Ausgabe 
25.10.1927
 
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Siebener ^amilieiiblätter

Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Jahrgang <921

Dienstag, den 25. Oktober

Nummer 85

Herbst.

Don Hans Bethge.

-ijiaungoümer Herbst zog raschelnd übers Land. Hier war es. Ich und Du. Und Hand in Hand. Wir sah'n hinaus. Es war ein Tag so lind, So reich an Sonne, wie nicht viele find. Heut' ist's ein Jahr. Und wieder Sonnenschein. Run ist mir ganz, Du müßtest frei mir sein.

Ananas.

Von Fritz Schwiefert.

Herr von Berg hatte seinen Freund Henry für ein paar Wochen in sein Landhaus gebeten, ein Holzhaus irgendwo in der Mark, nicht groß, aber heiter, mit weitem Garten, der zu dem dunklen Spiegel eines kaum jemals von Winden berührten Sees hinabstieg. Dicht am Ufer stand eine Hütte. Man nannte sie scherzhaft denPavillon". Es war eine schlichte Hütte aus Holz mit einem Tisch und einigen Stühlen.

Henry war aus Berlin gekommen. Herr von Berg stand selber am Bahnhof und fuhr ihn in einem leichten Wagen durch melancholische Wälder zum Hause. Als Henry bann, abendlich angekleidet, das kleine Speisezimmer betrat, saßen von Berg und Frau schon bei Tisch.

Darf ich dir vorstellen, Imogen?" sagte er und erhob sich.

Wie soll man Imogen beschreiben? Ohne daß sie die Miene verzog, schien sie zu lächeln. Nicht mit den Lippen. Es war ein Lächeln, das wie eine schwere, hellschimmernde Traube zwischen den beiden Augen hing. Henry nahm verwirrt ihre Hand, küßte sie kaum.Sie ist köstlich!" schlug es ihm durch und durch.

Während des Essens besprach man die letzte Zeit. Man hatte sich über drei Jahre nicht gesehen. Damals war von Berg noch ledig. Imogen hörte den Freunden zu. Sie hatte die Ellbogen aufgestützt, die Hände flach aufeinander gelegt und hielt das schmalgemeißelte Kinn wie eine verwöhnte Sache hinein. Während die Männer sprachen, und lachten, ging sie wie eine schöne Flamme rein und hell in sich selber auf.

Henry empfand sie. Er saß bei Tische, verzaubert, verschrieben und sah Imogen mit Augen an, daß es von Berg ein Lächeln entriß.

Als man nach dem Essen zu den Früchten überging, sagte Imogen zu Henry:Ich esse Jo schrecklich gerne Ananas. Glauben Sie, daß er mir einmal eine Ananas kauft?"

Ananas ist zu teuer, mein Kind!" entgegnete ruhig von Berg.

Nach Tisch ging man im Garten spazieren. Es hatte geregnet, Henry lief spornstreichs ins Haus zurück als stünde das ganze Haus in Flammen und gälte es, kostbare Dinge zu retten, und gerade, als sie den Gatten bat:Ich habe den Schal bei Tisch gelassen. Magst du ihn mir wohl bringen?" kam Henry stürzend wie ein Knabe im Wett­lauf und legte den Schal verzückt und ermattet um die Schultern Imogens.

Donnerwetter!" sagte von Berg.Du bist aber flink und galant!"

Imogen dankte mit einem Blick über die linke Schulter hin. Dieser Blick, geschärft wie ein Pfeil, mit einer schmalen vergifteten Spitze, schnitt ihm so tief und tödlich ins Herz, daß er innerlich schrie.

Am nächsten Morgen, obwohl er vor süßer dumpfer Verwirrung kaum ein paar Stunden geschlafen hatte, sprang Henry schon um halb sieben auf, ließ sich vom Mädchen heimlich den Weg ins Dorf sagen, wo eine Post war, lief hin und telegraphierte an einen Berliner Freund: »Schicke umgehend drei Ananas. Die schönsten! Postlagernd nach N..." Lief zurück und war pünktlich und munter beim Frühstück.

Nach dem Frühstück sagte von Berg:Ich habe bis zum Mittag zu tun. Entschuldige mich bitte! Imogen wird dir gern Gesellschaft leisten."

Imogen tat es, und beide gingen etwa zwei Stunden lang in den traurigen Wäldern spazieren. Henry kam ziemlich zerschlagen zurück. Er hatte mit einer wachen Lust nach wunden Stellen in ihr getastet. Aber von der Ananas abgesehen, schien die Ehe Imogens durchaus glücklich zu fein.

. Vor dem Abendbrot faß man zu dritt imPavillon". Die Sonne gmg in den Kiefern unter. Die Lust in der Hütte war ein verwirrender weinroter Dunst. Imogen faß neben von Berg, gegenüber von Henry. 3l»r kupferfarbenes, lockeres Haar brannte in dem gleißendem Duft wie

heiliges Feuer vom Haupte, machte sie unberührbar und fern. Ihr Besicht war der Abendglut inbrünstig hingegeben.

Henry dachte:Sie gehört mir nicht. Niemals. Aber auch ihm nicht.

dieser Sekunde erkenne ich sie. Und wenn sie fünfzig Jahre [ein Weib !!. Aus diese Sekunden kommt es an. Sie ist die Geliebte eines Gottes. ®ie gibt dem Manne nur die äußerste Schicht. Ihre Süße beginnt erst «es innen."

mv.®5 wurde öunfet. Man ging ms Haus. Imogen zwischen ben beiden «mnern. Sei es nun, daß sie fehl trat oder daß eine Wurzel vorder­

ste. Halb belustigt, wie ein Tier, hob wieder fest. Dam« dichtesten Traub«»

Heute zog sich von Berg auch nach dem Tee in fein Zimmer zurück. Ueberglucklich lockte Henry Imogen in denPavillon". Und da st« mm chßen und mancherlei schwatzten, fragte er plötzlich unvermittelt:Haben Sie Lust auf Ananas?"

Imogen sah ihn verwundert an. Schließlich nickte f»a[b begierig, wo das hinaus solle.

Henry rannte hinter die Hütte, grub und scharrte ein« Ananas aus dom Schatze und stampfte die Erde trug er die Frucht zu Imogen.

Imogens Gesicht wurde hell. Ein Lächeln hing in vor ihren Augen:

kroch, plötzlich stolperte Imogen. Und mag es nun sein, daß Henry ihr naher ging, oder war es nur blinder Zufall, Imogen griff nach seiner Schulter, heftig, im leichten plötzlichen Schreck. Aber dann wurde der Druck sehr weich als säße ein Kätzlein sanft auf der Schulter uwb blieb, fünf Schritte, sechs Schritte, acht Schritte.

Am nächsten Morgen war die Ananassendung noch nicht auf der Post. Aber am Nachmittag lag sie da. Und nun trug er sie zärtlich heim. Hinter der Hütte grub er sie in die Erde, wie man Schätze von Gold vergrabt.

Und war es nicht auch pures Gold? Ein schimmerndes warmes Gold von außen, und wenn man eindrang, ein Gold von der jähen Leucht­kraft der Sonne? Und wenn man schmeckte! War es nicht so, als fei das Mcht zur Süße geworden, als schmecke man reifes duftendes Licht? Als er die schönen Früchte vergrub, glaubte Henry, er habe selber noch nichts so trotzig und lechzend gewünscht, als Ananas essen.

Was haben Sie da?"

Kapsel^nas!" So- 0(5 rooate er sagen:Das Heilandsherz in goldener

Jetzt erst tarn sie das Staunen an.

Wo haben Sie denn die Ananas her?"

Mein Geheimnis!"

Haben Sie die für mich?"

Gefunden!"

,Henry!"

Und nun bebte er plötzlich. Ihm kamen Tränen. Er war vernichtet von feinem Glück. Er stammelte:Habe ich ihn beleidigt'?"

Sie schüttelte wie begreifend den Kopf. Da legte er ihr die Frucht tat den Schoß, hingerissen von ihrer Verwirrung.

Aber Sie müssen nichts sagen!"

Kein Wort!"

Cs muß ein Geheimnis zwischen uns bleiben!"

Sie nickte, obwohl sie es nicht ganz begriff.

»Haben Sie denn ein Messer, Henry?" Er schält« mit seinem Tasche«, messer.

Und Teller?" Er lief zur Hütte hinaus, rannte zum See hinab, ritz eine Handvoll frischer Blätter von einem Strauch ab. Als er zurück kam, fratte der Duft der offenen Frucht die kleine Hütte üppig durchfüßt. Imogen kostete. UnÄ dann aßen sie beide lachend, beaeiftert Ne Ananas.'

Als sie zum Abendessen gingen, sagte Henry auf halbem Weg:

Hier kommt eine Wurzel. Geben Sie mir die Hand!"

Sie tat es. Er lieh sie über die Wurzel steigen. Die Hand ließ er erst norm Haufe los.

Wo hatte von Berg feine Augen heuf abend? Sah er nichts oder wollte er nichts sehen? Oder hielt er für Bagatelle, was da vorging? Er war gesprächig, lachte, trieb Späße und überging es, daß sich vier Äugen durstig verflochten, daß ein böser, gefährlicher Glanz aus diesen Augen flackernd herausbrach, daß in den Lippen ein sinnloses Lächeln immer dunkler und zäher gerann.

Aber die Nacht roar für Henry ein brennendes, dunkles Gewühl. Er sprang ans dem Bett, riß das Fenster auf, stürzte die nackte Brust in die Kühle. Er bildete ihren Namen mit Inbrunst, liebte die Sterne, Ne schweigend horchten, liebte die Winde, die stürmisch kamen, ihm den Namen vom Munde rissen und übermütig ins Dunkle warfen. Hebt«, liebte litt Liebe und Qual.

Am nächsten Morgen lief er zur Post und telegraphierte:Schick« noch einmal sechs Ananas! Noch schönere!" Aber war das nicht schon Uebermut? Ein Gefühl von Reue atzt« ihm di« wilde süße Empfindung. Er vermied es den Vormittag über, mit Imogen zusammen zu sein und trieb sich in den Wäldern umher. Beim Mittagessen sah er sehr blaß ans. Aber dann machte es sich von selbst, daß sie sich nach der Stund« des Tees in demPavillon" fanden. Imogen fragte spaßend:Werden wir wieder Ananas essen?"

Nein!" sagte Henry,heute nicht."

Schade r Sie heuchelte leise Enttäuschung.

Plötzlich erschien ihm die Unternehmung geschmacklos. Er bog seinen Kopf zu ihren Händen, ohne an ihre Hände zu rühren und sagte:Ich