H toar
"e Hand e bitter
tt. Der Ts war Schlim- r einen haben, zu fein, it) sann ne und
ter den |
in den /
für die Schlitz, h hatte adellos I pfuscht« ) war es
Zeich. allem.
stöhlen, Tasche. Barum
er von kaffen- >, alles Teufel wissen, solchen guten s eine immer if den i traf, is der
Aber >ie die heute, illends , eine m lief Tages, unter« ägkich- etwas r. Un- >angs- f
h den f
■ Welt vürde. -heure Baffen : n den neiner
Tot- jener j nferer e und
Me. Säger. 8olks- Jaften hatte vom bloß war aus, schon ’tmas -l, er n be- hatte aber >änd« men= und f d den chrte, auf- und
Digen trfen. ! igfeit mich
:ßen
Merhaltungrheilage ZAM Gießener Anzeiger
8
Jahrgang P2?
Samstag, den y.Juli
Rümmer 54
Aus dem „ChSruMnischeu Wandersmann-"
Von Angelus <5 i t e f i u s.
Mensch, werde wesentlich; denn wann die Welt vergeht, So fallt der Zufall weg, das Wesen das besteht.
*
Ein wesentlicher Mensch ist wie die Ewigkeit, Die uikverändert bleibt von aller Aeußerheit.
*
Nichts ist, das dich bewegt, du selber bist das Rad, Das aus sich felbsten läuft und feine Ruhe hat.
*
Die Liebe, wenn sie neu, braust wie ein junger Wein;
Je mehr sie alt und klar, je stiller wird sie fein.
Gott ist in mir das Feur, und ich in ihm öer Schein: Sind wir einander nicht ganz inniglich gemein?
*
Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein: Er kann, nachdem er's macht, Gott oder Teufel fein.
*
Mensch, was du liebst, in das wirst du verwandelt werden; Gott wirst du, liebst du Gott, und Erde, liebst du Erden.
Die Rose, welche hier dein äuß'res Auge sieht, Die hat von Ewigkeit in Gott also geblüht.
Angelus StleflMS, Zu Johann Schefflers 250. Todestage. Bon Dr. Paul Landau.
Die Mystik ist stets eine besondere Befruchterin der Dichtung gewesen, und von einem Hauch des Mystischen ist alle große Poesie berührt. So durchdringt dieser Geist der Vergottung und Allbeseelung indisches und chinesisches Dichten, schwebt auch über der dyonisischen Sphäre antiker Literatur. Eine eigentliche Hochblüte mystischer Poesie ist erst bei den Persern erstanden und entfaltete sich nicht viel später im christlichen Mittelalter. Ein bedeutender rein mystischer Poet ist aber in der deutschen Gotik nicht heroorgetreten. Erst di« zweite starke Welle mystischen Fühlens im Barock schenkte uns einen großen Dichter dieser Art in Johann Scheffler, dem „Angelus Si 1 esiu s", dessen Todestag sich am 9. Juli zum 250. Male jährt. Die Spräche, die er in seinem „Cherubinischen Wandersmann" gesammelt hat, gehören zu dem Höchsten, das die um die einigen Geheimnisse kreisende Phantasie gesckmffen hat, und finden ihr« Parallele und Fortsetzung nur in einigen Schöpfungen der seelenverwandten Romantik. Neben dem „schlesischen Philosophen" Jakob Böhme steht der „schlesische Engel" Johann Scheffler, der sich so nach dem spanischen Mystiker Johannes ab Angelis nannte, als die wundersamste Blüte der deutschen mystischen und der deutschen Barockdichtung.
Wie so vieles Große und Schöne ist er lange vergessen gewesen. Wenn auch einige Auserwählte unter seinen Zeigenossen, so Leibniz, die Bedeutung des schlesischen Poeten — allerdings mehr in gedanklicher als poetischer Hinsicht — erkannten, blieben seine unter dem geheimnisvollen Decknamen erschienenen Dichtungen doch ziemlich unbeachtet, ja, es konnte sogar um die Mitte des 19. Jahrhunderts geschehen, daß ein Dr. W. Schrader behauptet, Scheffler habe die Schriften des „Angelus ©ilefius überhaupt nicht verfaßt, eine Theorie, die den verdienstvollen August Kahlert zu einer eingehenden Widerlegung und damit zur Begründung der eigentlichen Forschung über den Dichter veranlaßte.
Damals war der wundervolle Klang seiner Reimpaare bereits zu neuem Leben erweckt durch die Romantik, die in ihrer Verehrung für Jakob Böhme auch feinen Landsmann und poetischen Ausdeuter bewunderte. Friedrich Schlegel wies nachdrücklich auf ihn hin, Schleiermacher zitierte ihn, Hegel stellte ihn unter die großen Dichter, und, von seiner Frau Rahe! angeregt, gab Bornhagen einen feinen Auszug aus dem dicken Schweinslederbande, in dem die Poesie des „Wandersmannes" so lange verschlossen gewesen. Aus dem Handexemplar Rahels, das ihm der Gatte geschenkt hatte, aber erblühte Gottfried Keller die blaue Blume dieser dunkel leuchtenden Poesie, und seine Begeisterung für den „vehementen Gottesschauer", in dem er den Pantheismus seines Lehrers Ludwig Fauerbach vorausgeahnt sah, sand ihren Ausdruck am Schluß des „Gränen. Heinrichs", da der Pfarrer auf dem Grafenschloß mit den Versen vom „gefrorenen Christen" dem Helden so sehr das Herz erschüttert. Ans der schönen Charakteristik in Kellers Roman ist die Begeisterung für Angelus ©ilefius allmählich Gemeingut geworden. Der sehr weltliche Otto Erich Ejartleben, der für die „geistreichen Sinn- und Schlußreime" des
cherubinischen Wanderers eine mehr artistische Vorliebe hotte, gab in seinem hübschen Brevier eine Anschauung von seiner verzückten Wellbetrachtung, und den ganzen Reichtum dieses Werkes breitete Wilhelm Bolsche m seiner Ausgabe aus, der er eine gedankenschwere Einleitung über das Wesen der Mystik überhaupt vorausschickte. Heut« ist der Angelus ein lebendig wirkender Dichter unter uns, dessen Werke mannigfach neu gedruckt wurden und desien Leben und Schaffen durch Georg Etlinger in seiner soeben erschienenen großen Biographie eine grundlegende Darstellung erfahren.
Was ist es, das uns die gotttrunken« Weisheit dieses Dichters so nah« rückt, wie nur irgendeine Stimmung unserer Zeit? Bölsche hat dies« Frage treffend beantwortet: „Ewig und imvergänglich ist die reine Dichter- und Seherstunde, die diese Verse schuf. Wo Menschen ihrer bedürfen, da taucht sie nach Jahrhunderten wieder auf, in strahlender Kraft, in unverwüstlicher Jugend. Sie ist zur Stelle, wo eine Sehnsucht sie sucht. Stärker als bei den meisten andern Gestatten der Weltgeschichte wird man bei Angelus daran erinnert, daß der Mensch mitten in seinem Leben schon einmal sterben tonn, und daß eine Station seines Geistes für sich auf- erstshen und in die gerne hineinleben tonn, unbekümmert um eine Fort- existenz von damals!" Es ist dieses ewige Ringen der Seele mit dem Engel: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!" — dieses leidenschaftliche Suchen noch Gott und Ruhe, nach Ruhe und Gott, das in den „cherubinischen" Reimpaaren mit echter Dichtergröße ausgedrückt ist und un;re religiös suchende und sehnende Zeit ergreift. Nur der dichtende Mystiker Scheffler beschäftigt uns heute noch, nicht der eifervolle Streiter und Pamphletist, der in theologischen Kämpfen sich auf rieb.
Es scheint, daß Schefflers leidenschaftliche Erregbarkeit, die ihn fein ganzes Geben in Unruhe und Begier umtrieb, das Erbteil feines Vaters war, den er ebenso wie die gute Slutter früh verlor. Nach langen Studien im Ausland, die mit der Erlangung des medizinischen und philosophischen Doktors in Padua 1648 abgeschlossen wurden, trat der junge Arzt erst in Breslau, wo der Dichter Czepko von Reigersfeld Einfluß auf ihn gewann, und dann in Qels, wohin er als Leibmedil'us des Herzogs berufen wurde, M den mystischen Kreisen der Heimat in nahe Beziehung. Böhmes nächster Freunds und erster Biograph Abraham von Frankenberg wurde sein Seelensührer, bei dessen Tode er in einem tiefempfundenen „Ehren- gedächtnis" seinen dichterischen Dank abftatlete. Durch das Studium der alten deutschen, aber auch der neuen spanischen Mystik war Scheffler damals bereits mehr und mehr dem katholischen Glauben gewonnen, legte sein Amt bei dem protestantischen Herzog nieder und wurde 1653 Katholik. Als Hofarzt Kaiser Ferdinands III. widmete er sich zunächst noch praktischer Tätigkeit, wandte sich dann aber immer aussckließlicher den religiösen Dingen zu, wurde Priester und bekämpfte in erbitterten Streitschriften, die sprachlich von großer Anschauttchkeit und Eindringlichkeit sind, den Protestantismus. Rasch erschöpste sich sein solcher Ausregungen nicht gewachsener zarter Körper, und so starb er am 9. Juli 1677 im Breslauer Matthiasstift.
„Die Wett ist meine See, der Schiffmann Gottes Geist,
Das Schiff, mein Leib, die Seel' ift’s, die nach Hanfs reift."
Dieser „Schlußreim" des „Wandersmannes", der übrigens merkwürdig an das Wort des Novalis: „Wohin gehen wir? Immer nach Haufe!" anflmgt, kann als das Leitmotiv feines Lebens gelten. Die himmlische Heimat hat Scheffler inbrünstig und unermüblid; erstrebt; sie ist das Ziel dieser Dichierwanderschast, die so herrliche Früchte trug, aber in ungestilltem Suchen und Sehnen endete. Sein berühmtestes und künstlerisch höchstes Werk, die „Geistreichen Sinn- und Schlußreime" oder „Der cherubinische Wandersmann", dürfte nach (Ettingers überzeugender Annahme in den ersten und wichtigsten Büchern vor dem Uebertritt entstanden sein. Die befestigte, verzückte Stimmung seiner ersten katholischen Zeit atmen die vier ersten Bücher seiner „Heiligen Seelenlust aber verliebten Psyche", in denen sich aber doch mehr barocke Süßlichkeit und prunkender Schwulst heroorwagen. Freilich ist auch hier der große Dichter nicht zu verkennen, der in herrlichen Liedern seine Visionen besingt und auch stark«, feurige Klänge anschlägt, wie in dem bekannten Liede „Mir nach, spricht Christus, unser Held". Selbst in seinem, paradiesische Wonnen und höllisches Grausen gegenüberstellenden Spätwerk „Sinnliche Be- schaffenheitz der vier letzten Dinge" hat man hohe dichterische Kraft finden wollen, während andere darin nur „seelenlose Dürre" erblicken.
Doch wie man auch zu diesen Nebenwerken steht, di« als Bekenntnisse eines religiösen Sehers ihre Bedeutung haben — die Unsterblichkeit und der Ewigkeitswert des Angelus Silesius birgt sich in den Reimen seines „Wandersmannes", in den mehr als 1500 Gedichten, meist Zweizeilern, in denen er feine eigentümliche unb doch uralter Mystik entflammerche Weltanschauung offenbart hat. Die Philosophie Schefflers — wenn man von einer solchen sprechen will — steht jedenfalls der Böhmes näher As der Spinozas, obwohl er manches mit dem Pantheismus des großen Denkers gemein hat. Als echter Mystiker findet er das Göttliche weniger in der Umwelt als in feinem Innern, unb so ist sein Denken weniger Philosophie als Religion, «in mit großartiger dichterischer Beseelung ge-


