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und eine große Steintreppe vor seiner Tür hat ausgetretene Füssen. Mächtige, zackige Eisenketten schwingen sich von Pfeiler zu Pfeiler das Haus entlang. Ein Flachskopf schaukelt sich auf der Kette. Dann springt er ab und klappert in schworen Holzschuhen die Straße hinunter. Jkn Hafen liegen Torfmutts und Fischerboote trag auf der Seite im silbernen Schlick Die Segel sind fest gerollt, und die kahlen Masten vagen in die Höhe. Die Möven kreischen, aber die Menschen schlafen.
Am Abend wird die Flut kommen, dann trotten die Mischer m schenkel- hohen Stiefeln, die mit Stroh ausgestopst sind, in Friesjacken und Oelrock, das dicke blaue Tuch um den Hals dreimal geschlungen, herbei, ziehen die Segel auf. Aber sie lärmen nicht, sie singen nicht und sie reden nicht. Dann fahren sie hinaus. Und der Hafen schläft wieder. Leise nur schlagen bei steigender Flut die Wellen an das Bollwerk. In dem Städtchen ist me Bewegung gewesen. , . . ,. . ,
Und der flachshaarige Junge trollt wi-eder nach Hause, schaukelt noch einmal auf Der eisernen Kette. Dann klappert er die Stemfliesen hinauf, a-ber ehe er die Türklinke berührt, nimmt er die Holzschuhe von den Füßen und hält sie in der Hand, wenn er die Tür öffnet. In dem stillen Hause darf nur die Türglocke Lärm machen, die schrill durch die weite Diele gellt. Die Mutter drückt dem Knaben ein großes Brot in die Hand und zieht ihm die wollens Mütze von dem Blondkopf. Aber dann geht der Junge zur Mö. . ..
Antjemö ist uralt, älter als alles, älter als Water und Mutter. Antje-mo ist nur Magd im Hanse, aber sie weiß alles. Sie weiß, was der Da.er gesagt hat, als er von seinem Vater Prügel bekam, und als er die Mutter heiratete. Aber sie weiß auch, wer vor vielen hundert Jahren m dem Haufe gewohnt hat, und was die Fischer draußen gesehen weiß alles und erzählt alle die Geschichten, die ein stilles großer Sehnsucht erfüllen.
Antjemö arbeitet immer. Antjemö schabt Rüben für Mittag. Da geht der Knabe zu ihr.
„Gib her, Antjemö!"
Und die alte Magd gibt dem Knaben. Der setzt sich . , den Küchentisch. Die Lampe steht neben ihm und beleuchtet sein rundes Gesicht scharf von Der Seite. Sein Flachshaar leuchtet wie Gold, wie feine goldene Seide.
„Erzähl, Antjemö!" _
Und Antjemö erzählt, erzählt von Ubben Ubbena. .Da werden des Knaben Augen groß und glänzen. Er kennt die Geschichten von Ubben Ubbena alle, aber seine Erwartung ist jedesmal neu und gewaltig, und die Sehnsucht mächtig in seinem stillen Leben. Denn Ubben Ubbena ist der große Seeräuber, ist größer noch als Gödecke Michael, der bei, der Springflut sein Schiff an dem goldenen Knauf des Kirchturms verblute, ist größer noch als Klaus Störtebecker, dessen Masten mtt reinem Golde ausgesüllt waren. Ubben Ubbena ist der Held des stillen Städtchens. unb der Gott seiner stillen Knaben. Ubben Ubbena lebte vor vielen, melen
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Und Antjemö schabt Rüben und Antjemö erzählt
Da war Ubben Ubbena ans See und war an der ganzen Küste gefürchtet. Auf seinem Mast wehte eine große purpurne Flagge, 'barm war mit silbernen Fäden ein weißes Roß eingenaht das sprang hoch auf. Und darunter stand mit goldenen Buchstaben: „Hode di! Und alle Menschen an der friesischen Küste von Texel bis Spiekeroog -hüteten sich, mit Ubben Ubbena irgend etwas zu tun zu haben. Stur ber neue Amtmann, der in unserer Stadt am Markte wohnte, fürchtete sich mcht vor chm. Der war aber auch noch nicht lange in unserer Gegend. Der hatte gesagt, er wolle den Seeräuber hinrichten lassen und er werde ihn kriegen. Dieser Amtmann hieß Tön-ding und war ein strenger Mann. Aber er hatte em feines Töchterchen, das war fünf Jahre alt und war das zierlichste Ding, das es auf der Welt gab. Es hieß Engel, und alle Leute sagten, wenn sie auf dem Markte vorbeikamen und das Mädchen ipielte auf der Stem- treppe: „Es ist wirklich ein Engel!" *
Und sogar der Scharfrichter, als er einmal voruberkam, sah er das kleine Mädchen spielen. Da ging er hin und hob es auf und küßte es auf das seidene blonde Lockenhaar. Aber das hatte die Fran Amtmannm gesehen: Die kam rasch herbeigelaufen und nh das Kind entsetzt an s ch. Da sagte der Scharfrichter: „Frau Amtmännin wenn ich auch sonst nicht gern wieder herausrücke, was ich einmal unter den Händen habe, solch epi
Aber^ man weiß'dach ntt,' wie das Ende an eiwm Menschen kommt.
Einmal spielte Engel aus dem Deiche hinter dem, Hasen und wars Hände voll Sand in das Meer. Es war Flut und die Wellen schlugen bock auf und der Wind flog in Engels Blondhaar.
Und an diesem Abend warteten sie zu Hause umsonst auf Engels Heimkehr Die Mutter weinte, und der Amtmann ging mit feinen Knechten' hinaus. Sie gingen an Den Hafen und den De-.ch Sie arteten die Ebbe ab, und alle Manner, die in der: Stadt waren, gingen hinaus und wateten durch den Schlick und suchten ®e*P'!vn9 h „ suchten in den Booten und in den Torfmutts, sie schrien nach ihr auf ben Deichen unb auf den Wiesen sie tasteten mit langeri Stecken-nach► m
allen Gräben. Da kam ein Fl -her und sagte: „Ich sah das fuberne m auf der purpurnen Flagge." Da sagten alle Manner leise ^vven Ubbena!" und gingen alle nach Hause. Auch die Knecht--de Amt n^ gingen nach Hause und erzählten der Mutter, daß Ubben Ämt^
Bet geraubt habe. Da wurde die Mutter ohnwacht^ Aber der^Antt mann suchte weiter. Er ging ous den Deichen und huf den W und wußte nicht, wo er war. Bald rief er '-Klein-Eng . Appen hinaus und weinte und betete, unb seine Hande zitterten und 1 bEbtUnb bald schrie er: „Ubben Ubbena!" in die Nacht und m ben Wwd hinaus, unb die 'Ader an seiner Schilase schwoll mächtig an, un T gräßlich und wimmerte leise. Und die Möwen schrien. gnedite
Als es Tag geworden war, schickte die Amtmännin wieder d« aus, aber nicht nach Klein-Engel sollten sie suchen. Klem8 loren. Sie Knechte sanden den Amtmann ans Dem Deiche M;en uno ) voll Sand in die Wogen der See werfen, Denn es war Dim unb
Und es vergingen viele Jahre. Der Amtmann war alt ge
Magdeburg am linken Ufer Der Elbe (Großsalze) steht imJahre 1840 vorder Uebevsiedlung zu ihrem Enkel in die Großstadt unb durchlebt om Vorabend vor dem Auszug aus dem alten Hause in der Erinnerung nochmals ihr Leben, die Erschießung ihres Mannes durch die Franzosen im Ro- vember 1806 unb bcn Tod ihres Sohnes als Lutzower Jager im Suh 1813, ”omie den ihrer Schwiegertochter im darausfolgenden Januar bei der ^Scr Ulltmaeschichtliche Hintergrund des Romans „Kai Friedrich. Es ist eine Lust zu (eben"' (1912) ist die Zeit des Humanismus, unb ber Reformation. Kajus Friedrich von Cronenberg zieht, den heimatlichen Ostfeestrand und die blauen Seen verlassend, mit fernem Reiterbuben Lriedrt nach Erfurt, wo er den Doktorhut erwirbt. Bei einem Tumult daselbst bei dem Bauern, Bürger und unzufriedene Umoersitatsgenossen beteiligt sind, findet Briedel seinen Tod, doch sein Herr bringt davon Die Erfahrung, daß ber Tob nicht zu fürchten, sondern, der Freund der Menschen sei, in feine holsteinische Heimat zurück, in ine er juft um Die Zeit zurückkehrt, da Luther die Thesen an die Schloßkirche zu Wittenberg ""^Di^Erchhlung „Jan Sites Wanderbuch", ein großes Selbstbekennttiis Des Verfassers, erschien zuerst 1916. Der Pfarerrsfohn Jan Jite, dessen Entwicklung den Gegenstand der Erzählung bildet, stirbt Den Soldatentob. In den von Pauls mitaeteilten - Erinnerungen eines Jnfanleneoffiziers , Ich hott' einen Kameraben" (1916) bearbeitete er stilistisch unb literarisch bie Kriegserlnnerungen seines Schwagers Gerhard. Von den unter dem Titel ,Meern inschlungen" (1917) vereinigten drei Novellen hallt nur in der letzten, „Meister Thieme", bas große Weltgeschehen wider.
Drei Jesus-Geschichten faßte Pauls unter dem Titel „Der Heibe- nxmberer" (1919) zusammen. Im inneren Zusammenhang damit steht der Roman aus deutscher Not „Der Wolfshof" (1920). Der in ber Heide gelegene Wolfshof gehört Judas Ischorioth, der nach dem Tob des em- famen Heidewanderers sich in feinen Dolch stürzt. Die Gestalt des Judas enthält des Dichters tiefftes Kriegserlebnis. Wie auf alten Holzschnitten ist die Szenerie der biblischen Vorgänge in die deutsche Landschaft, und zwar in die Heide, verlegt. .
Die unter dem Titel „Die Kleinstadt" (1920) vereinigten fünf Novellen spielen in Grohfalze unb werben durch die Gestalt der Frau Stadtratm Aba Gercken unb ihres im Jahre 1870 geborenen Sohnes „Hatfchelhans in einen inneren Zusammenhang gebracht.
Die lübische Mär „Papeböne", deren Held em junger Mensch ist, ber für die Nichtausführung eines gedungenen Mordes an einem Mädchen durch dessen Liebe belohnt und bann zum Wegelagerer unb Räuber wird, erschien, vereinigt mit einer zweiten Novelle, „Hans Habenichts , in deren Mittelpunkt ein tröstend im Land umherzichender Beg-Harde ist, unter dem Titel Habenichts" (1924). .
Das folgende Jahr brachte „Stille unb Sturm", vier Erzählungen, deren erste, „Der Schulmeister von Preifingen" schildert, wie Jung-Sttlling, der Schneider, daselbst Lehrer wird: in Der zweiten, der Seumeerzcihlung „Johann Gottfrieds Freiheit" versucht Pauls „über letzte Erkenntnisse zur Bejahung Des Lebens zu kommen", die Hauptpersonen Der Dritten, „Die Tochter Des Wandsbecker Boten", sind der Hamburger Verlagsbuchhändler Friedrich Christoph Perthes (1772—1843) unb seine Frau, Karoline Clau- Dius (gest. 1821) sowie bereu Daker Matthias Claudius (1740—1818), während Die letzte, „Die weiße Frau", Die letzten Stunden des Prinzen Louis Ferdinand zum Gegenstand hat.
Eine anmutige Biedermeiererzählung ist „Klein-Bettenhausen. Die liebe alte Stadt" (1925), worin ein siebzigjähriger Berliner Geheimrat tm Jahre 1835 seine kleine Heimatstadt besucht und Der Enkelin feiner von ihm einst treulos verlassenen Jugendliebe zum Chestifter wird.
In feinem neuesten Werke „Die Geschwister im Salzkorb. Erinerungen an eine Kleinstadtjugend" (1927) führt Pauls den Leser in seine Geburts- stadt Grohfalze. Die Handlung der gemütvollen Erzählung gruppiert sich um Grete Mendel, Die Tochter des Kolonialwarenhändlers Lazarus Mendel, die mit zehn Jahren Die Mutter verlor und ihrem um acht Jahre jüngeren Bruder Hans die Heimgegangene ersetzt und die Seele des väterlichen Geschäftes wird, bis sie schließlich Das Glück Der Ehe an Der Seite Des Pastors Gerhard Hausen findet. Ihr Urbild ist die 1922 verstorbene Schwester des Dichters.
Eilhard Erich Pauls ist ein gedankenreicher Schriftsteller, [eine Werke sind keine flache Unterhaltungslektüre, bei der man Seiten überschlagen kann, ohne den Zusammenhang zu verlieren. Er verlockt Den Leser oft dazu, sich schöne Stellen am Rande anzumerken ober herauszuschreiben. Als Probe seiner plastischen Ausbrucksweise mögen nur ein paar Stellen aus „Jan Sites Wanderbuch" dienen. Da spricht er einmal von „einem alten Städten, Das in seiner altjüngferlichen Einsamkeit nichts vergessen konnte, daß es einmal, einmal jung und Residenz gewesen sei". (S. 22.) Ein andermal „schellte die Pfortenklingel unb lärmte unb schalt und keifte noch nach, wenn Minuten vergangen waren" (S. 49). „Ein süßer, schwerer Honigduft wehte über die blühende Heide, und Das Summen von zehntausend Bienen, Das tiefe Kirchenglockenbrummen Der dicken Drohnen dazwischen, bas feine Sirren wie Geigentöne der Fliegen und das noch seltenere Pfeifen der Mücken, die ganze Musik hing wie eine leichte Decke über Der Heide, die von mächtigen Händen langsam aufgehoben und langsam gesenkt wurde" (S. 108).
Das innerste Wesen seiner Dichtung kennzeichnen zwei Aussprüche: „In -ber Vorstellung der Dinge leben, wenn die Dinge nicht in Wirklichkeit sind, das ist Dichtung", und „Sehnsucht ist Leben, Erfüllung ist Tod". Der Tiefe seiner Empfindung und Gedanken entspricht eine weniger ausgedehnte als treue Gemeinde von Lesern. Wer einmal eines seiner Werke in sich ausgenommen hat, wird stets gern zu den übrigen greifen.
Ubben Ubbena.
Von Eilhard Erich Pauls.
Ein Fifcherstädtchen träumt hinter den Deichen. Die Strohdächer seiner niebrigetf Hütten sind von Der grünen Patina dichten Mooses überzogen. Unb wo ein stattlicheres Hans am Markte steht, da ist fein Ziegeldach braun vom Alter unb schwer eingebogen. Seine Fenster sind niedrig,


