Ausgabe 
25.10.1927
 
Einzelbild herunterladen

Io ihre Fortschritte J verschloffen Meitt. Wer gerat« in Nr Erfoischung der v-schutlUad» W ^chrm tonelleT I Dinge zuemander leistet uns die Auffajfung emes Sorganges Äs WeSm- shmen, daß sie nicht > Erscheinung häufig sehr wertvolle Dienste. ,

>ird. Diese Ähre ist Wir konnten die ungemein wichtigen Fragen nur nut uxmigen ötnäen Mittsweise erscheint, anbeuten. Es mag also nochmals betont werden, daß die neuen ®eTg®* jolqt »unkte von allen maßgebenden Forschern als Milz ungemein wefeumch

Atomtheorie ist seit betrachtet werden. Sie werden gemdezu als Erlösung aus pemsiHsv rt worden; denn es Zwiespalt «npfirndm. Die Wissenschaft dankt r^rts^G

Zwiespalt em» uniöen. ine miuenig^.fi wwiu uisieii dem Züricher Physiker E. Schrödinger der kurzttch einen Ruf n«, Berlin erhalten hat. Reben ihm kann als bahnbrechend in dieser -'üchttA auch der deutsche Physiker Heisenberg genannt werden, der se einiger Zeit in Kopenhagen, der Arbeitsstätte Niels Bohrs, wirkt.

BsschnsitZ Spinnweben.

Eine Lhegeschichle. Von Max Brod.

(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)

Alles ist ausgemessen, alles streng ausgewinkelt, alles ist er^°r^£' alles ist berechenbar wie qualvoll und langwellig alles dadurch wiÄ. Unsere Kraft reicht gerade noch aus, daß wir erkennen, sv müsse es ftstr und könne nie anders werden. Und wenn wir das erkannt haben, sind wir fertig. Fertig in jedem Betracht. . .

Wohl waren ja Zeiten gewesen, m denen Stephan akLers gef^ hatte mit einer gewissen Zuversicht, die im Grund« eix^rattel W* und nicht auf ihre letzten Gründe verfolgbar dte Berzweisl^

jetzt. Sn solchen Zeiten spürte er, daß es lttll fthafftnde Kraste 0äb- ^ um jeden Stein, um jode Blume, jedes Menichenanttttz spielten.' wi immer wieder ein neues Aussehen verliehen, zumindest ^wirkten, t«h man ganz anders, mit echöhtsm Widerstand der Seele.ge^abt, auch auf das Grauenvollste sah. Auch wenn man s mcht andern konrüe man ertrug es und fortte doch Hoffnung, in irgendeiner fernen Zukunft 0^r vielleicht fvgar sofort würde sich vieles bessern lassen. Rings um Mathilde machten sich solche Kräfte kund eine Lust, «rn Ungschi^n, Neuem, das mit jedem Pulsschlag überraschte und entzückte. Sa, manchmal iÄen es ihm, daß Machilde ausreiche, um uoer alle diese FraMn, Mer bte Fabrikhölle und über Vergessen oder Mchtvergessen Mer Holte M- wegzukommen. Mathildes ganz einfacksts Dasem fdM Me ß^e b«r Mn? glättete die sebreckliche Welt ia mehr nocy, es laßt sich allerdings kaum mehr in Worten ausdrücksn und muh wohl mißverftandenmorden: _ es war ihm gelegentlich, blitzweite so zumute, als^hatte mm beides feinen Sinn, zumindest für ihn; beides das Weh der Wett und die engelhaft schöne, liebe Frau. Di« Frau war da, um das Weh der Welt ,U Das Weh war da, um von ihr geglattÄ zu. werden. Nun Moß sich der Kreis, batte Ordnung und Ruhe in sich selbst. '21 ugenblickswesiesctten es so. Aber es war natürlich unrichtig imd vicltelclst mgar verstand er wohl), seiner Geliebten eine solche Kraft und Rangordnung, fei es auch bloß in seiner Borstelkmg, einzuräumen. Es war eine zu arge Belastung für die Frau, gab ilft eine Bedeutung, die ernstlich der Welt und all den Lebensgreueln nicht gerecht wurde aber auch der Frau selbst beinahe Unrecht tat. Nüchtern betrachtet. Freilich fiel ja, wenn er es fühlte, die nüchterne Betrackstng weg. Und das war gut {o. Mr stürzte dann eben bei nüchterner Betrachtung also gerate letztdas Ganze ein, auch bei geringem Anlaß. Denn etwas so Ungeheuerkchss war es ja wohl rächt, daß Machilde einiges Geld verdienen wollte, auch gut, auch sie begab sich irr den Geldbann. Hafte ste nicht das volle RM dazu? Gewiß. Und ganz im geheimen mußte er sich sogar emgeftchen, daß ein tüchtiger Geldzuschuß ihm gerade jetzt nicht unimllkommemja, rettend gewsten wäre Nw stürme dann eben alles ein. Rur mir bann 7bm alles vorbei - die Lücke in der Wett klaffte wieder, Wch und

ich.«».-

M ÄS

und langweilig. Die Natur tröstet nicht. Nach diesen oder jenen Gesetz«, wird der Schnee in einigen Monaten auftauen, zwangsläufigl es ist mte bei den Menschen das Geld, man kann es voraus berechnen, und es if, immer dasselbe Einerly. Die Natur schafft nichts Neues^ Es ist immer derselbe Lauf. Dabei drang ihm Nässe durch Ne SchuhsoUen, was sttne oute Laune nicht eben erhöhte. Eine Tanzmusik klang aus dem Wirte - Ms ^r alt und sehr schlecht; ganz maschinenmäßig em dumpfes Auf- fchlaaen von Trammel und glanzlosem Becken zu Beginn jedes Wa^er- taktes die rechte, klägliche Begleitung und ^r^fnstsmusik für sein Hofs rmnaslvses Traurigsein. War das schon der Wahnsinn daß «r jetzt eine gewisse Freude empfand, als der Rhythmus sich Mtzlich zu beschleunigen begann? Rur diese Regelmäßigkeit nicht! Aber die Trommel hatte sich durchaus nicht in Bewegung gefetzt, es war nur das ^Ep^usstoßen einer!fernen Lokomotive, 'das in das stumpfsinnige Gleichmaß hereinklang und eine Weile lang schnelleren Puls vorgetäuscht hatte. Wie er Nm merkte erschrak er fast. Trommel und Becken hakten klagttch roeiter. Die teere Nacht über den Schneefeldern erfchien ihm doppelt nichtssagend 11 ^,2)u, was ich eben geträumt hab'", sagte auf wachend die Fran, als er spät nachts in ihr Schlafzimmer eintrat.

Nein," erwiderte er.

Du willst nicht?* schnwllte sie. .

Es galt als ausgemacht unter ihnen und war eine ihrer kleinen ge­meinsamen Spitzbubenbeobachtungen, daß jedemmnn gern und> m aller Naivität seine Träume zum besten gibt, daß dies aber eigen.lich euten Anschlag auf die Geduld des Nebenmenschen, wo mcht eine FreckHeit, bedeutet. Traume intereflteren nur den, der geträumt hat. Der andere hat schon genug temtit zu tun, des Mitmenschen Wachleben zu »erfolgen. Rim mich noch die Träume? Zuviel des Guten! Und eben deshalb schenkten sie einander Pliveilen die Glichst, -daß einer die Traumerzm-lung i öeS anderen nihig anhörte, gleichsam das dumme Vertrauen des anderen.

dann wieder zu Beginn des 20. Jahrhunderts; wenn \ m den letzten 25 Jahren, besonders aber in den letzen . uMiren als je zuvor, so wäre es doch vermessen, anzunehmen, aud» in Zukunft ihre Form noch mannigfach ändern wird. Diese Lehre ist allo sozusagen einem Roman vergleichbar, der nur abschnittsweise erscheint, mtt der jedesmaligen Schlußbemerkung: Fortsetzung folgt. .

Das hierzu zu erörternde, alterneueste Kapitel der Atomtheorie ist fett mehr als zehn Jahren mit großer Spannung erwartet worden; denn es fott eine bisher als besonders peinlich empfundene Schwierigkeit beseitigen ' mrd einen als fast unüberwindlich angesehenen Widerspruch lösen. Natur- 8<l, muß man erst diese Schwierigkeit selbst kennen, wenn man verstehen mA rote man sie nun zu lösen versucht. Die bisherige Atomtheone d,e ihre'maßgebende Gestatt von dem dänischen Physiker Nils Bohr erhalten bat hatte den Vorzug sehr großer Anschaulichkeit, eie faßte das Atom Lte Planetensystem auf, wobei die Sonne durch einen elektrijch positiven Kerns die Planeten durch elektrisch negative Elektronen vertreten wurden. Nattirlich sind -die Größemmterfchiede zwischen Atom- und Planetensystem sozusagen kein Pappenstiel; denn der Durchmesser eines Atoms betragt nur etoa den zehnmillionten Teil eines Millimeters. Aber nicht diese Klein­beit war es, deren Vorstellung Schwierigkeiten machte, sondern vielmehr der Umstand, daß die Elektronen nur in ganz bestimmten Abstanden um- fcntfen konnten. Die Abstände konnte man zwar in einfacheren Fallen mathematisch sehr genau berechnen, aber einen inneren Grund, warum 6te Elektronen ganz bestimmte Bahnen bevorzugen, konnte man mcht an- eeben. Nun hatte man eigentlich annehmen müssen, daß jedes umlaufende Elektron dauernd Strahlen ausfeNdei. Dann hätte es aber keinen Körper jhne dauernde allerftärkfte Strahlung geben können. Dies waren ziemlich starke Ungereimtheiten, die man bei der bisherigen Atomtheone in Kauf Änen mußte. Freilich standen ihnen die fabelhaften Erfo ge dieser Lehre gegenüber; denn sie gibt uns über das chemische Verhalten der Stoffe am», ungeahnte Aufschlüsse und ebenso auch über eine immer wachsende Kahl physikalischer Erscheinungen, wie namentlich die sogen. Spektral- Rn-fen ein Seil von ihnen fuhrt den bekannten Namen Frauenhoferfche ßinten, die genaueste zahlenmäßige Uebereinstimmnng zwischen Versuch e Rechnung zeigen. Diese Erfolge sind so groß, daß kerne Rede davon kann, die bisherige Atomtheorie völlig wieder aufzugeben. ,

Um zu verstehen, wie alle Erfolge der bisherigen Aiomcheone be>be- hstten, ihre Mängel aber beseitigt werden sollen, geht wohl am besten von einem Vergleich aus. In der Lehre vom Licht lassen sich mele Erschei­nungen, beispielsweise der Durchgang des Lichtes durch Linsen, und im weiteren Verfolg der Bau aller optischen Apparate, mw z.B. Mikroskop, Fernrohr u.dgl. sehr gut verstehen, wenn man ine Lichtstrahlen einfach durch gerade Linien darstellt. Sie machen uns den Durchgang des Lichtes durch Prismen und Linsen, feine Zurückwerfung an Spiegeln nsw. völlig Var, und niemand wird so leicht auf dieses einfache Hilfsmittel bet ber Beikdreibuna der Wirkung von Fernrohren ufw. verzichten wollen. Ader « gibt Erscheinungen, die man sich auf diese Weife Mcht erklären kann. Die einfachste von ihnen ist Ne folgende: Wenn man Licht m einem sonst verdunkelten Raum durch einen sehr engen Spalt gehen laßt, so entsteht auf einem dahinter gehaltenen Schirm nicht nur ein .einzelner schnwler Lichtfteck man sieht vielmehr abwechselnd Helle und dunkle Streifen. Dies läßt sich 'nur verstehen, wenn man das Licht als Wellenbewegung auffaßt. Aber mit dieser Auffassung gibt man nicht etwa die Errungenschaften der früheren einfacheren Erklärungsweise preis, sondern man kann zeigen, haß sie nach wie vor bestehen bleiben, sozusagen in Ne neue Lehre ein» AI)?Tl.

Ganz ähnlich ist es nun bei der Atomtheorie. Man kann sich vorstellen, daß die oben erwähnten linienförmig gedachten Cie k ft ob ahnen ebensolche Vereinfachungen des wahren Sachverhalts find, wie die durch Striche angebeuteten Lichtstrahlen. Stellen wir uns vor, daß in Wahrheit auf diesen Bahnen Wellen untiaufen, wobei wir vorläufig noch nicht verraten wollen, welcher Art diese Wellen sind. Mit dieser Vorstellung gelingt es, die Bevorzugung einzelner Dahnen für Ne umlaufenden Elektronen, um uns dieses einfachen Bildes zu bedienen, in ganz ähnlicher Weife zu er­klären, wie es bei der oben erwähnten, einfachen Erscheinung aus der Lehre vom Lickst gelingt, mit Hilfe der Wellenlehre das Auftreten einzelner Heller Streifen hinter dem schmalen Spalt zu er­klären und die Stellen, wo sie erscheinen, im voraus zu berechnen. Wir können uns etwa vorstellen, daß sich eine von einem bestimmten Punkte der Bahn umlaufende Welle, oder sagen wir besser, ein ganzer Wellenzug, noch nickst geglättet haben, wenn ste nach geschlossenem Umlauf an Ne Ausgangsstelle zurückkehren. Fällt nun ein neu ankommender Wellenberg in ein Wellental des alten Zuges, so heben sich die Wellen auf. Ein solcher Wellenzug kann sich auf die Dauer nicht halten und demnach keine Wir­kungen nach außen hervorbringen. Es werden nur einzelne, ganz be­stimmte Bahnen sein, wo sich die umlaufenden Wellen gegenseittg ver­stärken und aufrechterhalten, ganz ähnlich wie es bei ber obenerwähnten Erscheinung nur einzelne Lichtstreifen sind, die bestehen bleiben, während sie sich an anderen Stellen gegenseitig aufheben, so daß Dunkelheit ein- tritt. Diese Wellenaussassiing bietet also Ne Möglichkeit, Ne Bevorzugung einzelner Umlaufbahnen, die vordem so unerklärlich schien, von innen her­aus zu verstehen. Es ist mm gelungen, in den einfachsten Fallen diese schwierige Rechnung wirklich durchzuführen und zu zeigen, daß bet nch-. tigern Ansatz haarscharf die Elektronenbahnen herauskommen, Ne wir nach der bisherigen Atomlehre als tatsächlich bestehend kennengelernt

Freilich bleiben noch manche Fragen offen. Wir können z. B. nicht tagen, welcher Art eigentlich die Wellen sind, Ne nun alles erklären sollen. Aber das ist bei den 'allbekanntes Lichtwellen und den beinahe ebenso be­kannten Wellen unserer drahtlosen Fernsprecherei auch nicht mel anders; denn das allbeliebte WortAetherwellen", ohne das heutzutage kein Funkhörer mehr auskommt, ist eben nicht viel mehr als ein Wort. Wem es Freude macht, es zu gebrauchen, den soll man in seinem Vergnügen Nicht stören. Wirklich erklärt ist mit dem Wort nichts; aber Nefer Mangel ist erträglich; denn der Naturforscher weih sehr wohl, daß wir vor allem danach trachten müssen, die Beziehungen der Dinge untereinander $u er­forschen, während uns Ne Natur der Dinge selber mehr oder weniger