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— Bruck und Verlag: Drühl'jche UniversitätS-Duch- und Steindruckeret, R. Lange, ®
Verantwortlich: l)r. Hans Thyriot.
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dem Wasser schwamm: r .. .
„Ich preise mich glücklich, bah 2Hr zu mir gekommen seid.und mich so der schmerzlichen Notwendigkeit enthebt, als bittender (Flüchtling Eure Schwelle zu überschreiten. Ihr werdet es verstehen, daß ich nicht gerne die Tage wachrufe, die mein Leben zertrümmert haben, und es ist deshalb gut, wenn ich Euch sogleich das wenigs sage, düs dem Berichte des Nikephoros zuzufügen ist, der mir soeben seine Unterredung mit dem Oberrichter erzählt hat. Ihr könntet mich nach meinem Vater, nach meiner Mutter fragen: ich mühte vor Scham erröten und Euch die Antwort schuldig bleiben. Denn ich kannte sie kaum, und wenn ich sie sah, so war es nur im Vorübergleiten, in steifen Prunkgewändern, bei den großen Empfängen und Festen des Hofes, zu denen ich zugelassen wurde. Mein Vater war so sehr durch die Geschäfte des Staates in Anspruch genommen, dah ihm für seinen Sohn keine Zeit blieb. Manchmal küßte er mich. Dann
sagten die Diener: Der Kaiser hat Euch geküßt — und nie: der Vater. Meine Mutter aber — Erspart mir, von ihr zu sprechen, Ich hatte keine Mutter. Und als mein Vater starb..."
„Redet nicht weiter, Alexius! Weckt diesen Gram nicht aus. Eure Mutter hat qualvoll gebüßt. Aber sagt mir etwas von Eurer Lugend, von Eurer Kindheit."
Alexius schüttelte wehmütig den Kopf:
„Was soll ich Euch von meiner Lugend tagen, von der ich kaum etwas weih? Weitz denn ein byzantinischer Prinz überhaupt von irgendeinem Ding etwas? Weih er, warum er hierhin, dorthin geht, warum er nutt in einen, Landhaus wohnt und nun im Palaste, warum heute ein Feldherr neben dem Kaiser sitzt und morgen in feinem Blute schwimmt? Warum für Tausende von Denaren ein Bild in ein« Kirche gestellt und morgen zerschlagen wird? Weih er, wozu die Leute um ihn, her im Palaste Herumlaufen, warum der eine ein rotes Kleid mit dem braunen Dreieck auf der linken Schulter und der andere ein blaues mit dem gelben Viereck auf der rechten trägt? Weih er, wer Freund, wer Feind ist? Vertrauter und Verräter? Bedenkt: ich bin erst fünfzehn Lahre alt, ein halbes Kind, und zehnmal mehr ch Kind, als meine Wünsche es zu sein trachten: nur unter Dienern au|, gewachsen, in einer Einsamkeit, die keinen Namen hat."
Da seufzte der König, seiner eigenen bewegten Lugend gt> denkend, der eine kluge Mutter zwar gute Erzieher, aber auch kein Uebermah an Liebe gegeben hatte, und sagte:
„Wenn Lhr nur ahntet, Alexius, wie ich Euch verstehe! Lch suhl« Euer ganzes Schicksal und nehme daran teil mit meinem Herzen!' „Lch danke Euch," sagte Alexius, und hob seine schweren, feucht, gewordenen Augen zu den hellblauen des Königs empor, die dem schönen, lebhaften Gesicht eine große Güte und Offenheit verliehen „Ich danke Euch unendlich, und ich hoffe,, Lhr vergönnt es mir, an Eurem Schicksal in der gleichen Weise teilzunehmen."
„Seid mein jüngerer Bruder, Alexius I" rief Wilhelm. „LH, wißt, ich lebe einsam mit meiner Gemahlin Johanna."
Ich will es sein. Dem KomneneU gibt der Normanne ein, Heimat..." sagte Alexius und lächelte plötzlich so menschlich nch und schlicht, daß Wilhelm fast ungestüm die zarten, hingehaltemn Hände ergriff und lange nicht mehr los lieh.
Am selben Tage noch, um die sechste Abendstunde, hielten Aiechi und sein Diener Nikephoros ihren Einzug in den Palast, in seid« Sänften getragen und von unzähligem Volke begleitet. Die Schloß- wachen begrüßten die Ankömmlinge mit Trompeten, Trommeln unb. Eymbeln, aus allen Fenstern und von den Zinnen winkten und warfen Blumen, an der Rampe des großen Aufganges aber war der Hof versammelt: Der König Wilhelm, in blassem Purpur, die Königin-Mutter Margarete, in Schwarz und Violett, mrt grauen Haar und etwas angegriffenen Zügen, die Königin Johanna m dein lavendelblauen Kleid, das ihr vor kurzem der Sultan Jussus an! Tunis geschenkt hatte, und die Prinzessin Constanze, ganz in w-W Seide und mit der Rubinenhalskette geschmückt, die iyr BarbroI« im Namen seines Sohnes übersenden ließ, der Erzbischof Walm Offamilio, der Kanzler Matthäus Ajellus fern reizender Sch Richard, die beiden jungen Grasen von Avellino mit ihren Da« der Großadmiral Margeritus, der Graf Jordanus, der .oaumeita Bonnanus von Pisa, der gerade die Dronzetüven für Ben Dom m Monreale fertigstellte, und der junge arabische Prinz AbdurrhaWz.- der von Granada zu Besuch gekommen war und sich, wie man lagte, der besonderen Gunst des Königs erfreute. ...
Alexius trug ein gelbseidenes Gewand und hatte über Jen schwarzes Haar den schmalen, kaum sichtbaren Kronreif gelegt. Sm Züge waren unbewegt. Er küßte den Königinnen und der Constanze die Fingerspitzen, verneigte sich leicht vvr den aMM Damen und lieh sich von dem König abermals die zwiefache W armung gefallen, wobei ihm der leise Duft entgegenstromt-Uw Wilhelm in seinen Leibröcken zu tragen pflegte, ilm wbes feierte Gespräch, das ihm peinlich war wie alles, was nach einem 2lu,M aussah. zu vermeiden, sagte er nicht sehr -laut, aber doch so, W die Umstehenden es hören konnten: . &
„Die Essenz, die Ihr tragt, erinnert mich etwas an den w der Oleanderbäume, die ich über alles liebe."
„Genau wie ich!" rief der König. „Genau wie ich! 3fl.eS« seltsam, daß wir selbst in solchen kleinen Vorlieben ubereinstimE
„Gewiß, nur scheint es mir, dah die gleichen Vorlieben «u » gleichen Düften gar nicht ganz so unwesentlich seien, w,e L - Majestät es hinstellen", bemerkte der Prinz, wagrend er neben König in die Halle trat. ,, __
„Entzückend!" flüsterte Constanze, die gerade ihren &retBW Geburtstag gefeiert hatte, „entzückend!" .
„Very nice, indeed“, meinte die Königin Johanna (sie stam»^ aus "England). „Perhaps too delicate!“ . .
Und Richard Ajellus zu dem mandeläugigen Prinzen -wo» haman: _
„Was dünkt Euch nun, mein Teurer?
. „Dah ich wohl bald reisen kann..."
„Pfui!" lachte Richard, während er in das Innere des 4° i trat, „wollt Ihr so rasch das Feld verloren geben aus schöne Wettstreit erst beginnen soll? Seht mich, sofern 2yr versteht, als Euren Bundesgenossen an...“
So war der Einzug des Prinzen Alexius aus Byzanz Hofburg von Palermo. "—
(Fortsetzung folgt.)
r .Ihr seid von Gott geschickt! Ihr müht helfen, zu entkommen Bedenkt. was auf dem Spiele steht... Bedenkt den Lohn, der Euch winkt: Ihr rettet den rechtmäßigen Kaiser! Kennt Ihr
Seitenausgänge? Ich habe Gold, viel Gold...
„Gebt her!" flüsterte der andere. „Ich schwöre Euch bei dem Blute Herrn, Such zu helfen...“
„Und Euer Begleiter?" „
Er schläft! Ein Engländer, der das Saufen nicht lassen kann!
”©o eilt! Bestecht die Wachen..." ..._
Ich stand, das Schwert in der Faust, um den Schläfer zu toten, wenn er erwachen sollte... ich stand wohl eine Stunde, verzweifelnd, in iedem Augenblick den Wahnsinn fuEend. Da sah ich vom Ende des Ganges her den fränkischen Soldner winken 3ch lief in das abgelegene Gemach, wo der Prrnz schlief, nahm den Halberwachten vom Lager auf, flüsterte ihm zu, ganz still zu bleiben, raffte rasch die Decke und das Lagesgewand zusammen um> verschwand im Dunkel. An allen Treppen 'schliefen die Wachen, die Pförtner des äußeren Tores, di« sich widersetzt hatten, lagen er»
m°r^5a6t Ihr noch von dem Gold?" rief ich dem Söldner zu.
"Äoch eine Menge!"
„So weiß ich, wohin: Zu meinem Freund, dem Pferdezuchtee Lrasvbulos. Dort ahnt uns niemand.“ , „
Um die zweite Morgenstunde kamen wir vor dem Hause an, der Prinz der Söldner und ich, und wurden aufgenommen, tot« es besser nicht sein konnte. Drei Wocheii hielt mein Freund uns verborgen bis es uns gelang, in unerkenntlicher Verkleidung an das Äser des Meeres zu gelangen. Ja, es wurde mir sogar noa) ermöglicht. durch den Soldaten, der sich als der treueste Diener erwies aus dem Schloß, das wir so viele Jahre bewohnt hatten, kostbare Kleider Decken, Schmuckstücke und Gold holen zu lassen, so daß wir, mit reichen Mitteln versehen, auf einer russischen Galeere zunächst nach Odessa und von da über Deutschland nach Venedig Gelangten. Dort starb zu unserem größten Schmede, der fränkische Söldner an einem raschen Fieber, ohne dah der Prinz ihm seinen Edelmut durch anderes als eine rührend« Zuneigung hatte lohnen können: obwohl es mich selbst ja dünkt, dah es schon Dankes genug sei für ein Menschenlebeii, so sehr von einem Purpurgeborenen 9elle®tefeU§ *Herr,"'ist die Geschichte des Prinzen Alexius, wie sie sich zutrua im Jahre 1182, dem Jahre des Schreckens und der Frevel. Viele Städte haben wir seitdem gesehen, Odessa, Charkow, Wien, Passau, Kostnitz, Mailand, Venedig, Florenz, Rom, Neapel — bis uns der Ruhm Eurer Stadt und Eures Königs nach Palermo führte^ei jjer Richter, „seltsame Dinge geschehen auf
Erden. Lebt wohl, mein Freund! Morgen abend wohnt Ihr m anderen Gemächern!" $
Am nächsten Morgen geschah das Außergewöhnliche:
Vor dem Gasthof des Melittos aus Girgentl hielten die Wagen des Königs Wilhelm, deren jeder mit zwei silbergezaumten Schimmeln bespannt war. Der Fürst, erschüttert von der Kund« des Richters hatte die Nacht über kaum ein Auge zugetan, obwohl ihn seine Gemahlin Johanna weniger als sonst banun gequält hatte, doch an die immer noch nicht gelöste Frage der Erbfolge zu benten, und beschlossen, selbst den Prinzen aufzusuchen, um ihm. den Palast oder das Lustschloß Cuba als Wohnung anzubreten. Alexius hatte gerade ein Schreiben an sein« Braut, die kleine französische Prinzessin Agnes, abgefaht, das er den Kaufleuten aus Byzanz mitgeben wollte, Äs ihm der Besuch des Königs Wilhelm gemeldet wurde. Der Gästhofbesitzer, der vor Erregung kaum den Amnen des Erlauchten Herrschers aussprecheii konnte, erzählte spater, der Prinz habe sich nicht einmal umgewandt, sondern ruhig zum üenster hinaus in das Spiel einiger Möven geschaut, die sich vom Hafen her über die Häuser verirrt hatten. . . , „ ~ r . .
Erhobenen Hauptes betrat der König den hellen Saal und sah dem Prinzen ins Antlitz. Alexius erwiderte den Blick so kühl und gelassen, als es die weiche Glut seiner Augen zulieh und ging dem König einen Schritt entgegen. „ . ,,
„Bei Allah," sagte dieser, „ich preise di« Stunde glücklich, da ich Euch vor mir sehe," und ging bewegten Fußes, indem er ein wenig sein langes arabisches Gewand hob, auf den Prinzen zu. »weid mir willkommen in meinem Land, Alexius, und möge es nur vergönnt fein, alles an Euch zu sühnen, was ein grausames Geschick an Euch verschuldet hat!“ .... , „
Alexius neigte den Kopf und ließ sich die Umarmung gefallen. Dann bat er den König, auf den Polstern niederzusitzen, die in der Mitte des Zimmers um ein fließendes Drunnenbecken gelegt waren, und begann, während er langsam eine Rose zerpflückte, die auf
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