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., selbst wenn sie Und tm Hintergründe lauem di« Sphinx des Wsltenraumes Jino M»
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Labyrinth des Atomkosmos, in dem sich dis Geheimnisse von Stoff inw
Kraft vereinigen.
Verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. — Druck und Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Duch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.
erhörten, ein wenig lüstet. .
Wir vergessen ost, daß alle unsere Physik und Chemie, , .
Musik und Rede drahtlos um den Erdball sendet, Kohle verflüssigt und Atome spaltet, mit dem Makel der irdischen Beschränktheit behaftet ist. Nur an irdischen Stoffen und Körpem mit irdisch begrenzten Kräften
Wenn man früher dem Physiker und Chemiker oft gern den Vorwurf der Vorwitzigkeit auf weltanschaulichem Gebiet« machte, so mehren sich in diesen Tagen die Stimmen, die vom entgegengesetzten Standpunkt aus tadeln. Man nennt die moderne physikalische Forschung „metaphysikscheu , zersplittert", „stillos", „volksfremd', „dem Materialismus oder Skep- tUismus verfallen" ufw. An die Grenzen des Experiments habe sie den herben Verzicht Dubois-Reymonds gesetzt: „Ignoramus et igno- rabimus“ („Wir wissen es nicht und werden es niemals wissen ). Nicht wenige mögen den „Untergang des Abendlandes auch auf dieser Lime suchen. Wer offenen Augen das Feld der heutigen physikalischen Forschung durchstreift, wird leicht das Körnchen Wahrheit, das in diesen Vorwürfen lieat entdecken und die ausreichende Erklärung dazu. .
Denn nicht zum wenigsten ist es ein Gefühl selbstkritischer Bescheiden- heit, wenn nicht Hilflosigkeit, bas den heutigen Physiker zu einer fast übertriebenen Vorsicht und Zurückhaltung bei der Stellungnahme zu welr- anschaulichen Fragen und zur sogenannten Popularisierung seiner Wissenschaft veranlaßt und das ständig wiedergeboren wird durch den Wechsel der Ansichten auf seinem Gebiet durch die verwirrende Fülle der Schatze, die fast jeder Tag offenbart, und durch das Auftauchen von immer neuen und mannigfachen Problemen. Doch di« besten und modernstm Methoden und ihre Hilfsmittel führen schließlich immer wieder an die dunklen
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und Ihre qussminer fuyren ,cyi>em>m uiunci „.v
Grenzen der Erkenntnis und des Könnens, an denen der Wille erlahmt und nur der Zufall steht, der bisweilen den Schleier des Unbekannten, Un-
unb Hilfsmitteln, unter Energie verhaltmfsen der schmalen Grenze von Erdschale und Weltenraum übt sich die experimentelle Forschung. Immer mehr verdichtet sich die Annahme, daß unsere Naturgesetze und Begrifs« ausnahmslos nur schön gemalte Bilder, gut erdacht« „Fiktionen" (oft bewußt falsche Annahmen) sind, mit deren Hilfe wir den Wirrwarr de» Nacheinander der Naturgeschehnisse zu ordnen, zusammenzufassen und zu erklären versuchen ... Ost zwingt ein abweichendes Experiment, eine au» der Reihe fallende Beobachtung zum Verzicht auf jahrhundertelang für richtig gehaltene Anschauungen. Der Pferdefuß der Wahrscheinlichkeit oder gar des Zufalls schaut unter dem Gewand unserer Naturgesetze oft all- zu sichtbar hervor.
Darum werden wir uns vergebens bemühen, die ehernen Gesetze der Welt völlig zu enträtseln. Aber was wir mit den Augen der modernen Teleskope leider allzu deutlich aus ihnen ablesen können, ist, daß im großen Kosmos eine anders geartete Physik und Chemie herrscht als die unsere. Ihre wahren Gesetze werden wohl immer außerhalb der Grenzen unserer Experimente liegen.
Auch haben unser« Experimente nicht die Bedingungen der ungeheuren Weltenraum kälte erreicht, soweit die Rede vom „absoluten Nullpunkt" (—273,09 Grad), der „tiefsten" Temperatur überhaupt einen physikalischen Sinn hat. Immerhin haben die Versuche H. K. Onn«» mit flüssigem Helium und di« Entdeckung des dritten Hauptsatzes der Wärmetheorie von 97 e r n ft gezeigt, daß es sich dabei um eine wirkliche Grenze handelt, der wir nur zustreben, die wir aber nie erreichen können. Für den Zustand und das Verhalten von Kraft und Stoff an diesem Punkte haben sich die merkwürdiAten Aussichten ergeben: Metalle geraten in den „supraleitenden" Zustand, bei denen der stärkste Strom in ihnen kein« Wärme mehr erzeugt, bei der also elektrische Glühlampen und Heizkörper versagen; Gase „entarten", d. h. widersprechen den schönen Gesetzen der Wärmelehre; entsprechende Abnormitäten treten auch hinsichtlich des Magnetismus, der Atom-, Molekular- und spezifischen Wärmen, der Entropie und der Wärmeleitung auf. Vermullich wird di« bunte Reih« unserer Naturgesetz« auf diesem kalten Punkte wenn nicht ungültig, so doch bedeutungslos. Wenn einst der erträumte Flug ins Weltall Wirklichkeit werden sollte, werden die Kühnen vor Schwierigkeiten gestellt sein, die sie mit den Mitteln der gegenwärtigen Physik nicht meistern können. Und doch wird dieser Flug das einzig mögliche Experiment [ein, das uns jenseits der irdischen Versuche bringt. Denn auf Erden hat der absolut« Nullpunkt sich nur auf einige Dezimalen hinter dem Komma berechnen lassen, darüber hinaus aber hat er die Tücke aller Grenzwerte an sich, in deren Nähe di« experimentellen Schwierigkeiten sich zu Unmöglichkeiten steigern.
Für die obere Grenze der Temperatur hat sich bisher weder experimentell noch theoretisch ein ähnlicher Wert feststellen lassen. Hier tappen wir noch völlig im Dunkeln. Zwar besagt das Versagen unserer Vor- stellungskraft nicht das Fehlen einer solchen Tsmperaturgrenze, aber die technischen Erfolge in der Erzeugung hoher Temperaturen, wie sie zur Zeit die Beleuchtungstechnik erstrebt, sind bis heute so gering und unsere Hilfsmittel und Methoden noch so kümmerlich, daß wir zur Zeit mit dem Erfolg Lummers, der in seiner Druckbogenlampe (Elektr. Flammen- boqen unter 25 Atmosphären Druck) unlängst die heißeste (4500 Grad!) Licht- und Wärmequelle erreicht hat, förmlich am Ende der Experiment« stehen. Jenseits dieser Temperatur dehnt sich noch ein ungeheures Feld physikalisch-chemischer Forschung aus, dessen Aufschließung sicherlich die gewaltigsten Erschütterungen und Umbildungen unseres Naturwissenschaft lichen Weltgebäudes zur Folge haben wird. Hat man doch schon theoretisch abgeleitet, daß bei Temperaturen von 10 Milliarden Grad ab selbst die radioaktiven Vorgänge stürmisch verlaufen und bei den Elementen der Zerfall der Atomkerne beginnen muß, unter Umständen mit explosionsartiger Heftigkeit (Nernst). Bis zur Erreichung dieses Zieles müssen wir uns damit begnügen, unsere Kenntnisse und Vermutungen auf dem Gebiete höchster Temperaturen aus der Beobachtung und dem Studium der in den Sternen und Weltennebeln vor sich gehenden Prozesse^adzuleiten, die unter abnormen Bedingungen von vieltausendfältigen Warmezustan-
Heben.
Aehnliches gilt von unterer Kenntnis der h öchsten Drucke und Unterdrücke. Auch hier scheitern unsere Experimente an der beschrankte« Festigkeit des Versuchsmaterials und der Leistungsfähigkeit der zu unserer Verfügung stehenden Kräfte und Kraftmaschinen. Die wenigen hundert Atmosphären, auf die wir es in der Technik gebracht haben, sind sozusagen ein Nichts vor den zahlenmäßig kaum zu erfaffenben Drucken und Spannungen innerhalb der Erde und Erdrinde, in den riesigen sonnenhaften Gestirnen des Weltenraumes, ja selbst in den mikroskopisch kleinen Zellen der Pflanzen- und Tierwelt, in denen „osmotische Drucke" von 4 bi» 20 Atmosphären herrschen (Wurzel- und Bakterienzellen). Hier obwalten wohl die größten Geheimnisse der Natur im Zusammenwirken von Dta- terie und Energie, und der Astronom verkündet augenscheinlich eine groß» Wahrheit, wenn er sagt, daß Extremdrucke und Extremtemperaturen den normalen Zustand des Kosmos im kleinen und großen bedingen.
Jenseits des Experiments liegt auch wohl für immer die größte ® e< schwindigkeih, di« Einstein auf 300000 Kilometer pro Sekunde berechnet hat, der sich die Geschwindigkeit der Kathodenstrahlenteilchen nach Berechnung (!) auf ein Viertel und die der freien Elektronen bet radioaktiven Prozessen auf wenige tausend Kilometer pro Sekun« nähern (280 000 Km./Sek.). Jenseits auch die höchst erwünschten Höchstformen der elektrischen Stromstärke und Spannungen, wie sie tm Gewitter „erlebt" werden. Experimentell unerforscht sind auch noch die äußeren Grenzen der elektromagnetischen Welle« jenseits der Rundfunkwellen und der unendlich kleinen Radiumstrahlen..»
Haartolle; er ist ein verschlagener Teufel und beißt alle Augenblicke den Gespielen ins herabhängend« Sein.
Die zwei größten Orangmänner haben blau leuchtende Backenwulste. Ihre Gesichter sehen aus wie große flache Rundscheiben. Und seltsam winzig funkeln die dunklen Augen, ganz eng gefteat, über gedriickten Nase. Ihre Rücken strotzen von ungeheuren Muskelbandern, und der mittelste Finger ist wohl dreißig Zentimeter lang. z„ -:. .
Einer von ihnen lag die ganze Zeit unten am Boden, das Gesicht auf beide Fäuste gestützt. Sein dichtes Haarkleid schimmerte an den Schul- tern altersgrau. Wie ein böser vorzeitlicher Höhlenbär sah er aus. Trat man in sein Gesichtsfeld, dann schoß plötzlich der unheimlich lange, wollig behaarte, dicke Arm nach vorn, die settschwarze Hand klammerte stch ans Eisengitter und riß scheinbar selbsttätig dieses .stbergroße, schauerliche Gesicht nach vorn. Das Maul öffnete sich, und Lwsschen den Lippen stand gelb das Gebiß, drohten furchterregend die gewaltigen Eckzahne. Knirschen ^Wenn^der Drang ausiprang. hangle sich die obere Hand am Dachbalken an, wahrend die Fußhand unten verankert blieb. Der Käfig aber war mehr als zwei Meter hoch. #
Mit großer Sorgfalt werden di« Tiere gefüttert. Drangs haben «inm lehr emviindlicken Magen; Früchte, die nur ganz leicyi angestoßen sind, können gefährliche DarmkranklMen erzeugen. Gerostetes Wechbrot, mf- tiqe Meraner Trauben, ganz frische Trinke,er, ApfelreiS und Holland!.eher Kakao sind die Hauptbestandteile ihrer Nahrung.
Eine liebliche Freude bereitet die Beobachtung jener tfunulte, bte unterwegs Zuwachs bekam. Der Vater schläft meist, etwas melancholisch, im Strohbett: ein heimwehkranker, edler Indianer. Di« Mutter aber sitzt oben auf einem Querbrett, und auch am Nachmittag, roenn "lle anderen schlafen, pflügt sie mit ihrem Blick jeder Bewegung, die das Kindcheni tut. Ist ein fremder Mensch im Raum, springt sie iah auf, halt di« Ann« geweitet drückt ihre Brust nach vorn und stößt den Drohruf aus: eine Folg« von wei Töncn mst n Helles Schnalzendem sofort ein böser dumpfer GrunMit folgt. Und dann greift sie mit ihrer Hand quer durch den ganzen Käfig und zieht das Kind zu sich heran, schützt das Hilflose an ii)r€Der Kleine liebt diese Borsorglichkeit nicht. Kaum daß er ein bißchen Milch genudelt hat, weint er mit dünnen hohen Pieptönen und re,ßt auv. Er ist nicht eine Sekunde still; jetzt rüttelt er an der -rinkschale, bann hängt er srine 25 Zentimeter Körperlange an einem Arm vom Ast herab und wirbelt sich selber im Kreis. Ober er versucht, was wohl am schwersten ist, auf allen Vieren am Boden zu gehen. Da fallt das Saumtier regel»
Zu weilen schüttel t der Kleine eine Handvoll Stroh über sich und spielt Versteck. Die Mutter geht ihm gutmütig auf den Leim und sucht — oer zweifelt — ihr Kind, das mit allen Zeichen der Spannung zrm chen den Strohhalmen hervorblinzelt. Und am liebsten leckt es die Eierschalen sauber, die ihm der Baier gnädig überlaßt.
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W-niqe Tage nur dauerte die Herrlichkeit in Alfeld. Ein Käfig nach dem änderen verlor seine Insassen. Düsseldorf. Frankfurt Nürnberg, Dresden, Hannover, Leipzig, Breslau, Amsterdam haben Drangs erworben Moskau und andere Städte verhandeln mit Herrn Ruhe rur ihre zoologischen Gärten. Auch Amerika funkt und,will kaufen. _ y ten nächsten Wochen aber werden in all diesen Stadien Taufende von Kindern, Tierfreunden, Künstlern und Gelehrten vor ,enen rot- braunen Waldmenschen stehen, die als größte Kostbarkeit wohlversorgt in ^^"Jn^unserer mechanisierten Zeit ein Anschauungsmittel von außergewöhnlichem Wert — und dieses Bewußtsein versöhnt em wemg mit der Trauer um ihre Gefangenschaft.
Jenseits des Experiments.
Von Or. I. Esser, Bochum.


