neuen
1853 blieben . .
jwywH.yv —— ___________- ———— . - _
Derlag:Brühl'sch« Universitäts-Duch^nd Steindrucierei, R. Lange. G,e |
2)erantwortlich: Ur. Hans Thyrrvt. — Druck und
Augen halte. Doch war auch eigene Anlage dabei: wenn ich in unserem Geburts-Hause allein im Wohnzimmer war, dann sah ich den Kloben, woran der Spiegel hing, deutlich winken und empfand ein unsagbarer
7n das Sn sshrt?, wo man eben dem Kinde etwas Aether einflobte nach wenigen Augenblicken trat der Tod ein. Ich habe diesen Verlust furchtbar hart empfunden,, es war der 10. Marz, em Tag, vor dem sich meine Mutter seitdem sörmlick fürchtete
Mein- Kameraden waren hauptsächlich die Sohne des Physikers Buff, dort im Garten haben wir im Sommer, vermutlich 1851 «,ne bedeutende Sonnenfinsternis durch geschwärzte Glaser beobachtet: der A,s.stent und Nefs« Busss, Meidinaer. war auch dabei. Auch Nebensonnen zeigte uns Buff einmal. Zuweilen durfte ich abends dorthin und erinnere mich gern an das seine Haus, ungern aber an die Rückwege, weil ich mich fürchtete, in den dunklen Hausgang zu kommen. Die Gefpersterfurcht wurde uns durch sine Bafe, Julie Klunk, beigebracht, die gut erzählte und furchtbar schwarze
einem -------- --------■
schräg gegenüber in den „Neuen Bauen
Georg Friedrich Knapps Mehener Kindsrzeir.
(Schluß.)
Es war gerade eine Sitzung zu Ende. Karl Vogt kam mit anderen : hermis und standen eine Zeitlang mit uns auf dem Platze, in besprach« ; vertieft Karl Vogt wollte etwas auffchreiben, fragte nach ewem Blcistift, , ,.„s ;L inh haft" gerade vor mir einer aus dem Boden lag, den ich zu , allgemeiner Ueberraschung sofort aufhob und überreichte Dann fuhren wir mit d» bereits fertigen Eisenbahn von Frankfurt nach Darmstadt. Der Großvater war noch nicht begraben. Die junge Schwester meines Vaters, Emma sühtte m°ch in das Zimmer zu ebener Erde in dem großväterlichen Hau e wo er in großer Uniform aufgebahrt lag. , ' Also das'Jahr darauf sing es mit der Schule an- Da war em winkeliger Platz nördlich von der Stadtkirche und westlich.vom Lmdenplatz, wo der Botenmeister Löhr in einem ärmlichen Hauslem Schule hie-t. er war früher in einer Kanzlei Vorgesetzter der Boten gewesen- em alter, ireundlicher Mann, der uns fortwährend die Federn schnitt. Wir lernten , leien und schreiben; ich weih noch, daß fast keiner der Schuler einen s geleseneil Satz mündlich wiederholen konnte. Auch wurde das Emma - ; -ins eingebläut was mir die erste ernstliche Schwierigkeit machte. An Geburtstagen des alten Lehrers erschienen die Schuler mit Geschenken, . nur ich hatte davon keine Ahnung gehabt und geriet in d>.e größte -3er- legenheit wegen meiner leeren Hände; woraus der gutmütige Mann mich Meder zurecht streichelte, wie er mir dann auch im Winter steifgefrorene
Binder der „Bommeisterschule", wie wir sie nannten, waren sehr roh- auf dem Platze vor der Schule wurde stets „gebalgt ; nur meme Vettern'Wilbrand sind mir in deutlicher Emnerung. Einmal aus dem Heimwege fiel ich in der Stadt über ein Kratzeisen, wuche bewußtlos und wachte zu t)ause erst auf mit heftigem Erbrechen; noch lange sichlte ich Schmerzen im Kopf, wenn ich eine Treppe hinabglng. .
^Zu lernen war dort wenig; ich glaube, daß unser Botenmeister nichts besaß als eine schöne Handschrift und die Kunst, Zedern: zu schneiden. Er nflente aus einer langen Pseise zu rauchen während des Unterrichts. , ? Da tat sich ein Kandidat der Theologie namens Steinmetz mit emer
Prioatschule auf, in einem geräumigen Hinterhaus, « Y rouckte dabei aus einer langen Pseise. 'jiuujnuuuys h>>-u -- .
Fabrikanten Ballin gedient hatte. Es lag weinem Geburt.haus , @^ättbe [iept nuj dem Brand, ist alt und hat eine Wendeltreppe, lctirag gegenüber in den „Neuen Bauen , und es war ein 9r°i3 s 1R rl-,ch^n>,nh»ri ftmnmen maa: sowie weitläufige und dunkle
daran der bis an die Schur reichte; so hieß der frühere Stadtwall, der feilt eine Promenade war. Allerdings befand sich die Schule erst m der Nähe d^r Stadtküche, wurde aber bald in die .-Neuen Baue" verlegt. Steinmetz war ein blonder, schöner und liebenswürdiger Mann, er hatte Hilfslehrer einen Thüringer namens Hotzel, und einen anderen, der No^ mann bien- ein dritter hieß Reuß und verstand etwas von Naturwitzen- fchaften. Bei Löhr war alles roheste Dressur gewesen; bei Steinmetz war e^ HHrhVt unb oäbiiGoqijch. Gslerjentllch n)urb<n Stucke nurgcfuprt.
SzmenausWlhttm Teil wo es mir großen Schrecken bereitete, als ich rufen börk: Der Dachdecker ist vom Dache gefallen"; auch Szenen aus Götz von Berlichingen: mein Vetter Wilhelm Wilbrand, der stärkste unter
cxunaen spielte den Götz in der Rathausszene. Am tiefsten aber traf „
mnr eine Vokalharmonie bann, die wie Gesang wirkte.
Uhlands Pascal Bivas und Schillers Kraniche des Jbykus habe uh damals Mr mich auswendig gelernt, doch wurde ich niemals in solchen Vorstellungen, die wohl am Semesterfchlusse stattfanden, zur Muwirknng zuaelajjen.^ Mein Vetter Julius Wilbrand durfte die Stelle aus Faust. „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche" vortragen, die mit große
Wir lernten ^aus^Mphael Kühners Grammatik etwas Latein; sehr viel wurde au deutsche Aufsätze verwendet; hie und da wurde uns etwas Deutsches vorqelefen. Auch etwas Griechisch lernten mir. Eines Tag--- tnnh irh in weaoeworfenen Büchern meines Vetters Georg v. Liebig em griechisches Neues Testament, und als ich es aufschlug, siel mein Auge auf den' Vers: „Pilatus aber sprach: Was ich geschreven habe, habe ich geschrieben", - Den ich zu meiner größten Freude verstand: erste Be- rührung mtt den mir wenig beschäftigt; noch vor 1847 soh 'ch bei einem Jungen, den ich besuchte, ein Buch, worin em Gekreuzigt r ab- gebilbet war; ich fragte, wer es sei, und erregte dadurch Schütteln des
: 9eir<3."nUeIt(am war es, daß in dieser srühen Zett mich manche Schul- i kameraden wegen ihrer Schönheit anzogen; ein keiner St Georg ha.« wunderbare blonde Locken, die mir bei meinem völlig schlichten, dunklen , Haar als die höchste Auszeichnung erschienen. Ein anderer Junge, Zimmer, i hatte sehr schöne Arme, wie ich zufällig bei einer Balgerei bemerkte, unb i ich konnte ihn nachher nicht mehr hauen. . ,
< Unser Vater arbeitete vormittags zu Hause, wo er viele Bucher halt«, ' darunter Dinglers Polytechnisches Journal in zahllosen Banden. Er ' rauchte dabei aus einer langen Pfeife. Nachmittags ging er a“f®
die Kirche hat mich einmal eine Wärterin mitgenommen, die Mendel hieß, aber Mambu genannt wurde, zum Hache Liebig gehörend. Sie war aus Mainz, hatte als Mädchen dort im Theater den Kaiser Navoleon gesehen; sie war katholisch, also nahm sie mich m die kleuw katholische Kirche auf dem Seltersberge mit. Da der Priester Messe las, wandte er uns den Rücken: er bewegte sich feierlich undi hatte ein seltt fames Gewand an. Als wir herausramen, fragte ich die Mambu. War ba.> der liebe Gott? Aber auch dies war etwa 1847.
Im Jah-e 1847 wurde mein Bruder Karl geboren; etwas spater erschien ein Schwesterchen Agnes, ein ganz ungemein schönes und liebens- roürbiaes Kind, das aber etwa dreijährig am Typhus starb. Ich hatte gerade mein Blasrohr ergriffen, als mein V""»'- n -'ebia ai
- Grauen. , , ,
Im Sommer 1851 nahm mich mein Vater mit auf eine Fußreise durch j den Odenwald, von Bensheim über Erbach, Amorbach, Katzenbuckel nach ■ Heidelberg; mit uns war der Bruder meines Vaters, Ludwig Knapp, und dessen Stiefsohn Bernhard Minnigerode. Da hoben wir auch Eul« bad, berührt, wo der Forstmeister Louis, mein Urgroßvater, gelebt hatte.
Mein Vetter Bernhard war 13 Jahre, ich selbst 9 Jahre alt. Es war eine herrliche Reise, als wir an den Neckar kamen, in der Nahe der Burg Schwalbennest, fühlte ich deutlich die Schönheit einer Landschaft zum ersten Male. Ein kleines Dampsbool brachte uns nach Heidelberg, von wo wir wieder nach Hause suhren. ,
Etwas spater machten meine Eltern mit einer befreundeten Familie - Laubenheimer einen Ausflug an die Lahn; in Wetzlar, nur wenige i Stunden Weges von Gießen, fah ich den ersten gotischen Dom, das Haupt- ! portal halb zerfallen, aber die Heiligenbilder aus Stein, welche das Tor ! umgaben, wirkten großartig; es ist der erste Eindruck eines Bauwerke, \ gewesen. Auch Braunfels haben wir damals besucht, eine großartige Burg i auf einem Felsen, mit Schloßgarten. Anfangs wollte ich nicht mit, well : weil keine Ferien waren: worüber ich stark ausgelacht wurde. Um mich i zu rächen, nahm ich den dünnen Band Kühner im Schulranzen mtt, worin ' mein Gepäck war: da wurde ich aber noch viel starker ausgelacht.
- Unter die Kameraden gehörten auch die Söhne des Theologen uno zugleich Mineralogen Credner, besonders der mir fast gleichaltrige Her- i mann Credner. jetzt Buchhändler in Leipzig; wir hatten den Schulweg
die aus dem 16. Jahrhunden stammen mag; sowie weit aufige und dunkle . Gänge; es ist nicht mit dem Zeughause zu verwechseln, auch nicht imt ; einer' kleinen Burg, die auf der anderen Seite des Botanischen Garten, liegt und einen allerdings niedrigen Turm hat. Im Schloß hatte me n i Väter ein Laboratorium, ein Zimmer mit Apparaten, worunter ein blinkender, kupferner, kugelförmiger Apparat; und endlich ein Audttonum.
' Er las seine Vorlesung über technische Chemie gegen Abend. Zu seinem Vergnügen hielt er sich im Laboratorium auch eine 5)obelbantunb schrei.
i nerte auch zuweilen, um sich Bewegung der Arme zu verschaffen. Wik ' Mnder durften zuweilen dorthin kommen, es war aber wegen der dun len i Gänge im ftauje etwas gruselig, bis wir die richtige Tur ertappt hatten, s ba hörten wir unferen Vater dann pfeifen oder singen, zum Beispiet da, - o 2 eine Tanne schlank", ober: „Aus Feuer ward der Geist er s [*"affen" ober- Spannelanger Hans, nubelbirfe Dirn, Steigt mir auf ' b?n Baum und schüttelt mir die Bim". Obgleich er ganz bescheiden sang, ! so war e^ doch angenehm zu hören, und er scheint in jenen Ra.imen gern ^“slmstoZs^roär „Sonderbund", eine Vereinigung der jungen Pro- fn Genannt wen en bet Schweifet Kantone, bie firf) ^$4 f ; tJnXn ^ führte Karl Voqt bas qroße Wort als Geschichtenerzähler I S Ä“ e£n«n9 »ur üb«. SM« »« « * : etwas Böfes gejagt, wie mein Vater oft versicherte.
Der Professor Hermann Kopp, der Chemiker, wohnte zuletzt neven un, in Vevvlers Haus- er war sehr klein, hatte von einer Explosion her eint ungeheure Se auf der Stirn, trug stets einen Regenschirm wagerech unterm Arm und nahm uns in guten Stunden mit auf jein Zimmer. Krittallmefjer und Kanarienvögel zu jehen waren. Sein stanz unerhm Fleiß war jprichwörtlich; zuweilen klappte er aber auch in tiesster Vet fimmnnn n fammen. Da er als Redakteur viel Muhe mit freniben Manu- {Primen hätte verhöhnt« er seine mitarbeitenden Freunde fortwährend - b ? Nack Mgkeiten deren er sich keine erlaubte. Auch schrieb er all« auf gesammelte Blätter von erhaltenen Briesen und halte seine Freude an der Ausnutzung solcher Zettel.
Meinen Onkel Liebig sah ich nur selten; einmal saß er zeitunglesend in feinem Wohnzimmers es war ein großes Blatt, und er übersetzte die Nachricht von ungeheuren Goldfunden. Ein andermal ging er . meinen Eltern spazieren, über die Lahnbrücke, setzte sich auf einen Stein und erzählte daß er nach München berufen fei. Dorthin zog er 1852.
£i Äe'nmch W^tch^bis September 1853 tn der Schule An einem
IM ippiiu» u'uiv. \ ^00 pewejen,!ern _ - i'.zäisteii U'berraschung — niemand anderem
gerade mein «msroyr evtiu1|Cn, --tt' fetter Georg v Liebig ^us . Jrn?PÄH^en märmftenlffiorten toün!d)te er mir Slütf unb Segen, dem Krankenzimmer herauskam, mich still bei der Hand faßte nnr m ch _ sn«tter Wilhelm Wilbrand war nicht wenig betroffen und ltz
— •••■*--......- ** » "**•• SXÄ to w»
die ich erlebt habe, eine Liebenswurd.gk it die ick noch heute^nm) n^rftehe denn ich war ein mittelmäßiger i^.„,ui^r, y I »äs*? .
wurden^zun8st'nach Darmstadt zu 'in^den''DeM!bek
wo wir lohne Unterbrechung, wenn ich nicht irre) bis in oen


