Ausgabe 
12.2.1927
 
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Unterhaltungsbeilage Zum Gießener Anzeiger

Kummer \2

Samstag, den U-Februar

Jahrgang 1927

Die heilige Erde.

Von Walter von Molo.

Du hast dich mit Erd« beschmutzt, so sagte die Mutter, und das Kind, das Erde war, strich hastig die Erde von sich; die Erde, die wir sind, die wir waren, die wir werden, auf der wir leben, die uns Wohnung, Kleidung, die uns Essen, Trinken und das Holz unseres Beites schenkt, in dem wir gebären und sterben;

die den Sarg sür uns wachsen läßt, unsere Totenkerzen, das Kreuz,

di« Blumen des Schmuckes, die Orgel, die singt, das Glas unserer Brillen,

die den Schirm und den Stock liefert, mit denen wir stelzen, den Stein zum Kunstwerk, die Feder zum Schreiben, das Buch zum Lesen,

die das Feuer enthält, das heilende Bad, auf der wir uns lieben,

aus der die Vögel stammen, in die sie finken, wie unsere Eltern und Ahnen,

auf her dis Wälder, die Meere, die Seen sind, die jede Kraft, die den Tag und den Abend schafft und alles und alles: solche Erde beschmutzt nicht.

o Mutter, sie ist heilig!

Erde sind wir, es gibt nichts ohne die Erde auf Erde: und der Himmel selbst, der Himmel selbst, o Mutte auch er, auch er

wölbt sich nur über die Erde, weil die Erde ist, die niemals, niemals beschmutzt, die wir beschmutzen, die Gottes Leib ist, umzogen von Gottes ewig atmenden Winden.

Hieronymus im Gehaus.

Von Wilhelm B o e ck.

Dürers StichHieronymus im Gehäus" ist ein Blatt von einem ganz besonderen Reiz der Stimmung. Es ist ein Jnnenraum mit kahlem Fuß­boden, roher Brettsrdecke und glatten Wänden, aber von einer Beseelt­heit und einem Wohlbehagen, daß eine stille Freude von ihm auf den Betrachter übergeht. Wohl flutet das Licht großartiger durch die Ver­kündigungskapelle von Grünewalds Jsenhsimer Altar, jeden Winkel aus­spülend und die körperliche Erscheinung klärend; doch das Sonnenspiel, das Dürers Hieronymusbild durchwebt, löst dem Bewohner eines Klimas, das so wenig wirkliche Sonnentage kennt, ein befreiendes Gefühl der Würms. Nicht der grelle Strahl der Sommersonne zeichnet ein scharfes Helldunkel in die blitzblanke Nürnberger Stube, sondern das er­wachende Frühlingsgestirn spendet seinen matten Hauch durch die reizen­den Butzenfenster, malt die kleinen runden Flecke mit den zarten Tren­nungskreisen in die Fensterleibung, fiedelt über die Maserung des Hol­zes und hüllt einen feinen Schleier um alles, was in diesem Gemach tot und lebendig ist.

Da sitzt an einem Tische der Mittelpunkt der ganzen Komposition, der heilige Hieronymus selbst, angetan mit feiner Kutte, und schreibt an dem kleinen Pültchen mit spitzigem Kiel seine lateinische Bibelübersetzung. Ein schwacher Heiligenschein umzittert fein kahles Haupt; leise kräuselt sich sein würdiger Bart ins Buch. Ihm gegenüber in der Tischecke der Kruzisixus, von dem ihm beim Schreiben immer neue Inspiration zu­kommt. Ein zufriedener Ernst weht um diesen Heiligen, in Dürers Zeit­alter einen der beliebtesten. Er teilt ja doch so manchen Wesenszug mit jenem Erasmus von Rotterdam, dessen Geiste damals ganz Europa hul­digte. Ein ernster Wisierschaftler ist dieser Heilige. Das lehren die Folianten, die die Fensterbank schmücken, die Aufzeichnungen und die Papierschere, die hinter das Band an der Rückwand des Gemaches ge­steckt sind. Dicht daneben hängt das Zeichen gläubiger Frömmigkeit, der Rosenkranz, an seinem Nagel. Hieronymus ist jedoch ein Mann einge- zogener, bescheidener Herzensfrömmigkeit und will nicht vor der WAt glänzen. Zwar ist er ein hoher, geistlicher Würdenträger, doch hängt nicht dort der Kardinalshut gelangweilt an der Wand, als drohe er zu ver­stauben? Was aber anderen als reinster Ausdruck unfruchtbaren Todes erf deinen mag, das ist bei ihm ans Licht gezogen. Das hellste Fleckchen auf der Fensterbank nimmt der Totenschädel ein, für Hieronymus Keim großer Gedanken von der Vergänglichkeit des Irdischen. Aber nahe dabei, unter der Bank, laden die Pantoffeln ein, winken vom Sitze die wohligsten Kissen zu behaglicher Beschaulichkeit. Man fleht da ein ganz anderes Bild heraufsteigen. Die Fenster öffnen sich auf den gestirnten Nachthimmel, und davor lehnt sinnend Hieronymus, in der Hand den Schädel, und in

der Ecke rinnt die Sanduhr, läuft die Zeit. So ist jedes Ding von ihm als dem guten Geiste des Gemachs belebt und nur für ihn da. Er ist eben der Hieronymus im Gehäus. Und wie wohl fühlt sich hier die lebendige Kreatur, die seine Wohnung teilt. Aus den sorglosen Mienen des schlum­mernden Hundes lesen wir die große edle Naturliebe seines Wohltäter« ab, und der mächtige Löwe mutet trog seiner gefährlichen Tatzen gar nicht dräuend an, scheint vielmehr ein durch die Güt« des Hieronymus über­wundener, reuiger Sünder zu fein, was er ja auch in der Tat ist.

Diesen König der Wüste hat die Legende mit liebenswürdigen Zügen aus Märchen und Fabel ausgeftattet. Er fand zu dem Heiligen den Weg, als er, die Pfote von einem Dorn verletzt, vergebens nach Heilung suchte, und blieb, da Hieronymus ihn nun von seinem Peiniger befreit hatte, in dankbarer Anhänglichkeit fein Hausgenosse. Alle Raubtiermanieren legte er ab und weihte sich als Büßender dem Dienste des Heiligen. Der konnte ihn aud) recht gut gebrauchen; denn wenn man Bücher schreibt, gibt man sich nicht gerne damit ab, einen Esel auf der Weide zu hüten. Andererseits hatte aber Hieronymus den Esel nötig, da er ihm das Holz aus dem Walde heimtragen muhte. So war er sehr erbaut, einen eifrigen Wächter für fein Grautier gefunden zu haben. Nur einmal glaubte er, j bei dem Löwen einen Rückfall in die alten üblen Gewohnheiten feststellen i zu können. Das kam so. Lange Zeit versah der Löwe getreulich seine Pflicht, da geschah es zu seinem Unglück, daß er sich einmal auf der Wiese von der Müdigkeit überraschen ließ und einschlief. Diesen Umstand benutzten freche Räuber, den Esel zu entführen. Trostlos irrte der ge­prellte Löwe umher und suchte lange umsonst nach feinem Schützling. Als er endlich allein heimkehrte, glaubte Hieronymus, aus feinem ge­drückten, scheuen Wesen nicht anders schließen zu können, als daß er den Esel in einer sündigen Anwandlung ausgezehrt habe, und hielt ihm eine lange Strafpredigt. Der Löwe, ganz schwermütig geworden, streifte nun Tag und Nacht durch die Gehege des Tals, den Esel zu finden, bis er die Räuber schließlich auffpürte, ihnen ihren Fang abjagte und stolz nach Haufe transportierte. Da ging Hieronymus ein Licht auf und es fiel ihm ein, daß der arme Angeklagte ja gar nickst blutbefleckt gewesen fei. Die Diebe aber folgten der Spur des wunderbaren Tieres, erflehten und er­hielten Verzeihung und Segen des frommen Mannes.

Dürer hat mit dem Hieronymusblatt eine neue Form des Heiligen­bildes gefunden; die große Einzelfigur, die dramatische Handlung sind hier einem Heiligengenre gewichen. Ein echtes Genrebild von so leisem Stimmungsgehalt, daß man meinen muß, die Feder über das Papier rascheln und die Bücherwürmer in den Folianten bohren zu hören, hat uns der Nürberger Meister 100 Jahre vor der Blüte des holländischen Interieurs geschenkt. Der Stich ist 1514 unter seiner Nadel entstanden, etwa gleichzeitig mit den beiden anderen großen Blättern derRitter, Tod und Teufel" undMelancholie". Stets vertraute Albrecht Dürer seine liebsten Geheimnisse der mmutiöfen Technik der jungen Kupferstecher­kunst an; seine Stiche waren daher, im Gegensatz zu den populären Holz­schnitten, für einen Kreis verständiger Liebhaber berechnet. Aber keinen Nachhall hat der entzückende Jnnenraum in Deutschland gehabt. Was man damals von Dürer wollte, klare Formeln für monumentale Dar­stellung im Sinne der Italiener, bas fand man im Hieronymusblatt nicht, und man ging daran vorbei. So steht derHieronymus im Gehäus" einzig in Dürers Werk, einzig in der Kunst seiner Zeit.

Von der Entstehung der Alpen.

Von Profesior Dr. Weilburg.

(Nachdruck verboten.)

Wer je in Südbayern oder Tirol oder in der Schweiz in ehrfürchtiger Bewunderung die Bergriesen der Alpen erblickt hat, den wird die Frage and) ihrer Entstehung etwas sonderbar anmuten. Wenn etwas mit dem Anspruch auf Ewigkeit vor uns hintritt, so find es so gewaltige Stein­massen, und selbst wer da weiß und fühlt, daß nichts auf dieser Welt ewig ist, dem wird es doch auf den ersten Blick vermessen vorkommen, daß sich das winzige Menschlein mit seinem nur wenige Jahrzehnte um­spannenden Leben anmaßt, den Gesetzen des allmählichen Werdens dieser scheinbar ewigen Natur nachzuspüren.

Aber selbst ein wenig geübtes Auge sieht an unzähligen Stellen, daß diese Felsmassen die Wissenschaft nennt sieSedimentgesteine" durch Ablagerung aus dem Meere entstanden sind. Die Schichtenbildung beweist dies ja aufs klarste, und da das Meer immer unten war, so ist es klar, daß nach der Bildung der Gesteine die gewaltige Hebung statt­gefunden haben muß. Dabei sei gleich bemerkt, daß die Zeiten, die solche Gebirgsbildung erfordert, zwar mit dem Maßstab menschlicher Geschichte y-meffen, fast als unermeßlich lang anzusprechen sind, daß sie aber ver- ^»chen mit den Zeiten, auf die unsere Erde feit ihrem Erkalten schon zurückblicken tarnt, als ziemlich kurz erscheinen.

Merkwürdigerweise ist die Erkenntnis, daß die Alpen ein Falten­gebirge lind, noch nicht sehr alt. Mer die Gesteinschichten zeigen tatsächlich