Ausgabe 
12.2.1927
 
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«. 4,6, »adlreLcken Stellen jo deutlich ihre Fültennaiur, datz sich die Wissenschaft über diese Grundnatur des Gebirges klar ist. Biele Kilometer w:z «rttrerft fid) oft eine einzige Falte, und wir fragen uns staunend nach

kNu, die solche geradezu ungeheuerlichen Wirkungen hervor- ^EMe lanqe"herrschende Ansicht, die auch den Vorzug großer Einfachheit und Deutlichkeit hat, ist die folgende: Die Erde birgt in ihrem Innern «inen feuerstüisigen Kern. Dieser kühlt sich allmählich ab und zieht sich M wie weitem die meisten Stoffe bei sinkender Temperatur, zu. jammen Die Erde wird also kleiner, aber die bereits erstarrte äußere Erdkruste kann wegen ihrer Festigkeit und dann auch, weil fte >a bereits abaekühlt ist und sich infolge der Sonnenbestrahlung nicht weiter abkuhlt, dem nicht ohne weiteres folgen. Es entstehen infolgedeßen starke seitliche Drucke, und diese sind die Ursache der Faltenbildung. Man kann sich diesen Vorgang sehr chön klarmachen, wenn man irgendeinen rege mäßig zu- jammengeleaten Stoss, etwa einen Stoß Handtücher oder dergleichen, auf Len Tisch legt und von beiden Seiten dagegen druckt. Man wird sehen, wie sich die vorher genau wagerecht liegenden Schichten infolge desfeit- Uchen Druckes in die Hohe heben und also Falten bilden In ähnlicher Weise dachte man sich auch früher die Entstehung der Faltengebirge und insbesondere auch der Alpen. , . .

Es mag dahingestellt bleiben, ob diese Annahme in dem einen oder andern Fall zutrisst. Im allgemeinen ist sie jedenfalls, wie die neuere Forschung gezeigt hat, für die Alpen nicht richtig. Denn Faltenbildung Lieser Art setzt voraus, datz die gehobenen und gefalteten Schichten auf beiden Seiten einen Widerhalt finden, der ihren Druck wahrend der Fell- tunq aushalten kann. Nun gibt es aber in den Alpen Falten, wie z.B. die berühmte ©tarnet Falte, die auf der einen Seite plötzlich abbrrcht, also überhaupt nur nach einer Richtung hin entwickelt ist Es gibt weitere Bei­spiele wo die gefalteten Schichten eine große Mächtigkeit (brs zu 3000 m) haben, während die seitlichen Schichten, gegen die sie sich abstutzen, nur etwa 100 bis 200, allenfalls 300 m stark find, so daß es ganz unvorstellbar ist datz sie bei der Faltung nicht nachgegeben und eben dadurch die Fal­tung verhindert hätten. Wir sehen also, daß die obenerwähnte Theorie, die man auch die vomschrumpfenden Apfel" nennt, weil >a auch ein trocknender Apfel aus ähnlichen Gründen Falten aus seiner Haut wirst, doch bei aller scheinbaren Einfachheit einer Prüfung durch die Tatsachen dgn manchen Fällen jedenfalls müssen es einseitig wirkende Kräfte ge­wesen sein, denen die Faltung zu danken ist. Rutscht etwa Schnee an einem schrägen Dach herunter, so kommt es mitunter vor, daß sich die oberen Schichten leichter bewegen als die unteren, die vielleicht an noch fest- lieaenden Schnee einen gewissen Widerhalt finden. Die Folge ist, daß Die ganze Schneedecke sich nach oben bauscht, daß stch also wiederuni eine Falte bildet, die aber nicht, wie bei unserer ursprünglichen Annahme^einen von beiden Seiten wirkenden Druck, sondern nur eine einseitige «chub- kraft voraussetzt. . , ,, ... . .

Hierzu kommt noch folgende Ueberlegung: Wie schon erwähnt, sind manche Schichten von ganz ungeheurer Mächtigkeit, bis etwa zu 3000 Meter. Wir fragen uns, wie diese überhaupt entstanden sein können, denn Ablagerungen können immer nur an der Grenze zwischen Meer und Land, also am Ufer ober auf dem Meeresboden entstehen. Keine dieser ©teilen kann aber um 3000 Meter in der Höhe schwanken. Wir sind also ganz not­wendig zu der Annahme gezwungen, daß die Schichten während ihrer Bildung in die Tiefe gesunken sind, um eben dadurch für neue Schichten, die sich nunmehr an derselben Stelle bildeten, Platz zu machen. Es klingt auf den ersten Augenblick verblüffend, ist ober doch schließlich unbestreit­bar, wenn wir sagen, daß die Bildung dieser himmelragenden Gebirge zum mindesten teilweise mit einem Absinken in fast unergründliche -riefen begonnen hat. So sind viele Falten in der Tiefe entstanden, und die Faltenbildung ist von der nachher erfolgten Hebung, der das Gebirge als solches fein Dasein verdankt, völlig unabhängig. ,

Die Auffassung, datz ganze Schichten allmählich in die Tkefe schien, setzt nun wiederum voraus, datz der Untergrund, wenn auch natürlich nicht flüssig im gewöhnlichen Sinne, so doch immer plastisch nachgiebig fein mutz. Auf diese Auffassung, die, wenn wir uns einmal etwas übertrieben ausdrücken wollen, darauf hinauskommt, datz die gesamten Alpen schwimmen, wird man auch durch manche andere Tatsachen geführt. Namentlich die Untersuchungen der Erdbebenmesser über die Fortpflan­zung der Erdbebenwellen im Innern der Erde, führen zu ganz ähnlichen

itl ^Dem^Zaren waren diese ununterbrochenen Klagen und Anklagen zuwider, um so mehr, als er nicht im flcnngflen daran dachte, mit den Waffen die Ansprüche seines rug-endlich-n Bastes zu unter stützen und er kam auf den klugen Gedanken, dem Prinzen .olg.nden Vorschlag zu machen: er wolle sich zunächst mit dem berühmten und klugen^ König von Sizilien in Verbindung setzen und«er wifte dies auf keine bessere Weise zu tun, als dadurch, daß den Alexius Deuteros selbst und den Maleinvs zu .Ueberbringern emer Dotschaft mache So sei doch auch diesen beiden oie günstigste Gelegenheit aeaeben den falschen Prinzen Alexius zu sehen und ihn vor dem ganzen'Hofstaate in Palermo zu entlarven. Wenn dies erst ge­schehen K. lasse sich die staatsmännische Seite der Frage wesentlich einfacher erledigen, und es könne wohl kaum ein Zweifel bestreu, dah die russische und sizilische Macht gemeinsam einen Feldzug gegen den Andronikus unternehmen werde." Ja, er jtagte, um feinen A - fiihrunaen das nötige Gewicht zu geben, noch andeutend bei, man könne auch unmittelbar nach der Entlarvung desBetrügersoen Grohfürstfti ÄtaÄÄ'ernft&aft Auge fassen Der

WLSSMW brarmtwein getrunken hatte, den frommen Wunsch geäußert, haben, der Alerius Deuteros mitsamt seinem Begleiter möge...

An ^einem Aprilmorgen kameii die beiden in Palermo an. und

WM S°°«° LlSEL-WLM-S- Geschäfte verlangten feine Anwesenheit M Wbft

den Kanzler Ajellus in den Thronsaal bitten, wohin er ficy RMKWWWW-S dv'Ä fSÄffis. S" mi» 'Äüllc ihm die große AufschriftRur für den König" entgegenspiang. Er wecktalte einm rächen Mick mit dem Kanzler sagte etwas auf normävmis-L unTerttärte den Fremden, er rnüfte f«H auf eine kurz- Stunde in sein Kabinett zurückziehen, da es sich offenbar um Anaeleaenheit von größter staatsmännischer Tragweite Hand .

Frühstück im Garten reichen lassen und fiewiel^r zu sich

Wenn er mit dem Kanzler die Sache besprochen fjabe. @nnxter

In seinem Zimmer warf er sich auf einen Diwan und der Kanzler verlas das Schreiben, in dem recht wenig stand, am Anfang

\ Worte von der Gnade Gottes, im mittleren Deck

? Gottes Weisheit, und am Schluß von der Freude, .die russow« Zar empfinde, dem berühmten sizckanbch«i König und Au ^r- Gottes Gnaden einige bescheidene Geschenke als Zeichen s - cnelI

ehrung durch den Erlauchten Prinzen Alexius Deuteros den Konm und dessen Vegleiter Maleinos überbringen zu lassen. In Fußnote stand vermerkt, .es solle nicht vergiften furzest

hinzuweisen, daß Alexius den Pnnzen gleichen Aamens. l^r zur^

, in Palermo weile, für keinen wahren Prinzen halte, waszu ero > scheiden natürlich weder in der»lichleit noch m der Absicht w

unveränderte Kühle des Herzen«, datz selbst diese vielen vornehmen Leute, wenn sie einmal ganz unter sich waren, meinten, daß sie noch niemals an irgendeinem Fürsten eine solche natürliche und angeborene Hoheit des Wesens verspürt hätten. Und sie waren gerade zu der Zeit am tiefsten von der wirklich kaiserlichen Haltung des Prinzen Überzeugt, als Umstände eintraten, die auch die Veweise eines wirklich kaiserlichen Wesens verlangten.

Die Kunde von den Ereignissen in Palermo war natürlich nach Vhzanz gedrungen, wo der Kaiser Andronikus ein grausames Regi­ment führte, und von Vyzanz auch nach Rußland, wo ein Reffe des Kaisers Emanuel, Alexius Deuteros mit Rainen, nach dem Lod seines Oheims am Hof des Zaren Zuflucht gesucht patte. Dieser junge komnenische Prinz nun geriet außer 1'4 vor Wut, als er die Rachricht von der angeblichen Rettung des Kronprinzen vernahm, und erhob ein großes Geschrei, der gute König Wilhelm sei einem Schwindler zum Opfer gefallen. Rie und nimmer fei der Thronerbe am Leben, er könne die Bewege dafür erbringen daß sein Vetter ermordet und ins Wasser versenkt worden fen Diese Deden wurden auf das nachdrücklichste unterstützt von einem Griechen mit Damen Maleinos. dec als Vertrauter des Alexius ®eutewä am Hofe lebte und seinen jungen Herrn antrteb. den Eckchen Kaiser um eine Einmischung anzugehen. Der Prinz, versäumte Mich nicht, dies in fast herausfordernder Weise zu tun intern er immer wieder von neuem sagte: er habe einen Stoiefacgen Äamtü 8U kämpfen: gegen einen Betrüger in Palermo und einen Thrvnrauvei

Vorstellungen.

So sind wir nun leider gezwungen, mit einer ganzen Reihe von Frage­zeichen zu schließen. Wir wissen, daß unsere Erde, diewohlgegrum.ete, dauernde Erde", wie Goethe jagt, nicht so unabänderlich ist, wie sie aus» steht. Wir wissen, datz in ihr Kräfte wirksam sind, die anscheinend Hundert­taufende von Jahren immer in demselben Sinne wirken, und daß sie schließlich Veränderungen hervorbringen, deren Ausmaß unser Erstaunen hervorruft. Aber die physikalische Natur dieser Kräfte ist vielfach noch dunkel und rätselhaft, und hier bleibt der Forschung künftiger Zeiten noch ein weites Feld.

Die Geschichte des Prinzen Alexius.

Von Albert H. Rausch.

(Schluß.)

Die Königin Johanna hatte nicht ganz so unrecht mit ihrem Urteil, denn der junge Prinz zeigte entschieden mehr Hang fur die schönen Künste und Len Umgang mit Damen, als für Waffen- Handwerk und Staatsgeschäfte. Dem König aber war diese Anlage nur angenehm, und er versäumte in nichts, der Erziehung de» jungen Kaisersohnes die Vollendung zu geben, die ihr noch fehlte. Vor allem sorgte er dafür, datz sich der feingebildete Richard A;ellus des Knaben annahm, waS keiner besonderen Bemühungen bedurfte, und daß ihn der Prinz Abdurrhaman in die Geheimnisse der ara. bischen Sprache einweihte. Alexius lernte daS Reue mit erstaun­licher Leichtigkeit, bewahrte aber bei aller Freundlichkeit eine W