Verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. - Druck und Verlag: Drühl'fche Univerf itäts°Buch. und Steindruckerei, R. Lange, Giehen.
den Draht mit einer geradezu erstaunlichen Störungsfreiheit und Klcmg- wirkunq hören kann, so muß man sagen, daß da ein Werk geschaffen worden ist, dessen Nachahmung für das übrige Deutschland dringend verlangt werden muß. Wie diese Uebertragung gemacht wird, darüber wird noch manches zu sagen sein.
Am Bodensee habe ich Gelegenheit genommen, die Zeppelmwerft zu besuchen und habe den neuestem Zeppelin im Bau gesehen Ex soll zwischen Spanien und Südamerika verkehren und wird statt mit 23en. An mit Gas betrieben. Das Gas hat das Gewicht der Luft, so daß das Schiff durch den Brennstoffverbrauch wahrend der Fahrt mcht
^lii meiner am Bodensee verlebten Jugend gab es noch keine Bodensee- aürtelbahn, und die Eisenbahnwagen wurden auf Fahren über den Se« gebracht, die von Dampfschiffen geschleppt wurden. Nur die Lmie Fne^ richshosen—Schweiz wurde mit Dampssahren betrieben. Nun hatte ,ch geglaubt, dieser Fährbetrieb müsse mit der Vollendung der Gürtelbahn eingegangen ein: Im Gegenteil! Er ist reger denn ,e Nur werden die Schisse nicht mehr geschleppt, oder wenigstens fetten: Seit ,ener Zett ist ja der Oelmotor erfunden, und so können sie allem ihren Weg machen.
Soweit wir nicht andere Ausflüge gemacht haben, sind mm den ganzen Tag mit dem Dampfschiff auf dem See rum gefahren—„ ich kann versichern, daß das mit das beste Serum für das Nervenkostüm ist —, und haben auch nachgesehen, ob Konstanz nach immer am Bodensee liegt. Ich möchte aber darüber nichts sagen: Sehen Sie selbst, nach: Sie werden «s nicht bereuen. Die Insel Mainau mit ihrem wunderbaren Park haben wir und der König von Schweden auch besucht, ebenso Meersburg mit seiner Burg und die schöne alte Stadt Ueberlingen. Aber schöner ist der See doch bei Lindau, und wer namentlich abends an dem weit in den See hinausgebauten Schloß Montfort und an,.W°sstrburg v°rbeisahrh und dann den Leuchtturm von Lindau blinken sieht er ist leider da mit schmutzig sparsam! — und die Lichter hoch oben auf dmi Pfander, dem wird dieser herrliche Fleck deutscher Erde ans Herz wachsen und es wird ihn immer wieder hinziehen. „ ,, „ . .
9rm Lande rings um den See ist ein reger Kraftwagenvertehr. Ueber- allhin führen Post- und andere Kraftwagenlinien. Das ist sehr^angenehm; weniger angenehm ist es, wenn man als Fußgänger auf den Landstraßen geht 9bte überall benzinduft- und stauberfüllt sind, und an denen fast alle Abzweigungen nach Dapolin oder in bus Continen-Tal zu fuhrenschsmen. man dauernd in Gefahr, überfahren zu werden. Auch das Kraftrad ve- herrscht alle Wege und fast auf keinem fehlt hinten das Klammerasschen. Nur wenige Räder waren zwiefach männlich besetzt, und^nur eins hob« ich gesehen, das von einem niedlichen Mädel gelenkt, aus dem ®iiftfit5
miffnhtip 93efonbets Qut fcbeincn mir bie (Streiften in bet -Ni sein wo wir in der Nähe des Sees auch mit dem Kraftwagen ke?7m^ efairen^'siM Me haben eine feste, aber rauhe Asphaltdecke »e sebr wrgfältig instandgehalten ist, so haß man nirgends Locher steht. Man möchte sagen: An unseren Straßen sieht man unsere 23er<irmimg.
Sehr interessant ist auch die Drahtseilbahn auf den den Se« beberrschenden Pfänder. Gleich die erste Spannweite vom Bahnhof Bre^nz bis tut ersten Stütze mißt 1100 Meter und man schwebt rn dem kleine« Kästchen in dem ei keine Sitzgelegenheit gibt, hoch in der Lust Hanges
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der tief eingeschnittenen Bregenzer Ach mit ihren gedeckten Holzbrucken nach Bezau und non dort mit dem Kraftwagen tief ins Gebirge nach : Hopfreben war uns ein besonderer Genuß, und ich kann gerade diese
Gegend jedem Bodenseebesucher warm empfehlen. .
Das Herrlichste am Bodensee war mir em Flug mit einem Mister- fluqzeug über den See, während meine Frau dem Pfander die Krone der Reise verleiht. Vielleicht wars ihr im Mu«zeug doch mcht so ganz oeheuer, wiewohl sie von Mut strotzte und obgleich ihr die Drahtfeilbahn auf den Pfänder doch auch einiges Gruseln verursachte Wie Spielzeug lagen die Städte und Dörfer am Ufer, und die Schiffe, auf dem See sahen kleiner aus als die, .die die Kinder auf d--r Planschwiese vor meiner Berliner Wohnung schwimmen lassen. 600 Meter über, Friedrichshafen sahen wir unter uns die Zeppelinwerft liegen, wo wir einige Tage vor- her gewesen waren.
I Zum Schluß habe ich mir dann aus der Rückfahrt noch das W a l chen- seewerk am Kochelse« angesehen. Da wir dann dort in der Gegei» waren, haben wir uns von der Post im Krafttvagen, fast so fest verpack mit Reisegenossen wie Briefe in einen Briefbeutel — nur nicht gebündelt _ am herrlichen Walchensee entlang nach Mittenwald verfrachten lasten.
Dann gings wieder hinunter mit der ana-mehm rauchlosen elektrischen Vollbahn über Garmisch-Partenkirchen nach München, und ein Besuch im Deutschen Museum beschloß unsere silberne Hochzeitsreise. Sie war schön. Ob sie schöner war als die grüne, kann ich nicht mit Sicherheit end scheiden, weil die beiden Nergleichsereimiisse zeitlich, zu, nM Abstaiw von einander haben. Die zahlreichen „grünen" Hochzeitspär'' ' auf W Dampfern und in der ganzen Gegend um den See schienen all - tüings oer grünen Hochzeitsreise den Vorzug zu neben — ob sie aber von den Schow heften der Gegend so viel gesehen haben wie wir, das möchte ich oocy bezweifeln. ...
Nur eins bekümmert uns jetzt jeden Morgen: Daß wir nicht vom Bett aus den Löwen an der Lindauer Hafeneinfahrt und beim Heben Des Kopfes den Hafen selbst mit seinem lebhaften Betrieb sehen können, uns den See und die Berge dahinter! Das Tempelhofer Feld statt des See» und die Berliner Ringbahn statt der Hafeneinfahrt ist doch em l«‘) mäßiger Ersatz. Aber man kann eben nicht immer Flitterwochen yroen • — auch nicht silberne. .
Warin bestand nun Eisenbarts mediziuisch-chirurgische Tätigkeit? Von " ' seinen in zahlreichen Zeitungsberichten aus allen deutschen Gauen gerühmten Heilerfolgen - er selbst weist in höherem Alter glaubhaft nach, daß er im Laufe von dreißig Jahren über zweitausend Personen erfolgreich operiert hat - sind besonders seine Bruchrepositlonen und -opera- tionen, seine Blasenschnitte zur Entfernung von Blasensteinen, eine s Krebsoperationen und endlich seine Eingriffe zur Beseitigung von Blindheit zu nennen und es ist wohl denkbar, daß er, wenn er es verstand, in jenen Zeiten fast absolut tödliche Eröffnung der Bauchhöhle zu vermeiden, relativ günstige Resultate erzielt hat. Daß er zumal auf dem Gebiete der Augenheilkunde den Ruf einer ersten Autorität genoß, erhellt daraus, daß der damalige König von Preußen ihn durch die Re- । qierungen von Magdeburg, wo Eisenbart eit 1704 ansässig war, beauf- ttagte er solle sich zu beni Obersten v. Grävenitz nach ,Stargard begeben, und den äußersten Fleiß daran wenden, diesen von, seinem Augenschaden zu kurieren — Auch die selbständig bereiteten „Medizinalia und Arcana , deren Herstellung und Vertrieb ihm gleichfalls durch ein Privileg gestattet war scheinen sich großer Beliebtheit erfreut und ihm viel Geld eingebrach m ha^n vor allem der „Haupt- und Augenspiritus das Lothvor zwo f Groschen" und die „köstliche Steintinktur, vor große Schmerzen in Wasser- j btaüen Rücken und andere Dolöres, vor acht Groschen das Loth. , I
Bon den äußeren Lebensumständen Eisenbarts wissen wir, daß er im Jahre 1661 im Flecken Biechbach bei Regensburg geboren und in Bamberg von dem Okulisten und Zunftmeister Biller in Bamberg ausgebildet wurde. Im Jahre 1686 finden wir ihn im Altenburgischen, und zwei Jahre später in Weimar in Ausübung seiner ißräjis. 3n der Folgezeit hielt er sich zunächst in Sachsen, dann in zahlreichen Orten Mittel- und Nordbeutschlands auf. Nachdem er schon früh geheiratet und einen großen Hausstand begründet hatte, siedelte er sich 1704 in Magdeburg an, wo er bis zu seinem Tode seinen festen Wohnsitz behielt. Hier erwarb er um , 3500 Taler eines der größten Grundstücke Magdeburgs mit dem ansehnlichen Wohnhause „Zum Engel", ein Beweis für bie Einträglichkeit einer Praxis. Den Höhepunkt des Ruhmes erreichte er um>1707 als er »um ordentlich königlich Großbritannischen und kurfürstlich Braunschweig- Lüneburgischm Landarzt ernannt wurde und kurz darauf auch den Titel eines königlich Preußischen Rates und Hosokulisten erhielt. Zwei Jahrzehnte hindurch übte Eisenbart im Besitze dieser Titel und, Aeimer di« fein Ansehen natürlich noch erhöhten, mit bestem Erfolge seine Wander- vraris aus bis ihn 'Anfang November 1727 in Hannoversch-MuMen, wo°er auf einer ^solchen Geschäftsreise begriffen, im Gasthaufe „Zum wilden Mann" abgestiegen war, eine Krankheit aufs Lager warf, von dem er sich nicht wieder erheben sollte.
Fassen wir kurz zusammen, so steht Eisenbart vor uns als em Mann, der, wenn er auch vielleicht eine allzustarke Reklame b«ff^ben haben mad, jedenfalls seine Kunst von Grund aus verstand und vielen hundert Leidenden geholfen hat. Und mit Recht darf man annehmen, daß er, hatte das Schicksal ihn in unsere Zeit versetzt, und ihm eine wissenschaftliche Ausbildung zuteil werden lassen, sicher einer der ersten Chirurgen geworden wäre. ___________,
Unsere silberne Fiochzeitsreise.
Von Max Fischer.
(Nachdruck verboten.)
Konstanz liegt am Bodensee, Wer's nicht glaubt geh' hin und seh! i
Seit fast 25 Jahren habe ich dieselbe Frau — ich glaube, das muß man \ heutzutage sagen. Da man ein solches Jubiläum zu feiern,pflegt, hatten wir uns schon lange vorgenommen, eine silberne Hochzeiwrelse zu machen, Wmal uns versichert worden ist, die silberne Hochzett e. eigentlich me . schöner als die grüne. Die Bauersfrau, die das auch sagte, begründete diese Behauptung damit, die Kinder seien dann nicht mehr so klein. Wenn auch dieser Grund für uns nicht in Betracht kommt, fo muß ich doch sagen. Es^svricht vieles für die Richtigkeit dieser Ansicht. Und so haben wir denn einstweilen etwas vor der silbernen Hochzeit die Hochzeitsreise gemacht — bei der silbernen ist das wohl erlaubt —, weil wir die gute, Jahreszeit ausnutzen wollten; wir sind an den Bodensee gefahren, wo wir auch vor 25 Jahren waren, und haben im Bayerischen Hof m Lindau dasfelbe Zimmer bekommen, das wir damals hatten, mit Aussicht aus ben unver- aleichlich schönen Lindauer Hafen, den dort ganz besonders schonen See un-8 die Berae im Hintergrund: Zunächst den Pfander hinter Bregenz (bitte sagen Sie Mcht Bregönz, es heißt Bregeenz!), dann die Vorarlberger und Schweizer Berge bis zum Säntis. ,
Nun kann keiner aus feiner. Haut — es ist auch nicht empfehlenswert, herauszufahren, weil man fo außerordentlich schwer wieder richtig hinein- kommt — und fo kommt es wohl, daß man die Welt durch die Brille seines Berufs anfieht. So habe ich denn auf der Reife manche Veränderungen gegen frühere Zeiten gefunden, die das Herz -des Teckm-ikers erfreuten; denn natürlich fallen einem solche Veränderungen und Fortschritte in einer Gegend viel mehr auf, wenn man sie nach langer Zeit zum ersten- mal wieder sieht, als wenn man ständig in ihr lebt. Aber abgeseben davon, habe ich auch Stätten ausgesucht, die technisch Neues ober Belangreiches boten, und ba habe ich fo allerhand gesehen, über das ich wohl gelegentlich ausführlicher berichten darf.
Zunächst haben wir in München Aufenthalt genommen, wo ich mir die Overnübertragung mit räumlichem Hören an gehört habe. Man hat dort vor der Frauenkirche eine Hörstube eingerichtet, wohin die Oper auf dem Drahtwege für jedes Ohr über eine besondere Doppelleitung übertragen wird. Die Wirkung ist ganz fabelhaft, es ist geradezu eine Offenbarung, das zu hören. Viele sichtlich sehr Musikverstandige — ich gehöre leider nicht zu dieser Menschengattung — saßen mit Partituren da und verfolgten die Musik, und aus ihren Mienen mußte ich schließen, daß sie sehr befriedigt waren. Und wenn man dann noch erfährt, daß man die Oper nun schon fast in ganz Bayern bis in die Pfalz hinein über
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