GietzenerLamilieMiitter

UnterhaKungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang $927

Samstag, den 26. Nooemver

Nummer 94

Der WeihnachLsftern.

Von Franz P o c c i.

Vom Osten strahlt ein Stern herein Mit wunderbarem, Hellen Schein, Es naht, es naht ein himmlisch Licht, Das sich in tausend Strahlen bricht! Ihr Sternlein auf dem dunklen Blau, Die all ihr schmückt des Himmels Bau, Zieht euch zurück vor diesem Schein, Ihr werdet alle winzig klein!

Verdunkelt, Sonnenlicht und Mond, Die ihr so stolz am Himmel thront, Er nahet heilig leuchtend fern Vom Osten her der Weihnachtssterin

c_/'l,'Tb war ein Tor," unterschied sie plötzlich die helle Stimme ihres Lohnes, der gegen Philipp Stellung nahm.

Halt'? Maul," empörte sich dieser.

Jawohl, es war eins ich habe es genau gesehen."

!!, klar nichts zu sehen. Kinder, die nicht einmal einen Baler haben gar nichts zu sehen."

Was ich keinen Vater?", i

Ws ich keinen Vater?", trotzte Tildes Kind.Mehr Äs du!" imtÄ das kochende Gebrüll der älteren Knaben und das Gekicher der mnhe stehenden und den Zwist beobachtenden Erwachsenen hielt ihn nicht lortzusahreiu Jawohl einen in Argentinien" einen in Meriko einen m Bombay imd einen in Shanghai."

Streit der Jungen.

Eine Adventserzählung von Johannes Heinrich Brauch.

QM1 Morgen des ersten Adventsonntages ' ^^nrzte ste tief. Ihr Mann trug nach, ob er zu Weihnachten heim- kehreii dürfe, ^hr Mann, Bor Jahren, als in Deutschland die Verhältnisse verwickelter waren als ein Knäuel Garn, das in Unordnung geraten ist "wnÄelang ohne Stellung war, Hunger in ihren Zimmern hauste, und das Elend kem Ende nehmen wollte, war er auf und davon gegangen. Well er sich schämte Aus Verzweiflung. Oder weit er glaubte, daß sie ti* h?ne.r> i! y.eni. Armeleuteleben fertig werden würde. Er n J-^on5 ,ß0ft -Unb m l^ner Natur lag es, schaffen z,i müssen und nicht als Weggeworsener zu gelten. In einem hinterlassenen Schreiben k"k)^e er noch mehr Grunde an, die in Wort und Ausdruck schön klangen und auch zutreffen konnten. Aber keine Cntschiildi' gung half Frau Tilde die Harte des unvermuteten Schrittes, den sie als ÄhtÄ'?? betraastete leichter zu ertragen. Der Mann gehör! öu Wech und Kind, das war der Standpunkt, den sie mrtrat

I-tri-f j oU!in den Kampf. Sie erteilte Klavierstunden, fetzte ia; langsam durch, gelangte zu festem Baden und gewann endlich guten, wenn auch immer mir Anstrengung erworbenen Verdienst. An das Leben und das Zurechtfinden ohne die Führung des Gatten gewöhnte sie schnell wie sie sich kurz urrb bündig mit dem Getratsch schwatz- i«OlV).. fx ...ü.L v 7-^ag iUn l ausgefüllt mit Arbeit, unb d-.e Mußestunden, die sie erubngte, widmete sie in Liebe der Er- zlchung ihres Jungen. Mit Hingabe umhegte sie den Neunjährigen und glarchte, chm das Fehlen des Bakers ersetzlich zu machen.

!eIt« SüdEerika kamen, beantwortete sie als Mutter und nicht Äs Frau. Das Bewußtsein der Zusammenaehörigkett llhmmden, ober ihr Stolz lehnte den Gedanken, daß' sich

-Maa -r Dere,MMN« bewerkstelligen lasse, mit Entschiedenheit ab.

£%r ? f ,mt< bCn Ei"««, l° lautete das Urteil,

Und jetzt das Schreiben. Ihr Mann teilte ihr mit, daß er nvnr die erhöhten goldenen Berge nicht gefunden, aber jo viel erspart habe daß X i^rÄrSy 5h .^rdneteren Verhältnissen gelangten Deutschland n u*?6 einen geruhsamen Hvusst-md zu gründen ver­

möge. Die Nngung, die sie einst miteinander verband, sei in' ihm nie er-

^lb f7miPcI). Wen ihn stets gepeinigt. Jeist bitte er EM- die Antwort durch ein Telegramm wissen zu lassen. 9n1n'dQh,ntUns-5^U Si^e 'iberlegte, kämpfte mit sich und wollte von der ffnXÄ n,e °hr«m Emp,,nden und dem längst daraus entstandenen aukriü^-»"Ä>mm l?e'd)C'n; sich nieder, um das Telegramm ouszufi-tzen, und ichrieo fest und fast ohne Erregung die Adresse. Da mußte ste emhalten. Auf der Gasse ivar Geschrei, das Streit von Jungen ver- Aet und sie zum Fenster trieb. Die Knaben halten Fußball gespielt und Klemkramers Philipp zankte mit des Goldschmieds Jakob darüber, ob ein rin Ml ob?r nicht. Es gab Lärm, erhitzte Knabenköpfe und

NN wiloes Durckstmander von fuchtelnden, drohenden und zur Abwehr erhobenen Armen.

ing die Mutter

>eln noch auf.

.utter ja aber" Was aber?"

^rftärktes Gelächter war der Erfolg dieser Entgegnung

(«fort-Äsu.ÄÄin- l1 »**'**«** -** -

Was fällt dir ein, dir so viele Väter anzulüqen," emvst Lb.- 61 ** - l»S

Ja Mutter ja aber"

Aber am Ende merkten die Fledermäuse, daß ihre Schar bei der Sacke 6xQxm ä!,b> baB dieienigen, die sich am ehrlichsten zu schaffen machten und den Fuchs am Bart hochzogen, oftmals nach solcher Fahrt fehlten . "Du hast es uns abgeschmoren," sagten die Fledermäuse entrüstet zum Fucgs,und frißt doch jeden Abend einige von uns." mien* h9<to bCk ^uchs,gefressen hab' ich gewiß noch keine. Ich bin Sckt-e?s Barthaaren etwas empfindlich, da kriege ich mitunter den Schluckauf, wenn lemand daran zieht.

n ^er die Fledermäuse merkten wohl, wie es damit stand, und als ? ! Fuchs einmal wieder aus seinem Bau abholen sollten, machten sie untereinander ab, wie sie sich an ihm rächen könnten. Als sie gerade über einer hohlen Weide schwebten, rief die älteste FledermausLös'"

sie untereinander ab, wie sie sich an ihm rächen könnten. Als sie gerade über einer hohlen Weide schwebten, rief die älteste FledermausSos!" JJ"b S s'nmrl K&e her siebenundvierzig Fledermäuse das Stück Fell los, das sie im Mund trug und der böse wortbrüchige Fuchs pol­terte lolpfuber in den hohlen Baum was glaubt ihr bis unten au, den schwarzen Grimd.

Na, da wunderte er sich nun doch sehr, rieb sich die Hüfte, kratzte sich im Nacken und war arg zerschunden und blau geschlagen. Was aber oas schlimmste, schien, Reineke war nicht allein in der alten Weide Da beJ hatte gar keine Freude daran, daß er Gesell,chaft bekam fuhr vielmehr gleich auf den geschundenen ^em-ke los um. kratzte und krallte und hackte und zwackte auf ihn los, öfl& ber Sünder sich seiner kaum erwehren konnte, so wütend er ßUCy UM flCy vH.

3Hs sie nun einen Augenblick voneinander abließen, um neue Kräfte ju sammeln, sagte der Fuchs deshalb versöhnlicher:Freund Uhu was Ä das für Dummheit,^daß zwei alte Räuber wie wir sich gegen­seitig an die Kehle fahren. >tst es nicht beffer, wir vertragen uns, gehen zusammen auf Jagd und treiben uns die Beute zu? Ich weiß z. B. einen ganzen Schornstein voll Fledermäuse, das ist doch ein Leckerbissen ohnegleichen für dich!" '

Als der Uhu von Fledennäusen hörte, lief ihm das Wasser im Munde zusammen.Wie sollten wir wohl einen Schornstein voll Fleder­mäuse emfangen, alter Lügner?" fragte er.

Einen ganzen Schornstein voll,'gesotten und gebraten." erwiderte der Fuchs,hilf mir nur erst ans diesem verwünschten Baum oder sag' mir, wo ich ein Loch nach draußen finde."

Na, der alte Uhu hatte ja gleichfalls genug von der Rauferei und

1,3 j. Haie ich mir Oie feine Antwort ausgotwcht."

,,«ift du deswegen in den letzten Tagen jo schwer" eingeschlafen?" iinx$a s *D- !tb denn hinter anderen Jungen zurücksteden?

Unb«Tbu b°rfst es mir glauben - es war doch ein Tor "3Un,tfW? . 's?.1"® stUjd wußte Frau Tilde nur zu stammeln In ihr war m Rittern wie Schmerz und ein Herzpochen wie Freude

-me zog Kurl an sich und strich ihm kosend über die Stirne Und

Srau Tilde das Telegramm aufgegeben hatte, erstand ki«« Blumenladen einen Adventskranz mit drei dicken raten Kerlen

sie die Lichter an, fang Weihnachtslieder mit^iri unh ÄÄS SS L.'° 0060 das Fest, £ sie es

HalbteU mit Reineke Voh.

Von Hans Friedrich Blunck.-

"schien Fuchs und Fledermäuse einen Vertrag miteinander h-er4cU^ usrschwor sich, den Fledermäusen nicht mehr nachzustellen und die Fledermäuse versprachen dafür, ihn durch die Lüste zu tragen wenn der Herr Fuchs bei den Bauern über den Hühnerdraht oder§durch die Dachluke zum Gänsestall einsteigen wollte rn) 0,e

fiA^n^rrlaÄ eine aansc Zeit gut. Wenn Reineke sie rief, taten Mi, eilends «lle rtlsdermaufe zusammen, nahmen jede ein Stück Fell vom « wollte ben 7Jfl"lb' ^Oben i,)n hupdiwup hoch und ließen ihn fallens wo