Aus den Geburtsstcilten unserer Heilmittel.
Lon Dr. med. et phil. Gerhard Venzmer.
(Nachdruck verboten.)
^^Wir steiaeu herab aus der Herrlichkeit und Wildnis der Bäum« und Büsche. In der Stille hausen die Zikade" u”^‘0eiÄ!” Kreis"von llnkerge gangen ist der Lärm. Süßer wird die Nacht. Em .
Lampions schließt sich festlich und wehend am Berahang zu einem runden Tanz. Gewaltig und ergreifend glüht die Stadt. Die Kuhle regnet ihre bestürmenden Duft. Boll Aroma und Duft stehen Garten.
Ein weißes Mädchen schluchzt leise in di« Nacht. Warum? große Quelle des Gefühls, Sehnsucht, aufgestiegen aus der Blendung und dem Glanz dieser Nacht, aus Einsamkeit, aus verloerener Liebe, aus un- ^Äir^qehen"Lorüber. Uebsr uns wachse,, die Sterne >nun endlich er Zahl... Großartig breitet sich der Mond aus. Langsam, Lagernd gehen wir in den Lärm der Stadt durch das alte Tor, wahrend das B.u unsere jungen Herzen befeuert...
ßiefäft des Tales hebt di« unerkennbare, nur in Lichtern blühende ' StM d7n Nuß d7s Neckars, und die steben^ogige schone alte Brücke fPruTuernb un'b tilübcnb in bic tncicf)e <
! ^ier hoch oben, ist die Luft kostbar, geschwängert von Wald und "Tnon sjuin'h fommt ftiid) unb befeliQ'ßn'b. T)<ix ^JJlonb fteigt
SX uÄrrti“ Leihe, dünne Wolkenstreifen zerstießen s in violettem Duft. Die Silhouettenlinie des Königsstuhls brennh vom , Monde übergossen, im Silberschmuck. Aus seiner Flanke steht das schloß.
tue Dämmeruna ist so groß und schwer, daß nichts von ihm zu sehen 's, rei„e F°sa^ kech Turm, Line Bastion kein Giebel. kein Mauerwer mch keine Fensterhöhle. Es hat sich des und geheimnisvoll in die Ka®iÄn unter dem Wald, mit dem Gesicht gegen das Gewölbe, das grün und filbrigb-lau in die Unendlichkeit hinaufsteigt. Sterne treten ^LamAm'gehen'durch Gärten. Leise gaukelnd. Zart nickend. Mädchen- N»lnna kommt auf dem Wind gefahren ... Leuchtkugeln schießen aus der blanke des Heiligenbergs, auf dem wir -liegen, einsam, fern -dem Lärm und den Menschen Licht zieht eine bog-ige Bahn gegen das Tal zu, eine ^>umh"fte spukhafte Vision beleuchtend: Silhouetten von Baumen Menschen,'Geländern, Hausern und Weinbergsmauern. Bogel ,liegen rauMnd^dilrch das hiuuschwarz über die neunte Stuni^ hinweg. Dann beairmt das Schloß zu leuchten in Äurchglühter roter, heißer Farbe. Dann o^innr vvs im ' Flankierungstürmen empor, hoch,
R“J Xn bßÄÄÄ« knallend Blättern sich ausein- L mie' rZ müde Blumen rind'verlöschen, im Fallen feurig und
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5St« 'Ä Vielleicht Phantastisch? Nur dann wennE dichte-
^Die'alt?B-ück?wAbi sich mit ihren sieben Bögen über das beglänzte gn (f.r r;e toiri) von der roten Glut angesprungen, ein pHam-
Die Landschaft wird von einem lallenden und breiten Lärm erfu. . i batte Orchween erheben sich mit arabeskenhaften Schleifen, blühen blau-
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°’e aite Mußstadt zuckt auf. In Spiegeln und in Fenstern glänzmd. v Durch dftenke Gasse stL LrScl-ein desblitzenden Lichts, Türme stehen
^Tausende^fäuEN 'den Neckar. Hunderte fahren auf ihm, schlagen Mullk (armen und singen. Tausende stehen da und stillen die Straßen. De? scharf/ Dunst de/ Brand-verks zieht schwadi-g stromabwärts.
^ÄeVÄ'baÄt, Ä Rakete. Nur der Mond
hält seinen b"Som des
DeAchr?u?ablässig hin und her hinüber fmd herüber.^Jm FEerschem
ZhmdtSingmd/und
unh finnt das Brodeln der Sprache: deutsch und französisch,, holländisch, Winzer'au^ dem Städten der Berch?aß?,Das ttüne La-denmädel Der Nesidenzler Bei
. stüLte Be°Mer7e mÄ Destnierende. Gelehrte, weiße Avollokopfe, ro
mantisierende' Maler, Lyriker. Bacchantinnen der Wissenschaft und der
etm ßfthen des Kulturmenschen vergeht kaum ein Tag, <m bem ermchi iraendein Erzeugnis der heutigen pharmazeutisch-chemischen Wissenschaft
einer Zahnpasta, einer Einreibung, eines Schlafmittels chch- . oc-r nur die allerwenigsten Menschen haben ein« Ahnung davon, wieviel Muhe rmd Arb7it wieviel Fleiß und strenge Forschertatigkeit ,jmemel Unter, nehmunqsgeist und Unkosten in allen den Dingen enthalten sind, die s lebr zum Bestandteil des täglichen Lebens geworden sind, daß wir sie gedankenlos hinnehmen und uns bei ihrem Gebrauch' keinerlei B - stellung mehr von ihrem Entstehen zu machen pflegen. Urch doch'st, nichts interessanter, als der Werdegang eines neuzeitlichen, wissenschaftlich qrünbeten Arzneimittels.
Weitläufig und verschlungen ist schon der Weg vom ck-emlschen Grundstoff bis zu dem am lebenden Körper zu prüfenden H^lm^^n großen mit allen zeitgemäßen Einrichtungen versehenen chemischen Erfinder Laboratorien wird ständig nach neuen Stoffen gesucht, als einheitliche,
die Möalickkeit der für die Wirkung so notwendigen genauesten Mengen-
mässig.
menbung künstlich aufgebauter Arznelstoffe über. ESE-MWW
Kaßen^ja Affen und Kanarienvögel sind die beliebtesten Bersuchstiere
Versuchstier herauszufinden. Aber selbst, wenn dieses ernntte f, I
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