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— Druck und Derlag: Brühl'sche Univerf itäts-Duch-- und Steindruckerei, 2t. Lange, Lieh
Verantwortlich: Dr. Hans Thyrivt.
mehr vermag, in meine Schwache einzugreisen. Diese hinderte mich ost' mit Dank zu benutzen, was du mir in ihnen gegeben, und bringt mich zu eitlen Klagen über das, was deine Weisheit mir m ihnen ver-
Gott, du hast mich mit meinen Umgebungen gesegnet, wie wenige Menschen. Du hast wie durch ein Wunder Menschenkräste um imch her vereinigt, die mich im übereilten Streben meines Lebens gerettet und in meiner Schwäche dastehen machten, als ob ich die Kräfte wirklich hätte, die es dazu braucht. Du hast mir Freunde gegeben, die mehr ,rnd als ich und mich in der Schwäche, in der ich oft wie ein Kind vor ihnen stehe, Vater nennen — und doch, o Gott, bin ich oft mit den Menschen, die mich umgeben, nicht zufrieden, und möchte sie anders haben, als du sie mir gabst. Es ist nur darum, weil ich für sie nicht bin, was ich für sie sein sollte; nur darum wallet mein Dank nicht täglich und stündlich zu dir empor, daß du mir sie gegeben, und wie du sie mir gegeben. Darum ist das Gute, das du mir in ihnen gegeben, oft neben mir, als wäre es nicht da; ich stelle es oft still, daß seine Kraft nicht
düna unfers Geschlechts mit dem Gang der Nainr, mit dem ewigen gött- , lichen Wesen, das in unsrer Natur ist, in hohe heittge ^ebereinstim- mtma au bringen. Freunde, Brüder! Unser Zweck ist groß, .aber auch unsre Mittel sind groß. Alles Unveränderliche, olles Sange, alles Gottlichs das m der Menschennatur ist, steht unter sich selber m einem ewiaen unzertrennlichen Zusammenhang. Wer tm großen Um fang ins menschlichen Vereins das Ewige, das Unsichtbare, das Heilige, Göttliche n der Menschennatur ehrt und sucht, der steht mit uns m einem um icktoaren aber ewigen und heiligen Bunde. Er steht uns tm Kampfe K Ewchen gogm das Nichtige, im Kampfe der Wahrheit und L-ebe gegen ^Jrctuin und Selbstsucht zur Seite, und Gott, der Vater des Lichts und die Quelle der Liebe, Gott, der ewige, der unoerande -che Schöpfer des Unveränderlichen und Ewigen, das in unsrer Natur hegt, (flott widerspricht sich nicht. Er steht uns im Kampfe gegen das Nm)- ?ge gegen das Vergängliche in' der Erziehung und allen Oren Trug und allen ihren Tand mit der Kraft seiner Allmacht zur «eite. Gott .st in den Schwachen, die das Göttliche suchen, rnachttg. Wir sind bes Siegs über das Vergängliche und Nichtige gewiß. Unser Mut so.l nicht fallen, unsre Schwäche soll uns nicht schrecken — wir.kämpfen nicht ; be.n Kampi unsrer Schwäche, mir kämpfen den Kamps einer göttlichen, ewigen Kraft, wir kämpfen den Kamps des Ewigen. Unveranderiichen, des "Göttlichen, das in unsrer Natur ist. Nur daß wir unsern Kampf nicht mit unsrer menschlichen Schwäche, sondern mit dem Göttlichen nutz ei Kraft beginnen" nur das tot not. Daß wir das Unveränderliche und Ewige, das wir suchen, nicht nut dem Nichtigen, Vergänglichen, sonder" mit dem Unveränderlichen. Ewigen, das tn unserer Natur liegt, zu erkämpfen suchen, nur das tut not. Tun wir das, wie wir ,ollen, so dürfen , wir nickt ängstlich sorgen. Wer das Göttlia)e mit dem Göttlichen s sacht, dein steht Gott bei, der darf auf ihn vertrauen und das große Wort aussprechen: Ich werfe meine Sorgen auf dich, denn du sorgst für mick' Vater im Himmel, darf ich dieses große Wort in den Mund . nehmen? Darf ich es aussprechen? Herr, ich glaube, komm zu Hilfe meinem Unglauben, mindere mein Vertrauen aus alles Vergängliche Nichtige, stärke meinen Glauben an alles Unveränderliche und Ewige, ; Lehre mich täglich mehr unser Werk als das erkennen, was es wirtlich ; ift und mein Vertrauen allein auf das setzen, was tiet auf sein Wesen ; hinwirkt. Vater, entledige-mich von allem Glauben an s«nen außer- - lichen Schein und von aller Furcht vor dem Scheu, seiner Entstellung. ; ®ib mir Vater im Himmel, deine Kraft, daß ich das Göttliche, dao , Ewige immer mehr durch das Göttliche und Ewige erziele; daß ich fern i Nichtigen, dem Veränderlichen, dem Ungöttlichon nicht mit dem ■ Nichtigen, Veränderlichen und Ungöttlichen, das an mir ist, sondern allem ; mit dem Göttlichen und Ewigen, das in mir hegt, widerstehe: daß ich | bas Menschliche nicht mit dem Menschlichen, sondern mit dem Göttlichen t bekämpfe. Gib mir, Vater im Himmel, Mut, dem Raujchen des Irr- i tums, wenn er um uns her wie ein Sturmwind auf Meeren brausst < nickt mit gleicher windiger Unmacht zu begegnen, sondern in ,einem ; Sturme still zu sein, wie ein Lamm, das zur «chlach-tbank geführt wiro, , und gegen ihn nichts zu tun, als göttlich zu leben. Starke uns, Vater, tm göttlichen Leben, dann nimm uns alle Furcht vor den Gefahren , ber Wett und den nichtigen Umtrieben ihres eitlen Tuns. Vater, erheb i uns zum Glauben an unser Tun durch den Glauben an dich. Vater, meine Schwäche ist groß, mein Glaube ist schwach; eitle Furcht drangt mich oft und legt mich zu Boden, wie eine arme Staude, die der Wind drängt und zu' Boden legt. Dann geht der Sturm vorüber,, und du erliebft mich wieder aus meinem Staub. Ich erkenne wieder dem Werk, und das Nichtige des Tuns aller derer, die des Ewigen, des Unveränderlichen, des Heiligen, das in unserer Natur ist, die deiner nicht wollen
Herr wie lange soll es dauern, wie lange wird sicy mein Mauven an dich nicht über alle Zweifel erheben? Wie lange werde ich noch Menschen fürchten und meine Hand nach ihrer eitlen Hilfe aussirecken, wie Schiffbrüchige im Versinken die Hand nach dem eitlen Strohhalm ausstrecken? Habe Geduld mit mir, Baier tm Himmel! Ich weiß es. Fleisch und Blut erringen sich das Himmelreich nicht, und wer auf das Fleisch säet, der wird vom Fleisch des Verderbens ernten. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden. Warum vertrau ich auf Menschen? Warum fürchte ich mich vor den Menschen? Warum suche ich das Menschliche im Menschen? Warum störe ich das Mensch liche im Menschen? Warum hasche ich mit menschlicher Schwache nach menschlicher Hilfe? Warum suche ich im Menschen zu meinem Dienst das, was nicht in ihm liegt? Ach es ist nur darum, weil mcht m mir liegt, was in mir liegen sollte zum Dienste meines Werkes. Warum will ich oft erzwingen, was sich nicht erzwingen laßt und nur Gram bringt und Mißmut? Ach, es ift nur darum, weil ich mich nicht selbst zwinge zu dem, was allen Zwang außer mir überflüssig machen wurde. Warum beugt mich anderer Menschen Schwäche? Es ist nur darum, weil mick meine eigne innere Schwäche nicht tief genug beugt, und ich nicht tief genug über mich selbst seufze. Darum, darum allem bringt eitle Selb?.täuschung mich oft dahin, Lasten auf andrer Schwache zu legen, die ich auf meine eigne Kraft wälzen sollte, und um meiner Schwäche und meines Unglaubens willen nicht darauf wälzen kann.
Freunde, Freunde! Wie kann ich mich bei euch entschuldigen? Werfet eitern Blick auf mein Alter, auf das Absterben meiner dem Tod entgegengehenden Kräfte, und dann auf das Werk, wie es menschlich auf meinen Schultern liegt und vor euren Augen dasteht. Ich will mich nicht entschuldigen — ihr entschuldigt mich; aber ich will Kraft suchen, das immer mehr zu sein, was ich nicht bin, und doch sein sollte, was menschlicher Weise fast nicht möglich scheint, das ich noch werde. Ich werfe einen Blick zurück auf meine Freuden, auf meine Lasten, auf mein Schicksal in eurer Mitte.
Wie glücklich war dieses von der Stunde meiner Verbmoung mit euch an, bis auf diesen Augenblick. Wahrlich, mein Los ist nur an einen lieblichen Ort gefallen. Welche Gefahren sind schon vorüber, welche Lasten , sind schon von meinen Schultern gefallen, und wer kann rühmen, Freunde zu haben, die für ihn litten und taten, was die ältesten von euch, was die Mttstifter dieses Hauses an mir getan haben? Und doch, wie alt, wie anhaltend waren meine Klagen über meine Sage. Bon dieser Seite angesehen, schäme ich mich ihrer.
Ihr wisset es noch, wie ich im Jammer meiner Tage einen Sarg bereitete und ihn neben mir vor euch hinstellte, glaubend und fürchtend, daß ich meinem Schicksal unterliegen und die Tage nicht sehen werde, in denen ich jetzt lebe; aber mein Sarg ist nicht unter den Boden gebracht ich lebe noch. Was ich da sorgte, sorge ich nicht mehr, was mich da drückte, das drückt mich nun nicht mehr. Neue «orgen entstanden, neue Gefahren entfalteten sich. Ich sank in Not und Kummer darnieder; wie unter der Asche glimmte ein Feuer, das uns zu verzehren drohte. Es löschte sich aus. Doch lange. Lange dauerten die Sorgen; sie nagten in meinem Busen; sie nahmen mir das Vertrauen zu mir selber; sie nahmen mir das Zutrauen zu euch. Ich sah keine Möglichkeit zu unfrer Rettung, aber der Herr hat geholfen. Stiller Friede ist in unsre Mitte getreten, und die Kraft der Schwachen hat sich erneuert. Das, o Herr und Vater hast du getan, und doch hören meine Klagen nicht auf, und nun erst an der Weihnacht, wo alles sich nur freuen, wo alles nur danken joUt«, erhob ich meine eitle Klage, daß mir das Menschliche, das Ver- oängliche in meinen Umgebungen nicht zu Gebote steht, wie mein eitler
i menschlicher Sinn es zu wünschen sich erlühnt.
i Ich habe unrecht getan in dieser Stunde; die Klagen des Schwachen i machen niemand stark, aber sein Glaube macht stark und seine .')off= ! mmq erhebt. Was auch mein Schicksal ferner sei, du. o Gott, hast ! Großes an mir getan! Freude meines Herzens, du mein Haus, du bist i Gotteswerk! Er hat dich mir gegeben, er l-at dich mir bisyer erhalten. ' Bleibe in seiner Hand und ruhe in meinem Herzen als m ber Hand i Gottes liegend. Ich will den morgenden Tag meines Schicksals mcht i wissen- die Luft meines Herzens, mein Haus liegt in Gottes Hand, i Was auch feine äußern Schicksale seien, ich will nicht für seinen morgen- ’ ben Tag sorgen. Das Unveränderliche, das Ewige, das wir zu feine-Begründung suchten, wird bestehen. Aber Hinblicken will ich in dieser Stunde mit Dank und Liebe auf dich, du Lust meines Herzens, auf dich, Haus, das mir Gott gab. Du, o Gott kanntest mein Seufzen, meine Tränen lagen vor dir. Bon Jugend auf suchte ich den frohen «egen der Umgebungen, in denen ich jetzt lebe. Bon Jugend auf such.e ich ein Haus, bas im Geist und in ber Wahrheit dem gleiche, m dem ich fetzt leb«, aber so sehr ich suchte, ich fand auch keinen Stein nur den Grund zu ihm zu legen; ich hatte keinen Balken für sein Gerüst und keinen Ziegel m fein Dach- ich verschmachtete im eitlen Treiben nach menschlicher Hilfe. Da erbarmtest du dich meiner, und mein Haus fiel °us deiner 5)and in meine Arme, wie der Morgentau auf die durstende Saat. Jcy darf wohl sagen- Herr! Laß mich Armen nun hinfahren, nimm mir selber wem Haus hin, insofern es die vergängliche Hülle deines Segens ob mir ist, ich habe das Heilige, das Innere deines göttlichen Segens gesehen und will nicht mehr, und will, geliebtes Haus, auch deinetwillen nicht einen Augenblick für den morgenden Tag sorgen; aber Hinblicks will ich au dich in dieser ersten Stunde des neuen Jahres, das dn Golt segne, au dein menschliches Sein und auf alles Erhebende und »-gluckende, das ld) Segne dick^Gott, geliebtes Haus! Ich , erwidere dir in vollem Muß jeden Segen, den ich durch dich genoßen, febe frohe Stunde die du w gabst jedes Wonnegefühl, das du meinem Herzen verschafft, iede fW Aussicht, die du meinen Augen eröffnet. Er laste dir leuchten le^s Lich, das meinem Geist in deiner Witte aufging. Er vergelte dir oHe«. man« dein Leben sich gleichsam mit dem meinigen verfchmelzie. Ich encM es, deine Lebensflamme lodert für mein Leben. 0, ich sehe sie, ich fthe, du stehst wie eine Feuersäule vor mir, an der das L-cht von tauienb Flammöfen sich in eine Flamme verwandelt, in der die einzelnen, Lamp- chen verschwinden. Doch ich sehe näher, es ist e,ne andere Storheit Sonne, eine andere des Mondes, eme andere b 'tzender Sferne^em« andere des dunkeln Gestirns, — aber die Klarhett der Lampen erleudjtung der Säule ist nicht die Ktorhe.t des Himmels Es fi kein Stern zii klein für den ewigen Himmel, selber die Milchstraße,
: wir nicht sehen, erregt in uns größere Ahnungen als tue Sonne, die i das größte Gestirn scheint. Ach, es tut unserm Herzen so wohl. 'M ! Kleinen das Große zu ahnen, und ivenn wir der Meere und der ' großes Leben gesehen, so werfen wir unfern Blick noch gern “ut ; Essigtropfen und die in ihm lebende Welt. Auch in dir, ScI,ebtes ■ ’ ■ sehe ich eine Milchstraße ferner Ahnungen, deren Große der Schein - zeitigen Erscheinung zu nichts macht. Geliebtes Haus, bl'cke mi dH
Milchstraße der Zukunft, wenn an deiner Feuersaule fetzt Llch - .
löschen und Stellen dunkel werden. Ihr Licht ist nur der Gegen Licht, es muß gänzlich erlöschen, ihr nichtiger Saulenglanz mindert 1 je höher er steigt, und vermindert sich notwendig da, wo man gm- sollte, er sänge erst an, in seiner Vollendung zu strahlen . - __
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