensjahren zuruckblieb. Uebertragt man d>ej obachtungen auf die Verhältnisse vor dem Kriege und die Bemss^ rung der Menschen, so zeigt sich dasselbe Ergebnis. Die «roßen
am- n:n bescheidene Hausfrau den Kasfeetisch deckte und, nachdem wir ■ Geistesgaben ihrer Kleinen, über Freuden 1 und^ Sorgen ihres abgeschiedenen Lebens freundliche Auskunft erteilte.
,,„r’s droben in Sommertagen, wenn im nahen Fichten» wä'ldchen die Fnken schlugen und bis Schwarzamsel durch di« Gesträuche huschte' aber welch ein sibirischer Aufenthalt war das ^Schaserhauschen an wüsten' Wintertagen! Da kam es nicht selten vor, daß der Lebensmittel- waaen der ihm während einiger Monate ge endet werden mußte, tage- lana auf sich warten ließ, weil er durch die Schneemassen.mcht durch, drinaen kannte, und daß mittlerweile die Insassen des Häubchens d.e Daterunserbitte „Unser täglich Brot gib uns heute nicht buchstäblich fassen dursten, weil sie mit Kartoffeln und Milch sich begnügen mußten. ‘ In ähnlicher Zeit nun geschah es, daß eines Wenbs der ^m.sarzt von Ulrichstein, begleitet von zwei Manern aus Windhausen, an bcm ktckäkerbaule vorivrach, um nach anstrengendem Marsche eine Stunö- ku msten und an Wm Glase Milch 'sich zu erlaben. Der Arzt hatte m ^Zindhausen einer Wöchnerin seine Hilfe angedeihen lassen und wa,, weil er sich nicht getraute, allein zurückzugchen, m Begleitung stner Zwei aus dem Heimweg begriffen. Nicht weiter als eine starke Viertelstunde war e« vom Hole nach Ulrichstein. Weil nun unser Schäfer jeben Schritt und Tritt, jeden Busch und Fels dort oben kenne, so möge er — bmen bte Drei —'eine Strecke mit ihnen gehen, bis sie die mit Baumen besetzte Landstraße und damit sicheren Eingang ins Stabilem erreicht hatten. Gern« war der freundliche Schäfer bereit und ging mit. Ws man sich an geeigneter Stelle orientiert hatte, verabschiedete er sich von ben freien und «in« zurück. Aber noch nicht so lange, als man hundert zahlt, allein gelassen, erkannte er, bah er die Richtung nach feinem Hose oerloren habe, baß vollständige Verwirrung ihn umnachte. Noch war es Zeit, die andern anzurufen, sich mit ihnen zu vereinigen und nun, das Sichere mit dem Gefährlichen vertauschend, nach Ulrichstein zu gehen und dort zu übernachten. Aber — lieber Himmel! — wie stand's nun daheim im Schäferhaufe?! Das arme Weib, dem der Mann zusagt, in einer halben Stund« wieder da zu fein, welche Nacht mußte sie durchleben! Noch sehe ich sie vor mir, wie sie, das Geschehene noch einmal empfindend, die Geschichte mir erzählte. Hundertmal ans Fenster, in der Hoffnung, des Mannes Rufen zu hören, und hundertmal wieder zurück, weit des Windes Saufen sie getäuscht hatte. „Selbst wäre ich hinaus, aber wie konnte, wie durfte ich meine armen Kinder verlassen?" Endlich, als der Morgen graute, hatte sie, weil sie's nicht mehr aushalten konnte, vom treuen Hunde begleitet, das Häuschen eben verlassen, da war der Totgeglaubte, der feines Weibes Schmerzen geahnt und keine Ruhe mehr gehabt hatte, trotz der Winterkälte in Schweiß gebadet, bahergekommen. „Ach, daß mir unser Herrgott so was nicht mehr auflegen wolle!“ so schloß die gute Frau
Haben^wii'^im Vorstehenden auf die Schrecknisse eines mitteldeutschen Gebirgswinters hingewiesen, so sordert es die Gerechtigkeit, daß mir auch dessen bessere Eigenschaften nicht verschweigen. Nicht an jedem Tage ist er ein jo rauher, polternder und griesgrämiger Geselle, gar häufig lacht er dich auch an mit sonnig glänzendem und menschenfreunblichem Antlitz. Wenn, wie man sich ausdrückt, bas Weiter „sich gestellt" hat, wenn wochenlang bas Quecksilber im Thermometer nicht tiefer sinkt als fünf bis sechs Grad unter Null, wenn über die Schneefelder hin breite, festgetretene Pfade sich gebildet haben und kein Lüftchen sich regt in der weiten, beim Sonnenglanz wie mit Diamanten bedeckten Landschaft, bann wandelt stch's gar schön hinaus ins Freie, und der ganze Mensch wirb gestärkt und belebt durch solchen Gang. Besonders ergötzlich ist's, wenn nach einigem Tauwetter die oben wässerig gewesene und durchsickerte Schnee,chicht wieder fest gefroren ist. Dann trägt sie, ohne einzubrechen, schwere Lasten, und man kann über sie hinschreiten, nach Belieben rechts ober links, tal» auf ober tatab, fo säuberlich, so sicher, so ohne Gefahr des Ausgleitens, daß netteres Lustwandeln kaum zu denken ist. Wie parademäßig steht er da, der weihnachtlich überzuckerte Wald. Und wie feierlich prächtig nimmt fich's aus, wenn abends die Sonne sinkt und nun — ein Alpenglühen im kleinern Stil — die schneebedeckten Höhen, rosenrot angeglänzt wie erglühende Wäre und Gedenkstätten des Hüters, der nicht schlaft noch schlummert, vor dir stehen. Höher und höher steigt bann die mählich erblassende (Blut, bis der letzte Strahl wie ein sich aushauchendes Leben erlischt und bas reine jungfräuliche Weiß zurückbleibt.
Es war üblich, daß während des Winters der Geistliche Sonntags von einem Boten abgeholt und nach Köddingen begleitet wurde. Oft war dieser Bote ein bringendes Bedürfnis. Wenn frisch gefallener Schnee alle Pfade zugebeckt hatte, wenn kein Weg noch Steg zu erkennen war, dann ging der Bote voran und brach die Bahn. Manchmal gerieten wir bis an den halben Leid in ben Schnee, so daß wir Mich« hatten, herauszukommen. Doch versicherten mir die Boten, daß es mit mir viel besser gehe als mit meinem Amtsvorgänger Heinemann, der ein schon älterer und dicker Herr gewesen und mit dem man oft gar „grausam viele" Müh« gehabt habe, ihn durch die Fährlichkeiten des Weges glücklich hindurchzulotsen. Diese Botengänge hatten das Gut« für mich, daß sie mir mannigfaltige und oft überraschende Blicke in des Volkes Art, Denk- und Sprechweise er- öffneten. Denn wenn fo zwei, und noch dazu Pfarrer unb_ Psarrnnd, ganz allein beisammen sind, sich gegenseitig helfend und fördernd, da schließen sich auch die Seelen auf, da gibt es neben dem leichten Geplauder des Tages auch Reden, die Herzen und Nieren prüfen. Manch Samentörnlein des Guten glaube ich dort nicht in die schneeumhullte Erd«, sondern in warme und empfängliche Menschenherzen gestreut zu haben, und hoffentlich ist's aufgegangen und bis heute noch nicht verdorrt.
Sang und oft unerbittlich hart regierte in unseren Bergen der gestrenge Herr. Winter. Mit einem Anfluge von Neid fchauteu wir am Petritage und auch, wenn es schon März geworben, von unseren noch weißen Höhen in die längst schon braunen und gelblich-grünen Niederungen, in denen der Bauer schon pflügte und Hafer säte, während bei uns noch alle Feldarbeit ruhen mußte. Aber „warte nur, balde!", so riefst du dir zu, lenzbedürftiges Herz. Schon stieg die Sonne höher und höher, und hier und da lugte schon die dunkle Ackerscholle verheißungsvoll über ben Schnee Soor. Leise s chon riefelten um die Mittagszeit kleine murmelnde sserlein und füllten die Gräben, wenn sie auch nachts wieder erstarren


