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wie
ichmal ein gutes Stück mit Fuhrleuten für Geschichten erzählt, denn ich wutzte gut,
... So w«r ich die längste Zeit in Luzern gewesen. Das Frauenzimmer hieß namens Agathe, aber man rief ihr bloß immer Ageli, aber ich konnte ja doch nicht heiraten und geriet in eine Traurigkeit. Da ich nichts mehr gut machen konnte, mochte ich sie gar nimmer sehen und flüchtete vor ihr. Sie stand aber jeden Abend nahe bei der Werkstatt, und einmal ging ich mit ihr spazieren und wir standen beide unter einem schrägen Nußbaum an dem Waldstatter See. Hinter dem mächtigen Wasser stieg der große Rigiberg herauf und alles war herrlich zu sehen, mancher zahlt gern Geld dafür, auch Böte im Wasser und große Kähne, die dreißig Schuh lang und wohl mehr. Dennoch war es mir traurig, denn die Ageli weinte schier ohne Unterlaß und sagte: Ich wollt, ich läg im See und du auch!
In derselben Zeit war mir sonderbar ums Herz. Wenn ich reden Tag die großen Berge und das viele Wasser sah, verlor ich ganz die Augen in die Ferne und mir schien, daß überall noch ein gutes Stuck Welt für mich übrig fei. In Luzern hatte ich auch bester Französisch
Erdbeben in Deutschland.
Bon Universitätsprofessor vr. August S i e b er g , Regierungsrat bei der Reichsanstalt für Erdbebenforschung m yeno.
Im Vergleich mit den eigentlichen Erdbebenländern, beispiel-weisk schon Italien, nimmt Deutschland für gewöhnlich eine bescheidene Stellung ein. Trotzdem fehlt es nicht an Zeiten recht lebhafter Erdbebentätigkeit, wobei es nicht nur zu sehr «"sgebreiteten, sondern auch zu zerstörenden Beben kommt. Eine ganze Reihe von Beben, welche d- Be chädigung und den Einsturz zahlreicher Gebäude verursachten, ver einzeli auch' Menschen erschlugen und die betroffene Bevölkerung lange Feit in Aufregung erhielten, sind -uns schon aus den beiden leWi Aabrbunderten bekannt. Im Jahresdurchschnitt darf man für Deutsch land auf etwa 20 bis 30 Erdbeben rechnen. Allerdings treten zu Zeiten in bestimmten Gegenden monatelang, >a iahrelang bauernde Beben schwärme mit Hunderten, mitunter sogar mehr als tausend Emzelstobe auf. Beschränkt bleibt die Bebentätigkeit fast ganz auf die Mittelgebirgs länder West-, Süd- und Mitteldeutschland, wo zerbrochene Erdrinden teile abwechselnd als Hoch- und Tiefschollen zutage treten, wahrend d» norddeutsche Niederung so gut wie bebenfrei ist. Ihrer Ursache nach ge hört die Nrwieaende' Zahl dieser Beben zu den Dislokatiomsbeben ote tektonischen Neben d. h. st« treten als unzertrennliche Begleiter vs Störungen (Dislokationen) des Schichtbaus (Tektonik) inder spröde Gesteinsrinde der Erde auf zum Ausgleich von reifen Spannungen, o nornebmlich durch die gleichen geologischen Kräfte erzeugt roerbcn, bie Gebirge geschaffen haben. Schwache Lokalbeben sind manchmal $ EinskurzLV bür» bas
natürlicher Hohlräume. Damit dürfen die erdbebenahnlichen. m,
nungen nicht verwechselt werden, die rn BergweAsgegenden benn 3 bruchgehen von Stollen und Strecken zur Beobachtung gela g • ständig fehlen jedoch vulkanische Erdbeben, trotz brr verschied
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»Sin ättÄt U. «g gebirges in Zusammenhang stehen. Zu Rerchenhall hat es am vember 1910 ein Einsturzbeben gegeben. ^.„ahiirf^anerif^“ Sm vorgelagerten Schwemmlanddeckeri der ^chmcrb >z ) . -a, Hochebene entstehen hin und wieder schwache Dodeubewegungeng falls infolge des langsamen Vorruckens der Alpen, deffen 9gat)r den Messungen des Münchener Geodäten M. Schmidt hier hundert etwa ein Viertelmeter Vorschub unter gleichzeit g
gelernt, weil zwei Geiiser mit mir eingestellt waren. Ich hörte sagen, J..i deutscher Sattlergesell findet in jedem Land ober Weltteil leichtlich fein Brot, und beschloß, mehr und mehr den Berliner zu packen. Mit der Agathe gab es eine große Not, und wir weinten alle zwei beide die kleinen Kinderlein. Auch mußte ich ihr fast alles Geld geben.
Da hörte ich, daß in Mailand viel Arbeit sei, und zwei Bekannte von mir wollten hin machen. Davon lehnte einer mir sieben Franken und auch der Meister gab mir ein bares Geschenk, zwar war es wenig. Wir fuhren über den langen See bis an fein Ende, wo immer mehr Berge nach Art von allmächtigen Mauern kamen, daß mir Angst wurde. Wenigstens hatten wir gutes Wetter. Und obwohl ich des Tags acht Stunden vermag, waren die Strählein in dem Gebirge elend hart und fielen mir so sauer, daß ich jede Nacht wie eine Leiche dalag. Das erbarmte die andern, und wir fuhren manchmal ein gutes Stück mit Fuhrleuten für wenig Geld. Da hab« ich viel Geschichten erzählt, denn ich wutzte gut, datz die Fuhrleute auf ihrer langen, stillen Fahrt eine gute Gesellschaft so gut brauchen können als Bier und Tabak. Sie schenkten mir außer dem Mitfahren oft einen halben Schoppen oder eine von ihren Zigarren, die innen Stroh haben und unmenschliche lange Stengel sind, davon mir zweimal bitter übel wurde. Auf eine solche Art zwangen wir den St. Gotthardt, und bald darauf fing ein Welschen an, daß mir Hören und Sehen vergehen wollte. Unser gutes, sauer erlerntes Französisch war nicht besser, als wenn wir Böhmisch gesprochen hatten, «onst waren zwar die Leute geizig, aber vergnügt und gut; nur durften wir nichts von ihnen haben wollen. Da gab es manche Not, und unser Kleingeld ging nah beieinander. Auch siel mir nun freilich ein, was nur der gelbe Friedel seinerzeit gesagt hatte, nämlich, daß dieses Italien für uns Kunden das allerschlechteste Land auf der Welt fei. Wie sollte das werden? Denn wir waren noch immer in der Schweiz, und das teleni) mit den Italienerleuten fing schon an. Wenn nicht die Poststellen mit den vielen Reisenden gewesen wären, hätte uns bald der leidige Hunger geplagt. Lieber Gott, da stahl ich denn einmal, drunten im Weirüand eine lange Jtalienerwurst, die hart und salzig sind, und man kann sie ein Jahr lang haben. Fängt einer von den Kameraden zu raionnieren an, sagte, er fresse nichts Gestohlenes, und ich möge an meiner langen Wurst ersticken, wenn ich sie nicht wieder zurückbringe. Das ging aber nicht, und so versöhnten wir uns wieder miteinander; er fraß aber nichts davon. Und mich wollte nachher der Durst schier umbringen; denn das Zeug war heillos gesalzen, daß ich immer wieder aus dem großen kalten Dache trinken mutzte, und ein furchtbares Bauchgrimmen bekam. Es kam von dem kalten Waffer her, aber der andere sagte immer, das kommt von der gestohlenen Wurst.
Gingen eine lange Zeit, da kamen wir nach Lugano, wo wiederum ein großes, blaues Gewässer war, viele Schifflein und Hotels, ein schlechter Ort für arme Kunden. Und daselbst bekam ich Streit mit meinen Kameraden, aber einer davon hatte mir sieben Franken L°leh°tt imd schrie: „Du bleibst bei mir, bis ich mein Geld wieder hab- Ich wollte in dem elenden Lande nicht weiter machen sondern Gottes Nam n umkehren, da muhte ich ihm meine guten Stiefel S°ben und b.e kaputten selber anziehen, und mein Sackmesser aus Bern mußte ick ihm auch hergeben, weil er zu zweit war.
di« Grundstsinmung ihrer Siebe zu Leon, und auch ihre Hoffnung.
Wenn der eine Haken bricht, so hält der andere, dein Mütterchen bleib« 1 ich doch, nicht wahr! mein JÜngei" schreibt ihm. Aber auch der andere Haken brach. Levin heiratet 1843, und nicht an Annette lag es, datz '"änSjiS«*!« ---«»N-N-» 3*1 ”
ews »s:» rmLSNÄy Seufzer füllen wieder diese leidgewohnten Manern. Jetzt wagen sich die düstersten Gespenster aus dem Turmverlies. Zuweilen nur plätschert bas Lied von Annettes zahmem Kanarienvogel zwischen Seufzer und Gespenstergeräusche. Viel Leid hat der Turm gesehen, alle die Quäle« der Gefangenen und Verschmachtenden — solche Gefaßtheit sah er nie. Ach, was wissen seine Steine von der heroischen Tragödie, in der sich dies Frauenherz still zerquält? So wenig wie die Menschen aus Annet-
Aus^dckEilosen Dämmerungen" hatte die Siebe der Dichterin Kräfte ans Licht geschleudert und ihnen Sinn verliehen. Jetzt warf Verlasfen- heit ihre Todesschatten über die ganze Seele. Enttäuschungen irrlichterten in ihr. Menschlich Schwerstes verwischte die Grenzen ihres schönsten Sinns in der Siebe, während ein göttlicher Finger die Limen ihrer Bestimmung ins Unendliche gezogen hatte.
Aus der Walze.
Aus den Aufzeichnungen eines wandernden Sattlergefellen.
Bon Hermann Hesse.
... Wie ich also denn auf Freiburg kam, verzehrte ich denselben Schinken in der Herberge und erfuhr sogleich, in welcher Art Gesellschaft oder Schnapphähne ich gefallen war. Nämlich nächsten Tag war in meinem Berliner nicht Schinken noch Seife, noch Geld mehr drinnen zu finden, ich aber trug einen struppigen Kopf umher und sehnte mich nach meiner Heimat, wie ein wachsweicher Rekrut. Und vor ich noch in Basel war, war ich so arm wie ein nackter Sperling, denn ich hatte weder Berliner noch Flebb« mehr, weil nämlich beide mir im Elsässischen gestohlen wurden. Weil ich freilich meines Vaters guten Rat vergessen hatte und nicht in der Herberge abgeftiegen war, sondern in einer wilden Penne. Und so kam ich auf Basel, konnte dennoch daselbst nicht bleiben, wegen Grenzpolizei, und wanderte leer wie ein Schlauch nach Neuchatel. Es fehlte auch wenig, so hätte mich der Hunger erwürgt; und ich stahl ein Brot und drei Eier, nahe bei Biel in einer Mühle an der Straße, wo bann bald ein welsches Wirtshaus kommt. Alle Leute parlierten Französisch, und ich war stolz genug, datz ich es vorher ein wenig uom heiligen Schorsch in Durlach gelernt hatte. Dennoch aber verstand mich niemand und ich merkte, daß hier noch nicht das rechte Welschland war; denn alles, was sie redeten, kam mir ganz kurios und unvernünftig vor. Damals erlitt ich denn Elend genug und wäre schier lieber gestorben. Nur in der Stadt Neuchatel regulierte man mich aufs beste, sogar Wein dazu, und wiesen mir den Weg. Darauf muhte ich bei einem Bauern Weinbergvfähle spitzen und Holz tragen, bis er mir ein wenig Geld geben wollte, und kam in den großen Wald Jura, zwischen Murten und Bern, wo sie wenig Deutsch vermochten und die Zehrung war spar- iam, wächst auch kein Wein mehr dort. Man trinkt dort auch niematen Wein, Bier ober Most, sondern lediglich Branntwein und einen grünen scharfen Schnaps, ber' ist so stark, man vermischt ihn mit kaltem Wasser und heißt es Absinth. Die Religion war unterschiedlich, jedoch mehr katholisch, aber wenig gute Pfarrhäuser.
. . . In Bern redeten sie Deutsch, aber eine unausgebildete Sorte, und die Stabt ist zum Teil ganz alt unb schief gebaut, ähnlich wie man Städte im Bayerischen hat. Doch erging es mir überaus wohl, ich traf nämlich zwei Landsleute an. Johann Miegel zahlte mir die Kost und Nachtgeld und brachte mich in feine Werkstatt. Der Meister war lau. unb mächtig, wollte mich aber doch behalten und wies mir Arbeit. Sogleich fing ein schönes Wohlleben an, ich hatte immer Geld unb brauchte nie fein«. In unserer Penne nämlich war keine Seele, welche Mundharmonika und Ziehharfe spielen unb schön fingen konnte, ich konnte aber alles sehr gut unb würbe bald bei allen Gesellen berühmt. Brauchte niemals eine Zeche zu zahlen, und wenn ich sollte Geschichten erzählen, besann ich mich lang und wartete zu, bis sie mich stark drängten und mir Wein einschenkten. Ms ich viel getrunken hatte, fugte ich zu allen Gesellen, sie seien 'Nachteulen, und ich hätte meine Geschichten alle selber ausgedacht unb keine einzige wahrhaftige darunter. Da bekam ich mehr Streiche, als mir lieb war. Das nächst« Mal, fängt einer wieder an. Niklas, ein« Geschichte! Ich aber stumm wie ein Aas, bis sie alle wieder zuhören wollten, sei es wahr ober nicht. Und sie glaubten mir alles, namentlich wenn ich von Totschlägen und Hochzeiten erzählt«. Da kam mir alles zu gut, was ich beim Oheim gelesen hatte, auch sielen mir immer neu« Geschichten ein, jeden Tag, wenn nur einer danach fragte, aber alle verlogen. Auch mußte ich immerzu singen unb ausspielen.
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