in — Schnee! ’
Das ist ein Land! So viele Sterne Hat der Himmel nicht. Wenn man sich neben das Bächlein legt, schlagen die Narziss« nber einem zusammen. Der Himmel wird maßlos weit, maßlos blau, maßlos tief. Der Heiland Frühlingstag hat plötzlich ein Pan^rhemd an, senkt aber tief den Speer — Parsifal geht über die Aue. ' 2lun wächst auch die Burg aus Blumen heraus. Die Gralsburg, fTammrr.t totenstill bat kein Dach, eine blaue Glocke liegt über ihr die tönt Es gibt nichts Gewaltigeres als dieses --onen. Es t|1 ** .**. w «L
<nur noch an zwei Orten um Dom herum, um diesen larinenden ^ T+itrei^irM herum ist es so feierlich: in den Trümmern der stadtartigcn Billa Hadrians und in den Straßen des alten Ostia E Wäre ^der^laInde" Frühlingstag nicht nian möchte fefe KiFiairTioit schier nicht ertragen. Ohne die Kinderlust der Blumen ^rd^ die §roische Landschaft erdrücken. Zu tempelstarr warten die Ruinen zu gottähnlich blicken die Säulen. Es ist eine wahre Freuds wenn ein Frosch in den strengen Wasserspiegel springt und ihn wie »MLaufebenael zerbricht. Da erst kann man wieder aufgehen in seliger Heiterkeit. And dann springt mein Fox nach und das spritzt mi dem setzt so geheiligt tumben Gemäuer hoch, in dem es seinerzeit, wer weih, recht menschlich zugrng.
Gehen wir weiter, immer den Blumen nach. ,
Eine Schafherde, wahrscheinlich gehört sie arch lenein Scipw, alokt verwundert das verlassene Antomobll an. Ein Fullen hupst
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sich nuf einem riesigen Dundgrab angesiedelt hat tone die weeroi« | iiegr, ei» s,___n.„ ctBeite fiat auch die frühlings
<Ulf Sjtec hört^di^D^a'2lppia auch für den geichuenBädeberauf. Dun wird es interessant. Die Campagna wogt vor Einsamkeit.
Die toten Aquäduktbogen schreiten zeitlos durch irdische MelancholiL Sehen Jahrhundert sich an Jahrhundert knoten und wandern durch Das weite Gräberseld ins Wesenlose. Im harten Sommer, wemt ringsum alles verschmachtet ist und verbrannt, hocken sie bewegungs» Ma tche rote Ln. Jetzt? wie seltsam das ist wandern sie. Seh« Fuß vor Fuß, vorsichtig, als wollten sie keinen Halm knicken. Steigen Pfützen hindurch, über Wasserrmnen hinweg, geraten in...
alücksträum einer Mutter In gleicherWeise hat auch die frühlings* hchw Hintergrundlandschaft, die auf kaum einem Dilde P e r u g i n o s fehlt, in vielen Madonnenbildern seines großen Schulers 2iass e, etwa in der Madonna im Grünen oder m der Wadonnamlli« Stieglitz, ihre höhere Sinngebung in der Verschmelzung mit der Grund- Melodie des Gemäldes empfangen. Aber im allgemeinen war die Hochrenaissance mit ihrer Aeigung zum Großen, architektonisch Ge gliederten nicht der Boden für Frühlingslandschasten.
Doch noch kurz ehe die Frührenaissance einer neuen Zell weichen mußte, lletz sie noch einmal den lachenden Lenz voll heiterster Gluck seligkeit emporblühen in Botticellis Primavera. Leuchtende HMi*
unser Handel, unsere Straßenbahn Und uiW Dadfchrer ziehen die Cßia Appia Duova, die brell und zweckmäßig zu geordneten Ge meindeii und Städten führt, der antiken vor, die sich e!ng und "°"L tiVKÄ M°
Die Fremden rumpeln in der Regel mit dem Autobus oder bem vieldutzendplätzigen Herdenwagen nur bis zum Mausoleum d« cilia Metella dem das kriegerische Mittelalt« so blutig gedachte, da^N atter M^EZ'Käu-
Durch das Grabmal. Rur Wanderer lockt die hier erst beginnende Totenstraße^i Zypressen fängt der Wag« wie von selber zu »leiten nein zu schreiten an. Man kann an Zypressen mcht vorüber- Lasten man' kann aber auch mit dem modernen Gefährt still und dicht an ihren demütig angezogenen Andachtsarmen vorbeisiretsen. Sie beten indem sie .schweigen. Mir ist, sie seien aus den Kreuzen herausqewachsen, die einst der.Straße furchtbare Emsaumung waren, die Krmize, an die man die Spartakusleute schlug, daß endlos weit in die Campagna hinein Spaller bildeten. D« lache zu ihren verzerrteii Gesichtern hinauf, schüttelte die Asch der Menschenfackelii spötllsch von der Loga... l^eb aus^e Pfe^- am.
Der Wagen hält an. Kann man die ersten Frühlingsblumen überfahren? Sie Signora steigt aus und buckt sich zu chne.i nieder. Eigen steht das Blau ihres Mantels vor dmn Dunkelnder Zypressen, madonnenblau sagen sie hier. Ich mochte ihr die Hände küssen.
Run schwanken die Ostersterne kaum merklich hinter der Wind- scheibe, sie sind uns Irrlicht und Führer. Immer den Blumen nach —
Ihre Schwestern kommen uns entgegen, mehr immer mehr Sie wandern die Grabhügel herunter, sie tanzen um felerliche Pimeu herum wie ausgelassene Backfische um den würdig« Großonkel sie aucken in die Töpfe der Colombarien, als müsse darin etwas
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Gänseblümchen mit den Füßen herumtraten. ra.rnMt>ine »u
Wer wissen will, wie sie hießen, braucht nur die Grabsteine zu lesen Aichts erhält sich sonderbarerweise so gut wie m Stem M schnittene Buchstaben. Bor allem die Familie Claudius scheint recht zahlreich gewesen zu sein, vielleicht waren das die Mull« und $Reier des altrömischen Adreßbuches. Die Gänseblümchen^ kichern, und das Kichern steckt an. Wir mocyten am liebsten schnurstra cks tn die Wiese hineinlausen und uns im jungen Gras walzen.
Äebrigens, warum sollen wir es nicht tun? Hier gibt es keine Polizisten und keine Verbotstafeln .
Wälzen wir uns. Den Hügel hinunter, m dem Gott wech was für ein Scivio samt seiner Sippe schlummert. Die Ehrfurcht vor feinem Alter steht uns jetzt nicht. Besser, auch das Ma^m-nenblau abzulegen. Wir '-wollen Kinder sein und staunen. Richtwisten. Schließlich ist auch das Wissen nur em großes Staunern Der H^- land Frühlingstag nimmt uns bei der Hand und fuhrt uns tn
Die schweren, prunkvollen Goldwände, von denen sich die mittel* alterllchen Heiligengestalten in starrem Ernfw «bh«bem rauschen zurück — eine neue Welt entsteigt den weichenden, schimmerndenWogen. Die Landschaftsmalerei ward geboren. Aber die Seele der Laiidschaft, unendlich vielgestaltig in ihr« eigenen wie in ^m sie
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die Ratur uachschafsend zum Leben zu erwecken, wenn siesichsellist den dumpfen Banden des Winters entwand in der rau^tden^Er löserstunde des Frühlings? Mußten nicht gerade nordische Kunst!« nach ihres heimatlichen Winters schwerer, langer Dacht den Hymn^ des Frühlings zuerst verstehen und nachllingen lassen? Wie die sroßen Söhne der nordischen Erde, die Brüder van Eyck, als die Ersten der Ratur ihr Bild geraubt haben", so mutzte mit inner«Nollo« digkeit das erste ^hliugsbild, das «ne Wirkli^mtswelt sich
neu erschlietzende Malergenerallon schuf, diesseits der Rlpen seine Gestaltunq finden. Der feinen, kunstvollen Feder dem zarten und doch farbenfreudigen Pinsel germanisch-niederiandischer urL flamisch-b *
de Turin“ die in ihren reissten^Blättern auf das innigste mll dcmr lll?gsdarstelluiigen^aus,^n^ltestm^er SMinta best7nden?^FlublaMchast
SÄÄÄ VM ÄSS l Liefen Darstellungen die Landschaft doch 'wr das MtatigunMeld für das menschliche Schaffen in dieser Jahreszeit bildet, so tritt sie m ben Frühlingsbildern des breviarium Sr.mam sAn a^s «n u
Pnnhtoaft u in die sich des Landmanns und des Hirten Tatigkell chM«n Wie «s auch aus der von der Feuchtigkeit des kleinen Teichs «auickten im ersten Grün prangenden Wiese spricht., n&« die em
I Drautpaa'r schreitet, während ein blumenpflückendes Machchmsichder Freude an der jungen Blutenpracht hmglbt. Ja, diese ^uyimg» Mfitenfinber sie haben es den Miniaturmalern ganz besonders ange I EBäs1 W» ”ää»
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Schnee! Lausen wir, farbigen wir, Walzen, tn Schnee tSoTtert toi, ims wälzen! An Ostern in der römischen Campagna.
Dieser Schnee! Wie der sich um die Glieder legt, wie man, baß Gesicht vergräbt in seinen seinherb« ®uftl Es ^nb lauto ®an^ blümchen. Aichts als Gänseblümchen. Warum sich stellenwe^ so dicht zusammenfinden wie die Flocken, wer man das wigen. Aus einig« Entfernung sehen sie jedenfalls zurückgebliebnen Schneefeldern zmn Verwechseln ähnlich Sie siegen im fachem Fel^ sw liegen unvermittelt in den Oefa«gen. Die txcbit^ bDr JMH« längst ausgehöhlten Oliven drüben an den Hangen spiegeln sich auch in solchen Weißen Aeberraschungen.
Ostern in Dom." Ein vor Verheißungen geschwollenes, ein tn Wirklichkeit hohles Schlagwort der Fremdenindustrie. An Ostern sieht man in der Tfaerswdt viel, sehr viel von dem was man auch anderswo in anb«en Städten steht, eme Neche von Kirchenfeie«. Sonst nichts. W« die römischen Oftern crleto toin, d^ muß hinauswandern vor die Tore. In die nur im Frühling erträgliche Steppe, in die blühende Campagna. „r, . * nw,
Mutz den Gral suchen im Campagnaschnee. Das Glück der Vergänglichkeit erkennen in einem Frosch, d« stech und grün Geschichte ins allzustrenge Gesicht sprmgt. And sich kindevglaubig führen lassen vom Heiland Frühlingstag.
Maler des Frühlings
Don Dr. Hedwig Fisch mann-


