Ausgabe 
27.9.1927
 
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wandeln pflegte. Sn dieser Periode geschah es, daß er M am UM ften an die Lagunenseite hielt und, soweit er es wagte, im Schlitze

I sind''ui^alle^ Menschen, die von ihnen essen, ansch^llen und, murhA ktornntT unterrichtet: er sah. rote die Boote gen

Dollars aufsammelte." . .

Später war er also vorsichtig und hielt sicy an die Binnenseite.

Es war vielleicht einen Monat später, als die Bewohner des Ortes «jntrafen sechs große Boote voll. Sie waren eine schöne Menschenrasse

Drs Insel der Stimmen.

Erzählung von Robert Louis Stevenson.

(Schluß.)

In dem Landgürtel war eine Bresche, gleich der Mündung eines Hafens, und die Flut, die damals gerade hoch stand, trug ihn stracks hm- rmrch In der einen Minute war er drinnen, in der nächsten draußen: er trieb in dem breiten, flachen Wasser, das von zehntausend, Sternen kmkelte heran, und rings um ihn dehnte sich der Landgürtel, mit seinem Saum von Palmen. Und er wunderte sich, denn die Insel war von einer U>-t, die er nicht einmal von Hörensagen kannte. , . .

Die Zeit, die Keola an jenem Ort weilte, teilte sich tn zwei Perioden in die während der er allein war, und in die, die er mit dem Stamme verbrachte. Ansänglich suchte er überall, ohne einen einzigen Menschen zu iinden; nur einige Häuser standen in einem Dorfe, und Spuren von Herdfeuern waren vorhanden. Doch die Asche der Feuer war kalt, und der Regen hatte sie zerstreut, und der Wind hatte geblasen uno einige Hütten umgeweht. Hier schlug er feine Wohnung auf, und er machte einen Feuerdohrer und einen Muschelhaken und stfchte und kochte sich seine Fische, deren Brühe er trank, denn auf der ganzen Insel gab es kein Wasser. Die Tage wurden ihm lang, und die Nachte jagten ihm Schrecken ein. Er machte eine Lampe aus Kokosnußschale und zapfte das Oel der reifen Nüsse ab und verfertigte sich einen Docht aus der Faser; und wenn der Abend nahte, schloß er seine Hütte zu und zündete seine Lampe an und lag zitternd da bis zum Morgen. Mehr als einmal, dachte er m (einem Herzen, er wäre besser dran gewesen, wenn er jetzt auf dem Grunde des Meeres läge und feine Knochen dort mit den anderen ge­schaukelt würden. . c r.r

Während dieser ganzen Zeit hielt er sich an der Binnenseite der Insel auf, denn die Hütten standen am Ufer der Lagune, und die Lagune selbst wimmelte von guten Fischen. An die Außenseite begab er sich nur ein einziges Mal, und nur einmal sah er sich den Strand an, von wo er zittern wiederkehrte. Denn sein Aussehen, samt dem hellen, mit Muschem bestreuten Sand und der starken Sonne und der Brandung widerstrebte ihm sehr.Es kann nicht sein," dachte er,und doch ist es sehr ähnlich. Wer wie konnte ich das ahnen? Wenn auch diese Weißen so tun, als wüßten sie, wohin sie segelten, so lausen sie doch die gleiche Gefahr wie alle anderen Menschen. Also können wir uns trotz alledem in einem Kreise bewegt haben, und ich bin womöglich ganz in der Nahe von Molokai, unb dies kann der gleiche Strand sein, an dem mein Schwiegervater seme

^Di?U?sa^der zweiten Periode war Gerede, das er von seiner Frau und den Jnselhäuptlingen vernahm. Keola selbst sprach wenig. Er, fühlt« sich seiner neuen Freunde niemals sicher, denn er hielt sie für att^u höflich, um ihnen vertrauen zu können, und seitdem er mit seinem Schwiemr. vaier nähere Bekanntschaft geschlossen hatte, war der Bursche vorsichtiger geworden. Daher erzählte er ihnen nichts von sich selbst, außer ttoit feinem Namen und seiner Abstammung, und daß er von den Acht JnsÄn kmne. und was für schöne Inseln das waren, sowie von des Königs Palast m Honolulu, und wie er ein naher Freund des Königs und, der M.sstona^e sei. Indessen stellte er viele Fragen und lernte manches. Die Jnfer, aus der er sich aufhielt, wurde die Insel der Stimmen genannt. Sie gehörte dem Stamme, aber dieser wohnte auf einer anderen Insel, ine kwa drei Stunden Fahrt südwärts gelegen war. Dort lebte er und hatte er seine Dauerwohnungen, und es sollte eine reiche Insel sein, wo es Eier und Hühner und Schwein« gab, und wo Handelsschiffe mit Rum unü^Tabak hinkamen. Dorthin hatte sich auch der Schoner nach Keolas Flucht begeben, und dort war auch der Maat gestorben, Narr von einem Weißen, der « war. Es scheint, daß auf der Insel bei Ankunft des Schiffes gerade W

~ chreszeit angebrochen war, in der die Fischs in der Lagime gifftg imu uuu alle Menschen, dis von ihnen essen, anschwellen und sterben. Der Maat wurde hiervon unterrichtet; er sah, wie die Boote gerüstet wurden, we-l das Volk während jener Jahreszeit die Insel verlaßt und nach der Jnßl der Stimmen hinübersegelt. Aber er war eben em Narr von einem Weißen der an keine anderen Geschichten als an seine eigenen glaubte, und er fing einen dieser Fische, kochte ihn und ihn und schwoll aus und starb welche Nachricht Keolas Ohr willkommen war. Und was die Insel der Stimmen anbetraf, so lag ste^ grötzten Teil des Jahres ve^ lallen da nur bin und wieder kam em Schiff voll Menschen auf Der «Uwe nach Koma dorchin; aber in der schlechten Jahreszeit wenn te * h.r fvmmHitto niftin waren, hauste der Stamm auf ihr Mit Kind und Kegel Ihren Namen hatte die Insel von einem Wundererhalten,deiM, wie es schien, war ihre Meeresküste überall von unsichtbaren Teufeln b-wohnt- Tag' und Nacht hörte man sie in fremden jungen miteinander reden Taq und Nacht flammten am Strande kleine Feuerchm auf, UM bald"'wieder zu verlöschen, und die Ursache all dieser Dinge, konnte Uta m>«n!ck ergründen. Keola fragte die Leute, ob es auf ihrer eigenen Insel, wo § wohnten ebenso zuginge, und sie antworteten ihm, weder doft sfeÄ fctt ASiJft unh Kak selbst die Teufel am Strand« harmlos waren, wenn man sie m

Ein einziges Mal nur hatte ein Häuptling mit dem Speere kL-SS-MD-M-M bejf öis Volk ein Mittel gefunden hatte, um sich von dem Uebel z.

dortigen Busche" sagte er,wuchs ein bestimmter Baum, und die'Tmfel cheMt-?kaE dahin, um die Blätter davon zu ammew. Daher fällte das Volk den Baum, wo er zu finden war, und die Teufel, kehrten E wieder gewesen wäre, und er zeigte ihnen

'jsoa v e Seota,was fthlt dir i-tzt?"

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vorher'^ufsuchen und Nahrung dort verbergen, und allnächtlich werde ich

dann kannst du in Sicherheit wieder zum Vorschein kommen.

^Wa?ÄihkL^"°?8^,Zch'kann nicht unter Teufeln leben Ich will' nicht mft dieser Insel zurückgelasien werden. Ich sterb« vor Schn- '^^Duwüst'stechemalk'Lmd verlassen, mein armer Keola," sagte das MäKn Fenn 7m dir die Wahrheit zu gestehen, meine Stammes, brüder sind Menschenfresser, doch halten sie dies geheim. Und der Grm d wesbalb man dicht töten will, bevor wir reifen, ist, daß unsere Insel von Schiffen besucht wird, und Denat-Kimaran kommt und redet ,ur bte * Franzosen, und es ist ein weißer Händler da in einem Hause mu «mer

»intrnfen sechs große Boote voll. Sie waren ein« schone wieisicyenrape »mh redeten eine Sprache, sehr unähnlich der von Hawaii; jedoch waren Mle Wort« di« gleichen, so daß es Keola nicht schwer fiel, sich zu ver- ftänbigen. Die Männer benahmen sich außerdem sehr höflich und die Weiber äußerst zuvorkommend; und sie hießen Keola willkommen, und bauten ihm ein Haus und gaben ihm eine Frau, und, was ihn am meisten verwunderte, er wurde niemes mit den anderen jungen Mannern aus Arbeit geschickt. Jetzt aber durchlebte Keola drei Perioden. Erst hatte er eine Periode, in der er sehr traurig, und dann eine, in der er ziemlich lustig war. Zuletzt kam die dritte, und da war er der angsterfüllteste Mensch in den ganzen vier Weltmeeren.

Die Ursache der ersten Periode war das Mädchen, das man ihm zur Frau gegeben hatte. Er hegte einigen Zweifel in betreff der Insel, und er hätte auch hinsichtlich der Sprache im Zweifel sein können, von der er nur wenig vernommen hatte, als er mit dem Hexenmeister auf der Matte hierhergekommen war. Aber bezüglich feiner Frau war kein Irrtum möglich, denn sie war das gleiche Mädchen, das im Walde schreiend vor ihm hergelaufen war. So hatte er denn die lange Reise gemacht und hatte doch ebensogut in Molokai bleiben können; er hatte Weib und Heimat und alle seine Freunde aus keinem anderen Grunde verlassen, als iveil er seinem Feinde entrinnen wollte, und der Ort. an den er gekommen war, war des Zauberers Jagdgrund und die Küste, an der er unsichtbar

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und Eine UedEcroschungdurch chn ffen nicht zu befürchten war, dann machte ich mich in aller Heimlichkeit Sb mit Herzklopfen daran, selbständig die Ausgaben zu osen, die die Mlselschrist der Aerzte uns stellt«. Die ßabentur hielt ich offen, damit die jKlnßel ihn nicht weckt«, und wenn ein Käufer sich metöete, legte ich hOeutungsvoll den Finger an di« Lippen, worauf sein« Rede schort zu Lmstlicdem Flüstern herabsank, denn daß der alte Set «gast um die Giebzig' war und darum der Mittagsruhe dnngend bedurfte, das wußte

Ko gelang es mir allgemach, jede Salbe, jede Mixtur, deren Rezept tat Augenblick vorlag, bis zur Aufschrift und Fahne gebrauchsrerf zu- fenbe zu bringen. War ich fertig, bann reinigte uh eilends das Hand- Merk szeug, stellte Gewichte und Fla chen an ihren Platz und steckte das fertige Medikament in die Tasche, um es abends tn meinem Koffer zu verstauen, wo es vor Späheraugen sicher war., ......

Und kam der alte Settegast gegen die Besperzeit mit rotgedruckter Kacke gähnend zum Vorschein, um die Tränke noch einmal zu brauen, Me Salben noch einmal zu reiben, bann stand neben ihm einer, der mit gierigen Augen zusah, um sicher zu sein, daß er die Handwerksregeln genau beobachtet hatte. . ~

Dies spielte sich im zweiten Monat meiner Lehrzeit ab. Im Juli hatte sie ihren Anfang genommen, und als der September zu Ende ging, da Mir die Apothekerei für meine Neugier erledigt. Wieviel Unheft ich an« gerichtet, wieviel Giftmorde ich mir aufs Gewißen geladen Ijatte, menn f* im Ernst mit meiner unreifen Kunst aus die leidende MenMeit los- «lassen worden wäre, das bleibe dahingestellt. Jedenfalls bildete ich in meiner Großmannssucht mir ein, ich hätte nichts mehr zu lernen . . .