die letzte Begegnung mit dem Mond, das war die schauer.
2ßlr ^°llen nur kurz sie erwähnen: Um die Ochste Stunde, als Christus nackt und arm am Kreuz hing, da er die stein kaum noch ertragen konnte und sein triefend Antlitz sich verzerrte . lahlmgs, in dieser Sekunde, sprang der unsichtbare Mond aus dem Firma- ment und warf stcy vor das erbarmungslose Licht, daß die Bibel bemerkt: „Dis Sonne wurde verdunkelt, und es entstand eins Finsternis auf der ganzen Erde, welche bis zur neunten Stunde dauerte": so daß Jesu Todeskampf der Kreatur verborgen blieb.__ 0
Dies find die vier sagenhaften Mondgeschichten, die immer wieder bis 3um heutigen Tage an den vier höchsten Festtagen des Jahres, Neujahr, Ostern, Pfingsten und Weihnachten, erzählt werden — besonders im Morgenlande, wo der Mond hauptsächlich verehrt wird — und bedarf A darum gelehrter Männer: warum er vielmal im Jahre der ewigen Glückseligkeit teilhaftig ist? Dann putzen ihm die Engel alle Runzeln aus ^E^kstcht und deshalb bleibt er immer wieder mild bis ans Ende der Welt. Amen.
Morgen kommt der Weihnachtsmann...
Aus der Geschichte des Spielzeugs.
Bon Dr. Paul Landau.
Ewig gleich ist das Kind in seinem Spiel und ewig gleich ist sein Spielzeug. Die kleinen Aegypter und Griechen haben sich an den gleichen Dingen erfreut, an denen auch noch unsere Kinder sich ergötzen. Klappern und Puppen, sind wohl nicht viel später entstanden als der Mensch selbst. Schon in prähistorischen Gräbern sind in Ton gebrannte Puppen und Figuren von Tieren gefunden worden, dann künstliche Aepfel und Birnen, die innen hohl waren und in denen eine Kugel rasselte. In den uralten ^.ofenhäusern der Babylonier standen kleine Bronzefigürchen, Gefäße und Näpfchen aus Ton, die wohl als Spielzeug den kleinen Entschlafenen auf die lange einsame Reise ins Reich der Schatten mitgegeben waren. M,t geschnitzten Pferdchen spielten die Kinder der Germanen, und die altmodischen Sagen erzählen von messingnen Rößlein, die den Kindern der Vornehmen geschenkt wurden. Das hauptsächlichste Spielzeug, das heute, noch in den Kinderstuben das größte Entzücken erregt, wird ziemlich vollständig in altrömischen Quellen aufgezählt. Da finden wir kleine Hauser und Wagen, die Puppe, das Steckenpferd, den Kreisel, die Stelzen und den Reifen, den zu treiben allerdings wie heute größere Knaben für „kindisch" erklärten. Aber wie ja fast alle Kulturerrungenschaften der Antike mit den Stürmen der Völkerwanderung verloren gingen, so ist auch unser Spielzeug erst allmählich im Mittelalter aus kleinen Anfängen roor&en 3“ 9r°&erer Mannigfaltigkeit und hohem Luxus herausgebildet
Es war natürlich, daß in der christlichen Zeit aller Schmuck und Zierde des Kinderlebens um die Gestalt des Jesuskindes gesammelt wurden, dem die Kirchenväter so rührende Wiegenlieder gesungen, dessen kindliche Lust sie im Gegensatz zu seinem bittern Leiden mit so lieblichen Farben geschildert haben. So begegnen wir denn auch dem ersten Spielzeug auf Darstellungen des Christkindes; es hält eine schöne Blume oder eine seltene Frucht in dem Händchen, hascht nach glänzenden Käfern und lre ut_J,cL.an bunten Gefieder farbenprächtiger Vögel. Mittelhoch
deutsche Dichtungen führen dann den Zeitvertreib des Gottessohnes weiter aus, erzählen von kleinen Bögeln aus Lehm, die er formte, von einem «teckenpferdchen, auf dem er ritt. In früheren Miniaturen finden wir am Rande ernster kirchlicher Betrachtungen Aufzüge von allerliebsten steckenreitenden Knaben, in denen die Seligkeit derer personifiziert wird, denen das Himmelreich von selbst zufällt.
_ Das erste kompliziertere Spielzeug, dem wir in unseren deutschen Quellen und überhaupt in den Quellen des Mittelalters begegnen, findet sich auf einer Miniatur des „Hortus deliciarum" der Aebtifstn Herrad von Landsberg, die zwei Knaben an einem Tisch darstellt, wie sie zwei geharnischte Gliedergruppen mit Schnüren hin- und herbewegen und gegen«
„Den Herren wir loben.
Aus dem Fensterlein droben Reicht uns Eier und Schinken, Warenucha zum Trinken!"
,,©a, vergiß deine Gabe für den Sternträger nicht, feine Leinwand für ?n ^mllches Geschenk!" sagte Pelagija Timofejewna und druckte der Nadia em Packlem in die Hand. Dann stieß sie die Tür auf und trat mit ihrem Korb voll Eiern, Buchweizenfladen, Pelenitzi, Speckschwarten u dgk. ins Freie. Vor dem Anblick, der sich ihr darbot, aber wäre st« ani liebsten ms Haus zurückgeflohn, hätte der ganzen Gesellschaft die Tur vor der Rase zugeschmissen! Da stand unterm festlich leuchtenden Stern aufrecht, stolz und schlank der Jaschka und sang so schön und freudig wie nie zuvor. Die Nadja aber drängte, noch ehe ihre Mutter Worte fand, an ihr vorbei die Stufen hinunter und drückte „ihrem" Dmnm?"' strahlendsten Lächeln ihr Päcklein in die Hand. D nitro Lieschy stellte mit innigem Vergnügen fest: die Kröte war dem SÄ 3c!i nn!xtte l-ch ihr der Jüngste der Schar, der zehn- /**•/ i yuillU,
Knie, ungeachtet, daß abgeschmetterte Fruchtkolben her
Nacken und Rücken polterten. Das dunkle Geliebt Sankt ln
im bläulichen Blitzlicht auf einmal totenfM
über d-e Rippen zwei runde, grün-glühende Augen StÄn™ füg aus dem Dickicht, em mächtiger Leib schob sich vor und imnJn-T rühr der Natur gelockt, wälzte ein riesenhaftes Kr^odil Nrn -,» 7 n Samilie heran! Noch sah die allerseligs e Jungfrau Muitet mÄL^ 7?" --ehe Gefahr, so ihr Kindlein in
Heuers zu schleudern drohte, sie summte: „Eja eia —" inde« 9 zweifelt den Wanderstecken dem gepanzerten Moloch 'entgegen^chwinaen wollte ... da, abermals, nur viel gewaltiger, mit einer nie oeXnen ftraft, rrnt einem j entrechten, vollen Strahiensturz rollte die Mondickeibe ihren gleißend schneeweißen Lichtkegel mitten durch die Sturmwolken herab und die Bestie, die der Teufel geschickt hatte, glotzte geblendet und gebannt empor, bis alle sich eiligst gerettet hatten. - 9Cül-nöet unb “« eine Seit vergangen in Palästina. Als Jesus, nun schon errocufjfen, in der Synagoge zu Nazareth gepredigt hatte, mochten die Leute ihn nicht anerkennen und sagten: „Ist dieser nicht der Scchn Joleis aern^.1 -Unbt t>atte 65 3efum doch voll heimlichen Heimwehs
S ro-*sattrl 0e3c°?en' daß er seine Gespielen belehre oder
vrack feiere Wer jetzt mußte er erkennen und
wvm-n Prophet ist angenehm m seinem Vaterlande!" Ja, sie
wollten ihn sogar vom Heimatberge herabstürzen vor Bosheit datz er ganz zag und still sich fortmachte auf den Weg gen Kapernaum. Dies war das erstemal, daß er wirklich im Leben traurig war. Fühlte sich doppelt
"77 verlassen, da er auch noch nicht seine Jünger und Apostel hi»)a^itUnbr ^nm S^i§rmuts über die Gemeinheit der Welt durch die weite, feere Nacht und schaute betrübt zu seinem Vater im empor. Und da war es also der gute Mann im Monde, der fflefkht mit h^h»re « eLne Ian.0er Nase und zog ein gar so lustig breites Gesicht mit beiden Backen grinsend zugleich, als wolle er sagen: , Laß zunickte' ^»hlbnrger —! , daß der mißmutige Heiland ihm freundlich
„Ich bin ein kleines Büblein.
Bring dem Herrn ein feines Gäblein.
Verehr' Christum auf's beff
Und wünsch' Glück euch zum Fest'."
„Und Grigoris Gero-dsky?" rang es sich mühsam von Pelagija Timo- fJrf^nÖS sie dem Foma einen großen Honigkuchen zu-
— '-Dg^ betrunkene Ferkel soll auf dem Ofen im Schulhaus seinen stÄ?Lchre?s".'? ' antroortete ber wohlerzogene Foma mit den Worten
?a allerübel'ster Laune kam Pelagija Timofejewna aus der Frübwekie hh,rUsn^Ur„ ‘^’5JDar/ae^t •t>c15 Schwein geschlachtet worden? Darin, daß nach dem Oeftrigen den Grigorka nicht mehr nahm hatte sie nun das ganze Dorf auf ihrer Seite. Wie stand sie, Pelagija Timofeiewna 9R»ifi»rr iv€nt,^l'-CA arm^snr ba w't ihren VerlobungsgerüchtenAh diese Weiber, die tückischen, die schadenfrohen! Sie hatte ihre SefiÄter m der Ks-Ze wohlgesehn! BeiGott, wenn der JaschkaDob'ijetzt gekommen wäre, sie hatte ihm die Tochter nicht versagt. Aber der würde lick. bMe» LT"'s»nhi.1Inr€nhUmtrle&7 T9en it,n beim Dorfältesten ..? Gfftig Lr L die Nadja an, die gedankenlos ihr Arbeitskörblein geöffnet batte- ÄÄM ma" ^n, sonst kommt ÄÄ
• Knie^nk°"b fa6te Uni> ®e9en ^lchend vor
Weihnachten ist einer der fünf Heilgen Tage im Jahr, an denen die Sonne vor tfreube springen soll. Der Jaschka und die Nadja hatten es nie recht wahr haben wollen. Dies Jahr sahen sie es selber . °
Mond-Legende.
Von Josef Winckler.
Sage hat der Mond das Recht, an den sogenannten fahr 8mZeiten des Jahres, das ist immer Reu- Donn i^k -^f“9^"'. Weihnachten, persönlich in den Himmel zu treten. feuXi^;/ JrLb eid>eSA kaltes Gesicht an der Herrlichkeit Gottes er« wie die Sonne. Dann ist auch für ihn ein goldener Tao und nicht die ewige Nacht. Um dieses Recht beneiden ihn alle 6ebroejffferne ^xsterne Schon geraume WÄen vorL ?he er durch d-e Wolken emporphrt — das ist die berühmte Himmel adrt des
LT" iw Morgenlang« besonders verehrt — schwankt er leise pudernd-n seinen Angeln und rührt jedesmal das Meer in den Tiefen 6iefL ^ne\LTme,Vnl-rLbte »'^^0 Stürme der Springfluten zu
®grT Ns^ber der Mond an den vier Hochzeiten ins Pardies? Provhofen der^Mund der Geburt geschehen, davon allen
„r, Vn m -'Nund voll gewesen, und die Heiligen drei Könige in kniete" „Ponip^ und Myrrhen — ach, wer wüßte es nicht? — da jener armen' Sn fh- 6 3°PL 7 ber ede des Stalles noch einer marL 7 Anbetung von den Feldern gekommen
waren. Der hatte die Lammfellmutz« tief ins Gesicht gezogen und fatfefe b>e braunen, hageren Hände um dm Schaft d7s Hirtenstabes Als die er 777,^77 nun die kostbaren Geschenke und Gefäße funkeln sah wie die Schatze Salomons aus purem Golde, und das süße Kind im Sclilummer »77; da griff ihn hehimliche Versuchung, und er tappte mit klammen
uah-r ... jäh strich die scharfe Sichel des Mondes groß M der SfeT'»orriAugenblick nah am Fenster vmbetz davon ftolu — Grausen und wahnsinnigem Schreck ans der Tür .^„Spater, auf der bangen Flucht nach Aegypten, schon nahe dem Nil ^?«7l'ebe^ heilige Familie, unter einem Palmbaum Dmn ge jadte Blitze schweiften über dem Gala la Baherie und treusten ickon den
73 7>w6rem heißem Dunst, der den Atem erstickte und
te Mr swwsw äs
nübfernn^ W®”5 brüllende Mäuler auf, und die tropisch wilde Ge- Jhlr3t® ,.7lt unermeßlichen Wolkenbrüchen aus dem er- ! ^lmmeLU&er51 ßaTlb- Vergebens suchte die Mutter Maria ihr ' ^*5 lchon tomatenrot von der Wüstensonne verbrinnt
h®at'J' 'hren langen Haaren und mit ihrer Schürze zu bergen föruSh5 nfe^Ur)kr- ^9^6 »on atfen Seiten und rann am Stamm )pruÖ€[nb meber. Sie neigte sich also mit dem eigenen Oberkörper wie em atmend Dach, gestutzt auf zwei Pfeiler der Arme und die Wand ihrer


