Ausgabe 
26.2.1927
 
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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

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Jahrgang 1927 Samstag, den 2b.§ebruar Nummer \6

Ein milder WinlerLag.

Bon Annette von Droste-Hüls ho ff.

An jenes Waldes Enden, Wo still der Weiher liegt Und längs den Fichtenwänden Sich lind Gemurmel wiegt: Wo in der Sonnenhelle, So matt und falt sie ist. Doch immerfort die Welle Das Ufer flimmernd küßt: Da weiß ich, schön zum Malen, Noch eine schmale Schlucht, Wo all die kleinen Strahlen Sich fangen in der Bucht.

Ein trocken, windstill Eckchen, Und so an Grüne reich, Daß auf dem ganzen Fleckchen Mich krankt kein dürrer Zweig. Will ich den Mantel dichte Nun legen übers Moos, Mich lehnen an die Fichte Und dann auf meinen Schoß Gezweig und Kräuter breiten. So gut ich's finden mag: Wer will mir's übel deuten, Spiel' ich den Sommertag? Will nicht die Grille hallen, So säuselt doch das Ried;

Sind stumm die Nachtigallen, So sing' ich selbst ein Lied. Und hat Natur zum Feste Nur wenig dargebracht: Die Lust ist stets die beste, Die man sich selber marin.

3m Turm Lsr Annette von Drofts-ZMshoff.

Von Elle^r M i 11 r u p.

Wir entnehmen diese Darstellung dem inhaltsreichen Februar- Heft derVierteljahrsblätter" des Volksverbandes der Bücher­freunde in Berlin.

Das Jahr 1841 geht zur Neige, als Annette von Droste-Hulshoff zum erstenmal nach ihres Schwagers Lahberg altem Schloß in Meersburg am Bodensee reist, und jener schöne Winter beginnt, der die Dichterin zum Höhepunkt ihres Schaffens führt. In dem gewaltigen Schloß,wo sich die wenigen Bewohner darin verlieren wie einzelne Fliegen", hat Annett« sich den entlegensten Winkel zum Arbeiten ausgesucht: einen altersgrauen, sagenhaften Turm. Er ist ganz nach ihrem Gefchmack eher die Klause eines Eremiten als ein Damenzimmerchen wie sie sagt:einsam, graulich, heimliche «Stiegen in den Mauern, Fenster­scheiben mit Sprüchen von Gefangenen eingeschnitten, eine eiserne Tür, die zu Gewölben führt, wo es nachts klirrt und rasselt und drinnen mein lieber, warmer Ösen mein guter, großer Tisch mit allem darauf, was mein Herz verlangt, Bücher, Schreibereien und Mineralien . . ." Oh, alles, was ihr Herz verlangt, hat Annette in diesem Winter auf dem Schloß beisammen. Ihr junger Freund Levin Schücking weilt dort als Bibliothekar Lahbergs. Täglich sieht sie ihn und genießt die Teilnahme des einzigen, der sie ganz erkannt hat und versteht. Zaghaft löst sich aus dem Mantel ihrer Freundschaft eine überaus zarte und schwermütige Liebe und überschüttet die Dichterin mit ihren Blüten.

Eines Morgens: Annette und Levin sind zum erstenmal allein bei­sammen. Auf dem Tisch vor ihnen liegen unzählige kleine Zettel, An- nettes liebliche Manuskripte, sie sind durchblättert und durchlesen. Er» mnerungen und Scherze, unendlich viele Fragen und Antworten sind aus» geiM^. Jetzt wird mit gesammeltem Ernst von dichterischen Plänen gesprochen und Vollendetes kritisiert, wobei sie oft hart aneinander gc- raten. Levin, entzückt von der zarten lyrischen Stimmung, die Annettes Gegenwart um sie beide zaubert, heißt sie Gedichte schreiben, da ihr wertvollstes Schaffen in der Lyrik liege; die Stimmungen dazu möge Ü5,Zeduldig erwartenwie ein gutes Weinjahr". Annette lächelt schel- misri) und selbstbewußt. Nein, sie wird einen ganzen Band Gedichte in , Monaten, schreiben, versetzt sie ihm. Ein wenig schulmeisterlich widerspricht Schücking. Sie beharrt auf der Behauptung und treibt ihn m W«tte. Sodann eilt sie in den Turm hinauf, um sofort mit den Gedichten zu beginnen.

Seltsam nimmt sich die zarte Gestalt zwischen dem groben Gemäuer der schmucklosen Turmstube aus. Hier herrscht nicht die Poesie der schönen Dinge, . die sich dem Ange aufdringlich einschmeichelt, aber hier sind Freunde eines poetischen Herzens daheim: uralte Steine erzählen, was sie sahen, sagenhafte Gewölbe locken durch die Tür, die hier mündet, in ihre Geheimnisse; die eingeschnittenen Worte der Gefangenen ent­hüllen aphoristisch unendliche Qualen alles veranlaßt zum Träumen in die Vergangenheit zurück. Die toten Dinge saugen die Phantasie de« Träumenden gleichsam auf, werden lebendig und beginnen, Gestalt ge­wordene Wesen, dem Lauschenden ins Ohr zu flüstern. Jetzt schüttelt Annette die bunte Schar vertranter Gespenster von sich lind denkt an Levin. Oh. sie wird die Wette gewinnen. Was ist es, das sie fe sicher macht? So reich? So zur Königin ihrer Gefühle und Stimmungen, die ihrem Wink gehorchen sollen wie blinde Sklaven? Die Siebe und immer wieder die Liebe! Drunten glitzert der Nihige See, bewacht von den greisen. Bergriesen der Alpen. Sin seinen Ufern pressen die Häuser ihren Leib fest an die Erde, als feien sie der liebenswürdigen Laune de» schimmernden Gesellen nicht ganz gewiß. Annette ist zu wach, um sich jetzt Dem Zauder der Landschaft hinzugeben. In schlummernder Unbewußt- Heck hatte ihre Seele verharrt wie die Natur selbst; die dichterische Vision blühte so selbstverständlich auf wie die Blume, beide von der Erde ge»

i "ährt. Nun aber hatte die Liebe alle schlummernden Kräfte geweckt,Ge- , danken und Bilder pochen ihr ordentliri, gegen den Hirnschädel und ! wollen mit Gewalt ans Licht." Jetzt träumt ein Bild sich langsam durch ' den chaotischen Liebes- und Schaffensjubel hindurch, und die^Feder eilt über das Papier, es festzuhalten:

Wie war mein Dasein abgeschlossen, Als ich im grünumhegten Haus Durch Lerchenschlag und Flchtensprossen Noch träumt in den Azur hinaus! .,.

Verschlossen blieb ich, eingeschlossen In meiner Träume Zaubernirm. Die Blitze waren mir Genossen Und Liebesstimme mir der Sturm ...

Wie ist das anders nun geworden. Seit ich ins Säuge dir geblickt. Wie ist nun jeder Welle Borden Ein Menschenbildnis eingedrückt! .. Entzünden möcht' ich alle Kerzen - Und rufen jeden! müden «Sein:

Aus ist mein Paradies im Herzen, Zieht alle, alle nun hinein!"

Bereits am Nachmittag lieft Annette ihrer Schwester und Levin da» erste Gedicht vor. Diesem ersten folgen Tag auf Tag neue Gedichte, und Schuckings lehrhafte Behauptung erhält ihrewohlausgemeffene und ver­diente Züchtigung".

In der Einsamkeit der Turmstube Annettes enthüllt sich ihr reiches Herz nicht in schwärmerischer Hingabe an den geliebten Menschen, nur mehr noch reift die Liebe sie für ihre Bestimmung. Seltsam ist es, sehr seltsam für eine Frau, daß ihr liebendes Herz sich nicht aus« beichtet. Gewiß mußte Annette ihre Liebe vor den Verwandten geheim halten aber ein dichterischer Wille kümmert sich nicht um solche Rück­sichten. Nicht unmittelbar die Liebe singt Vers um Vers in schier unend­licher Reihenfolge, die Dichterin hebt aus der vagen Sphäre des Nur- gesühlten ihre wundervollen Bilder und schmelzt sie um zu jener Plastik, die ihre Dichtungen so lebendig macht. Doch geheimnisvoll glüht noch aus den Versen die Kraft, die Annette beschwingte, als sie entstanden, und teilt sich dem Lesenden und Lauschenden mit

Im Jubel des Schaffens denkt die Droste manchmal an die Trennung von Schücking, sogleich ermuntert sie ihr trauerndes Herz mit dem Carpe diem" dem Carpe diem, das die Wände des Turms Tag für Tag zu wiederholen scheinen dem Carpe diem, das mahnen« über ihrem ganzen kurzen Glücke steht.

Oh, nur, wer ernst und fest die Stund' ergreift, Den Kranz ihr von den bleichen Locken streift, Dem spendet willig sie die reichste Beute."

Das hat die Diristerin erfahren.

Schücking verläßt im Frühjahr 1842 die Meersburg, um eine Er­zieherstelle anzunehmen. Die Droste bleibttodbetrübt" zurück. Zu­sammengekrümmt liegt sie auf ihrem Kanapeewie ein Igel", Ser sich gegen jede Annäherung mit gestreckten Stacheln wehrt. Sie dämmert dahin durch lange Tage und Nächte. Ihre Liebe ahnt den Schmerz und ist ihm schon preisgegeben, ehe das Leben ihn schickt. Still gleitet ihre ©eele und klaglos durch die Gefilde des Leids, dem «Schicksal um viele «Schritte voraus. Als es ihr den Schmerz bringt, deckt schon ein mütter­liches Lächeln feinen Schleier schützend über ihre Liebe. Mütterlich bleibt